• Wie aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen hervorgeht, darf kein urheberrechtlich geschütztes Material veröffentlicht werden. Zur Identifizierung von Interpret und Titel (o.ä.) dürfen jedoch Hörproben bis zu 30 Sekunden angehängt werden. Was darüber hinausgeht, können wir nicht tolerieren.

Die CD ist noch töter


#1
Laut dem Halbjahresbericht des Verbands der amerikanischen Tonträgerindustrie (RIAA) wird die analoge Schallplatte bis zum Jahresende die CD vom Umsatz her nach über 30 Jahren zum ersten Mal wieder übertreffen.

Daraus darf jetzt jeder lesen, was er will. Über 80 Prozent des Umsatzes machen sie sowieso längst mit Streaming.

Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Passt auch zu meinem Nutzungsverhalten, wenn auch nur halb. An CD-Umsätzen bin ich so gut wie gar nicht mehr beteiligt. Statt "wie früher" (vor allem so 1995 bis vielleicht 2010) jährlich ca. 40-50 CDs waren es in den vergangenen 5 Jahren vielleicht eine oder zwei im Jahr, und die meist auf Konzerten oder aus dem Koffer der Künstler am Bühnenrand anlässlich von Demonstrationen. Einmal kaufte ich auf der Admiralbrücke in Kreuzberg einem Musiker aus Senegal eine selbstgebrannte CD ab, die daheim nicht spielen wollte und sich als ISO-Daten-CD mit den Wave-Dateien entpuppte. Auch gut.

Mit Streaming bekommen sie mich aber auch nicht, zumindest nicht mit bezahltem Streaming. Ich habe keinerlei entsprechenden Dienste abonniert und "Musik sammeln" via Streaming oder Downloads finde ich irgendwie seltsam. Alter Mann halt.

Ich bin letztlich so gut wie ganz "raus". Ab und an spült mich Youtube an irgendeinen mir bis dato nicht bekannten Strand, zuweilen gefällts mir kurz dort (für paar Minuten) und dann ists auch wieder gut. Aktuelles (für mich) Beispiel - sogar mit Strand:


Wenn mir zwei, dreimal im Monat eine solche - für mich - Perle über den Weg läuft, reicht das vollauf. Ansonsten herrscht weitgehend Ruhe.

Weile gerade in der Schweiz und habe aus dem "sicherem Abstand" namens Glasscheibe vom Technik-Raum zum Saal einige freie Tanzabende des hiesigen momentanen Personals erlebt. Hinter Wand und Glasscheibe ists dann auch angenehme Lautstärke. Weitgehend unbekannt, was da lief, meist zwischen heftigem Metal und Elektro, offenbar ist sowas in diversen Locations in Bern angesagt, der junge Mann, der hier vom Smartphone die Abendunterhaltung machte, stammt jedenfalls von dort. Die Tracks sind dabei wohl soweit ich das verstanden habe live gestreamt und nichtmal physisch auf dem Phone. Die Playliste hat man halt. Und nen Spotify-Account.

Mit meinen eher inzwischen melodiegetränkten Tracks bekäme ich hier keinen Stich. Zu alt.

Die Anlage im großen Saal hat inzwischen einen Bluetooth-Audio-Dongle bekommen, der sich mit einem Miniklinkenanschluss letztlich den Job teilt. Der ebenfalls vorhandene Denon Profi-CD-Player? Viel zu alt und viel zu umständlich. Im kleinen Saal fand ich nach dem Umbau nun nur noch das hier vor: https://www.denonpro.com/index.php/products/view3/dn-f350 - da gibt es gar keinen CD-Player mehr. Ältere Seminarleiter schleppen manchmal noch so komische CDs an, deshalb soll ich noch nen CD-Player ranfrickeln.

Und jetzt muss ich an Talk Talk denken...
 
