Der nächste US-Präsident


Tonband

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@chapri , das war eine sachliche Feststellung. Solche rein subjektiven Einlassungen sind doch der Tod jeder Diplomatie.

Den "russischen Zaren" muss man nicht mögen. Das sollte uns aber auch nicht daran hindern den neuen US-Symphatieträger kritisch zu betrachten. Illusionen bringen die Diplomatie auch nicht weiter.

Leider richten Subjektivität und Eigeninteresse auch in der Weltpolitik erheblichen Schaden an:
  • John McCain machte keinen Hehl aus seinem persönlichen Hass gegen Syriens Assad.
  • Victoria Nuland scheisst auf Europa und vor allem auf Russland: "Pinning down Putin"
Und diese "Fuck-U-Nuland", die sich schon bei der Eskalation des ukrainischen Maidan 2014 bewährt hat, will sich nun Joe Biden in die Regierung holen.
The National Interest, 15.01.2021: "Joe Biden’s Pick of Victoria Nuland Means Relations with Russia Could Get Worse"

Schöne Aussichten mit dem Hoffnungsträger der westlichen Welt, oder?
 

Mannis Fan

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Wir messen schlicht und einfach mit zweierlei Maß. Das ist es, was bei mir in solchen Diskussionen immer Reaktanzen auslöst. Es ist einfach müßig, dann immer vorausschicken zu müssen, dass man im Grundsatz das westliche Gesellschaftsmodell deutlich dem russischen, türkischen, syrischen oder irakischen vorzieht. Ja, selbstverständlich! Aber deswegen muss ich doch nicht freiwillig blind gegen all unsere eigenen Lügen, Widersprüche und Vergehen gegen die Menschenrechte sein.
 

Tweety

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ja @Tweety , das kommt deutlich rüber, genauso deutlich wie der persönliche Hass gegen Putin. Leider richten Subjektivität und Eigeninteresse auch in der Weltpolitik erheblichen Schaden an

Also Hass geht mir zu weit, aber dass ich kein Fanboy von Putin bin, dazu stehe ich. Ich mag einfach keine Leute die repressiv nach innen regieren und agressiv nach aussen. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn weniger Leute davon in Führungspositionen wären.
 
Zuletzt bearbeitet:

s.matze

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Nachdem Trump aus dem Weißen Haus gejagt wurde, übt sich "Poppa Joe" Biden erstmal in Schadensbegrenzung. Auch beim Auslandsrundfunk wird tüchtig aufgeräumt und die umstrittenen Personalentscheidungen von Ende 2020 rückgängig gemacht.
 

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Thomas Wollert

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Die aktuelle Untersuchung des in San Francisco ansässigen Analyseunternehmens Zignal Labs dokumentiert, dass die Gespräche über Wahlbetrug in der Woche nach Trumps Twitter-Verbot (9. bis 15. Januar) von 2,5 Millionen Erwähnungen auf 688.000 Erwähnungen auf verschiedenen Social-Media-Seiten zurückgegangen sind. Ein Minus von rund 73 Prozent. Dabei waren Wahl-Desinformation seit Monaten das Hauptthema der Desinformation im Netz, schon weit vor der Wahl am 3. November, stark vorangetrieben von Donald Trump und seinen Verbündeten.
Interessanter Artikel:

 

Tonband

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SIKO München: Biden hat sich heute schon mal als künftiger Kriegspräsident positioniert.
Warum wird ständig von "Verteidigung" gefaselt? Wir haben doch seit '45 nur Angriffskriege geführt. Und dafür soll der "Verteidigungshaushalt" hochgeschraubt werden. Einen Sinn hätte es ja: Die EU könnte sich von der Wannabe-Weltmacht unabhängiger machen.
 

