Der rbb und die Stasi-Behörde


Radiokult

Benutzer
Eigentlich sollte man meinen, das nun über 30 Jahre nach der Wende das Thema Stasi und IMs überall hinreichend durchgekaut wurde. Offensichtlich nicht! Was sich da beim rbb abgespielt haben soll, läßt einem dann doch ein wenig die Haare zu Berge stehen.

Anmerkung 1: Ich habe das absichtlich nicht in den "Ich schäme mich für die ARD"-Faden geschrieben, weil zum einen die Bild wohl auch mit drinhängt und weil es schlußendlich nur um eine bestimmte rbb-Mitarbeiterin zu gehen scheint.
Anmerkung 2: Das man von der ganzen Geschichte vor allem im ostdeutschen Blätterwald bisher recht wenig gelesen hat, könnte daran liegen, dass insbesondere bei den Lokalblättchen noch so mancher seine Arbeit verrichtet, der das berühmt-berüchtigte "rote Kloster" in Leipzig bestens von innen kennt... Konkreter möchte ich das hier lieber nicht formulieren. Die meisten von denen stehen mittlerweile aber kurz vor der Rente. Insofern löst sich das Problem ohnehin demnächst von selbst. Der teils erhebliche Leserschwund, übrigens bei so ziemlich allen Lokalzeitungen der Republik, ändert da auch nichts dran.
 

astereix

Benutzer
...Was sich da beim rbb abgespielt haben soll, läßt einem dann doch ein wenig die Haare zu Berge stehen.
...

Na ja, ich bin mir nicht sicher, ob das nicht ein wenig zu forsch gespielt ist.

Der Fall von Bernd Lammer wurde zum entsprechenden Zeitpunkt (um 2015 bis 2017) durchaus gewürdigt, seine Biografie und die Fusion der in 2015 offenbar noch konträr aufgestellten Journalist*innenverbände scheinen davon dann zumindest beruflich nur bedingt berührt (persönlich mag sich das für ihn anders dargestellt haben). Beispielhafte Quellen, in der auch schon die von der Berliner Zeitung (dazu s.u.) bemühte Francesca Weil zu Wort kommt:




Bleiben noch eine übereifrige RBB-Reporterin und die BILD, die - aus welcher konkreten Motivation auch immer - über's Ziel hinausgeschossen sind. Ich schätze ÜberMedien, aber der Beitrag lässt den Beweis vermissen, die BStU hätte hier als Behörde wissend und proaktiv quasi als "Stasi 2.0" agiert. Und Roland Jahn, wer ihn kennt, dürfte dieser Vorwurf wiederum auch persönlich und menschlich hart und ungerechtfertigt treffen.

Bleibt der eigentliche Akteur, die "Berliner Zeitung", die das Thema etwas unvermittelt hochgezogen hat. Auch dieser Artikel bleibt konkrete Belege schuldig, driftet ein wenig in Gefühlsduselei ab (und stellt ja selbst fest, dass der Vorgang in der BStU in 2017 geprüft und für unzulässig befunden wurde).

Bleibt für mich der schale Beigeschmack, dass hier ein Verleger gern einfach mal ablenken oder vielleicht auch nachtreten wollte; ausreichend tendenziös-zynische, im Fakt leere Bemerkungen enthält der Artikel meines Erachtens.

Befremdlich allerdings auch, und da bin ich bei Dir, dass der RBB (die Redaktion) offenbar von den ulkig-emsigen Aktivitäten einer Mitarbeiterin wusste und nichts unternahm.
 
Oben