Das leben nach dem Radio


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#1
Sicherlich hat sich der ein oder andere schon Gedanken gemacht was er mal im Berufsleben nach dem Radio machen wird.
Traurige Beispiele gibt es ja sicher genug.

Wenn jemand etwas sagen möchte, der sollte es mal tun.
 
#3
Gutes Thema, mit dem ich mich auch schon längere Zeit auseinandersetze. Irgendwann ist es ja wirklich soweit, das man sich überlegen muß, wo man ab einem bestimmten Alter abbleibenmöchte. Und gerade im Radio ist eine Lösung zu finden sehr schwer, denn wenn z.B. das Gesetz in Hamburg Schule macht, dann wird´s ja schon für jüngere Kollegen schwerer... Aber vielleicht findet sich hier ja wirklich noch die eine oder andere Anregung...
 
#4
wohin nach dem Radio ?!?

als guter Journalist kann man ja zur Zeitung gehen...
In vielen Lokalzeitungen brauchen die immer mal einen der zum örtlichen Dackelverein oder zum Schützenfest geht!

Ausserdem merkt man bei der Zeitung nicht direkt auf Anhieb (anders als bei Fernsehen oder Radio) wie alt der Reporter ist.
 
#5
Re: wohin nach dem Radio ?!?

Rheinreiter: als guter Journalist......
Du redest jetzt aber nicht vom Privatfunk, oder?:D

Im Ernst: Was ich Radioleuten immer empfehle, ist, sich auch mit dem Fernsehen vertraut zu machen. Es werden sicher nicht immer die Tagesthemen - aber gerade bei den kleinen Lokalsendern gibt es immer wieder sehr interessante Aufgaben. Man sollte allerdings Pioniergeist mitbringen - und die Bereitschaft, die Technik in den Griff zu bekommen, weil man zumeist Alles selbst machen muss. Zumindest hat man Vorteile, wenn man es kann...(Wobei natürlich in NRW die Struktur ungünstiger ist als in Berlin/Brandenburg, wo nahezu jeder Landkreis sein Lokal-TV hat.)

Außerdem denke ich, dass erfahrene Radioreporter im Printbereich besonders für Agenturarbeit geeignet sind. Leute, die gut schreiben können, gibt es viele. Aber Radioleute bringen einen Sachverhalt am schnellsten in Worte - und sie sind es gewohnt, mit Blick auf die Uhr zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig zu sein.

Daneben gibt es natürlich etliche andere Perspektiven: Werbesprecher, Spotproduzent, Veranstaltungsmoderator usw. usw.
 

Ernie

Gesperrter Benutzer
#7
Heute sind in den Privatradios 90% der Moderatoren mehr oder weniger jugendlich und auf alle Fälle selbst in der "werberelevanten Zielgruppe", für die ja alle Privaten das Programm ( besser: Formatsosse) machen.

Ich habe mich schon öfter gefragt, was ist, wenn die alle mal so ziemlich gleichzeitig in das Alter kommen ?
Gibts dann 90% Formatsosse für die Alten oder jede Menge Arbeitslosigkeit von über 50 Jährigen Moderatoren und Musikchefs ?

Ich kenne Sender, das sind ALLE Programmacher unter 25 und machen ein "dynamisches Jugendradio", das alle für senil findet, die über 40 sind. Ich bin neugierig, ob die in 15 Jahren auch ihre eigene Senilität einsehen und Platz für die nachrückenden Jungen machen !

Es gibt kein "Seniorenradio" wohin diese Mods dann wechseln können !
 
#10
Ich habe mir von Anfang ausbildungsmäßig ein zweites Standbein zugelegt, daß maximalen Abstand zu den Medien hat.

Seit ab ca. 2001 meine Einnahmen aus dem Radiobereich eingebrochen sind bzw. in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand stehen, bin ich in meinen zweiten erlernten Beruf zurückgegangen, mache Radio z. Zt. nur nebenher und warte auf bessere Zeiten.

Kann ich jüngeren Kollegen nur empfehlen.
 
#12
Nach dem Radio kommt entweder die Rente oder das, was man übers Radio hinaus noch gelernt hat. Wenn man was gelernt hat und willens sowie in der Lage ist, sich nochmal völlig neu zu orientieren.
Dafür muss man allerdings wissen, wo seine Stärken liegen, denn da bin ich mir bei manchen Kollegen nicht scher. Also nicht, dass sie keine Stärken hätten, sondern, dass sie sie kennen. Ein Argument wie das von berlinreporter (Kürze, Zeitdruck, Wortgewandtheit = Agenturtauglichkeit) ist treffend, aber eine Reihe Kollegen wissen nicht, dass sie diese Fähigkeiten besitzen, obwohl sie's täglich machen.
Journalismus, PR, Werbung, Erwachsenenbildung/Schulung ...oder man hat eben was Anständiges gelernt. :)
db
 
#13
Freundet euch doch einfach mal mit dem Gedanken, dass ihr alle mit 40 Arbeitslos seid...
genau, und daß ihr dann abgerissen und verwirrt auf einem deutschen Martkplatzm, wenn nicht sogar einen Weihnachtsmarkt steht und die Leute schräg von der Seite anquatscht, die nichts mit euch zu tun haben wollen. Keine wirklich schöne Vorstellung... wirklich nicht.
:)
 
#14
@ alle

Jungs, wo ist denn der verdammte Optimismus und die vernüftige Einstellung zum Arbeiten hin??? Es geht ein Ruck durch Deutschland!

Wenn Ihr solche Angst vor dem Ende habt, solltet Ihr ausreichend Versicherungen abschließen und Fonds anlegen, die Euch dann fütten - Wer das nicht macht hat selbst schuld!

Anders wird es nicht gehen, aber das war uns allen klar, bevor wir diesen Beruf erlernt haben.

(Neben meiner kleinen Motivation werde ich auch wieder nachdenklich: Ab und an arbeiten Menschen bei Radios die den ein oder anderen Tag zu wenig gelernt haben und trotzdem meinen, sie wären groß) Da haben einige Chefs zu spät gezündet und unseren "Meisterberuf" verkommen lassen zu einem Quereinsteiger-métier. Aber auch das wird sich einränken.

So und jetzt auf an die Arbeit und reißt den Karren endlich aus dem Dreck!
 
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