Die kleinen Versprecher


"In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzulanger Zeit..."

Ich hab mich gestern jedenfalls beim Hören dieser Agenturnachrichten gefragt ob IRAN und OMAN mittlerweile fusioniert haben. Vielleicht gab es da im Nahen Osten ja eine Gebietsreform und sie nennen sich jetzt URAN. In der Stunde drauf lief das übrigens genauso (falsch) wieder. Klingt ja radio-aktiv :D

(Versteh auch nicht warum die Leute immer "Lüüübien" sagen. Das Land heißt Libyen und nicht "Lybien" ! Da kommt am Anfang kein Ü beim Sprechen.)
 

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Lässt sich aber phonetisch leicht erklären, das Elend mit Lüüübien. Der Sprechaufwand, vom i zum ü zu gleiten, ist erheblich größer als umgekehrt. Der Mensch ist träge, auch in der Artikulation. Deswegen rutscht er viel lieber (Stichwort Sprechspannung) vom schweren ü zum leichter zu bildenden i als in die aufwändigere Gegenrichtung. Richtig wird es deswegen trotzdem nicht 🥴
 
Ich vermute an der Stelle gerne, dass uns das Gehirn mit seiner Fähigkeit komplett falsch geschriebene Wörter, bei denen nur Anfangs- und Endbuchstabe am korrekten Platz stehen, trotzdem zum richtigen Wort zusammenzustellen, ein Schnäppchen schlägt.
Irgendwo sieht das Auge ein Y, also muss auch irgendwo ein Ü gesprochen werden. Dass "Libüen" irgendwie nicht über die Lippen will, ist auch klar. Also wandert das Ü nach vorne. Und da ist es natürlich am völlig falschen Platz.
 
In Libyen kommt überhaupt kein Ü drin vor! Auch das Y an zweiter Stelle wird wie ein "I" gesprochen (ähnl. im Englischen, da ist Y meist auch I - Johnny, Cary, party usw.").

Das kommt ja aus dem Arabischen von "Libija" ليبيا Lībiyā [ ˈliːbijaˑ]

Korrekte Aussprache wäre demnach auf Deutsch "Libijen" [ˈliːbi̯ən]

Woher das Ü kommt ist fraglich, im englischen Raum sagt keiner "Lübia".
 
Dass "Libüen" irgendwie nicht über die Lippen will, ist auch klar. Also wandert das Ü nach vorne. Und da ist es natürlich am völlig falschen Platz.
Und was ist mit der Aussprache "Libien". Ist das nicht die eigentlich richtige Aussprache? Denn: Ein Y kann sowohl als Ü, J oder I gesprochen werden. "Libüen" hab ich noch nirgendwo gehört und das hört sich noch falscher an als "Lübien"
 
Und wo steht die Regel, dass y immer wie Ü gesprochen wird?
Diese Regel gibt es so nicht. In den meisten Fällen kann man aber davon ausgehen. „i“ kommt, wenn ich drüber nachdenke, eher in Fremdwörtern vor.

y kannst du im Deutschen je nach Situation I oder Ü sprechen.
Falls dieser Satz impliziert, daß es dem Sprecher freigestellt sei, welchen Vokal er jeweils verwendet, ist er unzutreffend. Über die einzelnen Aussprachen (für die Hochsprache) gibt der o. a. Duden Auskunft.

Falls Du Dich mit dem „y“ auf die von mir angeführte Aussprache beziehst: Im IPA-Alphabet steht „y“ für ein klassisches „üh“.
 
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Mal wieder Radio Bremen. Es hat schon seinen Grund warum das Frollein mit dem Doppelnamen seit geraumer Zeit, nur noch als LENA auftritt und sich so präsentiert. :)

Dass die aber mit einem so durchschnittlichen Typen wie dem kindlich aussehenden Marc Forster zusammen sein soll? Versteht man(n) nicht.
 

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Ich nehme derzeit sehr viel Bremen4 auf wegen den geplanten Veränderungen.

"Wie steht's beim Fußball Leipzig gegen Union?"
Laut Bremen 4 Website müsste das der unter Livereporter gelistete Jonny sein der hier den Kollegen aus der Nachrichtenredaktion verbessert (offenbar zurecht). Und wer genau hinhört entdeckt noch eine Sekunde vom Anfang von "Inner Circle-Sweat", der kurz angespielt wurde (warum und von wem auch immer). Nichts großes eigentlich aber ich fand es doch beachtlich dass der Moderator so aufmerksam war und ihm das aufgefallen ist dass da ein Zahlendreher drin war. Denkt man gar nicht dass der so genau zuhört was da an Nachrichten läuft.

Allerdings wurde der selbe Moderator paar Std.später Opfer seiner eigenen Zunge ;)
beides nichts Weltbewegendes aber irgendwie doch ganz nett für Zwischendurch, vor allem die Stichelei am Rande gegen den unsympathischen Brause-Verein ("Leider!").
 

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Gestern Abend und heute früh habe ich in mehreren Sendern gehört Deutschland hätte "mit Fünfundzwanzig zu Vierundzwanzig verloren" gg. Kroatien. Ich dachte immer mit 25:24 gewinnt man (also der Gegner in dem Fall) und wenn man verliert dann mit 24:25 (aus der Sicht Deutschlands wie das formuliert war).
 
