Deutsche Rapper erobern die Single-Charts, aber zum Glück nicht die Radiosender


#53
Sind bigFM und Konsorten etwa keine grossen Sender? Ich denke schon. bigFM liegt im Südwesten immer wieder vorn, in jedem Dönerladen läuft das. Und du willst mir erzählen das seien keine Grossen Sender???
Ja ein kleiner Sender ist es nicht. Es hören schon einige BigFM. In der Region gibt es mit SWR 3 aber den weitaus erfolgreicheren Sender. Bei den den 20 größten Sendern deutschlandweit im September 2019 taucht bigFM auch nicht auf:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181460/umfrage/top-20-radioprogramme-in-deutschland/
 
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#54
Hey Leute,

ist doch eigentlich ganz einfach:

Spielt ein Sender Rap/HipHop von heute und hat entsprechende Zuhörerzahlen, dann haben diese Songs eine Existenzberechtigung im Radio und alles ist gut.

Spielt ein Sender Rap/HipHop von heute und die Zuhörer schalten ab, haben diese Songe keine Existenzberechtigung im Radio und alles ist gut.

Warum hier streiten?

Wenn diese Mucke im Radio gespielt wird, schalte ich jedenfalls weg. Ich finde diese Pro-Drogen/Pro-Gewalt/Pro-Gangsta/Anti-Frauen-Mucke einfach nur ätzend.

Abstimmung durch Frequenzwahl. Das zählt - und nicht die Charterfolge, die gekauft wurden.
 
#55
Hey Leute,

Spielt ein Sender Rap/HipHop von heute und die Zuhörer schalten ab, haben diese Songe keine Existenzberechtigung im Radio und alles ist gut.

Abstimmung durch Frequenzwahl. Das zählt - und nicht die Charterfolge, die gekauft wurden.
Da macht man es sich aber zu einfach. Menschen, die aus Gewohnheit Radio hören werden grundsätzlich eher etwas ablehnen was sie nicht kennen. So kommt man nicht voran und lebt weiter in der Zeitschleife. Außerdem sind das keine gekauften Erfolge (Eine wirklich zweifelhafte Doku, die nichts beweisen konnte kann wohl nicht immer wieder hergenommen werden nur um seine eigene Abneigung gegen etwas zu erklären). Der Bedarf nach dem Genre ist ja groß. und es ist schade, wenn man den Künstlern die Erfolge oder Daseinsberechtigung absprechen will nur weil man grundsätzlich nicht offen für das Genre ist. Solche Diskussionen habe ich bis zum Erbrechen mit anderen Leuten auch geführt und es scheiterte meistens an Vorurteilen und Ängsten, die immer wieder aufkamen aufgrund fehlender Offenheit.
 
#56
@da_hooliii: Da man hier im Forum nicht mit "Samthandschuhen" angefasst wird, möchte ich dir zunächst ein "Herzlich Willkommen" zuwerfen! Gute Entscheidung! Hier wird aber nicht gejammert. "Mimosen" ("Ich kann meinen Namen tanzen" etc.) haben es hier sehr schwer - oder geben auf. ;)

Einer deiner vermeintlichen "Vorfahren" - der ohne die drei "i" am Ende - hatte im August 1997 mit "Meet Her At The Love Parade" zumindest eine #4 in den Single-Charts in DE. Tja, solche Titel konnte ich damals als "normaler" DJ zu (sehr) später Stunde selbst im (gediegenen) "Treff-Hotel" in Leipzig einsetzen! Damals zählten aber auch nur Plattenverkäufe, nicht irgendwelche Klicks oder Streams. Nur als Hinweis: "DJ Bobo" war mal bei SWR1-Leute zu Gast. Das steht hier irgendwo im Forum. Noch Mitte der 90er hat er 500.000 Singles pro Hit verkauft....

Und damit zurück in die Wirklichkeit.

@Berlinerradio schrieb weiter oben: "Ich kannte das Video bereits. Wurde auch schon von einigen HIP-HOP "Feinden" bei Facebook reingestellt . Ich kann darüber nur lachen. Und die Radiomacher auch."

