Deutsche Rapper erobern die Single-Charts, aber zum Glück nicht die Radiosender


#76
Zuletzt bearbeitet:
#81
Wieso sollte es ein seltsamer Maßstab sein. Das ist doch bei den Popsongs, die gespielt werden doch ähnlich. Würde ein Ed Sheeran z.B. gespielt wenn er ein total unbekannter Künstler wäre wohl kaum? Läuft doch bei den anderen Genres nicht anders
Deutschland sucht den Superstar, gemeinsames Album der Teilnehmer "United" - 11 x Gold in Deutschland, je 1 x Platin in Deutschland und Schweiz
Erste Single: "We Have A Dream", in Deutschland Platz 1, 3 x Gold, in der Schweiz Platin, in Österreich Gold.
Wie oft hast Du das Lied im Radio gehört, nachdem die nachfolgende Sau durch's Dorf durch war? Es müßte doch gemäß Verkaufszahl mächtig relevant sein.
Isses nicht, war es auch nie. Das ist das Ergebnis eines kurzfristigen Hypes, der mal irgendwelche obskuren Sachen in die Charts spült, auf die sich kurzfristig 'ne Menge Leute irgendwie verständigen können, aber sobald der Hype rum ist, spricht kein Mensch mehr davon oder kann's auch kein Mensch mehr anhören, ohne mit dem Kopf zu schütteln oder es wiederzuerkennen. Oder so was Ähnliches wie "wertzuschätzen".

Gruß
Skywise
 
#82
Deutschland sucht den Superstar, gemeinsames Album der Teilnehmer "United" - 11 x Gold in Deutschland, je 1 x Platin in Deutschland und Schweiz
Erste Single: "We Have A Dream", in Deutschland Platz 1, 3 x Gold, in der Schweiz Platin, in Österreich Gold.
Wie oft hast Du das Lied im Radio gehört, nachdem die nachfolgende Sau durch's Dorf durch war? Es müßte doch gemäß Verkaufszahl mächtig relevant sein.
Ja leider wurden Songs aus Castingssendungen auch oft ignoriert obwohl sie sogar radiotauglich wären aber man sich da mit Händen und Füßen gewehrt hat das zu spielen. "We Have A A Dream" war immerhin der Hit des Jahres 2003 also auch kein Song, der nach 2 Wochen mal eben weg vom Fenster war. Das war noch eine Zeit als selbst der 3., 4. oder 5. platzierte Erfolg hatte - heutzutage ist der Siegersong vom Staffelgewinner bereits nach einer Woche vergessen.

Isses nicht, war es auch nie. Das ist das Ergebnis eines kurzfristigen Hypes, der mal irgendwelche obskuren Sachen in die Charts spült, auf die sich kurzfristig 'ne Menge Leute irgendwie verständigen können, aber sobald der Hype rum ist, spricht kein Mensch mehr davon oder kann's auch kein Mensch mehr anhören, ohne mit dem Kopf zu schütteln oder es wiederzuerkennen. Oder so was Ähnliches wie "wertzuschätzen".
Naja wenn es danach geht gibt es auch genug Songs aus dem Radio, die eigentlich nur einen kurzen Hype hatten aber das Radio dafür gesorgt hat, dass es dann ewig in der Berieselungsdauerschleife geblieben ist. Ich finde es schade, dass das Radio sich ein bisschen in einer Art Parallelwelt bewegt und man weiterhin auf die Computerrotation setzt und da tatsächlich kein Mensch mehr dahinter steckt, der für das Programm sorgt aber den Moderatoren sind ja da leider auch die Hände gebunden.
 
#83
Ja leider wurden Songs aus Castingssendungen auch oft ignoriert obwohl sie sogar radiotauglich wären aber man sich da mit Händen und Füßen gewehrt hat das zu spielen.
Auch mitunter völlig zurecht, wie ich finde.

"We Have A A Dream" war immerhin der Hit des Jahres 2003 also auch kein Song, der nach 2 Wochen mal eben weg vom Fenster war.
Kein Verdienst des Songs, nur ein Verdienst des Marketings.

Ich finde es schade, dass das Radio sich ein bisschen in einer Art Parallelwelt bewegt und man weiterhin auf die Computerrotation setzt und da tatsächlich kein Mensch mehr dahinter steckt, der für das Programm sorgt aber den Moderatoren sind ja da leider auch die Hände gebunden.
Und nachdem wir das geklärt haben: welchem Rapper traust Du ähnliches Potential zu?
DIeser inhaltlichen Bankrotterklärung von Apache 207 doch wohl etwa nicht, der inhaltlich nichts zu sagen hat, was nicht schon zigtausend andere Oberflächenreiniger vor ihm vom Tisch gekriegt hätten?

Gruß
Skywise
 
#84
Und nachdem wir das geklärt haben: welchem Rapper traust Du ähnliches Potential zu?
DIeser inhaltlichen Bankrotterklärung von Apache 207 doch wohl etwa nicht, der inhaltlich nichts zu sagen hat, was nicht schon zigtausend andere Oberflächenreiniger vor ihm vom Tisch gekriegt hätten?
Warum ist es eine Bankrotterklärung? Er hat alles was ein guter Künstler haben muss. Wenn Texte fehlinterpretiert werden oder man auf das und das Wort zu genau achtet dann können wir wieder ganz viel ausschließn aber kommen auf keinen gemeinsamen Nenner obwohl die Musik an sich radiotauglich wäre.
Gerade bei Apache 207 kenne ich Leute, die tatsächlich wesentlich älter sind (Ü40) und sonst überhaupt keinen Hip Hop hören aber sagen, dass sie die Musik von ihm angenehm finden. Alleine schon von seinem Stil her unterscheidet er sich von vielen anderen Rappern.


Wenn es nach fehlenden Inhalten geht gäbe es aber bei dem was wirklich im Radio läuft aktuell großen Diskussionsbedarf. Du kannst mir nicht erzählen, dass Songs von diversen Deutschpopsängern hoch anspruchsvoll wären (ein großer Teil ist aus Textbausteinen zusammengesetzt worden mit der Hilfe von Songwritern, die für fast jeden aus dem Bereich Songs schreiben) und auch die meisten englischen Texte wenn man sie übersetzt keine Meisterwerke sind.

Was ich grundsätzlich für radiotauglich halte: Apache 207, RIN, Bausa, KC Rebell, Loredana, Juju, Summer Cem, Luciano, Casper, Kontra K, Sido, RAF Camora, Kool Savas, Samy Deluxe, Dardan, Trettmann, Eko Fresh, B-Tight, Fard und ein paar andere. Einzelne Lieder auch Capital Bra & Samra (z.B. dieses 110 mit LEA).
 
Zuletzt bearbeitet:
#85
We Have A A Dream" war immerhin der Hit des Jahres 2003 also auch kein Song, der nach 2 Wochen mal eben weg vom Fenster war. Das war noch eine Zeit als selbst der 3., 4. oder 5. platzierte Erfolg hatte - heutzutage ist der Siegersong vom Staffelgewinner bereits nach einer Woche vergessen.
Was auch kein größeres Wunder ist. Jedes Format hat sich irgendwann überlebt. Und DSDS gibts in der Form höchstens noch 2 oder 3 Jahre, dann dürfte da wegen wachsenden Desinteresses Schluss sein. Die erste Staffel hatte knapp 13 Mio. Zuschauer, die letzte nicht mal 3,5 Mio.
Davon abgesehen war das Castingformat damals neu. Inzwischen gibts unzählige ähnliche Formate. Insofern ist auch so betrachtet die Luft raus aus der Nummer.
Übrigens war "We have a dream" 17 Wochen lang Platz 1 der Single-Charts, womit selbst allein dieses Lied ähnlich erfolgreich war wie Capital Bra insgesamt in Bezug auf die Single-Charts.

Was ich grundsätzlich für radiotauglich halte: Apache 207, RIN, Bausa, KC Rebell, Loredana, Juju, Summer Cem, Luciano, Casper, Kontra K, Sido, RAF Camora, Kool Savas, Samy Deluxe, Dardan, Trettmann, Eko Fresh, B-Tight, Fard und ein paar andere. Einzelne Lieder auch Capital Bra & Samra (z.B. dieses 110 mit LEA).
Es gibt mehrere Künstler aus deiner Aufzählung die sehr wohl im Radio laufen, auch bei den sogenannten Massenprogrammen. Daher hörst du ganz offensichtlich die falschen Sender.
 
Zuletzt bearbeitet:
#86
Warum ist es eine Bankrotterklärung? Er hat alles was ein guter Künstler haben muss. Wenn Texte fehlinterpretiert werden oder man auf das und das Wort zu genau achtet dann können wir wieder ganz viel ausschließn aber kommen auf keinen gemeinsamen Nenner obwohl die Musik an sich radiotauglich wäre.
Gerade bei Apache 207 kenne ich Leute, die tatsächlich wesentlich älter sind (Ü40) und sonst überhaupt keinen Hip Hop hören aber sagen, dass sie die Musik von ihm angenehm finden. Alleine schon von seinem Stil her unterscheidet er sich von vielen anderen Rappern.
Was gibt's denn bei seinen Texten fehlzuinterpretieren? Der hottet da hirnerweichenden Stumpfsinn, um sein Image irgendwie hochzuhalten, das sich über weite Strecken auch nur aus den üblichen HipHop-Klischees zusammensetzt. Keine Ahnung, wer so was abfeiert, aber ein Feingefühl für Lyrik oder eine gute Nase, ab welchen Inhalten ein Selbstekelgefühl einsetzen müßte, hat derjenige bestimmt nicht.

Wenn es nach fehlenden Inhalten geht gäbe es aber bei dem was wirklich im Radio läuft aktuell großen Diskussionsbedarf. Du kannst mir nicht erzählen, dass Songs von diversen Deutschpopsängern hoch anspruchsvoll wären (ein großer Teil ist aus Textbausteinen zusammengesetzt worden mit der Hilfe von Songwritern, die für fast jeden aus dem Bereich Songs schreiben) und auch die meisten englischen Texte wenn man sie übersetzt keine Meisterwerke sind.
Kommt drauf an, was man unter "Deutschpopsänger" versteht. Nein, ich halte Mark Forster oder Tim Bendzko nicht für tolle Lyriker (sofern sie überhaupt ihre Texte noch komplett selbst schreiben), die brauch' ich auch im Radio nicht unbedingt häufiger pro Stunde.

Gruß
Skywise
 
#87
Übrigens war "We have a dream" 17 Wochen lang Platz 1 der Single-Charts, womit selbst allein dieses Lied ähnlich erfolgreich war wie Capital Bra insgesamt in Bezug auf die Single-Charts.
"We have A Dream" war 17 Wochen in den Top 100 - nicht 17 Wochen auf Platz 1. Auf der 1 war es nur 6 Wochen

https://www.offiziellecharts.de/titel-details-5440

Capital Bra war mit all seinen Liedern 26 Wochen auf der 1 (ein paar davon auch mal 2 Wochen, Neymar auch 3). 26 Wochen und 6 Wochen sind schon nicht mehr "ähnlich" erfolgreich.

Was auch kein größeres Wunder ist. Jedes Format hat sich irgendwann überlebt. Und DSDS gibts in der Form höchstens noch 2 oder 3 Jahre, dann dürfte da wegen wachsenden Desinteresses Schluss sein. Die erste Staffel hatte knapp 13 Mio. Zuschauer, die letzte nicht mal 3,5 Mio.
Mich wundert es ja, dass es dieses Format überhaupt noch gibt. Ähnlich wie "The Voice Of Germany" oder "Das Supertalent" weil im Gegensatz zu den Anfangsjahren überhaupt kein "Sieger" hervorkommt der sich auch nur anseitsweise eine Zeit lang erfolgreich halten kann

Was gibt's denn bei seinen Texten fehlzuinterpretieren? Der hottet da hirnerweichenden Stumpfsinn, um sein Image irgendwie hochzuhalten, das sich über weite Strecken auch nur aus den üblichen HipHop-Klischees zusammensetzt. Keine Ahnung, wer so was abfeiert, aber ein Feingefühl für Lyrik oder eine gute Nase, ab welchen Inhalten ein Selbstekelgefühl einsetzen müßte, hat derjenige bestimmt nicht.
So kommen wir wirklich auf keinen gemeinsamen Nenner. Auf der einen Seite stehe ich hier stellvertretend für jemanden, der einen Bezug zur dieser Musik hat, reflektiert die Musik und auch die Bedeutung der Musik einordnen kann und auf der anderen Seite steht dieses Forum mit Menschen, die noch auf dem Stand vor 15-20 Jahren sind und sich in ihren Vorurteilen, die sie haben immer noch bestätigt fühlen statt sich zu öffnen. Es bringt ja nichts nur über die Menschen zu reden. Man sollte auch mal den Dialog suchen und mit den Menschen reden und das versuche ich aber man will nicht mit mir reden.
 
#88
So kommen wir wirklich auf keinen gemeinsamen Nenner. Auf der einen Seite stehe ich hier stellvertretend für jemanden, der einen Bezug zur dieser Musik hat,
Das glaube ich.

reflektiert die Musik und auch die Bedeutung der Musik einordnen kann
Das glaube ich nun wiederum nicht, zumindest habe ich bislang noch nicht gefunden, wo Du den Mehrwert von Apache 207 oder anderen Gesellen verortest oder meinetwegen die Daseinsberechtigung von Gangsta-Rap, daß Du der Meinung bist, ganz Deutschland gehöre damit zukünftig mehr beschallt. Ich habe nichts dagegen, wenn man mich darauf aufmerksam macht, was ich bei solchen Texten wie Apache 207 an größeren Erkenntnissen überlesen habe. Ich habe erst mal nur gesagt, daß das hohles Geseier ist. Wenn Du es als mehr empfindest, wenn Du reflektierter an eine Aussage wie "Ich geb' kein' Fick, 200 km/h" rangehst, dann solltest Du auch in der Lage sein, dies zu begründen.

und auf der anderen Seite steht dieses Forum mit Menschen, die noch auf dem Stand vor 15-20 Jahren sind und sich in ihren Vorurteilen, die sie haben immer noch bestätigt fühlen statt sich zu öffnen.
Du kannst davon ausgehen, daß hier auch genügend Leute mitmachen, die keineswegs vor 15-20 Jahren stehengeblieben sind. Darunter auch solche, die sich auch genügend mit HipHop auseinandergesetzt haben, um wenigstens in bestimmten Bereichen einen Großteil ihrer Vorurteile immer und immer wieder bestätigt zu bekommen.

Gruß
Skywise
 
#91
Also die Verallgemeinerung würde ich jetzt nicht unterschreiben. Da sind auch Leute dabei die ich persönlich durchaus als musikalische Bereicherung empfinde. Das sind ja nicht nur sogenannte Gangsterrapper. Casper versucht zum Beispiel auf eine durchaus interessante Weise verschiedene Musikgenres miteinander zu verbinden und erlaubt sich dabei einen ziemlichen Spagat zwischen Kommerz und "richtigem" Rap, wobei die Texte meilenweit davon entfernt sind irgendwie anstößig oder beleidigend zu sein. Von einigen Rappern wird er dafür zwar belächelt, aber vermeintlicher Beef ist gerade in der Szene ja nicht unbedingt etwas ungewöhnliches. Er generiert Aufmerksamkeit und fördert somit die Plattenverkäufe bzw. Downloads und Klicks.
Samy Deluxe, Eko Fresh, Trettmann, in Teilen auch B-Tight sind durchaus hörbar. Allerdings gehören die zugegebenermaßen zur älteren HipHop/Rap-Generation, was man durchaus auch an den Texten hört.

auf der anderen Seite steht dieses Forum mit Menschen, die noch auf dem Stand vor 15-20 Jahren sind und sich in ihren Vorurteilen, die sie haben immer noch bestätigt fühlen statt sich zu öffnen
Du irrst schon wieder, denn hier bist du derjenige, der auf Argumente nicht so recht eingehen will. Du hast noch immer nicht erklärt, warum insbesondere Gangsterrapper ihre Texte so formulieren wie sie sie formulieren. Es hat nicht wirklich was mit Kunst zu tun, Beleidigungssalven abzuschießen, bei denen oft genug noch nicht mal das Versmaß richtig stimmt. Und damit meine ich ausdrücklich keine Battles. Das ist was völlig anderes. ich meine veröffentlichte Texte in ganz normalen Songs. Wer braucht das und wozu? Deren Zielgruppe bzw. Anhängerschaft ist davon abgesehen vergleichsweise jung. Was ist mit der Verantwortung dieser Rapper?
 
Zuletzt bearbeitet:
#93
Auf der einen Seite stehe ich hier stellvertretend für jemanden, der einen Bezug zur dieser Musik hat, reflektiert die Musik und auch die Bedeutung der Musik einordnen kann und auf der anderen Seite steht dieses Forum mit Menschen, die noch auf dem Stand vor 15-20 Jahren sind und sich in ihren Vorurteilen, die sie haben immer noch bestätigt fühlen statt sich zu öffnen.
Ich beginne zu lernen:

Gangsta-Rap ist musikalisch eine klare Weiterentwicklung in der Musik und stellt einen entsprechenden Sprung in Jugendszene dar, wie es in den 1950ern der Rock-'n'Roll tat oder in den 1960ern Bands wie die Beatles bzw. die Stones es geschafft haben. Interpreten aus den 1950ern, 1960ern und selbst aus den 1970ern sind noch nach 40, 50, 60 Jahren bekannt und gelten mit ihrer Musik als direkte oder indirekte Vorbilder für heutige Bands.

Gangsta-Rap ist lyrisch eine Weiterentwicklung des Liedtextes - sowohl inhaltlich wie interpretativ. Im Gangsta-Rap wird bewusst gegen Regeln der Lyrik verstoßen (bewusst deshalb, weil die Gangsta-Rapper zunächst Rhythmus, Versmaß usw. erlernt haben, um dann diese Regeln zu durchbrechen). Die Kunstform des Gangsta-Rap ist textlich somit ein klarer Fortschritt in der Lyrik - auch wenn diese wahrscheinlich besser als Prosa-Lyrik oder Alltags-Lyrik - oder auch "Kanak-Sprech" - zu bezeichnen ist.

Ich gebe offen zu, dass mein Musik- und Lyrikverständnis mindestens 20 Jahre alt ist. Mit der Produzenten-Computer-Musik, die spätestens seit den 90ern die Charts beherrscht, kann ich ebenso wenig anfangen we mit Gangsta-Rap. Aber wenn das heute anerkannte Kultur ist, kein Problem. Nur ist es für mich kein künstlerischer Ausdruck. Kunst bewegt mich - emotional oder intellektuell. Gangsta-Rap schafft das nicht.

Die Zeit ist der einzige Maßstab, der wirklich zählt. Wird man sich in 20, 30 oder mehr Jahren noch an die Gangsta-Rapper im Einzelnen erinnern? Werden sich 50- oder 60-jährige noch immer diese Musik anhören. Ich für meinen Teil höre neben Buddy Holly, Chuck Berry, den Beatles, den Rolling Stones, Pink Floyd, Led Zeppelin, den Who, ELP, Alan Parsons Project, Kraftwerk, Klaus Schulze, Dream Theater, Spock's Beard, Sigur Rós, Muse auch die Musik von Bach, Mozart, Beethoven, Tschaikowski, Ravel, Bartok. Selbst um Stockhausen oder John Cage mache ich keinen Bogen. Und Philipp Glass ist ganz große Klasse mit seiner Minimalmusik.

Ja, es ist richtig: Mit meiner Musikauswahl habe ich einen Stand von vor ca. 20 Jahren belegt. Ich bin aber der festen Auffassung, dass diese Musik auch in 20, 30, 40 Jahren noch gehört wird. Gangsta-Rap auch?
 
#94
Du kannst davon ausgehen, daß hier auch genügend Leute mitmachen, die keineswegs vor 15-20 Jahren stehengeblieben sind. Darunter auch solche, die sich auch genügend mit HipHop auseinandergesetzt haben, um wenigstens in bestimmten Bereichen einen Großteil ihrer Vorurteile immer und immer wieder bestätigt zu bekommen.
Klar, dennoch ist es noch mal etwas anderes es aus dem Blickwinkel von jemanden zu betrachten, der das hört. Als AUßenstehender versteht man manche Dinge auch nicht. Beispielweise postet jemand einen Text oder liest ihn laut vor für sich und auf den ersten Blick wirkt es für die Person als wären es sinnlose Aneinanderreihungen von Wörtern oder man liest bewusst nur die "bösen" Wörter heraus aber jemand der damit aufwächst hat ja einen komplett anderen Bezug zu der Musik.


Du irrst schon wieder, denn hier bist du derjenige, der auf Argumente nicht so recht eingehen will. Du hast noch immer nicht erklärt, warum insbesondere Gangsterrapper ihre Texte so formulieren wie sie sie formulieren. Es hat nicht wirklich was mit Kunst zu tun, Beleidigungssalven abzuschießen, bei denen oft genug noch nicht mal das Versmaß richtig stimmt. Und damit meine ich ausdrücklich keine Battles. Das ist was völlig anderes. ich meine veröffentlichte Texte in ganz normalen Songs. Wer braucht das und wozu? Deren Zielgruppe bzw. Anhängerschaft ist davon abgesehen vergleichsweise jung. Was ist mit der Verantwortung dieser Rapper?
Nicht jedes Wort was so ausgesprochen wird ist auch so gemeint. Ich höre die Musik nicht ausschließlich wegen den Wörtern. So wie in manchen Songs gerappt wird so rede ich auch nicht mit anderen Menschen - trotzdem fasziniert mich die Musik irgendwie und ich fühle mich mehr verstanden als bei so manchen Popsongs. Die Menschen, die es hören verstehen es und für sie ist es kein Problem. Das bedeutet natürlich nicht, dass man alles unkritisch und unreflektiert hinnimmt. Auf ihre Art und weise haben diese Rapper natürlich auch eine Vorbildsfunktion ob sie das auch immer sind darüber kann diskutiert werden. Wegen der Musik sind aber nicht mehr Leute drogenabhängig oder kriminell geworden. Ich konnte immer zwischen Kunst und Realität unterscheiden.


Ich beginne zu lernen:

Interpreten aus den 1950ern, 1960ern und selbst aus den 1970ern sind noch nach 40, 50, 60 Jahren bekannt und gelten mit ihrer Musik als direkte oder indirekte Vorbilder für heutige Bands.
Liegt aber auch daran, dass es zum einen Menschen von damals gibt, die damit aufgewachsen sind und es auch heute hören und diese Bands eine gewisse Historie von vielen Jahren haben. Manche waren auch prägend für kommende Generationen. In den USA z.B. hat Rap eine große Vergangenheit und dort auch viel mehr Einfluss auf die Kultur - allerdings kommt der Rap auch größtenteils von dort und dort gibt es ja auch die ersten Rapper, die schon über 50 sind und dementsprechend auch Fans, die älter sind und die Musik hat mehr Generationen geprägt als in Übersee.

Ja, es ist richtig: Mit meiner Musikauswahl habe ich einen Stand von vor ca. 20 Jahren belegt. Ich bin aber der festen Auffassung, dass diese Musik auch in 20, 30, 40 Jahren noch gehört wird. Gangsta-Rap auch?
Dazu ist die Musikrichtung in Deutschland noch zu "jung". Als du beispielweise aufgewachsen bist gab es die Musik nicht und du bist dann mit den Künstler aufgewachsen, die du weiter oben aufgezählt hast. Bei Menschen, die später aufgewachsen sind wird es andere Musik sein.

Es gibt allerdings auch Rap ja schon Künstler, die mindestens 10-15 jährige Karrieren auf dem Buckel haben und sich immer noch halten wie z.B. Bushido, Sido, B-Tight, Fler, Dendemann, Prinz Pi, RAF Camora, Summer Cem oder Moses Pelham. Das bedeutet ja schon mal, dass die Musik und manche Künstler schon eine Langlebigkeit haben und die Musik dieser Künstler von heute 30 Jährigen (damals noch Teenager) und auch von den jetzt jungen Menschen gehört werden. Diese Musik hat ja schon mehrere Jahre von Altergruppen geprägt.
 
Zuletzt bearbeitet:
#95
Klar, dennoch ist es noch mal etwas anderes es aus dem Blickwinkel von jemanden zu betrachten, der das hört. Als AUßenstehender versteht man manche Dinge auch nicht. Beispielweise postet jemand einen Text oder liest ihn laut vor für sich und auf den ersten Blick wirkt es für die Person als wären es sinnlose Aneinanderreihungen von Wörtern oder man liest bewusst nur die "bösen" Wörter heraus aber jemand der damit aufwächst hat ja einen komplett anderen Bezug zu der Musik.
Nun gut, damit hättest Du einen Grund geliefert, warum diese Art von Musik NICHT im Radio laufen sollte. Ich hab' auch bei "meinen" (Internet-)Sendungen Material, das der Erklärung bedarf. Im Regelfall bedeutet das: Übersetzung oder ein kurzer Abriß über das Thema, von dem das Lied handelt, weil es aus einer völlig anderen Zeit oder einem anderen Kulturkreis stammt und ich nicht davon ausgehen kann, daß jeder Hörer die Tagespolitik der 60er Jahre oder so noch präsent hat oder sich mit indianischem Pow-Wow auskennt oder mit der wirtschaftlichen Situation auf Madagaskar oder was weiß ich. Ob die Hörer gut finden, was sie zu hören bekommen, kann ich nicht beeinflussen, aber ich kann zumindest Verständnis erzeugen oder ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Elemente richten, die sich ihren Hörgewohnheiten entziehen. Das kann ich aber nur von Lied zu Lied machen, weil ich nicht davon ausgehen kann, daß die Menschen, die beim nächsten Mal einschalten, zu 100 % mit denen identisch sind, die beim letzten Mal reingehört haben. Also - wenn ich beim nächsten Mal nochmal was spielen soll oder will, muß ich diese Erklärungen ein weiteres Mal liefern. Wenn nun Musik mit Texten laufen soll, die provokant sind und sein sollen, aber nicht so gemeint sind, dann hätte ich im Vorfeld gerne gewußt, WIE sie gemeint sind und wie ich das den Hörern klar machen kann, ich kann sie nicht unvorbereitet auf die Lieder loslassen, weil sie sich dann automatisch bei mir beschweren, was ich dafür 'ne Kacke laufen lasse. Es ist leicht gesagt, daß so jemand wie Kollegah bestimmt das mit dem Körper "definierter als Auschwitzinsassen" nur so dahergesagt hat, um zu provozieren. Nun ist Kollegah aber auch jemand, der auch abseits dieses Lieds sich nicht unbedingt freisprechen kann von Antisemitismus oder Verschwörungstheorien oder anderen provokanten Zeilen. Ich will wissen, wenn ich etwas über den Äther schicke, in dem etwas über die artgerechte Haltung von Frauen gefaselt wird, daß ich da nicht einem Frauenverachter Wasser auf die Mühlen gebe. Die Wellen schlagen schon hoch, wenn heutzutage ein Lied von Gary Glitter auf einem Soundtrack auftaucht, auch wenn er sich darin nicht über den Umgang mit Minderjährigen ausläßt. Das Risiko ist also bei einer Stilrichtung, die jeden saudummen Spruch mit "Hat er bestimmt nicht so gemeint" entschuldigt, enorm hoch, daß da auch Sachen gesendet werden, die 100%ig so gemeint waren.

Nicht jedes Wort was so ausgesprochen wird ist auch so gemeint. Ich höre die Musik nicht ausschließlich wegen den Wörtern. So wie in manchen Songs gerappt wird so rede ich auch nicht mit anderen Menschen - trotzdem fasziniert mich die Musik irgendwie und ich fühle mich mehr verstanden als bei so manchen Popsongs. Die Menschen, die es hören verstehen es und für sie ist es kein Problem. Das bedeutet natürlich nicht, dass man alles unkritisch und unreflektiert hinnimmt. Auf ihre Art und weise haben diese Rapper natürlich auch eine Vorbildsfunktion ob sie das auch immer sind darüber kann diskutiert werden. Wegen der Musik sind aber nicht mehr Leute drogenabhängig oder kriminell geworden. Ich konnte immer zwischen Kunst und Realität unterscheiden.
Da wär' ich vorsichtig. Für mich ist diese Gangsta-Rap-Geschichte vor allem irgendeine dumme Räuber-und-Gendarm-Geschichte, die vor Oberflächlichkeit und dummen Aussagen strotzt und Jugendliche damit anzieht. Ich will nicht sagen, daß die damit automatisch drogensüchtig oder kriminell werden. Aber sie bekommen dumme Ideen vorgesetzt, über die sie vielleicht anders denken, wenn sie nicht so sehr geerdet sind, und leider ist das in Zeiten von Eltern, die immer weniger für ihre Erzeugnisse Zeit haben, nicht mehr unbedingt der Standard.

In den USA z.B. hat Rap eine große Vergangenheit und dort auch viel mehr Einfluss auf die Kultur - allerdings kommt der Rap auch größtenteils von dort und dort gibt es ja auch die ersten Rapper, die schon über 50 sind und dementsprechend auch Fans, die älter sind und die Musik hat mehr Generationen geprägt als in Übersee.
Ja, aber in den USA hatte HipHop schon eine mindestens 15jährige Geschichte, als der Gangsta-/Battle-Rap in diesem Übermaß aufkam und sich langsam so weit zuspitzte, bis unter anderem Tupac oder Biggy Smalls ins Gras beißen mußten. In Deutschland fand man zunächst diese paradoxe Situation vor, wo jeder sagte "Das ist Underground, das darf nicht Kommerz werden" und deshalb die Fanta 4 für ihren Erfolg entsprechend Kritik einstecken mußten, obwohl in den USA schon längst die Charts mit HipHop vollgestopft waren. Als der Gangsta-Rap größere Wellen schlug, hat man das in Deutschland fast umgehend als den "wahren HipHop" adaptiert, obwohl das niemals der Fall war. Wohlgemerkt - OHNE die langjährige Geschichte im Hintergrund, aber MIT dieser Schere im Kopf, daß die kommerziell erfolgreicheren Gruppierungen nichts mit HipHop zu tun hätten. Das führte dazu, daß in den USA sich immer noch eine deutlich buntere Szene entwickelt hat als in Deutschland, weil die Leute viel freier und weniger mit Vorurteilen behaftet andere Stile adaptieren oder herumexperimentieren konnten als in Deutschland. Hierzuland sehe ich eine Entwicklung, wie sie in den USA seit Jahr und Tag stattfindet, praktisch erst im aktuellen Jahrzehnt, und der Gangsta-Rap ist immer noch ebenso stumpf wie populär. Das Publikum in Deutschland hat den HipHop niemals so goutiert, wie er sich in den USA entwickelt hat. Obwohl es da sehr gute Ansätze gab.