#3
Da mich von Bands und Einzelinterpreten immer schon mehr interessiert hat, als nur der jeweilige Hit, bleibe ich bei der CD. Die zeigt doch ziemlich viel vom Oeuvre eines Künstlers - es ist ja auch seine Auswahl - und ich bekomme ein differenziertes Bild, auch wenn ich jetzt nicht auf jeden Titel abfahre. Aber das ist wie mit dem formatierten Radioprogramm. Wenn ich nur noch die Smash-Hits kenne und nie etwas anderes vorgesetzt bekomme, dann wird mein verkümmerter Musikgeschmack auch kein Bedürfnis entwickeln, etwas anderes zu hören - ergo kann ich ja die Hits streamen, denn bei einer ganzen CD hätte ich ja unglaubliche Streuverluste. Für meinen Teil kann ich nur sagen: hoffentlich werde ich nie so reduziert, hoffentlich bewahre ich mir Lust auf Neues, Interesse an der Vielfalt und Wertschätzung für die Gesamtleistung eines Künstlers abseits seiner Hits.
 
#4
Laut dem Halbjahresbericht des Verbands der amerikanischen Tonträgerindustrie (RIAA) wird die analoge Schallplatte bis zum Jahresende die CD vom Umsatz her nach über 30 Jahren zum ersten Mal wieder übertreffen.

Daraus darf jetzt jeder lesen, was er will. Über 80 Prozent des Umsatzes machen sie sowieso längst mit Streaming.

Ralf
Also mich wundert ja, dass die CD z.B. auch in Deutschland überhaupt noch so lange überlebt. Es gibt kaum noch Gründe sich heutzutage für die CD zu entscheiden. Klar werden Nostalgiker schreiben, dass sie was in der Hand halten müssen und man mit dem Kauf der CD den Künstler noch mehr unterstützt aber wer hat denn heutzutage überhaupt noch einen CD-Player? Also Autos werden größtenteils ohne gebaut, PC's haben mittlerweile auch nicht mehr immer noch ein CD-Laufwerk und wenn man Unterwegs ist und Musik hören möchte ist es ja eher lästig noch CD's mit sich zu schleppen.
 
#5
Wenn wir einmal diesen Datenträger von der Musik abkoppeln, gibt es weiterhin genug Verwendung für CDs sowie DVDs, z.B. bestückt mit bildgebender Software findet es Einsatz in medizinischen Diagnosegeräten.
Habe Kunden, die sogar noch Floppys bestellen. Da ist die Beschaffung der Rohware dann eine echte Herausforderung, aber bei BASF gibt es sie noch :)
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Spotify 9,99 € im Monat für alles ;).
Mit Spotify holen sich Online-Sender bzw. -Moderatoren aber leider kein sendefähiges Material in die Stube.

Da hat es sich erübrigt. Auch der Downloadmarkt ist langsam tot und Amazon Download und iTunes haben letztes Jahr bereits angekündigt ihre Stores zu schließen aber wurde dann doch noch verlängert.
... und es gibt wirklich kaum Gründe, CDs zu kaufen ...?

Gruß
Skywise
 
#9
Mit Spotify


... und es gibt wirklich kaum Gründe, CDs zu kaufen ...?
Als Sammlerstück vielleicht aber meine alten CD's von früher verstauben eigentlich nur. Vinyls sehen vielleicht noch ein bisschen schicker im Schrank aus verstauben aber auch bei mir.

Mit Spotify holen sich Online-Sender bzw. -Moderatoren aber leider kein sendefähiges Material in die Stube.
Das habe ich auch nie beahuptet, dass man sich nur auf Spotify reduzieren soll. Ich werde auf neue Musik auch nicht ausschließlich durch Spotify aufmerksam. Stöbern im Internet, YouTube oder Empfehlungen von Freunden helfen auch.
 
