Der Musikantenstadl soll verjüngt werden


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
"Groß" bedeutet für mich immer noch "abwechslungsreich", für die heutigen Samstagabendsendungen heißt das allerdings nur noch "elendig lang" (damit sich der Minutenpreis rechnet).

Ob das Quiz nun 45 Minuten am Vorabend oder ein halbes Leben nach der Tagesschau lang ist, macht doch wohl wirklich keinen Unterschied in der Arbeitsweise und für die Herausforderung an den Ansager.
 
...und für ihn wird es in seiner eher trostlosen Karriere die einzige Gelegenheit bleiben, eine Sendung in Form einer großen Samstagabendshow anzusagen.
Eine solche "trostlose Karriere" dürften sich die meisten Medienschaffenden realistischerweise nicht mal erträumen.

Aber vielleicht verrätst Du uns ja mal, von welcher diamantbesetzten Warte aus Du Deine Einschätzung triffst.
 
Pilawa ist doch, ähnlch wie Kerner beim ZDF und Geissen bei RTL. die Allzweckwaffe der ARD. Allerdings ist mir Pilawa dann doch sehr viel lieber als die beiden letztgenannten. Pilawa ist sicherlich nicht der grosse Samtagabend-Unterhalter, aber es macht seine Sache seriös und bodenständig und geht einem nicht auf den Geist. Von daher lasst den Mann mal ruhig machen. So sehr viel Auswahl hat die ARD ja dann leider auch nicht.
 
So sehr viel Auswahl hat die ARD ja dann leider auch nicht.
Was sie aber auch absolut selbst schuld ist. Trotz der Trillion Sender, die man betreibt, wird kein vernünftiges Personal für die Sendungen mehr "herangezogen". Einen Karriereweg, wie ihn Gottschalk z.B. damals machte, ist heute doch gar nicht mehr drin. Man erinnere sich: Gottschalk begann mit einer Jugendsendung im BR, bekam dann im SWF eine regionale Spielshow im Dritten, die dann wegen des großen Erfolgs ins Erste wanderte, wurde dann für Kurzformate vom ZDF abgeworben, bis er endlich am großen Samstagabend ankam.
Nein, heute werden die Gebührengelder für irgendwelche Leute vom Privat-TV ausgegeben, die dort und überhaupt nirgends irgendeinen Unterhaltungswert hatten und haben.
 
Nein, heute werden die Gebührengelder für irgendwelche Leute vom Privat-TV ausgegeben, die dort und überhaupt nirgends irgendeinen Unterhaltungswert hatten und haben.
Da hätte ich aber gerne mal Namen, bitte.

Vielleicht machen ARD und ZDF alles richtig: kein ständiges Personalkarussell, sondern markante Moderatoren, mit denen man die Sender identifiziert. Schon mal beobachtet, wie gerade RTL ihre Moderatorin Annett Möller zu einem Sendergesicht heranzüchtet? Ihre Omnipräsenz dort ist recht auffällig. Es ist aber auch ein normaler Werdegang.
 
Vielleicht weil viele junge Leute eher nicht zuhause Silvester feiern und vor dem Fernseher hocken? Könnte der Grund für den Tagessieg sein.
Die letzte Silvester-Stadlparty war doch eine totale Pleite, und damals waren die Voraussetzungen dieselben wie in diesem Jahr. Junge Leute sind doch auch an gewöhnlichen Samstagen kaum zuhause, laden Filme/Serien am PC bzw. in der Konsole oder schauen streckenweise Voting-Shows. Florian Silbereisen ist in der glücklichen Lage, dass sein Themenshow-Konzept bei vielen 50-59-Jährigen verfängt, die noch brav zur Primetime vor der Glotze sitzen und gucken was man ihnen vorsetzt.

Es ist außerdem kein Geheimnis dass die GfK-Testhaushalte anders ticken als die breite Masse und viel mehr lineares Fernsehen konsumieren als der Durchschnitt, weshalb die Reichweitenschätzungen der Quotenermittler bei weitem übertrieben sind. Aber das kann den Sendern nur recht sein, schließlich sitzen sie in ihrer Panik vor dem Internet-Durchmarsch in den Wohnzimmern alle im gleichen Boot. Und die Werbetreibenden achten nicht so sehr auf die schöngerechnete Reichweite, sondern vielmehr auf die doch recht glaubwürdigen Marktanteile im Sendervergleich ("Quoten").

Wenn der Deutsche unter 35 Programmdirektor spielt öffnet er seine AVIs und MKVs im VLC oder streamt sie mittels Media-Player auf den LCD. Die "Quote" ist ihm total schnurz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist außerdem kein Geheimnis dass die GfK-Testhaushalte anders ticken als die breite Masse und viel mehr lineares Fernsehen konsumieren als der Durchschnitt, weshalb die Reichweitenschätzungen der Quotenermittler bei weitem übertrieben sind.
Weshalb es höchste Zeit wird, dass auch die Webabrufe der Sendungen in den jeweiligen Mediatheken bzw. den sendungseigenen Youtube-Kanälen separat mit ausgewiesen werden. Die Zugriffszahlen sollte man nämlich nicht unterschätzen.
Das ZDF hat zum Beispiel klamm heimlich damit begonnen Youtuber abzumahnen, die ZDF-Inhalte auf ihren privaten Accounts hochladen, weil man sich damit inzwischen ein ganz hübsches Taschengeld verdienen kann nebenbei. So uninteressant sind manche ÖR-Inhalte also ganz offensichtlich doch nicht.
 
Stimmt das wirklich? Kann ich mir nicht vorstellen. Solange sie selbst nix Vernünftiges auf die Beine stellen wäre das geradezu eine Frechheit, weil alle ZDF-Inhalte längst mit Gebührengeldern abgegolten wurden und letztlich der Allgemeinheit gehören. Das ZDF verhält sich immer öfter wie ein gewinnorientiertes Unternehmen, dabei sollten die Herrschaften lieber mal arüber nachdenken wer ihnen tatsächlich die monatlichen Schecks ausstellt. Der ORF lässt neuerdings Serien und Filme löschen, die sein hauseigener Streamingdienst "Flimmit" kostenpflichtig zum Abruf anbietet.

Ich gebe aber zu bedenken:
  • Dass Logo-freie Versionen diverser, vom ZDF in Auftrag gegebener Serien und Filme nicht vom ZDF, sondern vom Lizenzhalter (in der Regel DVD-Verlage) abgemahnt werden.
  • Niemals der Youtube-Nutzer selbst, sondern immer nur Youtube abgemahnt, besser gesagt zur Löschung aufgefordert wird. Das Schlimmste was dem User passieren kann ist die vollständige Entfernung seines Accounts inklusive aller Videos.
 
Weshalb es höchste Zeit wird, dass auch die Webabrufe der Sendungen in den jeweiligen Mediatheken bzw. den sendungseigenen Youtube-Kanälen separat mit ausgewiesen werden. Die Zugriffszahlen sollte man nämlich nicht unterschätzen.
Das hatten wir hier schon öfter und ich sehe das genau so. Es wäre easy, realere Zuschauerwerte zu ermitteln, aber es liegt nicht an mangelnder Technik. Eher bekommt man den Eindruck, dass die Sender (TV wie auch Radio) die echten Zahlen garnicht erfahren möchten. Vermutlich würde das die kompletten Zahlen und Werbepreise durcheinander wirbeln, wohl zum Nachteil der Sender.

Es wird Zeit, dass sich diesbezüglich was ändert in Richtung heutiger Zeit. Das derzeitige Messsystem dürfte aus den 60er Jahren sein...
 
weil alle ZDF-Inhalte längst mit Gebührengeldern abgegolten wurden und letztlich der Allgemeinheit gehören
Mein lieber Rico, nur weil der Rundfunkbeitrag abgefordert wird, gehören die Inhalte doch noch lange nicht der Allgemeinheit. Der Rundfunkbeitrag erlaubt den Empfang der Programme, deren Rechte daran damit in keinster Weise berührt werden. Wo holst Du denn solche Kausalitäten her?
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimmt das wirklich? Kann ich mir nicht vorstellen.
Ganz konkret sollen wohl mehere Leute Ärger bekommen haben, die vollständige Ausgaben der heute-Show auf ihren privaten Youtube-Accounts hochgeladen hatten. Ob da das ZDF direkt bei den Usern oder bei Youtube interveniert hat und Youtube dann bei den Usern, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ansonsten hat der count down ganz Recht. Privatleute, die TV-Inhalte auf ihren privaten Youtube-Kanälen veröffentlichen, begehen streng genommen eine Urheberrechtsverletzung. Nicht mehr und nicht weniger, denn denen gehören die Inhalte ja nicht. Was die skurillen Löschpraktiken in den jeweilgen Mediatheken der ÖRs angeht, ist das wieder eine ganz andere Sache.
 
Mein lieber Rico, nur weil der Rundfunkbeitrag abgefordert wird, gehören die Inhalte doch noch lange nicht der Allgemeinheit. Der Rundfunkbeitrag erlaubt den Empfang der Programme, deren Rechte daran damit in keinster Weise berührt werden. Wo holst Du denn solche Kausalitäten her?
Im Prinzip vertreten die Anstalten öffentlichen Rechts dieselbe Rechtsauffassung, da gegen die Verbreitung von ihnen produzierter oder in Auftrag gegebener Werke im Internet bislang immer nur Drittberechtigte Beschwerde einlegten. Der ORF verhält sich in vielerlei Hinsicht wie ein Privatsender, sendet Werbung bis zum Abwinken, betreibt exzessives Product Placement und lässt viele Sendungen von privaten Partnern kofinanzieren. Da wiegt das Gebührenargument naturgemäß weniger schwer.

Wo juristische Detailregelungen und klärende Höchstgerichtsurteile fehlen, macht sich Gewohnheitsrecht breit.

Privatleute, die TV-Inhalte auf ihren privaten Youtube-Kanälen veröffentlichen, begehen streng genommen eine Urheberrechtsverletzung.
Youtube unterliegt dem DMCA, nicht dem deutschen Urheberrecht. Für die Rechtsdurchsetzung gemäß "Milennium Act" ist allein Youtube zu belangen, und Youtube schwärzt seine Nutzer nicht an, es sei denn es liegen schwerwiegende Hinweise auf Straftaten vor. Dann, aber nur dann wird gegen Privatpersonen ermittelt.

Das Prozedere sieht folgendermaßen aus:
  • Berechtigte müssen den Urheberrechtsverstoß bei Youtube melden, dann
  • strebt Youtube üblicherweise Verhandlungen über Vergütungsmodelle an. Scheitern sie,
  • wird die Datei umgehend gelöscht und für die Verhinderung einer Wiederveröffentlichung desselben Werkes nach menschlichem Ermessen Sorge getragen.
Youtube-Accounts, bei denen aus rechtlichen Gründen zwei Videos entfernt werden mussten, werden aufgelöst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Prinzip vertreten die Anstalten öffentlichen Rechts dieselbe Rechtsauffassung
Wie wer?

Im Übrigen gibt es diesem Zusammenhang keine "Auffassungen" von Rechten, die "vertreten" werden, sondern klar vereinbarte. Wer gegen vereinbarte Rechte und Exklusivitäten von Verbreitung von TV-Sendungen oder DVD-Bewegtbildern verstößt, darf vom Rechtehinhaber belangt werden.

Und wie geht der Musikantenstadl nun weiter?
 
Zuletzt bearbeitet:
ursprünglich soll Silvester 2017 der letzte Stadl laufen. Aber wenn die ARD mit Pilawa und den Quoten zufrieden sind, vielleicht gehts ja doch darüber hinaus weiter. Ich hoffe es nicht, irgendwann muss auch mal gut sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Darüber streiten sich die Rechtsgelehrten aber schon seit Anbeginn des youtube.de-Zeitalters. Ein spezifisch für Deutschland erstelltes Angebot unterliegt auch deutschem Recht.
Youtube ist aber kein spezifisch auf den deutschen Markt zugeschnittenes Angebot. Die verwendete Domain hat keine rechtliche Relevanz, weil sie keine hoheitliche sondern eine privatwirtschaftliche Einrichtung ist.

Über die angeblich vom ZDF veranlassten Youtube-Löschungen habe ich im Netz nichts gefunden. Könntest du bei Gelegenheit mal einen Link einstellen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ein paar Millionen das sehen wollen, hat es doch eine Existenzberechtigung.
Die Show mag ihre Existenzberechtigung wegen guter Quoten haben, wenn die Quoten aber durch eine unerwünschte altersmäßige Zusammensetzung erreicht werden, ist auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk (obwohl er es nicht sein dürfte) der Meinung, das Programm muss weg.
Ob das, was danach kommt besser ist? - Ich wage es bezweifeln.
 
Damals™ hat man es ja auch geschafft, die Rentnersendung ("Blauer Bock") auf dem Samstagnachmittag zu platzieren. Das geht heute wegen der hohen Produktionskosten der Sendungen leider nicht mehr, aber im Prinzip würde ein Musikantenstadl in kleinerer Form im Nachmittagsprogramm durchaus Sinn ergeben, wenn dadurch der Samstagabend wieder für Sendungen frei wird, die tatsächlich für die ganze Famlie konzipiert und auch von jenen angenommen werden.
 
Was die Sendung zu Silvester angeht, hatte sie mit Marktanteil 17,8% und 3,93 Mio Zuschauer das ZDF (14,1% und 3,21 Mio Zuscaher) auf den Platz verwiesen. Im jungen Segment hatte das ZDF die bessere Quote, das ist aber auch klar.

Die Produktionskosten sind nicht der Knackpunkt, da werden für die Fischer-Show mit knapp 6 Mio schauer noch ganz andere Kosten verausgabt. Nein, es ist der Wille der Entscheider, Sendungen wie diesen Stadl, halbwegs gut besetzt und präsentiert, überhaupt im Programm haben zu wollen, wider besseren Wissens um die zu erwartenden Quote.
 
Zuletzt bearbeitet:
Damals™ hat man es ja auch geschafft, die Rentnersendung ("Blauer Bock") auf dem Samstagnachmittag zu platzieren.
Man hätte den Musikantenstadl beizeiten in die dritten Programme verlegen können, aber nicht mal so weit reicht der ARD-Kooperationsgeist.

Ob die 50-59-Jährigen, bei denen der Groschen deutlich weniger locker sitzt als bei den Über-60-Jährigen, und die den ZDF-Samstagskrimis und Tatorten zu ihren Spitzenquoten verhelfen gesellschaftlich relevanter sind sei dahingestellt. Ich vermute viele Senioren haben in ihrem Leben genug Fließband-Krimis gesehen (die Plots und Handlungskonstrukte wiederholen sich doch permanent), sie haben generell mehr Tagesfreizeit, die sie auch vor der Glotze zubringen, und irgendwann ist eben eine bestimmte Sättigungsgrenze erreicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben