Deutschlandradio kündigt Abschalttermine für LW, MW und UKW an


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iro

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der Intendant hätte statt auf DAB+ auf die Mittelwelle setzen sollen?
Als Rundfunksender jetzt noch auf die MW zu setzen wäre, den Blick nach hinten statt nach vorne zu richten.

Da könnte die Automobilindustrie entsprechend auf dieses Fahrzeug setzen...


Es geht bei der Abschaltung der MW/LW weder um Geld noch um Reichweite oder Klangqualität (das war den AM-Hörern jahrzehntelang ziemlich egal), sondern ausschließlich um Politik.
Um Reichweite geht es dabei sicher nicht, um Qualität schon. Das, was den fast schon ausgestorbenen AM-Hörern relativ egal war, ist dem verwöhnten Hörer von heute keineswegs mehr egal, sondern schon Ausschlusskriterium überhaupt einzuschalten.
Um Politik geht es dagegen schon: es geht darum, EIGENE und zukunftsträchtige (darin eingeschlossen: möglichst kostengünstige) Übertragungswege zu haben und keinem anderen (Telcos) den Schlüssel zu überlassen.
 

FeTAp61

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[...]
Um Reichweite geht es dabei sicher nicht, um Qualität schon. Das, was den fast schon ausgestorbenen AM-Hörern relativ egal war, ist dem verwöhnten Hörer von heute keineswegs mehr egal, sondern schon Ausschlusskriterium überhaupt einzuschalten.
[...]
Und weil die verwöhnten Hörer so anspruchsvoll sind, kaufen sie sich dann eines dieser supergünstigen DAB-plus-Radiogeräte für weniger als 100 €, mit großen Stereolautsprechern und dem berühmten CD-ähnlichen HiFi-Klang.
 
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iro

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Und weil die verwöhnten Hörer so anspruchsvoll sind, kaufen sie sich dann eines dieser supergünstigen DAB-plus-Radiogeräte für weniger als 100 €, mit großen Stereolautsprechern und dem berühmten CD-ähnlichen HiFi-Klang.
Vielleicht auch das. Vor allem haben sie sich aber ALLE bereits jetzt ein UKW-Radio zugelegt (welches vielleicht sogar einen MW-Teil hat, der niemals benutzt wird) und hören dort, wenn es irgendwie möglich ist. Und wenn das nicht möglich ist, schalten sie das Gerät aus oder hören einen anderen Sender. Nur auf die Idee mit der MW kommt keiner...
 
Da könnte die Automobilindustrie entsprechend auf dieses Fahrzeug setzen...


So etwas gibt es heute nur noch in Nordkorea. Dort fahren einige PKW noch (oder besser gesagt: wieder) mit Holz.

Als Rundfunksender jetzt noch auf die MW zu setzen wäre, den Blick nach hinten statt nach vorne zu richten.
Ich wäre dafür, das Mittelwellenband wieder zu beleben. Aber bitte in DRM+, kein AM.
Wenn, dann digital; alles andere ist nicht mehr zeitgemäß.
 
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matsche

Gesperrter Benutzer
So, hier mal ein wenn auch älterer Zusammenschnitt von MW.
a) Smoothie-Radio 1152
b ) Absolute Radio 1215
c ) 'was aus Köln 549
d ) noch'was aus Köln 720

Und jetzt nochmal die Frage : Warum wird die MW in GB aktzeptiert, und warum nicht in DL ?
 

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astranase

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Programmtip zum Thema:
Heute Abend (17.12.2015) 18.40 Uhr im Deutschlandfunk in "Hintergrund" die Geschichte der Mittel- und Langwellenzeit des DLF und seine Abschaltung
 
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iro

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Und jetzt nochmal die Frage : Warum wird die MW in GB aktzeptiert, und warum nicht in DL ?
Möglicherweise aus dem gleichen Grund, aus dem auch englisches Essen in UK akzeptiert wird... (an dieser Stelle bitte ein passendes Engländer-Klischee einsetzen :D).

Anderer Grund: Programme, die nur auf MW ausgestrahlt werden und nicht auf UKW.
Das gab es zwar mit MegaRadio, Power Radio usw. auch in Deutschland, aber damit konnte man keinen mehr hinterm UKW-Empfänger weglocken.
 

matsche

Gesperrter Benutzer
Mega.Radio ? Da heulten die Moderatoren "wir sind nur auf UKW", statt den einzigen Verbreitungsweg ordentlich zu promoten. Erbärmlich ! Mammi, die Rappel klingt nicht so toll wie die anderen. Bäh.
Wer erinnert sich nicht an deren Webseite : "Es macht huijuiui, wuhuhu." Komisch : Mittelwelle ist hier bei mir sauber, ohne wuhuhuh und huihuihui. Habe ich defekte Geräte, die keine Störungen aber Sender empfangen ??