#10
Als Sammlerstück vielleicht aber meine alten CD's von früher verstauben eigentlich nur. Vinyls sehen vielleicht noch ein bisschen schicker im Schrank aus verstauben aber auch bei mir.
Okay, bei mir ist es eher umgekehrt. Sachen, die ich mal runtergeladen habe, sind im Prinzip Datenmüll. Ich habe nicht den Hauch eines Überblicks über meine Downloads, ich schaue mir die Dateien auch nicht mehr an oder werde aus Namen oder Titeln nicht mehr schlau und es passiert mir ziemlich regelmäßig, daß ich Sachen doppelt runterlade, weil sie aus verschiedenen Quellen stammen und somit nicht als "bereits gekauft" angezeigt werden.
Wenn ich den Blick über Platten oder CDs schweifen lasse, fallen mir immer wieder mal Sachen ins Auge, die "man mal wieder hören könnte". Passiert bei Downloads nicht, und Zufallsgeneratoren bei der Wiedergabe sämtlicher eingelesener Musikdateien sind mittlerweile auch keine große Hilfe mehr, schätze ich nach mehr oder weniger drei Wochen regelmäßiger Enttäuschungen.

Das habe ich auch nie beahuptet, dass man sich nur auf Spotify reduzieren soll. Ich werde auf neue Musik auch nicht ausschließlich durch Spotify aufmerksam. Stöbern im Internet, YouTube oder Empfehlungen von Freunden helfen auch.
Du verstehst mich da miß, glaub' ich. Online-Radiosender oder -Moderatoren brauchen für die Wiedergabe eines Titels in einem Radiosender eine legal erworbene Kopie des Stückes, das sie senden wollen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, deckt Spotify diesen Punkt nicht in den Nutzungsbedingungen ab, so daß man runtergeladenes Material nicht für Online-Radios verwenden darf.

Gruß
Skywise
 
#11
Zustimmung für #2 von lg74
Dann:
Wenn bei A****n der Download 12,99 und die CD 7,99 Euro kostet, dann sehe ich schon einen Grund.
Richtig. Zumal...
Auch der Downloadmarkt [...] langsam tot [ist] und Amazon Download und iTunes haben letztes Jahr bereits angekündigt ihre Stores zu schließen aber wurde dann doch noch verlängert.
Heißt: A****n und Co. verlieren das Interesse an Download-Sales. Solange sie allerdings gegen andere Streaming-Dienste im Hintertreffen sind, halte ich das für keine kluge Geschäftsidee.

Dass bei Streaming-Diensten hauptsächlich diese und die Labels, weniger ausübende Künstler, Autoren und Musikverleger verdienen, dürfte inzwischen bekannt sein.
Mit Spotify holen sich Online-Sender bzw. -Moderatoren aber leider kein sendefähiges Material in die Stube.
So verbogen, wie manche Signale durch diverse Prozesse verursacht, beim Hörer ankommen, würde das auch keine Rolle mehr spielen.
 
#14
Mit "so verbogen" meinte ich, was Radiostationen im normalen Alltag mit dem Ausgangsmaterial machen. ;)

Ganz sicher bedingt eine Radioverbreitung von Streaming-Signalen von den entsprechenden Streaming-Anbietern einer rechtlichen Vereinbarung. Mir ist kein Sender bekannt, der sein Musikmaterial aus Streamingdiensten bezieht.
 
#15
Du verstehst mich da miß, glaub' ich. Online-Radiosender oder -Moderatoren brauchen für die Wiedergabe eines Titels in einem Radiosender eine legal erworbene Kopie des Stückes, das sie senden wollen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, deckt Spotify diesen Punkt nicht in den Nutzungsbedingungen ab, so daß man runtergeladenes Material nicht für Online-Radios verwenden darf.
Ich weiß es nicht genau ob eine legale erworbene Kopie des Stückes verfügbar sein muss. Wenn ein DJ sein Set z.B. spielt im Club reicht da auch wenn er es vom Streaminganbieter hat aber wie streng die Regeln für das Radio sind - keine Ahnung. Downloaden kann man nichts vom Streaminganbieter aber für den Offlinemodus speichern.