Es gibt allerdings auch Rap ja schon Künstler, die mindestens 10-15 jährige Karrieren auf dem Buckel haben und sich immer noch halten wie z.B. Bushido, Sido, B-Tight, Fler, Dendemann, Prinz Pi, RAF Camora, Summer Cem oder Moses Pelham. Das bedeutet ja schon mal, dass die Musik und manche Künstler schon eine Langlebigkeit haben und die Musik dieser Künstler von heute 30 Jährigen (damals noch Teenager) und auch von den jetzt jungen Menschen gehört werden. Diese Musik hat ja schon mehrere Jahre von Altergruppen geprägt.
Würde ich so nicht sagen wollen. Ich schreibe einen ähnlichen Effekt den Künstlern wie den Amigos oder den Klostertalern zu. Mir kann keiner erzählen, daß heutzutage die jungen Kiddies sich mit den älteren Jahrgängen um die Ergüsse der Amigos oder der Klostertaler kloppen. Die älteren Jahrgänge haben wahrscheinlich nur ein paar Euro mehr auf der hohen Kante, um in Zeiten, wo man relativ wenig finanziellen Erfolg braucht, um in die Charts oder in irgendwelche preisverdächtige Kreise zu geraten, einfach ein bißchen stärker das Pendel zum Ausschlagen zu bringen.

Gruß
Skywise
 
#96
Und DSDS gibts in der Form höchstens noch 2 oder 3 Jahre, dann dürfte da wegen wachsenden Desinteresses Schluss sein. Die erste Staffel hatte knapp 13 Mio. Zuschauer, die letzte nicht mal 3,5 Mio.
Gewagte Aussage.

An die Gesamtzuschauerzahl von damals kommt RTL nicht mehr heran. Allerdings gibt es heute zig Spartenkanäle zusätzlich, dazu Streaming-Angebote, die es damals nicht gab. "DSDS" ist für RTL eine sichere Bank, genauso wie andere Formate wie "Ich bin ein Star..." Die holen auch mit deutlich weniger Zuschauern als früher noch den Quoten-Tagessieg.

Im übrigen findet der Auslands-Recall 2020 in Südafrika statt. Und dort wird auch schon gedreht.
http://www.quotenmeter.de/n/113160/dsds-zieht-s-nach-suedafrika
 
#97
Die Zeit ist der einzige Maßstab, der wirklich zählt. Wird man sich in 20, 30 oder mehr Jahren noch an die Gangsta-Rapper im Einzelnen erinnern?
Ja, wobei man hier wohl kleinlaut ein leider einfügen sollte. Es ist nunmal so, das die Musik mit der man mehr oder weniger sozialisiert wurde, als die Musik gilt. Und Kids von heute werden sich auch in 20-30 Jahren noch daran erinnern. Die Frage ist, ob sie das dann differenzierter tun als heute und ob dieses Erinnern auch über diesen Zeitraum hinaus geht. Da würde ich eher sagen nein. Im Moment ist halt der Rap aus seinem Nischendasein ausgebrochen, um den Kommerz zu erobern. Ich bin mir ziemlich sicher, das er ähnlich wie vor wenigen Jahren die Tekkno- und Trancemusik, auch wieder dahin zurückkehren wird. Die nächste Spartenmusik, die sich zur "Kommerzkacke" mausert, steht ja schon vor der Tür, die sogenannte schwarze Musik, sprich Gothic. Aber die verwenden zur Erzeugung ihrer Klänge immerhin fast immer richtige Instrumente, während beim Rap ja meistens nur stumpfer Computerbeat zum Einsatz kommt.

So wie in manchen Songs gerappt wird so rede ich auch nicht mit anderen Menschen - trotzdem fasziniert mich die Musik irgendwie und ich fühle mich mehr verstanden als bei so manchen Popsongs.
Das ist völlig in Ordnung und sei dir auch gegönnt. Du mußt aber im Gegenzug auch akzeptieren, dass es gerade wegen dieser Texte im Gangsterrap nicht wenige Kritiker gibt.

Die Menschen, die es hören verstehen es und für sie ist es kein Problem.
Und das ist genau der Punkt, den nicht nur ich erheblich anzweifle. Ich habe immer wieder aus verschiedensten Gründen mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Und wenn ich dann 12- und 13-jährige sehe die diese Musik hören, mitunter auch jünger, dann verstehen sie das eben nicht. Für die ist diese Musik geil, weil die halt Texte rappen, die jede Norm sprengen. Und weil sie das öffentlich tun, ist das damit legitim, womit man wiederum auch diverse Begriffe und Redewendungen aus diesen Texten in den täglichen Sprachgebrauch übernimmt, oft genug ohne genau zu wissen was man da eigentlich für Worte gebraucht.
Vor allem Kinder schauen zu solchen Künstlern auf und betrachten sie als eine Art Vorbilder. Das ist problematisch, zumal man an solche, ich sag mal "schwierige" Musik, heute dank Internet hundert mal einfacher rankommt als noch vor 20 Jahren.

Wegen der Musik sind aber nicht mehr Leute drogenabhängig oder kriminell geworden. Ich konnte immer zwischen Kunst und Realität unterscheiden.
Letzteres kaufe ich dir ab. Du bist aber nicht alle. Ersteres dürfte schwer werden zu belegen. Die Zunahme der allgemeinen Verrohung in dieser Gesellschaft, insbesondere in den sogenannten Problemvierteln, ist auch ein ganzes Stück weit dem Gangsterrap zuzuschreiben, weil dort mit dieser Musik vor allem Kindern eine Art des Umgangs miteinander suggeriert wird, die nicht gerade förderlich ist.