Mannis Fan

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@Phrasenschwein Du hast natürlich mit Deinem Hinweis auf "vor 45" vollkommen Recht. Das diskreditiert oder entkräftet aber überhaupt nicht den Befund "nach 45". Im Gegenteil, es zeigt bloß, dass wir uns in einer sehr unseligen, zynischen Tradition befinden, die heute noch frecher als damals durch nachhaltiges Framing zu einem zusammengelogenen Narrativ von der "Verteidigung westlicher Werte" in unsere Köpfe gehämmert wird.
Wir sind dabei schon so weit, dass ein nicht ganz unbedeutender SPD-Politiker, wenn er die Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr in Frage stellt, als irregeleiteter Phantast gebrandmarkt wird, der mit dieser "verteidigungspolitisch unprofessionellen" Haltung fahrlässig Menschenleben gefährde.
Ironiemodus: Die absolut defensive, von pazifistischer Grundhaltung geprägte "Verteidigungs"-Philosophie des militärisch-politisch-industriellen Komplexes unserer westlichen Welt (denn genau um deren Interessen geht es), sieht dann so aus: Wir verteidigen uns, indem wir mehr Soldaten, mehr Waffen, tödlichere Systeme als unsere "extrem aggressiven und stets undemokratischen" Gegner anschaffen und dann stets als Erste losschlagen, idealerweise aus dem Hinterhalt, von Lügen gedeckt (siehe Irakkrieg) und notfalls auch unter Ignorierung völkerrechtlicher Spielregeln.
 

Phrasenschwein

Gesperrter Benutzer
@Mannis Fan Bei den meisten von dir angesprochenen Punkten bin ich mit dir einer Meinung. Ich könnte höchstens noch den schönen Euphemismus "Verantwortung übernehmen" als Synonym für "sich an einem militärischen Kofnlikt beteiligen (was natürlich kaum etwas mit dem übernehmen von Verantwortung zu tun hat)" anführen. Darum ging es mir aber auch gar nicht. Ich mag nur Nutzer nicht, die sich z.B. über Vergiftungsopfer lustig machen (wie im Thread nebenan), und wenn der selbe Nutzer dann auch noch ein derart unhistorisches Wissen zu erkennen gibt, dann werde ich eben ein bißchen ungehalten. Kurz: Es ging nicht gegen dich oder auch nur deine politische Haltung, sondern war lediglich an den Bandsalat adressiert.
 

rockon

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"Verteidigung westlicher Werte"
Das mit den sozialistischen östlichen Werten hat erwiesenermaßen
nicht funktioniert.
wenn er die Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr in Frage stellt, als irregeleiteter Phantast gebrandmarkt wird, der mit dieser "verteidigungspolitisch unprofessionellen" Haltung fahrlässig Menschenleben gefährde.
Das sehe ich genau so. Und große Rüstungsfirmen gibt es nicht nur
im "Westen". Zwar haben die Amis beim Rüstungsexport die Nase vorn,
aber Russland mischt kräftig mit. Und immer wenn von bewaffneten Konflikten berichtet wird - das russische Kalaschnikow-Gewehr
ist ganz sicher mit dabei.
 

Tonband

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Vor '45 haben WIR uns hingegen immer nur verteidigt. Danke, keine Fragen mehr.
Sehr gut, @Phrasenschwein, diesen Themenkomplex wollte ich eigentlich aussen vor lassen. Aber da Du mein "unhistorisches Wissen" ansprichst möchte ich Deines - in zugegeben gezielt überspitzter Sichtweise - zu beleben versuchen:
  • Vielleicht wird Dir Dein historisches Bewusstsein auch flüstern, dass die amerikanische „Elite“ zur Änderung der Machtverhältnisse in Europa mit dem Massenmörder Stalin paktiert hat. Verbrecher und Diktatoren sind auch weiterhin willkommene „Partner“ solange sie den Interessen der amerikanischen „Elite“ dienen. Für den erwünschten WW2-Kriegseintritt kam das Pearl Harbor-Desaster gerade recht. Positivster Nebeneffekt dieses Geo-Spiels war die vorzeitige Beendigung des „Tausendjährigen Reiches“.