Okay, bei mir ist es eher umgekehrt. Sachen, die ich mal runtergeladen habe, sind im Prinzip Datenmüll. Ich habe nicht den Hauch eines Überblicks über meine Downloads, ich schaue mir die Dateien auch nicht mehr an oder werde aus Namen oder Titeln nicht mehr schlau und es passiert mir ziemlich regelmäßig, daß ich Sachen doppelt runterlade, weil sie aus verschiedenen Quellen stammen und somit nicht als "bereits gekauft" angezeigt werden.
Bei mir ist das Problem, dass ich auch mal unterwegs Musik hören möchte und da ist es nicht gerade praktisch CD's mit sich rumzuschleppen und wenn ich mal einen Umzug vollziehen würde, dann würden die CD's wohl im Keller landen. Eine riesige CD-Sammlung verursacht auch viel Platz und in der heutigen Zeit ist ein neuer Song oder ein neues Album beim Streaminganbieter und auch bei YouTube ab dem Tag an dem es rauskommt verfügbar und man kann es sich gleich anhören. Das hat halt alles irgendwie seine Vorurteile.

Zustimmung für #2 von lg74

Heißt: A****n und Co. verlieren das Interesse an Download-Sales. Solange sie allerdings gegen andere Streaming-Dienste im Hintertreffen sind, halte ich das für keine kluge Geschäftsidee.

Dass bei Streaming-Diensten hauptsächlich diese und die Labels, weniger ausübende Künstler, Autoren und Musikverleger verdienen, dürfte inzwischen bekannt sein.
Amazon und Apple setzen mittlerweile vermehrt auf ihre Streamingdienste. Über kurz oder lang wird es die Downloadstores nicht mehr geben. Und naja bei den Streamingausschüttungen kommt es auch drauf an wie erfolgreich ein Künstler ist. Das große Jammern kommt oft von Künstlern, die einfach zu wenig gestreamt werden. Man muss sich bewusst machen, dass man eben für 50.000 Streams keine 500 € verlangen darf - das wäre auch nicht gerecht weil man seinen ganzen Katalog an Alben und Singles verfügbar gemacht hat und sich die Leute einen Song oder Album auch öfter als 1 mal anhören. Es gibt genügen Künstler, die auch im Streamingzeitalter viel Geld mit der Musik machen können.

Aber wieviel machen diese im Gesamtmarkt aus?
Also was die Singlecharts angeht macht Streaming in Deutschland mittlerweile weit über 90 % aus, Downloads noch ein paar mickrige Prozent und Maxi-Singles 0, irgendwas Prozent.
 
#16
Also was die Singlecharts angeht macht Streaming in Deutschland mittlerweile weit über 90 % aus, Downloads noch ein paar mickrige Prozent und Maxi-Singles 0, irgendwas Prozent.
Nun ja, der Umsatz für die "Tonträgerhersteller" liegt für Singles und Alben bei Streaming bei gut 50 Prozent, bei physischen Tonträgern um die 30 %, der Rest Digitaldownload.
Ich glaube @Südfunk 3 fragte, welche Radiosender Streamingdienste anzapfen, um deren Musik zu senden. ich kenne keinen.
 
#17
Aber wieviel machen diese im Gesamtmarkt aus?
Minimalst, das gebe ich gerne zu.
Aber ohne die Leistung des ÖR-Radios schmälern zu wollen: ich bin trotzdem dankbar dafür, daß es das eine oder andere Webradio gibt, bei denen man auch Exoten abseits von Klickzahlen und Bekanntheitsgrad kennenlernen kann. Denen würde ich ungern die Existenzgrundlage entziehen wollen, indem sie keine Dateien mehr kaufen können.

Ich weiß es nicht genau ob eine legale erworbene Kopie des Stückes verfügbar sein muss.
Es muß. Erst, wenn man über eine legale Kopie verfügt, ist es möglich, darauf mit Zahlung an GEMA und GVL eine Sendelizenz "draufzusatteln". "Legale Kopie" bedeutet im Regelfall Tonträger oder käuflich erworbener Download oder vom Urheber/Vertrieb zur Verfügung gestellter Download.

