Der Studiobilder-Thread


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@RainerK: Ich habe die Frage nach dem "Warum" nicht in technischer Hinsicht gestellt, das ist mir auch klar. Nein, ich habe sie gestellt, weil der Konzernboss, der sich auch noch "Audio-Chef" nennt, offenbar nicht in der Lage zu sein scheint, Interviews in professioneller Audio-Qualität zu geben.
 

Pianist_Berlin

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Das ist tatsächlich der einzige Unterschied: Unter dem Lautstärkeregler ist beim Lawo Z4 nur eine Taste, die frei programmiert werden konnte, und beim Mix4 sind da zwei Taster, einmal "TALK" (ist aktiv, so lange man sie gedrückt hält, leuchtet dabei rot und die benachbarte DIM-Taste leuchtet gleichzeitig grün), und daneben ist die DIM-Taste. Einmal drücken: DIM aktiviert, also Abhörlautstärke abgesenkt, leuchtet dabei grün. Noch mal gedrückt, deaktiviert man die Absenkung.

Gebaut wurde alles von Jünger in Berlin, Lawo hat wohl nur die eigene Frontplatte selbst rangebaut. Inzwischen habe ich erfahren, dass meins die Endkontrolle Anfang 2003 durchlaufen hat, ist also 18 Jahre alt. Dann darf man jetzt auch danke sagen und einen Generationswechsel einleiten. Das ist mein zentrales Tongerät, ohne welches ich vollkommen hilflos bin, also praktisch produktionsunfähig. Vielleicht würde es noch ein paar Jahre laufen, der Jünger-Nachfolgebetrieb könnte es auch noch reparieren, aber mir ist ein geordneter Übergang lieber.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Ist gerade nicht aufgeräumt, hole ich gerne bei Gelegenheit mal nach. Interessant, dass man Easypac sofort erkennt, hat neulich auch schon mal jemand sofort identifiziert. Dabei dachte ich, auch andere können gefaste und gerundete Multiplexplatten machen... :)

Die geilste Stelle ist übrigens diese hier:

detail.jpg
Ich frage mich, wie es dazu kam. Da muss es ja beim Zusammenpressen der Schichten irgendeine Überwerfung gegeben haben. Aber das ist ein schönes Symbol dafür, dass mehrere Wege zum Ziel führen, dass Wege manchmal verschlungen sind und dass eine kleine Störung nicht das ganze System ins Wanken bringt. Sowas spielt im übertragenen Sinne auch oft in meinen Filmen thematisch eine Rolle.

Matthias
 

ADR

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Ja, meiner hat auch manche Macke. Macht aber nix. Irre Stabil und strapazierfähig.
 

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RainerK

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@RainerK: Ich habe die Frage nach dem "Warum" nicht in technischer Hinsicht gestellt . . .
Ok, dann dazu. Der Grund liegt sehr warscheinlich darin, das diese Sorte Manager ohne technische Grundbildung ist, ihre Medienkompetenz - wenn sie überhaupt sowas haben - bei der schreibenden Zunft lernten oder reine Kaufleute sind, die ihr Produkt "Radio" verkaufen wollen, wie Bücher oder Zeitungen. Die schlimmste Sorte dieser Manager sind Werbekaufleute, die nur Sendezeit verkaufen und vom Programm weniger verstehen, als durchschnittliche Konsumenten.

Und dann kann es natürlich auch noch sein, dass es diesem "Interviewpartner" schlicht sch....egal ist.
 
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ADR

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So ganz ohne technischen Hintergrund wird Herr Schmitter nicht sein, er hat auch klein angefangen und sicher auf seinem Weg nach oben Einiges mitgenommen. Ich halte es aber für völlig überflüssig, sich über die Soundqualität des Videos Gedanken zu machen, denn für Herrn Schmitter war es sicher nur eine von vielen Videokonferenzen. Nicht mehr und nicht weniger.
 