Ob die Radiomacher lachen, kann ich nicht einschätzen. Die Musikchefin von "Hamburg 2" hat im Interview mit radioszene wenigstens Klartext geredet - da rennen uns die Hörer weg! Die Radiomacher setzen die "Titel" (ja, das ist jetzt genau so wie "DDR" in der alten Springer-Presse gemeint) also nicht ein! Und das ist auch gut so!

Ich finde diese Pro-Drogen/Pro-Gewalt/Pro-Gangsta/Anti-Frauen-Mucke einfach nur ätzend.
Genau das ist das Problem mit dieser Mucke! Was soll ich davon halten? Ich kiffe nicht, verhalte mich gegenüber den "Bitches" normal! Ich brauche auch keine "Schwanzverlängerung" in Form von "getunten Karren", muß nicht in Stuttgart abends auf der Haupstraße "rumprollen". Das ist so ekelig.
 
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#57
Ich möchte lediglich, dass dieses Genre mehr Beachtung im Radio und nicht einfach ignoriert wird
Es geht um die allgemein großen Sender und dort spielt das Genre keine Rolle im Programm .
Das ist doch Unsinn. Marteria, Cro, Casper, Prinz Pi, Jan Delay usw. ... es findet eine ganze Menge an Rap und HipHop im deutschen Radio statt. Es findet eben nur kaum Gangsterrap statt. Und das ist auch gut so, denn man muss nicht jeder Sau hinterher rennen die gerade durchs Dorf getrieben wird. Davon abgesehen finden selbst die, wie weiter oben schon von jemanden erwähnt, sehr wohl auf den einschlägigen Sendern statt.

Ich wollte aufzeigen, dass man sich darauf festlegt, dass Fanta 4 und Fettes Brot immer dieser kleinste gemeinsame Nenner sind wenn es darum geht, dass man doch eigentlich kein Problem mit Rap hat und dann genau diese beiden Gruppen kommen wenn man Bands und Künstler aufzählen soll, die man hört.
Da dürfte der Eindruck täuschen. Allerdings sind insbesondere Fanta 4 noch immer belegbar erfolgreicher als beispielsweise Capital Bra. Dazu gleich mehr. Neben den "Veteranen" Fanta 4 sind längst auch andere HipHoper und Rapper relevant. Ein paar davon sind in der Aufzählung mit dabei. Das Gangsterrapper nicht relevant sind, liegt vermutlich daran das sie nichts zu sagen haben was in irgendeiner Weise Substanz hat. Und wie du selbst erwähnt hast, handelt es sich bei dieser speziellen Form des Rap nur um eine Szene, eine überschaubare dazu, auch wenn der Anschein ein anderer ist.
Capital Bra hat vor kurzem verkündet, das er erfolgreicher wäre als die Beatles, was genug Medien bedenkenlos und ungeprüft nachgeplappert haben. Das ist selbstverständlich schlichter Unsinn. Capital Bra ist bisher nicht mal erfolgreicher als Fanta 4. Das Problem ist hier, dass die Streaming-Abrufe anders gezählt und damit auch anders in die Charts eingerechnet werden als normale Tonträger-Verkäufe. Fanta 4 haben bisher rund 5 Millionen Tonträger verkauft ohne Streamingabrufe. Capital Bra ist davon noch meilenweit entfernt. Und sein Vergleich mit den Beatles, die nach Schätzungen von EMI rund eine Milliarde Tonträger bisher verkauft haben, ist geradezu peinlich. Aber das kann schließlich jeder machen wie er möchte.
 
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#58
Ich schon sehr froh darüber, dass man sog. deutschen Gangsterrap nicht auf den eher dem Dudelfunk zugetanen Sendern hört. Das kann ruhig auf irgendwelchen spezialisierten Sendern laufen, die man ja zum Glück ignorieren kann.

Ich sehe das so wie Heinrich_Konkurs: die in den Songs behandelten Themen und Äußerungen sind mehr als fragwürdig und bedenklich. Erst jüngst habe ich was in den Nachrichten gelesen, dass das neueste Album von Bushido war es glaub ich, auf dem Index gelandet ist bzw. FSK18 bekommen hat.

Jetzt werdet ihr sicher einwenden: "Aber die Ärzte sind auch schon mal auf dem Index gelandet." Ja richtig, das mag sein, aber das war eher die Ausnahme und nicht die Regel.