Wenn ein DJ sein Set z.B. spielt im Club reicht da auch wenn er es vom Streaminganbieter hat
Also, aus dieser DJ-Szene bin ich zwar ziemlich lange draußen, aber innerlich zieht's mir bei dem Gedanken einige Organe zusammen. Will sagen: kann ich mir in dieser Form nicht vorstellen. Denn hier ist es nur wenig anders: urheberrechtlich geschütztes Materiel soll öffentlich wiedergegeben werden, heißt: man braucht eine legal erworbene Kopie des Materials, auf dem dann bei einer Veranstaltung mittels GEMA/GVL eine Lizenz "gesattelt" werden kann. Ich hab' vor fünf? Jahren noch die Diskussion mitbekommen, daß DJs, die ihre für die Show relevanten Tonträger auf eigene Rohlinge oder auf Festplatte kopieren, hierfür einen gesonderten Obolus zahlen sollen. Soweit mir bekannt, ist diese Regel auch noch in Kraft, was ein Hinweis darauf wäre, daß sich die legal erworbene Kopie nicht vermeiden läßt.

Bei mir ist das Problem, dass ich auch mal unterwegs Musik hören möchte und da ist es nicht gerade praktisch CD's mit sich rumzuschleppen und wenn ich mal einen Umzug vollziehen würde, dann würden die CD's wohl im Keller landen. Eine riesige CD-Sammlung verursacht auch viel Platz und in der heutigen Zeit ist ein neuer Song oder ein neues Album beim Streaminganbieter und auch bei YouTube ab dem Tag an dem es rauskommt verfügbar und man kann es sich gleich anhören. Das hat halt alles irgendwie seine Vorurteile.
Na ja, ich bin musikalisch oft genug in Bereichen unterwegs, bei denen das mit dem Streaminganbieter oft genug nicht der Fall ist. Weil die dazugehörigen Künstler oft genug auch viel über Eigenvertrieb regeln und somit keine Plattenfirma im Hintergrund haben, die darauf hinwirkt, daß das Material auf Apple, Deezer & Co. rauskommt *schulterzuck*. Jetzt mal ganz zu schweigen davon, daß Material von älteren CDs oder LPs ja auch nicht automatisch bei Streaminganbietern auftaucht.

Amazon und Apple setzen mittlerweile vermehrt auf ihre Streamingdienste. Über kurz oder lang wird es die Downloadstores nicht mehr geben.
Bedeutet halt automatisch, daß dann nach aktueller Rechtslage auch keine öffentliche Veranstaltung mit Konservengut mehr gefahren werden kann, weil - wer das Material nicht legal erwerben kann, der kann auch nicht für Stimmung sorgen.

Gruß
Skywise
 
#19
Also, aus dieser DJ-Szene bin ich zwar ziemlich lange draußen, aber innerlich zieht's mir bei dem Gedanken einige Organe zusammen. Will sagen: kann ich mir in dieser Form nicht vorstellen. Denn hier ist es nur wenig anders: urheberrechtlich geschütztes Materiel soll öffentlich wiedergegeben werden, heißt: man braucht eine legal erworbene Kopie des Materials, auf dem dann bei einer Veranstaltung mittels GEMA/GVL eine Lizenz "gesattelt" werden kann. Ich hab' vor fünf? Jahren noch die Diskussion mitbekommen, daß DJs, die ihre für die Show relevanten Tonträger auf eigene Rohlinge oder auf Festplatte kopieren, hierfür einen gesonderten Obolus zahlen sollen. Soweit mir bekannt, ist diese Regel auch noch in Kraft, was ein Hinweis darauf wäre, daß sich die legal erworbene Kopie nicht vermeiden läßt.
Kommt eventuell auf die Größe vom Club an. Ich stand da auch schon dahinter und habe gesehen, dass der ein oder andere DJ Spotify zur Hilfe genommen hat. Und naja in Bars und Restaurant verwenden sie ja mittlerweile auch Streaming-Playlisten als Hintergrundmusik. Die müssten ja dann alle schließen. Allerdings ist das in der heutigen Zeit auch schwierig zu definieren. Auf der einen Seite besitzt man die Musik zwar nicht aber man hat ja im Abo trotzdem dafür gezahlt und darf sie ja quasi abspielen. Dieses Gesetz wird sich auf Dauer wohl so nicht mehr umsetzen lassen.

