Der nächste US-Präsident


Deutschland hat ca 40 Tote/Mio, USA haben knapp 80. Fuer Statistiker insbesondere bei einem exponentiellen Geschehen mit grossen Unsicherheiten (Obduktionen?) ist das dieselbe Groessenordnung. Nur zur Erinnerung, Belgien, Spanien, Italien melden fuenfmal (!) soviele Tote pro Mio.

Wie du selbst sagst, hat das Virus zuerst in NYC zugeschlagen, einem idealen Inkubator, das gilt ebenso fuer SEA. Auch richtig ist, dass es in der Provinz ruhig ist. Der Mechanismus ist also hier ein ganz anderer als etwa im dicht besiedelten Deutschland.

Dann ist auch mal die Zahl der Intensivbetten pro 100.000 interessant. Deutschland hat 35, die USA immerhin 25, Italien gerade mal 8! Wenn es da einen Massenunfall gibt, etwa ein Zugunglueck, Chemieunfall oder es stuerzt mal wieder eine Autobahnbruecke ein in der Rush Hour, dann muessen die auch triagieren und tun es wohl auch, nur ohne mediale Aufmerksamkeit.

Wo sind die kritischen Stimmen zu unserem EU-Nachbarn Italien, der offenbar seine Infrastruktur verrotten laesst und ein Gesundheitssystem knapp ueber Schwellenland-Niveau hat? Das trotz vieler EU-Milliarden an Strukturhilfe. Jetzt waermt man die Eurobonds wieder auf. Dazu sehr wenig in den Medien, stattdessen arbeitet man sich am fernen Trump ab. Das erinnert mich an die DDR. Man hielt den eigenen Laden kaum am laufen, aber hatte taeglich Schlagzeilen etwa ueber Arbeitslose in der 'BRD'.

Also zusammengefasst ist das mit "Kein Land mit so voller Wucht .." eine falsche und dumme Phrase. Wird natuerlich in der Aktuellen Kamera gerne kolportiert. Ich habe Freunde in NYC. Es ist dort angespannt, aber es wird bewaeltigt im Zusammenspiel von zivilem Engagement sowie Unternehmen und oeffentlichen Einrichtungen, halbwegs koordiniert durch den Staat NY. Trump ist davon ganz weit weg, er hat da auch (entgegen seiner eigenen Meinung) gar nicht viel reinzureden. Das sind fast alles Angelegenheiten der Staaten und nicht des Bundes. Trump hat allenfalls das Sagen, wenn er Federal Money verteilen will zur Krisenbewaeltigung.

So laeuft das in den USA, anders als in Deutschland. Da gibt es erstmal kein besser oder schlechter. Jedes System ist historisch gewachsen und passt zum Land. Ich finde nur die deutsche Besserwisserei manchmal kaum ertraeglich. Und glaube mir, ich kann mich in der Facebook Timeline kaum retten vor haemischen Kommentaren zu Trump von meinen fast mehrheitlich linksliberalen Freunden.
 
Viele Amerikaner haben mich in den letzten dreißig Jahren gefragt, ob ich in der DDR oder im Westen wohne.
Ja, es gibt wohl solche und solche. Mich hat so was in knapp sieben Jahren vor Ort kein einziger gefragt. Mich fragen sie, was ich von Merkels Euro-Politik halte und ob sie sich irgendwann mit Macron zusammenrauft. Oder wie das Bier auf dem Oktoberfest schmeckt. Aber wenn man Claas Relotius nur lange genug recherchieren laesst, findet man sicher auch ein paar US-Buerger, die deine Frage stellen.

dass es die Sendung seit Dezember 1990 nicht mehr gibt, verwundert mich enorm!
Wo du so einen wachen Verstand hast, wundert mich, dass du das Synonym nicht erkannt hast. Zugegeben sehr polemisch.

