Der Sprecher – das (meistens) unbekannte Wesen


Is' ja schon ein bisschen arrogant von den Herren. So vergraulte man die Naturtalente, die es ja auch gab.
Der "Terminator" vom Südwestfunk war da noch eine Spur rigoroser. Die Sprechergilde um Michael Langer weiß ganz bestimmt noch ein Lied davon zu singen. Wer wie er gegen 1973 sich glücklich schätzen konnte, nicht gleich vom Pförtner an die frische Luft befördert zu werden, musste erst Stiefel putzen, mit 160 Beats "Fischers Fritz fängt frische Fische" fehlerfrei in C-Dur und Fis-Moll herunterbeten können. Das pfeiffreie Deklamieren "Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei zwitschernde Schwalben" gehörte genauso zum Pflichtprogramm. Genau das hat nämlich der Sprecherausbilder vom SWF damals einmal im Programm wörtlich vorgetragen. Und meinte, wer das nicht könne, brauche sich erst garnicht zu bewerben. Bezweifle stark, ob die heutige Sprecherinnengilde des DLF den Termiatortest überstanden hätte.

Und wenn wir schon einmal beim Südwestfunk sind, dann darf auch Karlheinz Kögel nicht fehlen.
Minipreisrätsel im Popshop "Get it on" von T-Rex war übrigens die richtige Lösung. Das erkennt man sogar im Rückwärtsgang.
 

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Hier geht's um Berufssprecher, Herr Meijer... Und der DLF hat neben einer Sprecherinnengilde auch Sprecher...
Und Deine Beschreibung von Mikrofonproben beim SWF in den frühen 70ern hat etwas Fiktionales...
 
Und Deine Beschreibung von Mikrofonproben beim SWF in den frühen 70ern hat etwas Fiktionales...
Vielleicht war das nur die Reaktion auf ein Überangebot an Bewerbungen zu der Zeit, wo wohl "jeder" zum Rundfunk wollte?
Und - nebenbei bemerkt - Karlheinz Kögel dürfte doch bestimmt zu den Berufssprechern gerechnet werden. Jedenfalls gehörte der für eine lange Zeit geradezu zum Inventar beim "Popshop". Daran sieht man beispielsweise, dass es eben vielleicht auch mit einem persönlichen Beziehungsgeflecht zu tun hat und eventuell der richtigen Kontakte bedarf, ob man beim Rundfunk "landen" kann oder nicht. Und wenn man es erst zum Sprecher geschafft hat, stellt der Rundfunk das Sprungbrett zu einer steilen Karriere dar.
 
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Nur weil er zum "Inventar" gehörte, ist er noch lange kein Berufssprecher..."
Das Volontariat von Karlheinz Kögel beim Süddeutschen Rundfunk impliziert auch eine Ausbildung zum Sprecher bei Sendungen. Oder nicht? Noch einmal eine Unterscheidung zum Begriff "Berufssprecher" im engeren Sinne wird wie begründet? Ist das damals nicht sein Beruf gewesen, als Sprecher aufzutreten? Natürlich auch als Moderator/Redakteur noch dazu.
 
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Ein Volo - impliziert KEINE Sprecherausbildung. Der Begriff "Berufssprecher" ist zwar keine geschützte Bezeichnung, aber die Tatsachen haben sich durchgesetzt:
Berufssprecher haben eine Schauspiel-Grundausbildung, können aber ZUMINDEST Sprechtraining vorweisen. Genauso wie es "Schein-Kaufleute" gibt, existieren auch "Schein-Berufssprecher":
Sie üben diese Tätigkeit erfolgreich aus und haben sie dank ihres Talentes, jedoch ohne Ausbildung, zu ihrem BERUF gemacht - mir fällt da jmd von "Radio NRW" ein, aber ich nenne besser keine Namen :) ...
Es ist nicht Kögels Beruf gewesen, ...
 