M
Na ja, ich bin musikalisch oft genug in Bereichen unterwegs, bei denen das mit dem Streaminganbieter oft genug nicht der Fall ist. Weil die dazugehörigen Künstler oft genug auch viel über Eigenvertrieb regeln und somit keine Plattenfirma im Hintergrund haben, die darauf hinwirkt, daß das Material auf Apple, Deezer & Co. rauskommt *schulterzuck*. Jetzt mal ganz zu schweigen davon, daß Material von älteren CDs oder LPs ja auch nicht automatisch bei Streaminganbietern auftaucht.
Natürlich gibt es nicht von jedem Künstler alles auf Spotify. Gerade aus dem exotischen Bereich finde ich auch mal was nur auf YouTube und was bestimmte Remixe ist das auch der Fall. Wenn jetzt ein renomierter Künstler ein neues Album rausbringt wird das aber in der Regel auf Spotify verfügbar sein. Alte LP's findet man auch nicht unbedingt alle bei Streaminganbietern, das stimmt.

Was die Plattenfirma im Hintergrund angeht braucht man die heutzutage nicht mehr um seine Musik auf Apple, Deezer & Co. hochladen zu müssen. Ich kenne da genug Leute in meinem Umfeld, die mal aus Spass ein Album aufgenommen haben und deren Musik ohne großen Aufwand auf Streaminganbietern gelandet ist und das ohne Plattenfirma. Es gibt ja Recordjet, Tunecore, CDBaby und wie die Anbieter alle heißen und dort zahlt man einmalig eine Gebühr von ein paar Euro und dann stellen die das für einen überall digital zur Verfügung. Die Hürde sich bei einer Plattenfirma bewerben zu müssen und da Tapes hinzuschicken um irgendwie angenommen zu werden gibt es ja seit ein paar Jahren nicht mehr.
 
#20
Kommt eventuell auf die Größe vom Club an.
Die Regel müßte mir einer zeigen, die besagt "wenn der Club in der Länge 30 cm weniger hat oder 10 Leute weniger reinkriegt, interessiert es die GEMA nicht mehr, ob die Musik von einer legal erworbenen Quelle stammt." Die würd' ich mir sogar ausdrucken, einrahmen und an die Wand hängen. Über meine alte verschrammte LP- und CD-Tasche aus DJ-Zeiten.
Die Größe oder der mögliche Inhalt des Raumes spielt natürlich eine Rolle für die Summe, die an die GEMA abzuführen ist, aber nicht für die Rechtmäßigkeit der Quelle.

Ich stand da auch schon dahinter und habe gesehen, dass der ein oder andere DJ Spotify zur Hilfe genommen hat.
Glaub' ich. Ich glaub' nur nicht, daß das so in Ordnung ist.