Power-Radio ? Nonstop-Umpfumpfumpf-Schleife. Die Medienanstalt sprach damals mehrfach vor. Ergebnis : Abgeschaltet.
Auch am Hörer vorbeigesendet.

Dieses "usw " Da fällt mir nur noch Trak-Radio ein. Rauschen auf der 855 ( der Grund ist bekannt ), und sonst war da nix. Morgens im Wecker zum Aufwachen ? Böse Falle. Morgens gab es nach der Zwangstrennung oft keinen Stream zu den Sendern. Auch erbärmliches Getue. Keiner der wenigen Radiomacher in Deutschland auf MW hat überhaupt eine Promotion gemacht, geschweige denn am Klang gefeilt. Was auf MW möglich ist ,wurde in Deutschland nie umgesetzt.
Wo waren die knallharten Morgenmänner bei MegaRadio ? Wo war vor allem das Alleinstellungsmerkmal ? Es ging nicht nur am Hörer vorbei, sondern am gesamten Markt .

Daher : Deckel drauf, schnell versenken und nie wieder daran denken.
 

iro

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MegaRadio hat sich ganz zu recht versenkt. Die Frage ist sowieso, ob das nicht ein reines Abschreibungsmodell war - Steuern sparen durch Geldversenkung.
Umpfumpfumpf auf MW - ohne Bass und Höhen...? Geht auch nicht. Man stelle sich vor, das würde auf üblicherweise fetten und laut aufgedrehten Boxen laufen - dazu eine athmosphärische Störung => Boxen kaputt.
Truck Radio hätte vielleicht eine geringe Chance gehabt, aber nur LKW-Fahrer als eher kleine Zielgruppe (und von denen auch nur ein kleiner Anteil) und dazu hohe Sendekosten... Hochrisiko-Investition!
 

freiwild

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Und jetzt nochmal die Frage : Warum wird die MW in GB aktzeptiert, und warum nicht in DL ?
Das dürfte vor allemn historische Gründe haben. Das UKW-Netz in Großbritannien war lange Zeit sehr lückenhaft, und darüber hinaus waren - und sind auch heute - zahlreiche Programme nur über Mittelwelle (und heute natürlich DAB), aber nicht über UKW zu empfangen. BBC Radio 1 konnte man bis Anfang der 90er nur auf Mittelwelle 24/7 hören; auf UKW gab es den Sender nur stundenweise auf den Frequenzen von Radio 2, und Radio 4 verfügte bis in die 80er-Jahre nur in England über UKW-Frequenzen.

Dafür strahlte die BBC bis Anfang der 1990er sämtliche Programme über Mittelwelle (bzw. Langwelle bei Radio 4) aus. Die Mittelwelle galt bis dahin bei der Auntie sogar als primärer Übertragungsweg, so dass für Sonderübertragungen oder Bildungssendungen die jeweiligen UKW-Netze unterbrochen wurden, während das reguläre Programm auf Mittelwelle weiterlief. Anfang der 90er musste die BBC dann einen Großteil ihrer Mittelwellenfrequenzen an den Privatfunk abgeben (und bekam als Ersatz zusätzliche UKW-Frequenzen), wo nun zusätzliche private Programme starteten, die nur hier zu hören waren, wie Virgin Radio oder Talksport. Noch vor wenigen Jahren war irgendeines der BBC-Lokalradios (ich weiß gerade nicht mehr, welches), ausschließlich über Mittelwelle zu empfangen.

Summa summarum war die Mittelwelle in UK für den Normalhörer immer schon attraktiver als hierzulande, und diese stärkere Bedeutung hat sie bis heute. Wenn man ein bisschen übertreibt, könnte man sagen, dass Großbritannien das UKW-Zeitalter übersprungen hat und gleich von Mittelwelle auf DAB umgeschaltet hat.
 
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matsche

Gesperrter Benutzer
Hm. Dagegen spricht fmscan.de UKW ist auch in GB überall nutzbar.
Das heisst : in GB un ES hat man massenattraktive Inhalte in einem zeitgemäßen Sound präsentiert.
In Doofland natürlich nicht, selbst stets in tiefer Demut den Kopf senkend."Wir können nicht anders........." Das besagt nichts über die MW an sich, die sehr wohl zeitgemäß klingen könnte und auch zeitgemäße Programme aus Doofland versenden könnte. Stattdessen kleben die Freaks an den Worten der "wie war es damals" - Sendern. Macht mal ruhig. Die "Sondersendung" des Staatsfunks und seinen MW-beleidigenden Aussagen werd ich überspringen.