Ich habe noch das Drehbuch einer typischen AK in Erinnerung
1. Die Obersten der eigenen Regierung und ihre Aliierten im Stummfilm irgendwie haendeschuettelnd oder sonstwie praesidial agierend
2. Verlesen von Erfolgszahlen, eventuell unterfuettert mit Bildern, oder gar Interview mit einem Helden aus dem Feld
3. Schreckensmeldung aus dem verfeindeten Ausland wie Massenarbeitslosigkeit oder nicht Herr werden von Naturkatastrophen
4. Das Wetter

Nun kann man ueberlegen, auf welche noch existierende durchaus populaere Nachrichtensendung das Drehbuch etwa passen koennte. Wenn man die alten Archivsendungen guckt, es war schon immer eher staatstragend, aber nicht so extrem wie seit einigen Jahren. Zumindest mein Eindruck.
 
Nur zur Erklaerung, die Faelle in den USA per Mio Einwohner ist inderselben Groessenordnung wie in Deutschland, die Zahl der Todesfaelle ebenfalls.
Komisch, ich hätte dir dann doch mehr Differenzierung zugetraut. Und das du dann auch noch polemisch die Aktuelle Kamera bemühst, finde ich zumindest irritierend...
Natürlich kann man das so sehen, das die Fälle in den USA per Mio. Einwohner in derselben Größenordnung zu verzeichnen sind wie in Deutschland. Allerdings würde ich das dann ein Stück weit schon als bewußtes Schönreden ansehen, da etwa die Hälfte der Toten (Stand 12.04.) im Stadtgebiet von New York registriert worden sind. Und damit ist deine Relation schlicht hinfällig.

Was kriegt eigentlich Spahn, der in Deutschland noch abwiegelte, als in Italien schon die Leichensaecke knapp wurden?
Ich wiederhole mich da gern. Spahn dürfte nicht der Erste und Einzige gewesen sein, der das gesamte Ausmaß unterschätzt hat. Trump, Johnson etc. pp. ging es ähnlich. Letztlich geistert seit 2011 ein Papier durch den Bundestag, welches ein Szenario wie diese Pandemie umfassend beschreibt und welches von ausnahmslos Allen bis vor wenigen Wochen schlicht ignoriert wurde. Offenbar fehlte hier bei manchem einfach die Vorstellungskraft, dass sich tatsächlich mal eine Pandemie in der jetzigen weltweiten Größenordnung breit machen könnte. Wichtig ist jetzt wie man heute, morgen und in den nächsten Wochen agiert. Das Geschwätz von gestern hat da erstmal wenig Bedeutung, denn die Zeit zurückdrehen kann man nunmal nicht. Darum kann man sich immer noch kümmern, wenn der "Spaß" vorbei ist.

Jetzt waermt man die Eurobonds wieder auf. Dazu sehr wenig in den Medien,
Vielleicht weils dazu nichts zu sagen gibt. Die Eurobonds werden nicht kommen, weil sie unter anderem D komplett ablehnt, richtigerweise. Warum soll man auf etwas herumreiten, was nicht mal annähernd möglich ist? Das wäre eine Phantomdiskussion die niemanden weiterbringt.
 
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Eurobonds sind natürlich kein Thema, weil sie alter Kaffee sind.
Aus gutem Grund sind "Corona-Bonds" (die mit Eurobonds schwerlich vergleichbar sind)
durchaus oftmals Thema und reichlich Diskussionsstoff in den Medien (Google ist mein "Zeuge").
Immerhin sind "Corona-Bonds"-Gegner in europäischem Maßstab in der Minderheit...
 
Ich wiederhole mich da gern. Spahn dürfte nicht der Erste und Einzige gewesen sein, der das gesamte Ausmaß unterschätzt hat. Trump, Johnson etc. pp. ging es ähnlich. Letztlich geistert seit 2011 ein Papier durch den Bundestag, welches ein Szenario wie diese Pandemie umfassend beschreibt und welches von ausnahmslos Allen bis vor wenigen Wochen schlicht ignoriert wurde. Offenbar fehlte hier bei manchem einfach die Vorstellungskraft, dass sich tatsächlich mal eine Pandemie in der jetzigen weltweiten Größenordnung breit machen könnte.
Na ja, was heißt schon „bei manchem“? Es ist eine normale Reaktion der Menschen allgemein, abstrakte und nicht sehr wahrscheinliche Gefahren auszublenden, auch wenn sie, wenn sie dann doch eintreten, katastrophal sein würden. Wenn man sich ständig Sorgen machte, daß ein Meteorit die Erde rammt, die Sonne explodiert oder einem der Himmel auf den Kopf fällt, dann wäre das Leben auch beim Ausbleiben dieser Katastrophen nicht mehr viel wert.

