Der nächste US-Präsident


Frau Merkel hat da viel zu wenig getan. Es hieß immer" Die Russen sind böse und die USA sind unsere Freunde". Okay, hat sie nicht wortwörtlich so gesagt. Dennoch, ein böser Trugschluss. Auf Tramps Bomben kann ich jedenfalls verzichten.
 
Also ich gehe davon aus, dass sich Merkel deutlich öfter mit Putin getroffen hat, als mit Trump. Das Verhältnis zwischen Merkel und Trump gilt als sehr distanziert. Außerdem möchte ich gerne mal wissen, wer mehr Bomben geworfen hat; Trump oder Putin? Die Antwort dürfte relativ klar sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Trump ist mit seiner Politik bei den meisten unten durch. Mag sein, dass Merkel häufiger mit Putin als mit Trump gesprochen hat. Das finde ich auch gar nicht schlimm.

Ich wollte nur sagen, dass die Amis nicht die guten sind und die Russen die bösen.
 
Da sind wir uns einig. Wobei das unter Obama noch ganz anders war. Das war integerer Staatsmann dem man vertrauen konnte und dessen Wort Gewicht hatte. Da war die Rollenverteilung deutlich eindeutiger. Mittlerweile gebe ich dir Recht, dass man in der heutigen Welt nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann.
 
Nochmal zu Deutschlands Rolle in der Welt: Schon wollen die ersten Hardliner (bei der CDU) das Waffenexportverbot gegen Saudi Arabien aufheben, damit sich die Saudis mit deutschen Waffen besser verteidigen - und damit unsere "Interessen" schützen - können. Wenn ich also solche Forderungen höre, dann ist die Frage "Wie können wir noch weiter Öl ins Feuer eines schwelenden Konflikts gießen?" schnell beantwortet.
 
Bei Waffenexporten sieht man ja immer nicht so genau hin, das kennt man ja schon. Andererseits muss man sich davon freisprechen, dass ein deutsches Verbot irgendwas ändern würde. Wenn wir die Waffen nicht liefern, dann tut es jemand anderes. Ich wäre ja aber auch grundsätzlich dafür gar keine Waffen, egal wohin, zu exportieren. Das werden die Lobbyisten der Waffenindustrie aber zu verhindern wissen. Stattdessen könnte man lieber Florian Silbereisen und Carmen Nebel in Krisengebiete schicken.;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt wirds langsam spannend. Bin mal gespannt, ob es wirklich so kommt. Allerdings ist mir nicht klar, warum ein scheitern den Demokraten schaden sollte. Wenn es klare Beweise für einen Amtsmissbrauch gibt, und die Republikaner dann immer noch an Trump festhalten, dann dürfte das viele Wähler erzürnen.
Allerdings blickt man da auch nicht mehr so wirklich durch. Das ist ja alles schlimmer als in jeder Seifenoper.

https://www.merkur.de/politik/donal...fonat-mit-ukraine-praesident-zr-13022981.html
 
Viele amerikanische Wähler würden es sicher gut finden, wenn ihr Präsident dem Staatsoberhaupt eines europäischen Landes, dessen Namen die meisten Amis gar nicht aussprechen können, geschweige denn wissen, wo es überhaupt liegt, mal so richtig nach Cowboyart die Eier quetscht. Das wird Trump also wenig schaden. Eher der Umstand, dass das Eierquetschen nicht den erhofften Erfolg gebracht hat.
 