Zittertat : "könnte man sagen, dass Großbritannien das UKW-Zeitalte


könnte man sagen, dass Großbritannien das UKW-Zeitalter übersprungen hat und gleich von Mittelwelle auf DAB umgeschaltet hat
r übersprungen hat und gleich von Mittelwelle auf DAB umgeschaltet hat"

Nein ! UKW ist auch in GB die Nummer 1. Die Sender, die hingegen auf DAB setzten, sind dem UKW-Funk unterlegen. Und wenn ich ein Radio mit MW-Teil am Bett habe, dann stellte ich z.B. die 1152 ein und werde morgens zuverlässig geweck.t Mit Oldies oder so.
Das - auch das ! - war in Doofland nie der Fall.
Daher haben wir nichts, was auf DAB+ wichtig wäre. Deutschland hat nichts, alles wurde verhindert, und entsprechend kommt da einfach nicht auf den "neuen Wegen."
 
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iro

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Das dürfte vor allemn historische Gründe haben.
Die natürlich auch. Großbritannien hat 1948 gute Mittelwellen bekommen, auf denen man sich bis in die 80er Jahre ausruhen konnte. Deutschland dagegen eher Schrott, der nicht für eine vernünftige Versorgung des ganzen Landes ausreichte, so daß man frühzeitig auf UKW ausweichen musste. Sondersendungen liefen in späteren Jahren nur auf der MW, dafür die 2 Fussballhalbzeit auf UKW. Also alles mit umgekehrten Vorzeichen als in UK.

Daher haben wir nichts, was auf DAB+ wichtig wäre.
Wir hatten mal was auf DAB+, was "wichtig" war (zumindest für viele): 90elf
 

matsche

Gesperrter Benutzer
Wäre 90elf statt "deutschlandradiokulturberlinblabalbla" auf Sendung gegangen, bzw : Hätten die Politiker dies ermöglicht , so wäre 90elf heute in aller Munde. Ich habe diese Leute nicht gewählt.

90elf auf 96,5 imn Ruhrgebiet, das wäre etwas gewesen. Kommt nicht, da es erfolgreich sein könnte.
Um meine letzte Aussage zu verstehen, muss man den gesamten Mediensermon verstehen. Hat nix mit Hirn zu tun.

Sagen wir es so : Deutschland hat es wieder einmal vergeigt. In diesem Fall die Mittelwelle.
 
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freiwild

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Zittertat : "könnte man sagen, dass Großbritannien das UKW-Zeitalter übersprungen hat und gleich von Mittelwelle auf DAB umgeschaltet hat"

Nein ! UKW ist auch in GB die Nummer 1.
Natürlich war das bewusst übertrieben formuliert. Und der Radiokonsum heute ist auch in Großbritannien nicht mehr der gleiche wie vor dreißig Jahren. Gleichfalls hat sowohl die Mittelwelle - immer noch - als auch DAB eine größere Bedeutung als in Deutschland, und dafür UKW eine geringere.

Wäre 90elf statt "deutschlandradiokulturberlinblabalbla" auf Sendung gegangen, bzw : Hätten die Politiker dies ermöglicht , so wäre 90elf heute in aller Munde.
Das ist aber wieder eine andere Geschichte. Du, @matsche, hättest Frequenzen statt ans Deutschlandradio an den Privatfunk gegeben; gestern hat @schneeschmelze noch genau gegenteilig analysiert, dass man UKW-Frequenzen statt dem Privatfunk lieber dem Deutschlandradio hätte geben sollen. Das sind aber alles Debatten a) von vorgestern und b) keine, über die die Geschäftsführung des Deutschlandradios zu entscheiden hatte. Ich könnte dazu auch was sagen, aber das ist nicht das Thema dieses Threads. Das Thema dieses Threads ist die Abschaltung der DLF-Mittelwellen zum Ende des Jahres 2015, und diese ist aus Sicht des Hörers klar zu begrüßen, weil mit ihr der Vollausbau des DAB-Netzes verbunden ist.

UKW wird das Raffgierige DeutschlandRadio nie abschalten
Wie man hört, will das DRadio schon in drei Jahren die ersten Klein(st)frequenzen abschalten.
 