  • „Vollkommen unerwartet“ meldeten die Sowjets nach ’45 eigene Interessen im Osten an. Wie undankbar, eine Unverschämtheit! Grund genug den Russlandfeldzug wieder aufzunehmen, in Form des sog. „Kalten Krieges“ und mit freundlicher Unterstützung durch die westdeutsche Kolonie. „Nie wieder Krieg“ war schnell vergessen. Und weil in der „Eliten“ -Phantasie die Roten Horden ganz Westeuropa zu überrennen drohten wurden dort unter Verwendung von verschonten Nazis geheime Stay-Behind“-Partisanen-Truppen aufgebaut und unter den Fittichen der NATO unterhalten.

  • Ich hab’ jetzt eine Ahnung wie sich die ehemalige ARD-Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz in den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gefühlt haben muss als ihr Engagement für Verständigung und Zusammenarbeit mit Russland aus dem westdeutschen Hinterhalt torpediert wurde. Nachdem der permanent alkoholisierte Wunschkandidat Boris Jelzin für westliche Interessen nicht mehr zur Verfügung stand wurde entgegen aller Versprechungen der Russlandfeldzug in PR-Form erneut aufgenommen.

  • Und jetzt gibt „Poppa Joe“ die Führungsmarionette für den amerikanischen „Eliten“ -Komplex nachdem der Vorgänger ganz offensichtlich aus dem Ruder gelaufen war. Seine PR-Show anlässlich der „SIKO“ war unmissverständlich: ‚The Terminator is back’. Dazu reicht es natürlich nicht festzustellen, dass Russland keine Demokratie im Sinne der „Westlichen Wertegemeinschaft“ ist. Praktischerweise bietet sich aktuell wieder ein „humanitärer“ Grund loszuschiessen: Der vom Westen aufgebaute „Grösste Kremlkritiker“ und „Freiheitskämpfer“ Nawalny. Verstehen und Verständigung sind weiterhin „nicht im amerikanischen Interesse“ (George Friedman). Durch die gezielt eskalierende Einmischung der westlichen „Elite“ in inner-russische Angelegenheiten wird offensichtlich versucht das Land zu destabilisieren. Das verschärft - verständlicherweise - die dortige innenpolitische Situation in bekannt unangenehmer Weise. Dieses geopolitische Spiel möcht’ ich mal so auf den Punkt bringen:
Um dem russischen Bären das begehrte Fell über die Ohren ziehen zu können muss der Welt die Notwendigkeit vermittelt werden. Dazu wird dem Bären bei jeder Gelegenheit (wenn grad’ niemand hinschaut) in die Eier getreten um seine Aggressivität vorzuführen.
Verstehen und Verständigung mit Russland ist nicht wirklich im Interesse unserer amerikanischen „Freunde“. Die PR empfiehlt dazu dem Feind ein abschreckendes Gesicht zu geben: Putin. - Als absolut beschämendes Armutszeugnis in diesem unseligen Geo-Spiel empfinde ich die Rolle des untertänigen Journalismus in unserem Land. Zu viele Journalisten verdingen sich im Einklang mit der Politik als Stöckchenholer für den Kolonialherren, weil’s der Karriere dienlich ist.

HUGH

@Phrasenschwein : "Ich mag nur Nutzer nicht, die sich z.B. über Vergiftungsopfer lustig machen (wie im Thread nebenan), .."
P.S.: Falsch interpretiert. Belustigend war doch eher die Art wie sich der westliche Journalismus spontan auf Behauptungen und Verschwörungstheorien über den Vergifteten eingelassen hat.:thumbsdown:
 
Zuletzt bearbeitet:

Phrasenschwein

Gesperrter Benutzer
Nur um sicher zu sein und nicht in die Verlegenheit zu kommen dich wieder falsch zu interpretieren: Wenn du von der amerikanischen "Elite" sprichst, wen meinst du da eigentlich konkret... Nenn doch mal ein paar Namen. Ich habe da zwar eine ganz bestimmte Vermutung, die du aber sicher gleich enkträften wirst.
 