Es gibt allerdings auch Rap ja schon Künstler, die mindestens 10-15 jährige Karrieren auf dem Buckel haben und sich immer noch halten wie z.B. Bushido ... Prinz Pi,
Bei ersterem merkt man, dass er immer Proll war und auch immer Proll bleiben wird. Da helfen auch einzelne Stücke nichts, die aus dem musikalischen Allerlei der Bushido-Welt herausragen.
Bei Prinz Pi ist das völlig anders. Wenn man sich da Stücke aus seiner Anfangszeit als Prinz Porno anhört und das mit seiner heutigen Musik vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen. Der Mann ist inzwischen erwachsen geworden, was man auch deutlich hört. Ich persönlich halte ihn im Moment für einen der besten Rapper der Republik, wohl wissend das er auch in der Rapszene selbst nicht unumstritten ist, eben weil vor allem die Texte seiner letzten Alben durchaus intellektuell angehaucht sind und weil er insbesondere auf dem letzten Album auch mit anderen Musikgenres spielt.

An die Gesamtzuschauerzahl von damals kommt RTL nicht mehr heran. Allerdings gibt es heute zig Spartenkanäle zusätzlich, dazu Streaming-Angebote, die es damals nicht gab. "DSDS" ist für RTL eine sichere Bank,
Nun ja, wenn man sich anschaut wieviele Leute es in den ersten Staffeln allein zu den Castings zog und wie oft man heute hier und da lesen muss, dass das Casting in Stadt X, Y oder Z einfach nur ein Flop war, dann sagt das mehr aus über den Fortbestand der Show als alles andere.
Und das einzige was bei DSDS online zieht ist der Youtube-Kanal, weil das nervige und mit Werbung überflutete TVNow auch für sehr tolerante Zuschauer nur schwer zu ertragen ist.
Im übrigen findet der Auslands-Recall 2020 in Südafrika statt. Und dort wird auch schon gedreht.
http://www.quotenmeter.de/n/113160/dsds-zieht-s-nach-suedafrika
Das man überhaupt ein Auslands-Recall machen muss, sagt erst recht jede Menge über das schwindende Interesse an DSDS in dessen Heimatland aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
#98
Das kann ich aber nur von Lied zu Lied machen, weil ich nicht davon ausgehen kann, daß die Menschen, die beim nächsten Mal einschalten, zu 100 % mit denen identisch sind, die beim letzten Mal reingehört haben. Also - wenn ich beim nächsten Mal nochmal was spielen soll oder will, muß ich diese Erklärungen ein weiteres Mal liefern. Wenn nun Musik mit Texten laufen soll, die provokant sind und sein sollen, aber nicht so gemeint sind, dann hätte ich im Vorfeld gerne gewußt, WIE sie gemeint sind und wie ich das den Hörern klar machen kann, ich kann sie nicht unvorbereitet auf die Lieder loslassen, weil sie sich dann automatisch bei mir beschweren, was ich dafür 'ne Kacke laufen lasse.
Schwierig.. klar will man auf der einen Seite es den Leuten recht machen aber das Radioprogramm immer nur auf den durchschnittlichsten Durchschnittshörer abzustimmen bringt ja auch nichts weil man es damit aber auch nicht jedem recht machen kann. Ich fühle mich z.B. total gelangweilt bei dem aktuellen Programm da eben viel zu viel gesendet wird auf den großen Sendern was nur noch zur Berieselung dient. Es läuft quasi als Hintergrundgedudel und man muss sich gar nicht anstrengen auch mal darüber nachzudenken. Beim Rap gibt es z.B. viele Wortspiele aber die würden wiederum die Nicht-Raphörer gar nicht verstehen weil sie die Slangwörter, Jugendwörter, Übernahmen von Wörtern aus anderen Sprachen (meine damit nicht Englisch) oder Abkürzungen gar nicht kennen.


Da wär' ich vorsichtig. Für mich ist diese Gangsta-Rap-Geschichte vor allem irgendeine dumme Räuber-und-Gendarm-Geschichte, die vor Oberflächlichkeit und dummen Aussagen strotzt und Jugendliche damit anzieht. Ich will nicht sagen, daß die damit automatisch drogensüchtig oder kriminell werden. Aber sie bekommen dumme Ideen vorgesetzt, über die sie vielleicht anders denken, wenn sie nicht so sehr geerdet sind, und leider ist das in Zeiten von Eltern, die immer weniger für ihre Erzeugnisse Zeit haben, nicht mehr unbedingt der Standard.
Das Restrisiko wird immer da sein aber ich weiß nicht wie man das anders regeln könnte. Verbieten wird man es nicht können, da die Szene so groß ist, dass sie einfach nicht mehr wegzudenken ist und es war ja schon immer so, dass ein FSK 16 oder FSK 18 Hinweis schon bei Spielen und Filmen, die 13 oder 14 jährigen nicht davon abgehalten hat es trotzdem zu spielen bzw. anzuschauen.

Würde ich so nicht sagen wollen. Ich schreibe einen ähnlichen Effekt den Künstlern wie den Amigos oder den Klostertalern zu. Mir kann keiner erzählen, daß heutzutage die jungen Kiddies sich mit den älteren Jahrgängen um die Ergüsse der Amigos oder der Klostertaler kloppen. Die älteren Jahrgänge haben wahrscheinlich nur ein paar Euro mehr auf der hohen Kante, um in Zeiten, wo man relativ wenig finanziellen Erfolg braucht, um in die Charts oder in irgendwelche preisverdächtige Kreise zu geraten, einfach ein bißchen stärker das Pendel zum Ausschlagen zu bringen.
Wer die Amigos oder die Klostertaler hört bleibt mir ein Rätsel. Ich persönlich fühle mich wohl 40-50 Jahre zu jung um das zu hören aber sie haben wohl irgendwie ihre Zielgruppe. So wie Rap seine Zielgruppe hat.