Was hat das mit Auswärtsspiel zu tun?

München hat 4:0 in Berlin gewonnen. Aber Mönchengladbach beim FC Schalke mit 0:2 verloren...

Andersrum? Okay, dann hat Berlin daheim gegen München mit 0:4 verloren. Und Schalke besiegte übrigens zu Hause Mönchengladbach mit 2:0.

Wo gespielt wird, ist egal. Es kommt darauf an, aus Sicht welchen Vereins wir hier sprechen. Gilt auch für Länderspiele. Entweder gewinnt Deutschland 25:24 oder verliert 24:25. Egal, ob nun hier oder woanders.
 
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Alles Quatsch. Entweder Mannschaft A hat mit entweder achtundneunzig zu siebenundachtzig gewonnen oder mit drei zu vier verloren.
Gleichzeitig hat Mannschaft B entweder mit siebenundachtzig zu achtundneunzig verloren oder mit vier zu drei gewonnen.

Man kann nur nicht mit "mit Fünfundzwanzig zu Vierundzwanzig" verlieren.
 
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Zu sagen, Hertha habe gegen Bayern 4:0 verloren beinhaltet für mich ein gewisses Maß an Häme. Hertha habe gegen Bayern 0:4 verloren, hätte dagegen mich zuviel Dramatik. "Das Spiel Hertha gegen Bayern endete mit einem 4:0-Sieg für die Bayern" würde ich nehmen.
 
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Lässt sich aber phonetisch leicht erklären, das Elend mit Lüüübien. Der Sprechaufwand, vom i zum ü zu gleiten, ist erheblich größer als umgekehrt. Der Mensch ist träge, auch in der Artikulation. Deswegen rutscht er viel lieber (Stichwort Sprechspannung) vom schweren ü zum leichter zu bildenden i als in die aufwändigere Gegenrichtung. Richtig wird es deswegen trotzdem nicht 🥴
Ich muß immer wieder schmunzeln, wenn ich sowas wie oben lese und dann aus reiner Neugier in der Forensuche nachschlage. Eigentlich ging es nur um das Wort "Sprechspannung", welches mir auffiel. (Schließlich lebt der sächsische Dialekt ja praktisch vom "Potentialausgleich" beim Sprechen, wenn ich das jetzt mal so ausdrücken darf. ;)) Und siehe da, das Wort kommt wirklich nur noch ein einziges Mal im Forum vor.

Damit kommen wir zu einem Thread vom Oktober 2013, der sehr interessant ist.
https://www.radioforen.de/index.php...verschluckt-bzw-regelrecht-gefluestert.37370/

Und wie wir heute wissen, dauerte es bis zum "großen Knall" noch bis Anfang 2016: Im "Tatort" war der Ton total Mist und es hagelte massiv Beschwerden.

radioforen.de ist ein kleines Geschichtsbuch. Man muß es nur aufschlagen! ;)
 
Zu sagen, Hertha habe gegen Bayern 4:0 verloren
ist aus meiner Sicht inhaltlich einfach falsch. Weil mit 4 zu 0 Toren verlierst du nicht. Da gewinnst du. Also wenn das Spiel 4:0 für die Berliner Hertha ausgeht, hat Hertha gegen Bayern 4:0 gewonnen. Und da sie aber verloren haben, unterlag Hertha BSC mit 0:4 der Mannschaft aus München. Aber mit 4:0 zu verlieren stelle ich mir irgendwie schwierig vor. Abgekürzt hieße das nämlich:

Hertha - Bayern 4:0

Und das ist ja nicht das korrekte Ergebnis?!?!

Der Originalwortlaut der Agenturmeldung, die auf verschiedenen Stationen zu hören war:

"Lange Gesichter bei den deutschen Handballern nach einem ganz knappen Spiel: Mit Fünfundzwanzig zu Vierundzwanzig hat das deutsche Team gegen Kroatien verloren. Damit hat Deutschland kaum noch Chancen auf das Erreichen des EM-Halbfinales."

Übrigens auch so nachzulesen mit Quellenangabe "(ReCa)":
https://www.salue.de/nachrichten/message-134373.phtml

Problematisch ist aus meiner Sicht schon die Nennung der Tore in der Reihenfolge "Mit 25 zu 24" und danach als erste Erwähnung das unterlegene Team Deutschland. Das führt zu dem Missverständnis, Deutschland hätte zwar 25 Tore erzielt (weil als Erstes 25 und als Erstes Deutschland genannt wird), aber dennoch verloren!

Und das Argument mit Heim oder Auswärts spielt bei einer EM die in Skandinavien und Österreich statt findet ja wohl weder für die Mannschaft aus Deutschland noch für das kroatische Team eine Rolle! Oder sollen die Ex-Jugoslawen in k.u.k.-Österreich-Ungarn ihren Heimvorteil geltend machen???
 

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Eigentlich ist auch die Formulierung "trennten sich 0:0/1:1/2:2/usw. unentschieden" Blödsinnn, da doppelt gemoppelt. Manchmal hört man auch "trennten sich" wenn es einen Sieger gab, hier passt natürlich besser "bezwang/besiegte" bzw. "unterlag"
Kleines 1 x 1 der Ergebnisdurchgabe ;)
 
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