So gibt es neben der Bedrohung mit neuen Krankheitserregern auch Schriften über andere Szenarien, die im Bundestag kursieren, z B diese hier: Was bei einem Blackout geschieht. Folgen eines langandauernden und großräumigen Stromausfalls

Natürlich ist es sehr wichtig, solche Dinge vorher (!) zu durchdenken und eventuelle Schlüsse daraus zu ziehen. Wenn die Vorbereitung darauf aber richtiges, konkretes Geld jetzt kostet, was man eh nicht hat, und ein solcher Fall dann aber vielleicht doch gar nicht eintritt, wer übernimmt dann die politische Verantwortung für diese „sinnlose Verschwendung von Steuergeldern“?
 
Natürlich kann man das so sehen, das die Fälle in den USA per Mio. Einwohner in derselben Größenordnung zu verzeichnen sind wie in Deutschland. Allerdings würde ich das dann ein Stück weit schon als bewußtes Schönreden ansehen, da etwa die Hälfte der Toten (Stand 12.04.) im Stadtgebiet von New York registriert worden sind. Und damit ist deine Relation schlicht hinfällig.
Dann nehmen wir die bestaetigten Faelle als Grundlage, Macht fuer D eine Todesrate von 2.4%, fur US 4.3%. Nun ist die Testdichte in D deutlich hoeher, was fuer mehr unerkannte Faelle in den USA spricht, das ist wiederum Indiz fuer eine niedrigere Sterblichkeitsrate. Am Ende ist das zur Zeit Kaffeesatzleserei, aus der man nichts ableiten kann solange die Zahlen halbwegs in derselben Groessenordnung sind und vor allem die Erhebungsbasis so unsicher ist.

Die These hier war, dass die USA (nicht etwa nur der Grossraum NYC) in Tod und Chaos versinken, weil Trump falsche oder spaete Entscheidungen traf. Dafuer sprechen zum einen nicht die Zahlen. Zum anderen hat Trump, wie schon mehrfach gesagt, kaum eine Handhabe. Die haben die Gouverneure der Bundesstaaten. Die machen ein Krisenmanagement, dessen Massnahmen mit den deutschen durchaus vergleichbar sind. Trump erschwerte im Rahmen seiner Kompetenz Mitte Maerz die Einreise aus dem Schengenraum, dafuer wurde er aus Deutschland und EU angefeindet. Nur ein paar Tage spaeter waren Einreisesperren innerhalb (!) der EU Standard. Damit will ich nicht mal sagen, dass solche Reisesperren ein probates Mittel sind. Macht macht es eben, weil es man es, hier wie da, derzeit nicht besser weiss. Die EU ist dabei genau so ein zahnloser Tiger wie Trump. Die europaeischen Nationalstaaten machen, was sie fuer angemessen halten.

Den Tenor von @Tweety s These, die USA versinken im Chaos (wegen Trump) habe ich mehrfach in der Tagesschau praesentiert bekommen. Wie oben hoffentlich schluessig dargelegt ist das mehr als eine Verkuerzung oder Halbwahrheit, es ist schlicht Propaganda. Unter anderem daher kriegt die Tagesschau von mir das Synonym "Aktuelle Kamera".

Vielleicht weils dazu nichts zu sagen gibt. Die Eurobonds werden nicht kommen, weil sie unter anderem D komplett ablehnt, richtigerweise. Warum soll man auf etwas herumreiten, was nicht mal annähernd möglich ist? Das wäre eine Phantomdiskussion die niemanden weiterbringt.
Das war nun aber schon in den Medien, dass die suedeuropaeischen Laender das Thema anlaesslich Corona mit ebendiesem Namen aufwaermen wollen. Der Name ist ein neuer, das Ergebnis das gleiche, die Vergemeinschaftung von Schulden.

Letztlich geistert seit 2011 ein Papier durch den Bundestag, welches ein Szenario wie diese Pandemie umfassend beschreibt.
Offenbar hat es nur keiner gelesen. So abstrakt ist die Gefahr der Pandemie auch gar nicht. Wir haben jaehrliche Grippewellen, wir hatten H5N1, Ebola. Es gibt so einiges sehr reales, was zumindest einen Vorgeschmack auf eine Pandemie erlebbar macht. Mit diesem Papier hat das RKI einen guten Job gemacht, strategisch koennen sie was, taktisch versagen sie als Behoerde komplett.
 
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Die These hier war, dass die USA (nicht etwa nur der Grossraum NYC) in Tod und Chaos versinken, weil Trump falsche oder spaete Entscheidungen traf. Dafuer sprechen zum einen nicht die Zahlen. Zum anderen hat Trump, wie schon mehrfach gesagt, kaum eine Handhabe. Die haben die Gouverneure der Bundesstaaten. Die machen ein Krisenmanagement, dessen Massnahmen mit den deutschen durchaus vergleichbar sind.
Das ist auch unbestritten. Trump hat die Sache von Anfang an verharmlost. Selbst als in Europa schon in Italien und Spanien die Hölle losbrach, war er ja noch davon überzeugt, dass nach Ostern alles überstanden ist. Bereits im Januar hatten Experten Trump darauf hingewiesen, dass es Maßnahmen braucht um das Schlimmste zu verhindern. Davon wollte Trump aber nichts hören, so wie er ja stets allwissend ist und es sich niemand anmaßen darf, "schlauer" als er zu sein. Das mit der Handhabe ist auch nicht wahr, er hat ja erst gestern wieder klargemacht, dass er die "absolute" Macht hat und nur das gilt, was er sagt. Gouverneure sind in seinen Augen nur Vasallen, die das umzusetzen haben, was er anordnet.

https://www.br.de/nachrichten/deuts...haetten-leben-gerettet-werden-koennen,Rw1XYvB

Wo sind die kritischen Stimmen zu unserem EU-Nachbarn Italien, der offenbar seine Infrastruktur verrotten laesst und ein Gesundheitssystem knapp ueber Schwellenland-Niveau hat? Das trotz vieler EU-Milliarden an Strukturhilfe.
Warum wohl? Zum einen weil Europa Italien mit den Flüchtlingen alleine lässt zum anderen, weil man Italien zwingt die Haushaltskriterien einzuhalten. Somit hat man Länder wie Italien und Griechenland kaputtgespart. Da muss sich auch Deutschland fragen lassen, ob das alles so richtig war.
 
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Es stimmt: Malta, Italien und Griechenland wurden mit den Flüchtlingen alleine gelassen. Es stimmt nicht, dass Italien sich zu irgend etwas hat zwingen lassen - Salvini hat sogar gegen die EU gearbeitet.
 
Offenbar hat es nur keiner gelesen. So abstrakt ist die Gefahr der Pandemie auch gar nicht. Wir haben jaehrliche Grippewellen, wir hatten H5N1, Ebola. Es gibt so einiges sehr reales, was zumindest einen Vorgeschmack auf eine Pandemie erlebbar macht. Mit diesem Papier hat das RKI einen guten Job gemacht, strategisch koennen sie was, taktisch versagen sie als Behoerde komplett.
Na ja, das Papier haben genügend Leute gelesen, so ist es nicht.
In dem Papier steht, daß es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ein mutiertes SARS-Virus geben wird, das eine Pandemie auslösen könnte. So weit, so gut. Aber da steht nicht drin, welche Vorsichtsmaßnahmen man sinnvollerweise treffen könnte, weil halt keine gesteuerte Mutation, insofern war nicht absehbar, auf welchem Wege es sich verbreiten würde, welchen Weg eine eventuelle Pandemie nehmen würde (will sagen: wie gut gedeiht das mutierte Virus in anderen Umgebungen), welche Folgen eine Ansteckung haben würde - und nicht zuletzt: ob man nicht sogar in der Lage sein könnte, die Pandemie sehr früh einzudämmen.
War ja eigentlich auch mit dem ursprünglichen SARS der Fall. Auch das hatte seinen Usrpsrung in chinesischen Regionen, dort hat die Regierung so entschlossen eingegriffen, daß die eigentliche Pandemie letzten Endes zwar nicht ausgefallen, aber doch so heftig verzögert worden ist, daß man sich da weltweit halbwegs gemütlich drauf einstellen konnte. Bei allem notwendigen Respekt für die Opfer; soll nicht herablassend klingen.
Also - das Papier zu haben, ist schon schön, und man kann sich als Urheber natürlich sehr gut darauf mit "ich hab's ja gesagt" berufen. Konkrete oder potentielle Gegenmaßnahmen werden darin aber nicht aufgeschlüsselt. Jetzt mal völlig abgesehen davon, daß es in der Verwaltung unter "U" wie "Unsinn" auch eine Unmenge ähnlicher Papiere akademischen Ursprungs ihr Dasein fristen, in denen auch vor den dollsten Sachen gewarnt wird, die aber letzten Endes nicht eingetreten sind, aus welchem Grund auch immer. Komischerweise findet sich in diesen Fällen aber kaum jemand, der sich später darauf mit "Ich hab's ja gesagt" beruft ...

Gruß
Skywise
 
Das mit der Handhabe ist auch nicht wahr, er hat ja erst gestern wieder klargemacht, dass er die "absolute" Macht hat und nur das gilt, was er sagt. Gouverneure sind in seinen Augen nur Vasallen, die das umzusetzen haben, was er anordnet.
Das stimmt eben nicht, Trump irrt hier. Komisch, dass gerade du ihm in dieser Frage Recht geben willst. Er wollte seine Politik, vornehmlich die Wirtschaftspolitik als Erfolgsstory verkaufen: Corona macht ihm da einen Strich durch die Rechnung. Die Chance, die Staaten hinter sich zu einen und so als Führer aus der Krise zu glänzen, hat er vertan. Trump ist eben alles nur kein Teamplayer.

Zum einen weil Europa Italien mit den Flüchtlingen alleine lässt zum anderen, weil man Italien zwingt die Haushaltskriterien einzuhalten. Somit hat man Länder wie Italien und Griechenland kaputtgespart
Deutschland und andere Länder im Norden haben Italien in der Tat, allerdings mit Verweis auf die geltenden Schengenverträge, mit den Mittelmeerflüchtlingen hängen lassen.

Die Haushaltskriterien wiederum sind in (Maastricht)Verträge gegossene Regeln. Es gibt keinen 'Man', der Italien "zwingt", sich "kaputt zu sparen". Italien ist der Eurozone beigetreten und hat die damit verbundenen Verträge unterschrieben, mit der Intention sie einzuhalten, sollte man zumindest meinen. Wie wir heute wissen, hatte Griechenland von Anfang an nicht diese Intention. Aber das ist ein anderes Thema.
 
War ja eigentlich auch mit dem ursprünglichen SARS der Fall. Auch das hatte seinen Usrpsrung in chinesischen Regionen, dort hat die Regierung so entschlossen eingegriffen, daß die eigentliche Pandemie letzten Endes zwar nicht ausgefallen, aber doch so heftig verzögert worden ist, daß man sich da weltweit halbwegs gemütlich drauf einstellen konnte.
Wenn ich das richtig gelesen habe, hat die chinesische Regierung bei dem alten SARS-Ausbruch sogar sehr viel mehr versucht, alles zu verschleiern. Dass daraus keine Pandemie wurde, verdankt man dem beherzten frühzeitigen Eingreifen einiger weniger Ärzte/Virologen (die tlw. mit dem Leben dafür bezahlt haben) und v.a. wahrscheinlich der Tatsache, dass dieses Virus erst nach Ausbruch von Symptomen ansteckend war. Damit also sehr viel einfacher zu erkennen und einzudämmen (jeden mit Symptomen in Quarantäne stecken reicht dann).

Das tückische an SARS-CoV-2 ist nun eben, dass es schon ansteckend ist, bevor es zu Symptomen kommt. Vor so etwas fürchtete man sich auch nach den Lehren aus dem ersten SARS-Virus.

Es gab erst kürzlich eine Doku zu SARS von 2018, die von den Aussagen her sehr unheimlich war, wenn man aus der heutigen Situation zurück blickt.
 
Hier wurden zu viele Fehler gemacht
Bisschen genauer bitte. Welche Fehler?

Der Chefredakteur des kanadischen Portals Redapassage, David Mastracci hat dieses plumpe China-Bashing mal unter die Lupe genommen:

https://readpassage.com/dont-blame-china-for-your-governments-failure-to-contain-covid-19/

Er kommt zusammengefasst auf folgende Feststellung:

Als die chinesische Regierung über Millionen von Menschen noch keine Ausgangssperre verhängt hatte, lag es daran, dass es ihnen mehr um ihr Image als um die Bekämpfung einer Pandemie ging. Als sie die Städte abriegelten, ging es nicht darum, eine Pandemie zu bekämpfen, sondern stellte einen totalitären Griffnach mehr Macht dar.

Als China täglich Hunderte von Todesfällen meldete, war dies ein Beweis für die Inkompetenzder chinesischen Regierung, weil die Zahlen so schlimm waren. Als die Zahl der Todesfälle abnahm, war dies ein Beweis dafür, dass die Chinesen Lügen über die Zahlen verbreiteten.

Wenn globale Gesundheitsorganisationen auch nur leise Kritik an Chinas Umgang mit der Pandemie äußern, ist dies der Beweis dafür, dass das Land bestraft werden sollte. Wenn sie etwas Positives sagen, ist dies der Beweis dafür, dass sie von China gekauft waren.

Als China noch keine Hilfe in andere Länder schickte, wurden es als grausam beschrieben. Als die Chinesen Hilfe schickten, wurde dies als Propagandabemühung dargestellt.

Wenn sich chinesische Bürger über die Regierung beschweren, ist dies ein Zeichen dafür, dass der gesamte Staat am Rande des Zusammenbruchs steht. Wenn chinesische Bürger die Regierung loben, ist dies der Beweis dafür, dass sie dazu gezwungen oder einer Gehirnwäsche unterzogen werden.

So oder so und egal was passiert: Die Chinesen sind immer die Bösen!
 
In China hat man versucht die Bedrohung erstmal runterzuspielen oder vertuscht. In den ersten Tagen, die bei der Bekämpfung die wichtigsten sind, wurden Infos nicht weitergegen, weil man sich den Zorn der obersten Führung nicht zuziehen wollte. Leute, wie der chinesische Arzt, der schon früh Hinweise auf die tödliche Bedrohung durch COVID 19 gegeben hat, wurden mundtot gemacht. Weiterhin hat man die ganze Zeit mit falschen Zahlen operiert oder ständig die Zählweise geändert. So kam die ganze Wahrheit immer nur scheibchenweise ans Licht, wenn überhaupt.

https://www.welt.de/politik/ausland...n-wie-China-im-Schluesselmoment-versagte.html

https://www.merkur.de/welt/coronavirus-china-vertuschung-wuhan-li-wenliang-arzt-zr-13529620.html

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-interview-kekule-100.html
 
Zuletzt bearbeitet:
@Tweety & Co.: Alles schön und (nicht) gut, aber was ist mit dem "kleinen Schnupfen", von dem Trump, Bolsonaro oder Johnson auch dann noch "faselten", als in deren Länder die Menschen bereits überdurchschnittlich starben? - Es ist immer einfach, auf andere Menschen zu zeigen, um eigene Fehler zu kaschieren.
 
@Ammerlaender

Nichts ist damit. Dass das auch der völlig verkehrte Ansatz ist, ist auch völlig unstrittig. Aber Tatsache ist auch, dass viel Leid hätte verhindert werden können, wenn China rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen ergriffen hätte. Zu Trump & Co. kann man nur sagen, das Virus verbreitet sich durch Dummheit und Populismus am Besten.
 
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