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astranase

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Danke Dir, bei diesen Geräuschen musste ich mir Mühe geben im hier und jetzt zu bleiben.
Es ist schon erstaunlich was die MW aus Stimmen macht.
Ich höre die Nachrichten im DLF als meine Hauptinformationsquelle seid dem 21. August 1968 als die CSSR besetzt wurde und ich einfach nicht verstehen konnte wieso ein Kommunistischer Staat in einen anderen roten Staat einmarschierte und wir damals in unserer Dorfgemeinschaft dachten der Krieg sei ausgebrochen weil es hieß "die Russen marschieren ein" ... wo hinein wusste keiner und Dorforiginale wussten zu berichten ... "die schießen immer feste über die Grenze rüber und nüber".
Nichts genaues wusste in den ersten Stunden keiner bis man die ersten Informationen aus dem Deutschlandfunk über Mittelwelle hörte.
Ich war damals 13 Jahre und wollte nie wieder von so was überrascht werden.
 
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Hendrik

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Danke Dir, bei diesen Geräuschen musste ich mir Mühe geben im hier und jetzt zu bleiben.
Es ist schon erstaunlich was die MW aus Stimmen macht.
Ich höre die Nachrichten im DLF als meine Hauptinformationsquelle seid dem 21. August 1968 als die CSSR besetzt wurde und ich einfach nicht verstehen konnte wieso ein Kommunistischer Staat in einen anderen roten Staat einmarschierte und wir damals in unserer Dorfgemeinschaft dachten der Krieg sei ausgebrochen weil es hieß "die Russen marschieren ein" ... wo hinein wusste keiner und Dorforiginale wussten zu berichten ... "die schießen immer feste über die Grenze rüber und nüber".
Nichts genaues wusste in den ersten Stunden keiner bis man die ersten Informationen aus dem Deutschlandfunk über Mittelwelle hörte.
Ich war damals 13 Jahre und wollte nie wieder von so was überrascht werden.

Als Kind der 80er Jahre muss zugeben, dass ich vor 1990 so gut wie nie den DLF gehört habe, obwohl er auch bei uns auf Mittelwelle zu empfangen war. Westsender auf UKW kamen wegen Tallage überhaupt nicht ran, und so lief bei uns oft der Berliner Rundfunk. Sendungen wie "Helgas Top-Musike", "7–10 Sonntagmorgen in Spreeathen“ und "He, he, he, Sport an der Spree" klingen mir noch im Ohr. Und natürlich hörte ich viel DT64.
Aber mal wieder on topic. Heute geht es beim DLF, um 17:05 Uhr, in der Sendung "Markt und Medien" um die mediale Bedeutung der Mittelwelle.
 

westsound

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Und ich kenne wirklich niemand, der Radio (noch) über Mittelwelle hört. Nochmals: Niemand.

Doch. Hier ist einer. Berufsbedingt sitze ich fünfmal die Woche 13 Stunden im Auto, und da läuft nicht immer nur WDR 2/4. Regelmäßig höre ich: France bleu Alsace 1278 (leider auch nur noch bis Jahresende), RTL Radio (dito), BBC five live (Sport), Gold AM 1548 (Oldies) und RTL France auf LW 234 (bleibt erst einmal erhalten).
 

mediascanner

Benutzer
Wenig Mühe haben sich vor allem die Mittelwellenbetreiber der Landesrundfunkanstalten hierzulande leider mit dem Soundprozessing gegeben. Aus den 4,5 KHz hätte man durchaus mehr rausholen können. Da man die Hörer aber zu UKW 'nötigen' wollte, wurde der Bass (unterer Übertragungsbereich) gekillt und zusätzlich wurden die Höhen (höhere Frequenzen) gekappt, insgesamt ergab dies dann den bekannten muffigen Sound. In anderen Ländern wollte man wohl den Menschen grössere Freiheiten lassen, ihren Wellenbereich frei zu wählen und deshalb wurde versucht, einen optimalen Sound auch auf Mittel oder Langwelle zu erreichen. Hierzu gehören z.B. Irland, Grossbritannien, Spanien, damals Jugoslawien, Luxemburg und vor allem USA und Kanada (u.a. aber nicht nur aufgrund des etwas breiteren Kanalrasters). Heute will man die Leut
 
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UKWler

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Übrigens immer wieder lustig zu sehen, dass DLF wie letztes Jahr der NDR seinen Hörer klarmachen will, dass die ganze Mittelwelle abgeschaltet wird. Der erste Satz spricht Bände: Die Mittelwelle war über viele Jahrzehnte der wichtigste Verbreitungsweg für den Hörfunk. Diese Ära geht nun zu Ende.

Und die Leute von Dektor.fm scheinen ganz schlau zu sein........
 

radioon

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Anläßlich der Einstellung der Sendungen des DLF über Mittelwelle hat WDR 5 in der Sendung Leonardo einen
interessanten Beitrag unter dem Titel "Abschied von der Mittelwelle" gebracht, den man auch als Podcast anhören
oder downloaden kann.
 
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