Dazu kommt, wie es hier auch schon angesprochen wurde: Leute, die mit einer Bluetoothbox die Umgebung belästigen beschallen: 99,99% Rap. Leute, die mit lauter Musik und offenen Fenstern durch die Stadt fahren: 99% Rap. Leute, die in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Kopfhörern Musik hören und das so laut, dass man es noch 4 Sitzreihen weiter hört: 99% Rap. Das heftigste waren mal Kinder(!), die zum Berufsverkehr in der Straßenbahn laut für alle hörbar Sidos A*****song spielten.

Jetzt kommt sicher: Vorurteil!. Nein, ist es nicht. Es ist meine tägliche Beobachtung. Einmal in der S-Bahn haben sich zwei mit so einer Box eine Reihe weiter hingesetzt und haben ihren Rap laut abgespielt und damit halt Fahrgäste belästigt. Ich habe mich dann dieses eine mal gewehrt und habe laut Judas Priest gespielt (ja okay, ich war in dem Moment nicht besser als die) aber die Reaktion machte mich fassungslos: die meinten ernsthaft, ich solle das leiser bzw. aus machen. Die haben überhaupt nicht gerafft, was ich mit dieser Aktion bezwecken wollte.

Nicht gegen niveauvollen Rap wie Fanta 4 und Co, aber diesen Gangsterrap braucht doch niemand und ich verstehe wirklich nicht, wie man sich den Rotz auch noch freiwillig anhören kann.

Im Gegensatz habe ich noch nie erlebt, dass jemand auf einer Bluetoothbox laut Metal hört. Mag vielleicht daran liegen, dass sich Metaller zu benehmen wissen.
 
#59
Jetzt werdet ihr sicher einwenden: "Aber die Ärzte sind auch schon mal auf dem Index gelandet." Ja richtig, das mag sein, aber das war eher die Ausnahme und nicht die Regel.
Wenn man die Texte der Ärzte-Titel die auf dem Index stehen, mit denen der heutigen Gangsterrapper vergleicht, dann sind die Ärzte-Songs mindestens Hochkultur, während die betreffenden Raptexte mit der Bezeichnung Trivialliteratur noch gut bediennt wären... :D
 
#61
Leute, ich bin sowas von stinksauer, weil man mit dem Versenden solcher "Titel" (als "Radio") falsche Zeichen setzt!

Zitat aus "Tausend Tattoos" von Sido - läuft laufend im (Jugend-)Radio und ist noch relativ harmlos:

Und ja, ich gebe zu, manchmal kiffe ich zu viel
Was bedingt, dass ich so einiges vergesse
Das klingt ja fast so, als ob ich sein "gekiffe" auch noch entschuldigen möge! !ch denke nicht im Traum daran! Fuck U, Motherfucker!

Ich kenne jemanden, der wirklich zuviel kifft. Das Problem ist, daß sich dieser Mensch kaum noch an Gespräche oder Abmachungen ("Wir treffen uns morgen um xx Uhr") erinnern kann. Das gibt dann regelmäßig Ärger, weil er es versaut - vergessen hat.

Der Konsum von "Gras" in den Schulen und allgemein bei Jugendlichen ist erneut gestiegen - das kam sogar in den Nachrichten vor einiger Zeit. Ich finde das absolut nicht witzig!

Und keine Frage, ich und meine Generation waren auch keine Engel! Das bestreitet sicher auch niemand. Es wird bloß immer schlimmer - die ganzen Pillen usw.!



Von der BBC gibt es auf YT eine Doku zum Thema "The World Most Dangerous Drugs". Einfach mal danach suchen. Alkohol und Nikotin sind natürlich auch vorn dabei.
 
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#62
...Fanta 4 haben bisher rund 5 Millionen Tonträger verkauft ohne Streamingabrufe. Capital Bra ist davon noch meilenweit entfernt. Und sein Vergleich mit den Beatles, die nach Schätzungen von EMI rund eine Milliarde Tonträger bisher verkauft haben, ist geradezu peinlich. Aber das kann schließlich jeder machen wie er möchte.
Das erinnert mich an "Rihanna and Kanye West and Paul McCartney" und den Titel "Four Five Seconds" von 2015. Damals gab es doch diese "Wortmeldung" eines jungen Fans von Kayne West: "Kanye has a great ear for talent. This Paul McCartney guy gonna be huge."