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Kurz und knapp: Berufssprecher werden dafür bezahlt, (meist) Texte anderer nach allen Kriterien der Leselehre zum Klingen zu bringen. In Langfassung könnte ich jetzt viele Seiten schreiben...
 
Hab da noch ein paar andere, die noch nicht in der Suchfunktion auftauchten. Ute Fuchs zum Beispiel. Aber auf urheberrechtlich geschützter Kassette. Daher kein Hörbeispiel hier, oder doch? Hat nur kurz mal im Rundfunk in Beiträgen gesprochen. Auf der ersten Kassette merkt man den Sprech-Pädagogen aber ganz deutlich heraus. Dann noch welche zu Stationsansagerinnen in der S-Bahn degradiert.

Und weiter beim SWF2. Sendereihe Bach Monteverdi 4. Hanns Bernhardt
Ein Klassiker. Ein absolutes, für meine Maßstäbe bis heute unerreichtes Vorbild.
(Nebenbei: Ab Sekunde 45 bis Minute 1:01 beim SWF2 manchmal auftretende Fadingstörungen.
(Tropo Scatter?) Damit Lautsprecher keinen Schaden nehmen, habe ich hernach bewusst Tiefen abgefiltert.)
 

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Bei SWR2 gibt es eine Sprecherin, sie heißt Anja Kempe, bei ihr weiß ich oft nicht ob sie es ernst meint oder ironisch. Vielleicht ist das auch ihr Stilmittel. Aber ich mag ihre Beiträge sehr.
 
Mal 'ne Frage für die Doofen: Kann man eigentlich das Sprecherensemble des Dlf irgendwo einsehen oder sind das, sofern nicht anderweitig bekannt, anonyme Mitarbeiter? Die Sprecher üben im Deutschlandfunk ja nach wie vor eine deutlich prominentere Rolle aus als bei fast allen übrigen Radiosendern. Sie sprechen die Programmvorschau, lasen bis vor Kurzem tagsüber die Verkehrsmeldungen, moderieren die Kommentare an, ...
 
Und schon wieder fällt die Differenzierung schwerer zwischen "Berufssprecher", Hörspielsprecher oder Schauspieler bei Matthias Ponnier. Also, hat bei einer ganzen Reihe von Features im SWF mitgewirkt. Ursprünglich als Bühnen-Darsteller in der Rolle des "Kleinen Puck" bekannt. Wenn man eine Stimme als "Charakterstimme" bezeichnen möchte, dann ist seine eine solche.
 
Ponnier ist Berufssprecher. Aber auch Schauspieler. So wie Hans Peter Boegel oder Bernt Hahn oder Gert Heidenreich oder Norbert Langer oder Joachim Kerzel oder... Ich hab's doch oben erklärt: In dem Moment, wo jemand (auch) seine Brötchen damit verdient, fremde Texte akustisch zu veredeln, ist der oder diejenige Berufssprecher (Onkel wischt sich unter Maske Schweiß von der alten Stirn).
 
Hi, um da mal 'n bisschen Klarheit reinzubringen : wir hatten beim SWF die "kuenstlerischen Sprecher". Die waren bei SWF 2 angesiedelt und hatten mit dem normalen Tagesgeschaeft nix zu tun. Die sprachen nur Features, Hoerspiele usw. Andersherum wurden wir aber eingesetzt fuer kleine Rollen in den Hoerspielen oder fuer Zitate in Features. Da bist du zwischen den Nachrichten rueber ins Hoerspielstudio und hast deine paar Saetze abgelassen. Ich habe fuer meine Wenigkeit sehr viele Mitwirkungen gefunden unter Hoerspiele.dra.de. Fuer Onkel Otto fand ich glaube ich, etwa 6.
Mitglieder dieses Ensembles waren der hier schon erwaehnte Hans Bernhardt, Werner Simon, seine Partnerin Margarete Schmalbach (oder so aehnlich), Ursula Langrock, Christine Davis und weitere, die mir aber nicht mehr einfallen.
 
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