Und naja in Bars und Restaurant verwenden sie ja mittlerweile auch Streaming-Playlisten als Hintergrundmusik. Die müssten ja dann alle schließen. Allerdings ist das in der heutigen Zeit auch schwierig zu definieren.
Das sieht Spotify selbst ein bißchen weniger schwierig zu definieren:
"Wie du in unseren Nutzungsbedingungen nachlesen kannst, ist Spotify nur zur privaten, nicht-kommerziellen Nutzung gedacht. Unternehmen (wie Radiosender, Kneipen, Restaurants, Geschäfte, Tanzschulen usw.) dürfen Spotify daher nicht öffentlich abspielen."
Quelle: "Spotify nutzen"
Nach nochmaligem Drübergrübeln: ich glaube nicht, daß das so funktioniert. Man müßte sich argumentativ an solchen Geschichten wie Radio oder Fernsehen orientieren können, da aber hier "on demand" zurechtgelegt wird, ist das eher vergleichbar mit dem Abspielen einer CD oder einer mp3-Datei, insofern würde ich hier die legale Quelle als Pflichtveranstaltung sehen. Die einzige Alternative, die mir sonst noch eingefallen ist: es handelt sich bei dieser Spotify-Liste um GEMA-freies Material.
Es gibt da zwar einen Spotify-Ableger, über den das theoretisch möglich wäre, aber ob der in Deutschland aktiv ist, sprich: ob der sich mit der GEMA geeinigt hat ... ich wage es zu bezweifeln, bin aber auch derzeit zu faul, mal tiefer in die Geschäftsbedingungen von denen einzusteigen.
Schon, aber nur im privaten Rahmen.
Dieses Gesetz wird sich auf Dauer wohl so nicht mehr umsetzen lassen.
Diese Entscheidung obliegt entweder der Juristerei oder der Legislative ... ich wäre da ein bißchen vorsichtiger. Es gibt viele Gesetze, die sich im Laufe der Zeit völlig anders entwickelt haben, als man das zu bestimmten Zeiten vermutet hat.
Was die Plattenfirma im Hintergrund angeht braucht man die heutzutage nicht mehr um seine Musik auf Apple, Deezer & Co. hochladen zu müssen. Ich kenne da genug Leute in meinem Umfeld, die mal aus Spass ein Album aufgenommen haben und deren Musik ohne großen Aufwand auf Streaminganbietern gelandet ist und das ohne Plattenfirma. Es gibt ja Recordjet, Tunecore, CDBaby und wie die Anbieter alle heißen und dort zahlt man einmalig eine Gebühr von ein paar Euro und dann stellen die das für einen überall digital zur Verfügung. Die Hürde sich bei einer Plattenfirma bewerben zu müssen und da Tapes hinzuschicken um irgendwie angenommen zu werden gibt es ja seit ein paar Jahren nicht mehr.
Ist sicher richtig, aber auch diese Möglichkeiten sind für bestimmte Leute keine Alternative und sie setzen lieber auf Eigenverlage oder auf kleine Mengen ohne einen digitalen Absatz, weil sie sich - auch gar nicht mal so zu unrecht - denken "lieber an einem Abend von einer 15-Euro-CD 10 Euro extra in die eigene Tasche gewirtschaftet als niemals einen einzigen Cent über irgendwelche Streamingdienste und keiner kauft mehr meine Tonträger".
Gruß
Skywise
 
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#21
Die einzige Alternative, die mir sonst noch eingefallen ist: es handelt sich bei dieser Spotify-Liste um GEMA-freies Material.
Es gibt da zwar einen Spotify-Ableger, über den das theoretisch möglich wäre, aber ob der in Deutschland aktiv ist, sprich: ob der sich mit der GEMA geeinigt hat ... ich wage es zu bezweifeln, bin aber auch derzeit zu faul, mal tiefer in die Geschäftsbedingungen von denen einzusteigen.
Natürlich könnten es auch GEMA freie Songs sein, da auch nicht alles bei der GEMA gemeldet ist (zum Glück nicht). Allerdings spielen trotzdem viele Bars, Restaurants oder Feste die Songs einfach nur von Spotify ab, bei denen man denkt, dass sie doch bei der GEMA sind und es ist auch immer die Frage wie intensiv jemand das wirklich nachprüft - ob da einfach jemand hinter die Boxen geht oder wo eben das Gerät steht von dem man abspielt und das wirklich dann sanktioniert.

Ist sicher richtig, aber auch diese Möglichkeiten sind für bestimmte Leute keine Alternative und sie setzen lieber auf Eigenverlage oder auf kleine Mengen ohne einen digitalen Absatz, weil sie sich - auch gar nicht mal so zu unrecht - denken "lieber an einem Abend von einer 15-Euro-CD 10 Euro extra in die eigene Tasche gewirtschaftet als niemals einen einzigen Cent über irgendwelche Streamingdienste und keiner kauft mehr meine Tonträger".
Also bei Konzerten als Merche ist das sicherlich sinnvoll aber allgemein eher schwierig. Ich kenne eben viele für die der digitale Vertrieb ein Segen ist weil die Kosten für Booklets, Pressung etc. einfach wegfallen und man für ein paar Euro an einmaliger Gebühr die Alben für immer zu Verfügung hat und wenn da keine 20 Leute dahinter stecken auf die man es aufteilen muss verdient man mit Streaming auch Geld wenn es genug Leute hören.
 
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