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Die CD ist noch töter


#1
Laut dem Halbjahresbericht des Verbands der amerikanischen Tonträgerindustrie (RIAA) wird die analoge Schallplatte bis zum Jahresende die CD vom Umsatz her nach über 30 Jahren zum ersten Mal wieder übertreffen.

Daraus darf jetzt jeder lesen, was er will. Über 80 Prozent des Umsatzes machen sie sowieso längst mit Streaming.

Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Passt auch zu meinem Nutzungsverhalten, wenn auch nur halb. An CD-Umsätzen bin ich so gut wie gar nicht mehr beteiligt. Statt "wie früher" (vor allem so 1995 bis vielleicht 2010) jährlich ca. 40-50 CDs waren es in den vergangenen 5 Jahren vielleicht eine oder zwei im Jahr, und die meist auf Konzerten oder aus dem Koffer der Künstler am Bühnenrand anlässlich von Demonstrationen. Einmal kaufte ich auf der Admiralbrücke in Kreuzberg einem Musiker aus Senegal eine selbstgebrannte CD ab, die daheim nicht spielen wollte und sich als ISO-Daten-CD mit den Wave-Dateien entpuppte. Auch gut.

Mit Streaming bekommen sie mich aber auch nicht, zumindest nicht mit bezahltem Streaming. Ich habe keinerlei entsprechenden Dienste abonniert und "Musik sammeln" via Streaming oder Downloads finde ich irgendwie seltsam. Alter Mann halt.

Ich bin letztlich so gut wie ganz "raus". Ab und an spült mich Youtube an irgendeinen mir bis dato nicht bekannten Strand, zuweilen gefällts mir kurz dort (für paar Minuten) und dann ists auch wieder gut. Aktuelles (für mich) Beispiel - sogar mit Strand:


Wenn mir zwei, dreimal im Monat eine solche - für mich - Perle über den Weg läuft, reicht das vollauf. Ansonsten herrscht weitgehend Ruhe.

Weile gerade in der Schweiz und habe aus dem "sicherem Abstand" namens Glasscheibe vom Technik-Raum zum Saal einige freie Tanzabende des hiesigen momentanen Personals erlebt. Hinter Wand und Glasscheibe ists dann auch angenehme Lautstärke. Weitgehend unbekannt, was da lief, meist zwischen heftigem Metal und Elektro, offenbar ist sowas in diversen Locations in Bern angesagt, der junge Mann, der hier vom Smartphone die Abendunterhaltung machte, stammt jedenfalls von dort. Die Tracks sind dabei wohl soweit ich das verstanden habe live gestreamt und nichtmal physisch auf dem Phone. Die Playliste hat man halt. Und nen Spotify-Account.

Mit meinen eher inzwischen melodiegetränkten Tracks bekäme ich hier keinen Stich. Zu alt.

Die Anlage im großen Saal hat inzwischen einen Bluetooth-Audio-Dongle bekommen, der sich mit einem Miniklinkenanschluss letztlich den Job teilt. Der ebenfalls vorhandene Denon Profi-CD-Player? Viel zu alt und viel zu umständlich. Im kleinen Saal fand ich nach dem Umbau nun nur noch das hier vor: https://www.denonpro.com/index.php/products/view3/dn-f350 - da gibt es gar keinen CD-Player mehr. Ältere Seminarleiter schleppen manchmal noch so komische CDs an, deshalb soll ich noch nen CD-Player ranfrickeln.

Und jetzt muss ich an Talk Talk denken...
 
#3
Da mich von Bands und Einzelinterpreten immer schon mehr interessiert hat, als nur der jeweilige Hit, bleibe ich bei der CD. Die zeigt doch ziemlich viel vom Oeuvre eines Künstlers - es ist ja auch seine Auswahl - und ich bekomme ein differenziertes Bild, auch wenn ich jetzt nicht auf jeden Titel abfahre. Aber das ist wie mit dem formatierten Radioprogramm. Wenn ich nur noch die Smash-Hits kenne und nie etwas anderes vorgesetzt bekomme, dann wird mein verkümmerter Musikgeschmack auch kein Bedürfnis entwickeln, etwas anderes zu hören - ergo kann ich ja die Hits streamen, denn bei einer ganzen CD hätte ich ja unglaubliche Streuverluste. Für meinen Teil kann ich nur sagen: hoffentlich werde ich nie so reduziert, hoffentlich bewahre ich mir Lust auf Neues, Interesse an der Vielfalt und Wertschätzung für die Gesamtleistung eines Künstlers abseits seiner Hits.
 
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