Trump demontiert sich gerade selbst. Das tut er zwar seit er im Amt ist, aber diesmal hat der mit seinem überstürzten Syrienabzug wirklich einen sehr schwerwiegenden Fehler begangen. Selbst die eigenen Parteifreunde gehen im jetzt langsam von der Fahne. Den Kurden wird da jetzt übel mitgespielt. Haben sie doch die Hauptlast im Krieg gegen den IS getragen. Jetzt lässt man die fallen wie eine heisse Kartoffeln. Sowas ist wirklich schändlich. Aber was will man vom großen Gottkaiser in seiner unendlichen Weisheit auch anderes erwarten? Für Trump gibt es nur eine richtige Meinung und das ist, natürlich, die eigene. Die Botschaft ist natürlich klar, wer die USA als Freund hat, braucht keine Feinde mehr. Auch in Saudi-Arabien wird man das sehr aufmerksam verfolgt haben. Sollte man einen Waffengang gegen den Iran erwägen ist fraglich, ob die Amis dann noch Lust dazu haben. Vermutlich wird man auch dann sehr schnell sagen, macht euren Kram doch alleine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Trump hat allen Ernstes behauptet die Kurden nur deswegen ihrem Schicksal überlassen zu haben, weil sie im Zweiten Weltkrieg nicht an der Seite Amerikas gekämpft hätten. "Sie halfen uns nicht in der Normandie", gab er den staunenden Reportern mit auf den Weg. Damit wird nun für alle Welt sichtbar was Bedienstete des Weißen Hauses schon seit einigen Monaten im Schutze der Anonymität und hinter vorgehaltener Hand gegenüber US-Medien unermüdlich ventilieren. Ihren Ausführungen zufolge verliert Trump zusehends den Verstand, redet ungereimtes Zeug, erleidet in kurzen Abständen Wutanfälle und Nervenzusammenbrüche und ändert alle paar Tage seine Meinung zu wichtigen Themen der Innenpolitik. Seitdem er fast alle erfahrenen Parteigrößen aus der Regierung geworfen hat ist er nur noch von Speichelleckern und von ihm abhängigen Quereinsteigern umgeben, die ihm bedingungslos gehorchen.

Mit seiner gestrigen Entscheidung hat er sich in den eigenen Reihen viele mächtige Feinde gemacht: Die christliche Rechte, die bisher immer treu zu ihm stand, schäumt wegen des "abscheulichen Verrats" an den Kurden und arbeitet sich unermüdlich an Trump ab, der den Abzug aus Nordsyrien nach seinem vertraulichen Gespräch mit Erdogan ohne Rücksprache mit dem Verteidigungsministerium "selbstherrlich" angeordnet hatte. Republikanische Parteifreunde, die ihm sonst unentwegt zur Seite springen, machen ihrem Entsetzen Luft und geben ihrem Präsidenten die alleinige Schuld am Einmarsch der Türken. Lindsey Graham, der Vorsitzende des Justizausschusses des Senats, forderte die Öffentlichkeit auf "für die Kurden zu beten, die von der Trump-Administration schamlos im Stich gelassen wurden", und weiter: "Trumps Entscheidung führt zwangsläufig zum Wiedererstarken der ISIS-Terrormiliz".
 
Zuletzt bearbeitet:
Trumps Aussagen sind natürlich blanker Unfug. Aber egal. Von mir aus soll Trump seinen roten Knopf drücken und unschuldige Zivilisten umbringen. Wir haben in Europa ja schon genug Probleme. Unter anderem mit Nazis in Halle an der Saale.

Ich finde es gut, dass der Friedenspräsident Trump sich neuerdings für die Sicherheit in Europa stark macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie das Ganze nun abläuft ist natürlich skandalös und beschämend. Aber mal abseits aller Emotionen:
1. Was haben amerikanische Soldaten überhaupt in Syrien zu suchen? Sie da mal wieder rauszuholen ist aus amerikanischer Sicht nicht falsch.
2. Erdogans Idee, rund 2 Mio syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurück nach Syrien (in eine Sicherheitszone ohne Milizenterror) zu bringen, ist auch nicht völlig abwegig.
3. Die Sicherheit in dieser Sicherheitszone dann durch türkisches Militär zu gewährleisten, weil weder der syrische Staat noch andere ausländische Mächte dazu bereit oder in der Lage sind, würde ich auch nicht als völlig verrückte Idee abtun.
4. Bleibt der Umgang mit den Kurden. Sich jetzt darüber in Europa und andernorts zu empören ist so scheinheilig wie fruchtlos. Den Kurden wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter bereitwilliger Mithilfe und Zustimmung all jener Länder, die jetzt das Kurdenschicksal beklagen, eine eigene Souveränität verweigert. Solange es keine von europäischen Staaten getragene Initiative gibt, die sich für einen eigenständigen Kurdenstaat stark macht, ist dieses Volk immer der Willkür und Unterdrückung ausgeliefert und kann sich von den scheinheiligen Beileidsbekundungen der demokratischen Salonlöwen hierzulande nichts kaufen. Faktisch werden alle am Ende die Augen verschließen und die Türkei walten lassen.
 
