Das radioeins-Medienmagazin


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#1
Meiner Ansicht nach ist das Medienmagazin mit Jörg Wagner ein unerträglich einseitiges (natürlich pro-ÖR) und daher journalistisch furchtbar schlecht gemachtes Machwerk. Hier sind mehr Ausgwogenheit und zumindest der Anschein von Unabhängigkeit dringend notwendig.

Jüngstes Beispiel am vergangenen Sonnabend: Obwohl die Gebührenerhöhung durch und das Thema derzeit keines ist, verwendet Wagner die Hälfte der Sendezeit für Interviews zu eben diesem Thema, das ohnehin zu seinen bevorzugten zu gehören scheint.

Dabei läßt er jegliche journalistische Distanz zum Thema vermissen, in den Interviews sowieso und erst recht in den Anmoderationen, in denen dann schon mal von der "Chuzpe der Politiker" die Rede ist, "sich über ein verfassungsgemäßes Verfahren hinwegzusetzen", nachdem die KEF "mit erheblichem Aufwand" und natürlich "völlig unabhängig" den Gebührenbedarf der Sender ermittelt habe.

So geht es ständig, speziell wenn es um Gebühren oder das Gegeneinander von öffentlichem und privatem Rundfunk geht - stets hat man den Eindruck, daß die Moderationen direkt vom jeweils amtierenden ARD-Vorsitzenden stammen.

Merke:
"Ein guter Journalist macht sich mit keiner Sache gemein - nicht einmal mit einer guten!"
(Hans-Joachim Friedrichs)
 
#2
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Ja, wenn das so ist! Ich kenne Jörg Wagner halt von früher und sehe ihn mit einer gewissen Sympathie. Seine Sendung kann ich nicht beurteilen, da ich sie nur sporadisch höre. Da hatte ich dann aber meist einen guten Eindruck.
 
#3
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Aber so ist das offenbar mit allen Medienmagazinen im ÖR-Rundfunk. Im NDR Fernsehen kommt Zapp Mittwochs um 23h und auch da gibts durchweg einseitige Berichterstattungen ("die privaten sind ja soooo böse").
Ich habe das Gefühl, diese Medienmagazine dienen nur zur Propaganda ("Leute, schaut mehr ÖRs - Die sind die Guten!"), mit Journalismus hat das nicht viel zu tun.
 
#5
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Was die Öffentlich-Rechtlichen auf allen Kanälen und in allen ihren Programmen penetrieren, bis es neben den ahnungslosen so genannten Medienexperten unter den Politikern auch die Gebührenzahler und die Werbewirtschaft glauben ist dies:
"Öffentlich-Rechtliche machen guten Journalismus. Private machen schlechten Journalismus oder überhaupt keinen oder können es nicht oder vermischen Journalismus mit PR. Öffentlich-Rechtliche sind neutral, ausgewogen und lassen auch Minderheiten zu Wort kommen, die Privaten wollen nur Kohle scheffeln! Die Öffentlich-Rechtlichen sind in ihrem Kampf um Grundversorgung und gehaltvollen Journalismus den Privaten fast hilflos ausgeliefert, und auf jeden Fall verloren, wenn die Gebührenquellen nicht weiter sprudeln. Der Politiker, der es wagt, einer dringend nötigen und völlig neutral ermittelten neuerlichen Gebührenerhöhung nicht zuzustimmen, der vergreift sich an der Meinungsvielfalt und damit an der Demokratie und wird es außerdem spätestens dann bereuen, wenn der Öffentlich Rechtliche mal wieder etwas über ihn zu berichten hat." Und so weiter, und so fort....
PS: Und jeder Private, der in einer vergleichbaren Machtposition wäre, würde es genauso machen...
 
#6
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Tja, so sehr ich Jörg als Mensch mag, aber das Medienmagazin höre ich schon seit langem nicht mehr. Mich interessieren die Themen schlicht und einfach nicht. Ich bin eher "Freak" als "Medienpolitiker", mir lag eher was an Claus Grotes "Geschichte der europäischen Seesender" und anderen früher zur Aufführung gekommenen Inhalten als an KEK, Verlegerkonzentrationen und Intendantenverlautbarungen. Ich bin mir andererseits auch sehr sicher, daß "Freak-Content" garantiert noch im Programm wäre, wenn er ins Konzept der Sendung passen würde - dafür ist Jörg selbst zu sehr Freak und die 1044 kHz - Zeit hat er ja wohl auch noch im Blut. Klarer ausgedrückt: da gab es garantiert inhaltliche Vorgaben, die einen Fortbestand der Sendung erst möglich gemacht haben. Ich müßte Jörg glatt mal drauf ansprechen (aber erwartet dann bitte nicht, daß ich mich hier dazu äußere, falls ich eine Antwort bekomme ;)). Vielleicht gibts ja eine Chance, unter Barckhausen zu einem etwas bunteren Medienmagazin zu kommen...
 
#7
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Zitat von Stinger:
Aber so ist das offenbar mit allen Medienmagazinen im ÖR-Rundfunk. Im NDR Fernsehen kommt Zapp Mittwochs um 23h und auch da gibts durchweg einseitige Berichterstattungen ("die privaten sind ja soooo böse").
Und das wäre andersrum anders? Ich erinnere nur mal eine gewisse Talkshow bei Sat1... :wall:
 
#8
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Zitat von Stinger:
Aber so ist das offenbar mit allen Medienmagazinen im ÖR-Rundfunk. Im NDR Fernsehen kommt Zapp Mittwochs um 23h und auch da gibts durchweg einseitige Berichterstattungen ("die privaten sind ja soooo böse").
Welche Sender im öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben eigentlich auch noch so ein Medienmagazin? Mir fallen spontan nur B5 und WDR 5 (Sonntags, 18.05) ein ...
 

K 6

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#9
AW: Das radioeins-Medienmagazin

Außerdem SR 2, hr info (nachdem bei hr2 und hr1 alles diesbezügliche ausgekippt wurde), SWR cont.ra sowie Magd und Mädchen beim DLF.
 
#10
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Zitat von Radiokult:
Zitat von Stinger:
Aber so ist das offenbar mit allen Medienmagazinen im ÖR-Rundfunk. Im NDR Fernsehen kommt Zapp Mittwochs um 23h und auch da gibts durchweg einseitige Berichterstattungen ("die privaten sind ja soooo böse").
Und das wäre andersrum anders? Ich erinnere nur mal eine gewisse Talkshow bei Sat1... :wall:
Gratuliere! Mit dieser Fragestellung hast Du zweifelsfrei nachgewiesen, daß die Öffis, anders als von ihnen mit enervierender Penetranz ständig behauptet, eben keinen Deut besser sind als die Privaten - nur finanziell wesentlich besser ausgestattet! :D
 
#11
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Zitat von Makeitso:
So geht es ständig, speziell wenn es um Gebühren oder das Gegeneinander von öffentlichem und privatem Rundfunk geht - stets hat man den Eindruck, daß die Moderationen direkt vom jeweils amtierenden ARD-Vorsitzenden stammen.
Bei Radio Eins stöbere ich gerne im Medienarchiv, und das DLF-Medienmagazin finde ich nicht schlecht (nur die Sendezeit, beißt sich mit Fußball), ebenso das von B5 aktuell. Dort, wie auch im WDR höre ich auch öfters selbstkritische Berichte über die Öffis ansich, die ARD oder sogar die eigene Anstalt. Von daher finde ich sie ausgewogen.

Aber vielleicht liegt es daran, dass ich hier medienmagazintechnisch Radio Moskau, äh: das SWR-cont.ra-Medienmagazin gewohnt bin?
 
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