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prinz

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Ich finde das Einsenken von Pulten an sich sehr schön und bin schon von der handwerklichen Arbeit begeistert, sowas so maßgenau hinzubekommen:
In dem Foto sieht es nicht wie Flächenbündig aus, sonder
wie aufgelegt, da ist die Maßgenauigkeit nicht so erforderlich
wie bei Flächenbündig.
Da dürfte dann auch der evtl. Austausch etwas einfacher
sein.
Ich frage mich, wie es dazu kam.
Multiplexplatten gibt es in verschiedene Qualitätsstufen, falls
Interesse besteht, ein Link zu Aufbau und Qualität.
 
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ADR

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Ich finde das Einsenken von Pulten an sich sehr schön und bin schon von der handwerklichen Arbeit begeistert, sowas so maßgenau hinzubekommen:
Hier hat easypack schon mal vorgearbeitet um evt später ein weiteres RX Fadermodul einzusetzen. Das Loch verblendet, das TX Modul draufgestellt.
 

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Pianist_Berlin

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Ich musste echt erst mal genau hinschauen, um das zu sehen... :)

Mal eine ganz blöde Frage: Ist Easypac denn nun eigentlich noch aktiv oder existiert das Unternehmen nicht mehr? Eine Homepage gibt es schon länger nicht mehr, aber andererseits lässt man doch so ein Unternehmen nicht einfach untergehen, wenn man sich zur Ruhe setzt...

Matthias
 

ADR

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Easypac ist noch aktiv, die alte Website war aber sowas von alt, dass sie abgeschaltet wurde. Auftragsbücher sind auch ohne Website voll, jüngtes Großprojekt RTL Audio Center Berlin.
 

Pianist_Berlin

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Ja, die alte Webseite war ziemlich alt... Man ist es aber heute echt nicht mehr gewohnt, dass ein erfolgreiches Unternehmen keine Webseite hat. Da kommt man schnell auf den Gedanken, dass ein Unternehmen, dessen Webseite nicht mehr existiert, selbst auch nicht mehr existiert. Freut mich aber, dass das nicht der Fall ist.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Ja, schon klar. Ich bräuchte im Prinzip auch keine, die dient daher auch eher nicht der Kundengewinnung, sondern ist höchstens mal dafür gedacht, dass Leute, die es mit mir zu tun bekommen, vorab mal einen Blick werfen.

Wenn ich jetzt irgendeinen Auftrag für Easypac gehabt hätte, wäre natürlich der Versuch eines Anrufes meinerseits erfolgt, und dann hätte ich vermutlich ganz normal Frau L. an der Strippe gehabt wie eh und je.

Matthias
 

RainerK

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In diesem Profisegment, das weitgehend von Systemhäusern bedient wird, ist es üblich, dass anstelle von Web-Präsenzen projektbezogene Zugänge von FTP-Servern verwendet werden.
Das ist die gleiche Philosophie, wie sie auch in der IT-Branche üblich ist. Irgendwie ist das logisch und konsequent, da die Schnittmengen zwischen den Branchen größer werden, bzw. sich generell immer mehr in Richtung IT verschieben.
 
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Pianist_Berlin

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Einerseits richtig, aber es war eigentlich immer die Stärke von Easypac, auch solche kleinen Würstchen wie mich zu bedienen, und zwar genau so hervorragend wie die großen Kunden. Aber offenbar haben die sich inzwischen (und vollkommen zu Recht) einen so guten Namen gemacht, dass sie davon ausgehen können: "Wenn jemand was von uns gebaut haben möchte, wird er uns schon finden".

Ich finde diesen direkten Draht zu denen, die sowas bauen, jedenfalls sehr wichtig. Gilt ja auch für meine Akustik-Aktion neulich mit Rekton. So hat mich das Gesamtprojekt nur etwa 5.000 EUR gekostet, weil ich alles selbst gemacht habe und mir nur die entscheidenden Teile habe bauen lassen. Hätte ich mich mit diesem Ansinnen an ein Systemhaus gewandt, wären es vermutlich 30.000 EUR geworden...

Matthias
 

RainerK

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Ich finde diesen direkten Draht zu denen, die sowas bauen, jedenfalls sehr wichtig. Gilt ja auch für meine Akustik-Aktion neulich mit Rekton. So hat mich das Gesamtprojekt nur etwa 5.000 EUR gekostet, weil ich alles selbst gemacht habe und mir nur die entscheidenden Teile habe bauen lassen. Hätte ich mich mit diesem Ansinnen an ein Systemhaus gewandt, wären es vermutlich 30.000 EUR geworden...
Aus berufener Quelle in der Industrie ist bekannt, dass div. Hersteller u.a. wegen Gewährleistungsfragen und ggf. zu verlierendem Ruf durch unqualifizierten Umgang mit den Produkten, grundsätzlich Wert auf die Qualitätssicherung durch Systemhaus-Expertise legen. Damit sparen sie eigene Ingeneurleistungen beim Kunden, die das Systemhaus herstellerübergreifend und projektbezogen günstiger anbieten kann, als der Hersteller nur für die eigenen Produkte.

Welchen Umfang an Leistungen man über Systemhäuser einkauft und was an Eigenleistungen durch den Kunden erbracht werden kann, ist sicher in Einzelfällen verhandelbar.
 

Linux2025

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Gerade aufgefundene laufende Studiobilder von 1992... ein Neumann-Pult und eine Batterie Studer A 807 in der 3. Etage des MDR-Funkhauses Springerstraße in Leipzig - unvergessen, weil unschlagbar gemütlich und in einer der schönsten deutschen Städte gelegen 🥰...


Michael
 
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lg74

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@Linux2025:

Juergen Schulz, der ab Mitternacht mit am Mikrofon war, ist im vergangenen Sommer verstorben:


Und was zutiefst privates: die im Video eingefangenen Minuten gehörten zu den schlimmsten meines bisherigen Lebens. Sie bendeten eigentlich mein Leben.

Nein, nicht wegen MDR Kultur (das war mir damals mit knapp 18 reichlich egal), sondern wegen der Zerschlagung und des danach folgenden schrittweisen Zerstörens von DT64. Und wegen des ab Januar 1992 erfolgenden Zwangsbeschallens mit MDR Life an allen möglichen und unmöglichen Orten.

Die Minuten aus dem Video finden sich hier in dieser Aufnahme ganz am Ende in den letzten Minuten. Nur auf einer anderen Frequenz aufgenommen, eine "Parallelwelt" also.

Die Folge für mich: "fremd im eigenen Land". Bis 1991 lebte ich tatsächlich recht gern und recht unbeschwert. Seit 1992 habe ich keine Heimat mehr. Es geschah wirklich am 1.1.1992 und ich mache dafür tatsächlich den MDR und seine Populärwellen als Ursache aus. Nun hatte der neue Geist auch im Hörfunk Einzug gehalten. Nicht meine Stimme, nicht meine Kultur, nicht mein Lebensweg, nicht meine Zukunft, nicht meine Welt. 2 Monate später begann bei mir eine Phase schwerer Angst- und Panikattacken, die sich 11 Jahre (!) lang fast durchgängig über meine Existenz legen sollte und erst durch eine lange stationäre Therapie zumindest weitgehend in den Griff zu bekommen war.

Fremd ist mir das Sendegebiet des MDR heute so sehr wie nie zuvor. Eine dumpfe, der Welt und des Lebens verschlossene, teils tiefbraune Region ohne Chance auf eine gute Zukunft. Was das Radio betrifft: zum Glück reicht Bayern 2 ein Stück von Süden her hinein. Das leuchtet hell.

Die Armen! Kein Geld (?) für Vorlaufband.
Das Haus war teils Baustelle. Das Studio für "Emm-Deeee-Err Leif" war z.B. noch nicht fertig, man sendete die ersten Monate aus einem Provisorium. Da kams auf Feinheiten wie Vorlaufband offenbar nicht an, Hauptsache, man war auf Sendung und niemand draußen bemerkte das eine oder andere Improvisieren.
 
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