Sicher, junge Künstler müssen gefördert werden! ;)
 
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#63
@da_hooliii: Da man hier im Forum nicht mit "Samthandschuhen" angefasst wird, möchte ich dir zunächst ein "Herzlich Willkommen" zuwerfen! Gute Entscheidung! Hier wird aber nicht gejammert. "Mimosen" ("Ich kann meinen Namen tanzen" etc.) haben es hier sehr schwer - oder geben auf. ;)

Einer deiner vermeintlichen "Vorfahren" - der ohne die drei "i" am Ende - hatte im August 1997 mit "Meet Her At The Love Parade" zumindest eine #4 in den Single-Charts in DE. Tja, solche Titel konnte ich damals als "normaler" DJ zu (sehr) später Stunde selbst im (gediegenen) "Treff-Hotel" in Leipzig einsetzen! .
Danke danke. Meinen Nickname habe ich tatsächlich in Anlehnung an den DJ Da Hool bzw. auch bekannt unter dem Namen DJ Hooligan gewählt. Als Kind habe ich ihn gerne gehört und höre ihn auch heute noch gerne.


Das Gangsterrapper nicht relevant sind, liegt vermutlich daran das sie nichts zu sagen haben was in irgendeiner Weise Substanz hat. Und wie du selbst erwähnt hast, handelt es sich bei dieser speziellen Form des Rap nur um eine Szene, eine überschaubare dazu, auch wenn der Anschein ein anderer ist.
"Gangster-Rapper" haben auch ihre Daseinsberechtigung und fehlender Relevanz kann nicht die Rede sein. Ein Kollegah z.B. hat mit "King" 3x Goldstatus erreicht mit seinem Album und das vor dem Streaming Zeitalter - dazu kommen mehrere Gold-und Platinauszeichnungen. Ähnlich ist es mit Bushido der zu noch früheren Zeiten bereits mit mehreren Alben Platinstatus erreicht hat.

Capital Bra hat vor kurzem verkündet, das er erfolgreicher wäre als die Beatles, was genug Medien bedenkenlos und ungeprüft nachgeplappert haben. Das ist selbstverständlich schlichter Unsinn. Capital Bra ist bisher nicht mal erfolgreicher als Fanta 4. Das Problem ist hier, dass die Streaming-Abrufe anders gezählt und damit auch anders in die Charts eingerechnet werden als normale Tonträger-Verkäufe. Fanta 4 haben bisher rund 5 Millionen Tonträger verkauft ohne Streamingabrufe. Capital Bra ist davon noch meilenweit entfernt. Und sein Vergleich mit den Beatles, die nach Schätzungen von EMI rund eine Milliarde Tonträger bisher verkauft haben, ist geradezu peinlich. Aber das kann schließlich jeder machen wie er möchte.
Beim Rekord von Capital Bra geht es nur um die Anzahl der Nr. 1 Hits in Deutschland - niemand hat je ein Wort von Erfolgen weltweit erwähnt. Alleine nach Nr 1 Hits ist er in Deutschland nun einmal erfolgreicher - kann man sehen wie man will aber der Fakt bleibt. Natürlich ist es schwer Streamingzahlen mit Plattenverkäufen aus den 60ern zu vergleichen allerdings zählt ein Stream auch nicht so viel wie ein Verkauf. Noch dazu haben die Beatles die Nr 1 Hits in einer Zeit gehabt als die Zählweise von Verkäufen eher noch aus Schätzungen bestand, die Charts nicht wöchentlich erschienen sind und deutlich weniger Releases erschienen sind.
In Anbetracht dessen ist es schon eine Leistung wenn gerade er so viele Nr 1 Hits jetzt knapp 50 Jahre später geschafft hat und sonst keiner annährend da herangekommen ist. Welchen Stellenwert Capital Bra in 20-30 Jahren Jahren rückblickend in Deutschland haben wird bleibt abzuwarten.

Jetzt kommt sicher: Vorurteil!. Nein, ist es nicht. Es ist meine tägliche Beobachtung. Einmal in der S-Bahn haben sich zwei mit so einer Box eine Reihe weiter hingesetzt und haben ihren Rap laut abgespielt und damit halt Fahrgäste belästigt. .
Solche Leute wirst du aber immer finden. Es ist aber nicht jeder so. Da gibt es genug Hörer dieses Genres, die das nicht in dem Ausmaß betreiben. Also ich verhalte mich nicht so und in meinem Umfeld verhält sich auch keiner so, der diese Musik konsumiert. Vielleicht bin ich aber auch schon zu lange aus dem Alter raus um zu "rebellieren".
 
#64
"Gangster-Rapper" haben auch ihre Daseinsberechtigung und fehlender Relevanz kann nicht die Rede sein. Ein Kollegah z.B. hat mit "King" 3x Goldstatus erreicht mit seinem Album und das vor dem Streaming Zeitalter - dazu kommen mehrere Gold-und Platinauszeichnungen. Ähnlich ist es mit Bushido der zu noch früheren Zeiten bereits mit mehreren Alben Platinstatus erreicht hat.
Ich finde, Verkaufszahlen oder damit verbundene Auszeichnungen sind ein komischer Maßstab für Relevanz.
Ich halte das für in etwa so oberflächlich wie das Abfeiern von Fahrzeugen, Sonnenbrillen, Haarschnitt, Kleidermarken, Kontoständen, Schmuck, Alkohol- und Drogenkonsum, Straftaten, Weibergeschichten, Anzahl von Facebook-Kumpels etc. ... Und ich bin Kaufmann; es macht mich vielleicht nicht zur Zierde meiner Zunft, aber ich mache schon noch einen Unterschied, ob etwas einen Wert hat oder nur einen Preis.

die Charts nicht wöchentlich erschienen sind und deutlich weniger Releases erschienen sind.
Würde ich so nicht unbedingt unterschreiben wollen ... ist sicher aber auch von den Künstlern abhängig.

Gruß
Skywise
 
#65
Ich finde, Verkaufszahlen oder damit verbundene Auszeichnungen sind ein komischer Maßstab für Relevanz.
Das sehe ich auch so. Es gibt auch genug Volksmusiksternchen, die noch immer Gold- und teils Platinstatus erreichen. Relevanz im Radio haben sie trotzdem keine mehr. Oder schaut euch Helene Fischer an. Die ist nunmal aktuell unbestritten der erfolgreichste deutschsprachige Act überhaupt. Findet die deshalb im Radio besonders häufig statt? Nö, tut sie nicht. Ich würde fast behaupten, das man sie sogar seltener spielt als irgendwelche HipHoper/Rapper.

Natürlich ist es schwer Streamingzahlen mit Plattenverkäufen aus den 60ern zu vergleichen allerdings zählt ein Stream auch nicht so viel wie ein Verkauf.
 
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#66
Wie gesagt, mir drängt sich da sehr der Vergleich mit dem Eurodance der 90er auf. Anfangs durchaus innovativ (wenn auch vielleicht nicht sooo anspruchsvoll, aber das war z.B. Punk Rock auch nie), aber je erfolgreicher das Genre würde, desto mehr Mist war in den Charts, weil jeder Dödel mal schnell was nach Schema F produzierte.

Beim Rap/Hip-Hop ist das heute doch auch so. In den Charts ist eigentlich nur noch das langweilige Zeugs von in meinen Augen völlig uninspirierten Leuten, die einem Trend auf billigste Art hinterher hecheln, anstatt ihn zu setzen. Ich glaube aber sofort, dass außerhalb der Charts im Rap noch spannende Sachen passieren.
 
#67
1. Weil es Spaß macht.
2. Weil es sich hier um Diskussionsforen handelt und nicht um eine Fan-Plattform.
3. Weil "streiten" im Sinne von "argumentieren und Meinungen austauschen" positiv konnotiert ist und einen zwingt, sich mit anderen Ansichten und Argumenten auseinanderzusetzen - vielleicht sogar mal die eigene festgemauerte Haltung zu überdenken.
 
#69
"Gangster-Rapper" haben auch ihre Daseinsberechtigung und fehlender Relevanz kann nicht die Rede sein.
Ehrlich? Hat diese Art von Musik tatsächlich eine Relevanz? Gilt das nur für den genannten "Gangster-Rap" oder für alle Genres?

Wenn "Gangster-Rapper" eine Daseinsberechtigung haben und tatsächliche relevant sind, dann müsste das doch auch für "Braune Musik" gelten. Der Verfassungsschutz zählt in Deutschland über 180 Bands, die diesem Bereich zuzuordnen sind. Darunter sind auch Interpreten, die NS-Rap bzw. NS-HipHop auf den Markt werfen - Tendenz steigend. Deshalb Daseinsberechtigung? Wirklich?

Besonders schlimm finde ich, dass die Inhalte von Songs aus der "Braunen Musik" sich gar nicht so sehr vom Gangsta-Rap unterscheiden: extremes Machotum, Glorifizierung von Waffen und Gewalt, blanke Verachtung von Frauen (und der einen oder anderen Minderheit). Mir scheint, dass der Gangsta-Rap inhaltlich nicht so weit weg ist von der "Braunen Musik". Vermutlich stuft man ihn nur deshalb nicht als "rechts" ein, weil die meisten Vertreter des Gangsta-Rap ausländische Wurzeln haben - und Migrantenhintergrund kann in Deutschland (angeblich) nicht rechtsradikal sein. Weit weg davon ist er aber auch nicht (mMn).

Zeilen aus "Summer Cem" (von Summer Cem feat. Luciano - aktuell Tophit in den Charts):

"Ziel' auf deinen Kopf
Volles Magazin (boh, boh, boh, boh)"


Zeilen aus "Zeckentanz" ( von MaKss Damage, 2012, )

„Tanz Zecke, Tanz. Tanz Zecke, Tanz.
Ich jag ein paar Kugeln für dich in den Sand.
Tanz, Zecke, Tanz.
Für meine beiden Eier und meinen Schwanz“

Quelle: https://www.fussball-gegen-nazis.de/artikel/ns-rap-am-beispiel-von-makss-damage-10060

Unterschied zwischen Gangsta-Rap und NS-Rap eindeutig erkannt?
 
#70
Außerdem sind das keine gekauften Erfolge (Eine wirklich zweifelhafte Doku, die nichts beweisen konnte kann wohl nicht immer wieder hergenommen werden nur um seine eigene Abneigung gegen etwas zu erklären).
Wenn ein Song 7 Minuten (!) nach Veröffentlichung bereits 12.000 Likes hat,
wenn dieser Song 24 Stunden später auf Platz 1 der Streaming-Hitliste steht,
wenn ein Song von Nichts auf Platz 3 der Charts springt und eine Woche später um glatte 60 Plätze abstürzt,
wenn die ausgezahlte Tantieme bei Spotify höher ist als der Klickpreis für eine Manipulation,
wenn absolute Newcomer in kürzester Zeit rekordverdächtige Streamingabrufe erzielen,
wenn ein Nobody für einen zu Testzwecken billig zusammengeschraubten Song bei diversen Streamdiensten sechsstellige Klicks einfährt (Youtube 235.000 Klicks, Spotify 100.000 Klicks) ...

... dann erlaube ich mir, dieses Chartsystem als zweifelhaft anzusehen. Da können so viele Dementi kommen wie sonstwas.
 
#71
Beim Rekord von Capital Bra geht es nur um die Anzahl der Nr. 1 Hits in Deutschland... Alleine nach Nr 1 Hits ist er in Deutschland nun einmal erfolgreicher - kann man sehen wie man will aber der Fakt bleibt.
Das ist inhaltlich schonmal mächtig verwässert. Es ging um Nr.1-Hits in den Single-Charts. Das ist ein nicht unerheblicher Unterschied.

Natürlich ist es schwer Streamingzahlen mit Plattenverkäufen aus den 60ern zu vergleichen allerdings zählt ein Stream auch nicht so viel wie ein Verkauf.
Warum sollte er auch? Nur weil du einen Titel per Stream 100 mal anklickst, soll er hundert mal gezählt werden? Und wenn ich eine CD hundert mal abspiele, zählt das nichts? Merkste selbst oder? Seit April 2018 ist der Faktor 200:1, sprich 200 Plays über 31 Sek eines Titels bei einem (legalen) Streamanbieter zählen als ein Punkt. Das ist aus meiner Sicht ein akzeptabler Kompromiß.
( https://www.musikindustrie.de/filea...tlinien_BVMI_Gold_Platin_2_6_FINAL_180704.pdf )
Davon abgesehen sind nur 90% bzw. ganz konkret 2800 Händler an die Erstellung der Charts angeschlossen, womit die Verkaufszahlen zwar relativ genau, aber eben nicht ganz genau sein können.

Noch dazu haben die Beatles die Nr 1 Hits in einer Zeit gehabt als die Zählweise von Verkäufen eher noch aus Schätzungen bestand, die Charts nicht wöchentlich erschienen sind und deutlich weniger Releases erschienen sind.
Wo hast du denn die Weisheiten her? Hitparaden wurden in Deutschland seit 1954 erhoben, 1960 wurde von monatlich auf wöchentliche Erhebung (sprich Veröffentlichung der Zahlen) umgestellt, ab 1971 dann wöchentlich zentral durch Media Control, der heutigen GfK. Verkaufszahlen sind Verkaufszahlen, ob die wöchentlich oder monatlich veröffentlich werden ist doch völlig schnuppe, ein verkaufter Tonträger bleibt ein verkaufter Tonträger. Das mit den Schätzungen bezieht sich zumeist auf weltweite Verkaufszahlen, weil ein Label die Zahl der Pressungen bei Sublizenzen zum Beispiel im damaligen Ostblock, nicht immer klar im Blick hatte.

In Anbetracht dessen ist es schon eine Leistung wenn gerade er so viele Nr 1 Hits jetzt knapp 50 Jahre später geschafft hat und sonst keiner annährend da herangekommen ist.
:D Du bist echt putzig. Mittlerweile wird Capital Bra mit 18 Nr.1-Single-Chart-Hits gelistet, gefolgt von den Beatles mit 11 und dem Berliner Rapper Samra (muss man den kennen?) mit 10. Danach kommt Abba mit 9.
Nun unterliegst du allerdings einem nicht unerheblichen Trugschluss und ich sag dir auch welchem. Die Singlecharts werden jede Woche neu berechnet, basierend auf wöchentlichen Verkaufszahlen! Capital Bra hielt sich im Schnitt eine Woche auf Platz 1 der Single-Charts und war dann schon wieder weg vom Platz 1. Die Beatles dagegen belegten mehrere Wochen lang mit jedem Nr.1-Hit die Spitze der Charts. Und damit kannst du dir selbst ausrechnen, wer nun wirklich der erfolgreichere war bzw. ist. Tatsächlicher Spitzenreiter der Singlecharts sind übrigens Abba, welche es mehrfach bis zu 7 Wochen lang auf Platz 1 in den Single-Charts schafften. Absoluter Spitzenreiter von der Länge her ist Boney M. mit Rivers of Babylon, welches sich 17 Wochen lang auf Platz 1 der Single-Charts hielt. Man kann also festhalten, dass Boney M allein mit Rivers of Babylon in etwa soviel verkauft hat, wie Capital Bra mit allen seinen Single-Chart-Nr.1-Hits.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nummer-eins-Hits_in_Deutschland
 
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#72
Ich finde, Verkaufszahlen oder damit verbundene Auszeichnungen sind ein komischer Maßstab für Relevanz.
Wieso sollte es ein seltsamer Maßstab sein. Das ist doch bei den Popsongs, die gespielt werden doch ähnlich. Würde ein Ed Sheeran z.B. gespielt wenn er ein total unbekannter Künstler wäre wohl kaum? Läuft doch bei den anderen Genres nicht anders

Wenn ein Song 7 Minuten (!) nach Veröffentlichung bereits 12.000 Likes hat,
.
Vielleicht ist dir anscheinend entgangen, dass es viele Leute gibt, die extra bis Mitternacht warten um den Song bzw. das dazugehörige Video anzuschauen. Freitag ist der große Releasetag und da werden viele Videos und Songs vorgestellt. Wann wäre es denn plausibel? Wenn man erst 10 Tage wartet nachdem das Video draußen ist und dann sein Like vergibt?

Wenn ein Song 7 Minuten (!) nach Veröffentlichung bereits 12.000 Likes hat,

wenn dieser Song 24 Stunden später auf Platz 1 der Streaming-Hitliste steht,

.
Wenn es aber ein Popsong wäre dann würde sich niemand beschweren? Nur weil es ein Rapsong ist wird es selbstverständlich angezweifelt. Wenn jemand Millionen monatliche Hörer auf Spotify hat dann ist es nicht unlogisch wenn diese Leute den Song auch anhören. Man kann es sich sogar einstellen lassen, dass man eine Meldung bekommt, dass ein neuer Song eines Künstlers erschienen ist. Übrigens gibt es das auch für YouTube. Wir leben nicht mehr im Jahr 2000 als man erst einmal Wochen gewartet hat bis überhaupt mal eine Maxi-Single-CD gepresst wurde. Songs verbreiten sich heute schneller und durch teilen in Social Media erstrecht

Wenn ein Song
wenn ein Song von Nichts auf Platz 3 der Charts springt und eine Woche später um glatte 60 Plätze abstürzt,
Hohe Charteinstiege sind nichts ungewöhnliches da wie oben erwähnt die Verbreitung eine viel schnellere ist als früher. 60 Plätze Abstürze sind total übertrieben - das trifft nur auf ganz ganz seltene Fälle zu. Schau dir mal die aktuelle Woche an und auch die davor - da wirst du sehen, dass das nicht zutrifft


wenn absolute Newcomer in kürzester Zeit rekordverdächtige Streamingabrufe erzielen,

.
In der heutigen Zeit ist das schneller möglich bekannt zu werden als früher. Ein Künstler kann im Social Media Bereich sehr schnell aufgebaut werden und so eine große Reichweite generieren.


wenn ein Nobody für einen zu Testzwecken billig zusammengeschraubten Song bei diversen Streamdiensten sechsstellige Klicks einfährt (Youtube 235.000 Klicks, Spotify 100.000 Klicks) ...

... dann erlaube ich mir, dieses Chartsystem als zweifelhaft anzusehen. Da können so viele Dementi kommen wie sonstwas.
ManipulationsVERSUCHE gibt es das streitet keiner ab - aber die Doku z.B. ist ja total fehlgeschlagen. Es hieß kauf dich in die Charts und hier wird vergessen, dass es bei Gfk Entertainment, dem Chartermittler auch Kontrollmechanismen gibt. In dem Fall hier z.B. gab es 100.000 Streams - aber nur 4.000 !!! wurden gewertet. Es wird für die Charts nämlich auch nicht blind alles gewertet. Dauerschleifestreamer fallen komplett raus, da nur 10 Streams von einem Account für einen Tag von einem Song gewertet werden.


Warum sollte er auch? Nur weil du einen Titel per Stream 100 mal anklickst, soll er hundert mal gezählt werden? Und wenn ich eine CD hundert mal abspiele, zählt das nichts? Merkste selbst oder? Seit April 2018 ist der Faktor 200:1, sprich 200 Plays über 31 Sek eines Titel bei einem (legalen) Streamanbieter zählen als ein Punkt. Das ist aus meiner Sicht ein akzeptabler Kompromiß.
( https://www.musikindustrie.de/filea...tlinien_BVMI_Gold_Platin_2_6_FINAL_180704.pdf )
Davon abgesehen sind nur 90% bzw. ganz konkret 2800 Händler an die Erstellung der Charts angeschlossen, womit die Verkaufszahlen zwar relativ genau, aber eben nicht ganz genau sein können.

Das habe ich ja auch nicht behauptet. Es hat ja seinen Grund wieso 1 Stream nicht eine verkaufte Einheit ist weil ein Song eben auch öfter gehört wird als 1 Mal. Die 2800 Händler beziehen sich aber auf den physischen Markt. Es gibt keine 2800 Streaminghändler. Wir reden ja von den Singlecharts und da deckt es alles ab da alle Audiostreaminghändler ihre Daten an den Chartermittler liefern.
 
#74
Richtig, aber die zählen halt zu den Single-Charts dazu. Eigentlich wollte ich damit nur anmerken, dass auch die Verkaufszahlen der physischen Tonträger nur in etwa genau sind.
Ja allerdings machen Single-Maxi-CD's nur noch 0,0 irgendwas Prozent am Gesamtmarkt aus. Es wird ja kaum noch was als physische Maxi-Single CD gepresst und gibt nur wenige Titel, die überhaupt eine Auswirkung durch Maxi-CD's haben (so was wie z.B. "Deutschland" von Rammstein).
 
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