1. Was haben amerikanische Soldaten überhaupt in Syrien zu suchen? Sie da mal wieder rauszuholen ist aus amerikanischer Sicht nicht falsch.
Doch grundfalsch. Somit überlasst man Syrien sich selbst und destabilisiert das Land noch weiter. Weiterhin wird der IS damit wieder erstarken und da die Türkei ja heimlich mit dem IS sympahthisiert, werden dann viele IS-Kämper frei kommen und können sich dann entweder neu formieren und wieder zur Waffe greifen oder Anschläge überall auf der Welt ausführen. Also was daran so richtig sein soll, erschliesst sich mir nicht.

2. Erdogans Idee, rund 2 Mio syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurück nach Syrien (in eine Sicherheitszone ohne Milizenterror) zu bringen, ist auch nicht völlig abwegig.
Wollen die das überhaupt? Syrien ist weiterhin ein vom Krieg zerrüttetes Bürgerkriegsland. Vermutlich sind sie sich dann selbst überlassen. Würde mich wundern, wenn Erdogan dann als der große Wohltäter für diese armen Menschen auftreten würde.

3. Die Sicherheit in dieser Sicherheitszone dann durch türkisches Militär zu gewährleisten, weil weder der syrische Staat noch andere ausländische Mächte dazu bereit oder in der Lage sind, würde ich auch nicht als völlig verrückte Idee abtun.

Sicherheitszone? Du glaubst wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Vermutlich wird man sich das Gebiet still und heimlich selbst einverleiben. Mit türkischer Währung, Schulen und alles unter dem Einfluss der Türken. Glaubst du wirklich Erdogan wird das anneketierte Land später einfach so mir nichts, dir nichts an wen auch immer zurückgeben? Unrealitisch. Hier werden neue Grenzlinien gezogen und die Welt schaut zu. Das wird ähnlich ablaufen wie in der Ostukraine.

Was Erdogan da macht hat nichts mit Friedenssicherung oder Nächstenliebe zu tun. Das ist ein Angriff auf ein souveränes Land und in meinen Augen eine knallharte ethnische Säuberung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei Dir funktioniert das Hirnframing aber schon ziemlich gut, das Langzeitgedächtnis hingegen übnerhaupt nicht. Oder es mangelt Dir an historischem Wissen. Die Bürgerkriege im Nahen Osten, die Terrormilizen, die Schurkenstaaten, die fanatischen Islamisten, das sind alles Ergebnisse einer seit dem Zweiten Weltkrieg von Amerika aus reinen Macht- und Wirtschaftsinteressen heraus praktizierten Hegemonie- und Destabilisierungspolitik. Ob es die Entwicklung des Iran seit Mossadegh ist (Schah, Ayatolla, Revolutionsgarden), die Destabilisierung des Irak (Sturz Saddams - mit den bekannten Folgen), die Protektion des saudischen Königshauses im Menschenrechtsstaat Saudi Arabien, der ungehindert mit amerikanischen Waffen einen Bürgerkrieg im benachbarten Jemen anzetteln darf, die aggressive Israelpolitik mit den permanent von den USA sanktionierten Völkerrechtsverstößen gegen die Palästinenser, das Zündeln in Libyen, in Ägypten, im Libanon, und, und, und... Ich wiederhole die Frage: Was haben die Amerikaner mit ihrem Militär in all diesen Ländern zu suchen? Was haben sie dort erreicht? Was haben sie alles kaputtgemacht? Wer hat die Lasten und die Folgen zu tragen, wer nimmt die Millionen von Flüchtlingen auf?
Träum weiter!
 