Ja, wobei man hier wohl kleinlaut ein leider einfügen sollte. Es ist nunmal so, das die Musik mit der man mehr oder weniger sozialisiert wurde, als die Musik gilt. Und Kids von heute werden sich auch in 20-30 Jahren noch daran erinnern. Die Frage ist, ob sie das dann differenzierter tun als heute und ob dieses Erinnern auch über diesen Zeitraum hinaus geht. Da würde ich eher sagen nein. Im Moment ist halt der Rap aus seinem Nischendasein ausgebrochen, um den Kommerz zu erobern. Ich bin mir ziemlich sicher, das er ähnlich wie vor wenigen Jahren die Tekkno- und Trancemusik, auch wieder dahin zurückkehren wird. Die nächste Spartenmusik, die sich zur "Kommerzkacke" mausert, steht ja schon vor der Tür, die sogenannte schwarze Musik, sprich Gothic. Aber die verwenden zur Erzeugung ihrer Klänge immerhin fast immer richtige Instrumente, während beim Rap ja meistens nur stumpfer Computerbeat zum Einsatz kommt.
Ich denke nicht, dass es nur eine kurze Phase ist, dass der Rap so erfolgreich ist. Es wird wohl sein, dass in ein paar Jahren die Top 100 Charts aus weniger Rapsongs bestehen aber, dass es so sehr verschwindet wie sagen wir mal NDW oder Eurodance wird wohl nicht eintreffen. Damals bei der Technomusik sind leider viel zu viele Leute auf den Erfolgszug aufgesprungen obwohl sie großartig nichts mit der Musik zu tun hatten. Da gab es die kuriosesten Sachen wie z.B. Figuren aus der Sesamstraße mit Liedern auf Technobeats oder Politiker, die sich zu Promozwecken auf Wägen von Loveparadeveranstaltungen fotografieren lassen haben.


Letzteres kaufe ich dir ab. Du bist aber nicht alle. Ersteres dürfte schwer werden zu belegen. Die Zunahme der allgemeinen Verrohung in dieser Gesellschaft, insbesondere in den sogenannten Problemvierteln, ist auch ein ganzes Stück weit dem Gangsterrap zuzuschreiben, weil dort mit dieser Musik vor allem Kindern eine Art des Umgangs miteinander suggeriert wird, die nicht gerade förderlich ist.
Letzteres kaufst du mir ab? Ersteres nicht? Also gehst du schwer davon aus, dass ich ein Junkie bin und mich ständig besaufe? Wieso sollte es so schwer zu belegen sein? Wenn es danach geht müssten ja alle Raphörer auch riesiges Drogenproblem haben oder Menschen, die Horrorfilme schauen zu potenziellen Serienmörderb werden was aber mit Nichten der Fall ist. Ich habe mit Drogen nichts am Hut, lehne Gewalt ab und habe auch keine kriminelle Vergangenheit. Die Musik spricht mich an aber war nie ein Ventil dafür die Aussagen mancher Texte wörtlich zu nehmen. Ich bin auch nicht der Prototyp des Raphörers, der sich nur auf Rap konzentriert aber ergreife das Wort dafür weil die Musik zu sehr missverstanden wird. Eigentlich komme ich ja wie mein Nickname (da_hooliii abgeleitet von dem DJ DA Hool) verrät aus dem elektronischen Bereich.

J

Bei ersterem merkt man, dass er immer Proll war und auch immer Proll bleiben wird. Da helfen auch einzelne Stücke nichts, die aus dem musikalischen Allerlei der Bushido-Welt herausragen.
Bei Prinz Pi ist das völlig anders. Wenn man sich da Stücke aus seiner Anfangszeit als Prinz Porno anhört und das mit seiner heutigen Musik vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen. Der Mann ist inzwischen erwachsen geworden, was man auch deutlich hört. Ich persönlich halte ihn im Moment für einen der besten Rapper der Republik, wohl wissend das er auch in der Rapszene selbst nicht unumstritten ist, eben weil vor allem die Texte seiner letzten Alben durchaus intellektuell angehaucht sind und weil er insbesondere auf dem letzten Album auch mit anderen Musikgenres spielt.
Dennoch war Bushido für viele seiner Hörer ein gewisses Sprachrohr und hatte seinen Einfluss auf die nachfolgende Generation. Ich weiß nicht wie es sein wird wenn er irgendwann mal 50 sein wird. Da wird er wohl kaum sein Image noch glaubhaft rüberbringen können. Er ist aber im Laufe der Zeit zumindest in seinen Texten etwas "harmloser" geworden. Ähnlich gilt es für den von dir angesprochenen Prinz Pi oder auch für einen Sido. Gerade Sido schafft es ja noch einen gewissen Spagat zu schaffen um alte Hörer nicht zu verärgern (die auch älter geworden sind) und auch neue Hörer dazu zu gewinnen indem er z.B. auch in seinen neuem Album jetzt angesagte neue Rapper wie Apache 207 oder Samra auf sein Album bringt. Noch dazu holt er auch den ein oder anderen klassischen Radiohörer ab (Zusammenarbeiten mit z.B. Adel Tawil, Andreas Bourani oder aktuell Johannes Oerding).

Nun ja, wenn man sich anschaut wieviele Leute es in den ersten Staffeln allein zu den Castings zog und wie oft man heute hier und da lesen muss, dass das Casting in Stadt X, Y oder Z einfach nur ein Flop war, dann sagt das mehr aus über den Fortbestand der Show als alles andere.
Und das einzige was bei DSDS online zieht ist der Youtube-Kanal, weil das nervige und mit Werbung überflutete TVNow auch für sehr tolerante Zuschauer nur schwer zu ertragen ist.
Also beim Supertalent z.B. ist es ja mittlerweile sogar nicht selten der Fall, dass Zirkusartisten oder auch Sänger aus dem Ausland "eingekauft" werden nur um den Leuten überhaupt noch was bieten zu können.

Ich weiß bei DSDS oft nicht woher sie noch diese hohe Zahl an Teilnehmern herhaben. Angeblich sind es ja immer noch viele tausend, die sich dort bewerben aber die Sendung ist bei jüngeren Leuten ja schon ziemlich unten durch bzw. gar nicht mehr so interessant. Vorallem weil man sich doch heutzutage im Internet durch Social Media viel einfacher einen Bekanntheitsgrad aufbauen kann und bei DSDS der "Castingshowteilnehmer"-Stempel auch nichts gutes ist weil man schnell verbraucht ist nach dem mittlerweile schon sicher zu erwartenden fehlenden Erfolg.

Auf YouTube und TVNow läuft es tatsächlich noch gut - das gilt allerdings für viele RTL Formate. Die allgemeine Zuschauerzahl im Fernsehen ist weit weit weg von den "großen Zeiten" als sich viele Menschen vor den Fernseher gesetzt haben und mitfieberten. Ok, das liegt zum Teil auch daran, dass weniger Leute noch lineares Fernsehen schauen.
 
Oben