Phrasenschwein

Gesperrter Benutzer
^Du verlinkst auf ein Posting von Mannis Fan, in dem das Wort nicht vorkommt. Den Begriff hast du verwendet, ohne zu erklären wie du darauf kommst und wen du dameit meinst. Deshalb noch einmal: Wer soll diese "Elite" bilden, deiner Meinung nach?
 

Mannis Fan

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Zwar haben die Amis beim Rüstungsexport die Nase vorn,
aber Russland mischt kräftig mit.
Wer Statistiken lesen kann, der ist im Vorteil:
Rüstungsausgaben im Jahr (Stand 2019)
USA: 732 Mrd. Dollar
China: 261
Indien: 71
Russland: 62
Deutschland: 50

Nach Adam Riese belaufen sich die russischen Rüstungsausgaben 8,3 Prozent der amerikanischen Aufwendungen. Das ist natürlich beinahe schon Waffengleichheit, zumindest aber die Feststellung wert "Russland mischt kräftig mit".
 

rockon

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In den Jahren von 2015 bis 2019 war der Waffenexport SIPRI zufolge aufgeteilt auf folgende Staaten: USA (36 %), Russland (21 %), Frankreich (7,9 %), Deutschland (5,8 %) und China (5,5 %), Vereinigtes Königreich (3,7 %), Spanien (3,1 %), Israel (3 %), Italien (2,1 %), Südkorea (2,1 %); Sonstige Länder: (9,6 %).[1] (Wikipedia)
Rüstungsausgaben und Rüstungsexport - ein kleiner Unterschied.
 

Mannis Fan

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Mit Statistiken kann man alles und auch genau das Gegenteil davon beweisen. Diese BIB-Korrelation sagt jedenfalls nichts über die Schlagkraft der jeweiligen Militärmächte aus. Ich glaube, wir müssen nicht lange rumstreiten, wessen Arsenal das größere Zerstörungspotenzial hat.
 

Tweety

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Ich glaube, wir müssen nicht lange rumstreiten, wessen Arsenal das größere Zerstörungspotenzial hat.
Ich glaube da tun beide sich nicht viel. Aber um mal wieder zum Thema zu kommen. Gestern ist Trump ja mal wieder aufgetreten und sofort wieder in den Angriffsmodus übergegangen. Natürlich wie immer nur echt mit den üblichen Verschwörungstheorien vom Wahlbetrug etc. Ich hatte ja gehofft, dass er es jetzt im Ruhestand etwas ruhiger angehen lässt, aber da habe ich mich offenbar getäuscht. Vermutlich wird der gute in 4Jahren wieder zur Wahl antreten. In der eigenen Partei ist ja offenbar niemand gewillt, ihm mal den Stecker zu ziehen.
 
Ich glaube da tun beide sich nicht viel. Aber um mal wieder zum Thema zu kommen. Gestern ist Trump ja mal wieder aufgetreten und sofort wieder in den Angriffsmodus übergegangen. Natürlich wie immer nur echt mit den üblichen Verschwörungstheorien vom Wahlbetrug etc. Ich hatte ja gehofft, dass er es jetzt im Ruhestand etwas ruhiger angehen lässt, aber da habe ich mich offenbar getäuscht. Vermutlich wird der gute in 4Jahren wieder zur Wahl antreten. In der eigenen Partei ist ja offenbar niemand gewillt, ihm mal den Stecker zu ziehen.

Die Republikaner sind nur noch eine reine Trump-Partei, welche ihre Identität an den ehemaligen Präsidenten verkauft hat - Ausnahmen bestätigen die Regel. So böse es klingen mag, den Stecker wird wohl nur die Natur ziehen.
 
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