Ich finde es gut, dass der Friedenspräsident Trump sich neuerdings für die Sicherheit in Europa stark macht.
Das Gegenteil ist der Fall. Auf die Frage was denn passieren würde, wenn die Wachmannschaften der ISIS-Gefangenenlager an die Grenze beordert würden um den kurdischen Bataillionen im Kampf gegen die Türken beizustehen, meinte er: "Wir haben keine Söldner, die ins Kalifat gezogen sind. Wenn die ISIS-Extremisten ausbüchsen ziehen sie nach Europa".

Jedem normalen Präsidenten würde diese Aussage als bösartiger Zynismus im Umgang mit Verbündeten und als billigendes Inkaufnehmen der Ausbreitung islamistischen Terrors ausgelegt werden. Bei Trump ist es nur ein weiteres Indiz für fortschreitenden Schwachsinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wiederhole die Frage: Was haben die Amerikaner mit ihrem Militär in all diesen Ländern zu suchen? Was haben sie dort erreicht? Was haben sie alles kaputtgemacht? Wer hat die Lasten und die Folgen zu tragen, wer nimmt die Millionen von Flüchtlingen auf?
Gegenfrage: Was haben Russland, der Iran oder die Türkei in Syrien zu suchen? Natürlich hast du Recht, dass diese Situation heute zu einem Großteil durch die Westmächte verursacht wurden, aber sich jetzt einfach davon zu machen nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" kann doch auch keine Lösung sein und das dieser lupenreine Demokrat Erdogan das alles aus humanitären Gründen macht, glaubt doch wohl ernsthaft niemand. Zumindest die Kurden waren noch die Gruppe, die den westlichen Werten noch am ehesten nahestanden. Das sind keine islamischen Fanatisten wie Erdogan oder der IS. Von daher ist das einfach nicht nachzuvollziehen wieso man ausgerechnet die Volksgruppe die zumindest in ihrem Gebiet für Stabilität gesorgt haben jetzt einfach so im Stich lässt. Jetzt morden statt der USA die Türkei und es gehört nicht viel Phantasie dazu sich auszumalen, dass es jetzt deutlich mehr Tote geben wird. Die USA haben immer nur bestimmte Ziele von Terroristen bombardiert. Die Türkei startet jetzt eine Bodenoffensive inkl. ethnischer Säuberung, das ist nochmal ne ganz andere Hausnummer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das rechtfertigt natürlich den Tod von zehntausenden Menschen. Vermutlich haben die Nazis damals ähnlich argumentiert als sie in Polen eingefallen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was der Vergleich mit Polen soll, ist mir in diesem Zusammenhang ein Rätsel.
Nun, die Geschichte lehrt doch, dass die autoritärer Führer immer sehr kreativ sind, wenn es darum geht, warum man jetzt unbedingt ein Land "überfallen" muss. Irgendein Grund lässt sich immer finden.

Hier rechtfertigt niemand den Tod von zehntausenden Menschen und die Bodenoffensive von Erdogan.
Das Post bezog sich auf den Beitrag von Mannis Fan, wonach die Türkei, Iran oder Russland ja de facto das Recht hätten in Syrien tun und lassen zu können was sie wollen, da sie zum dem Land "Beziehungen" jedweder Art haben. Mit dem gleichen Argumenten könnten wir jetzt auch eine Bodenoffensive in Österreich oder den Niederlanden starten. Die mögen wir auch nicht besonders und die uns auch nicht, aber wir hätten sicherlich genug ethnische oder wirtschaftliche Gründe, die sowas rechtfertigen würde. (Achtung Ironie)
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben