Denon DL - 103 am Technics 1210-er?


#1
Eine Frage an die Experten:

Würde das Denon DL-103 problemlos am Technics 1210-er (oder am SYNQ X-TRM1)

Link: https://www.amazon.de/SYNQ-T40080-X...000NNK3YM/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

spielen?

Habe bisher viel widersprüchliches gelesen, vielleicht hat jemand hier
jedoch praktische Erfahrungen damit machen können?


Auf Amazon schrieb jemand:

Gutes System - mit EMT TSD 15 vergleichbar

"Ich hatte in den siebziger Jahren viel mit dem EMT TSD 15 gehört. (ein System welches vor allem die deutsche Radiosender benutzten) und war mit der Wiedergabe sehr zufrieden. Es holte aus den damaligen Massen LP's durchschnittlicher Qualität das Maximale heraus und insbesondere die Impulswiedergabe war ausgezeichnet. Da ich wieder verstärkt die alten Platten hören wollte hatte ich auch nach dem EMT gesucht - es auch gefunden aber leider festgestellt, daß es preislich von Gebrauchsgegenstand zum Kultgegenstand zum 10 fachen Preis (Stand 1976) geworden ist. Da ich nach wie vor nur an einem Gebrauchsgegenstand interessiert bin kam ich auf dieses - auch für für den Rundfunk (Japan) entwickeltes System und ich bin jetzt sehr zufrieden. Es ist dem EMT sehr ähnlich, impulsfest, robust und vor allem bezahlbar. Es hat leider auch dessen weniger gute Eigenschaften - Verzerrungen in den Innenrillen- und ist nur gut mit mittelschweren und schweren Tonarmen
oder geregelten Armen wie Sony Biotracer zu betreiben."

Ist es wirklich mit dem EMT TSD 15SFL vergleichbar?
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Da noch niemand geantwortet hat...
Da ich das DL-103 noch nie in Aktion erlebt habe kann ich nicht viel sagen, außer, dass es wohl auf den nachgeschalteten Vorverstärker ankommt. Was verstärkt denn?
Die Ausgangsspannung ist etwas höher als beim TSD 15, verglichen mit den üblichen Kandidaten aber immer noch niedrig. Die Impedanz ist auch niedriger als bei typischen Disco- oder HiFi-Systemen, damt und der Spannung muss der Verstärker klarkommen.

Das Systemgewicht verglichen mit HiFi und Disco schwer, aber wesentlich leichter als eine Tondose.
Aus dem Bauch sollte es an einen 1210er-Arm passen, an einem „Leichttonarm“ eines 80er-Jahre-Duals würde ich es nicht probieren.

Ich betreibe ein TSD 15 SFL an EMT und muss mir also keine Gedanken über die Vorverstärkung machen. Am 1210er hatte ich immer Ortofon Broadcast E, allerdings immer für „Discoanwendung“, kann also sicher sagen, dass man damit eine gute Tanzveranstaltung über die Bühne bringt - für HiFi aber nie ausprobiert.
 
#3
Ich hatte mal aus Neugier kurz nach der Kombi 1210 / DL103 geschaut, kann mich derzeit aber nicht intensiver damit befassen.

Zusätzlich zu dem, was @Ralle_Köln gesagt hat (extrem niedrige Ausgangsspannung, also hochwertiger Aufwärtstransformator oder sehr guter MC-Vorverstärker nötig, das geht nicht so "nebenbei" am Phono-Pre eines einstigen 500-DM-Receivers) werfe ich noch dynamische Anpassung Tonarm-Tonabnehmer in den Raum:

Für das klassische DL-103 gibt Denon eine Nadelnachgiebigkeit von 5 x 10 –6 cm/dyne an, allerdings bei 100 Hz und nicht wie sonst üblich bei 10 Hz. Der Wert bei 10 Hz sollte höher sein - bloß wieviel? Kurze Suche findet die grobe Approximation: "von 100 Hz auf 10 Hz -> Compliance-Wert verdoppeln". Damit hätten wir dann ca. 1 x 10 –5 cm/dyne bei 10 Hz. Ohne Gewähr!

Der 1210 MkII hat eine effektive Tonarmmasse von 12 g. Damit berechnet sich die Resonsnzfrequenz für unterschiedliche Tonabnehmer so: https://www.vinylengine.com/cartridge_resonance_evaluator.php?eff_mass=12&submit=Submit

Das DL103 hat eine Masse von 8,5 g und grob geschätzt eine Nadelnachgiebigkeit von 1 x 10 –5 cm/dyne bei 10 Hz, Damit lese ich eine Resonanz von ca. 11 Hz ab. Das liegt am oberen Ende des gewünschten Bereiches, aber es liegt noch drin. Sollte hoffentlich passen.
 
#4
Das DL103 hat eine Masse von 8,5 g und grob geschätzt eine Nadelnachgiebigkeit von 1 x 10 –5 cm/dyne bei 10 Hz, Damit lese ich eine Resonanz von ca. 11 Hz ab. Das liegt am oberen Ende des gewünschten Bereiches, aber es liegt noch drin. Sollte hoffentlich passen.
Danke für die Aufschlüsselung, ich hatte mir gar nicht die Arbeit gemacht und es nur im Kopf mal grob überschlagen. Mit der Tonarmmasse sollte es eigentlich hinhauen, „leichter“ sollte der Arm aber nicht sein. Da im Ursprungspost noch ein anderer Plattenspieler erwähnt war gilt das für den zu überprüfen.

Was den Vorverstärker angeht - falls keine ordentliche Lösung vorhanden ist: die besten Ergebnisse im HiFi-Sektor bisher hatte ich mit einem Sanyo „Plus C55“, findet man gebraucht manchmal um die 150 € - ist ein Vorverstärker mit ein paar Hochpegeleingängen und einer Phono-Sektion, und erstaunlich wertig anzufassen. Hatte aus dem Consumerbereich nie einen besseren Phono-Vorverstärker, vor allem für das Geld, Sanyo als Marke schreckt ja auch eigentlich ab (zumindest mich) da ich sie mit Plastikkompaktanlagen der 80er und Autoradios verbinde, die eher Kassettentoaster mit Behelfstadioteil waren.
So als Budget-Tip, falls die Phonostufe des vorhandenen Geräts nicht taugt.

Um wirklich „amtlich“ zu hören - und wenn man schon vergleichsweise viel für ein System ausgegeben hat - empfehle ich allerdings eine professionellere Lösung. Kann man nochmal drüberschauen, wenn der TE alles zusammengebaut hat und es auch spielt.
 
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