Die MA aus bayerischer Sicht - Antenne und B3 auf dem absteigenden Ast?


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#1
servus liebe radiofreunde und kollegen!

die ma ist es mir dann doch wert, dass ich auch mal wieder vom biergarten hier ins forum finde! ;)

zugegeben, ich musste mir schon etwas die äuglein reiben, als ich die zahlen aus bayern gesehen habe! was ist denn da bitte passiert???

ich habe es dreimal gelesen und konnte es selbst dann noch nicht recht glauben. also ging ich zum kühlschrank und holte mir erstmal ein kühles *werbepingel* paulaner weissbier raus.

und da standen sie immer noch schwarz auf weiss auf dem monitor, diese unglaublichen zahlen.

antenne bayern: 65.000 hörer weniger!
bayern 3: 96.000 hörer weniger!

also da kann man wirklich nicht mehr von leichten verlusten sprechen!

dagegen hat es bayern 1 auf ein stattliches plus von 93.000 hörern gebracht, bayern 2 hat 12.000 hörer mehr als letztes jahr und b5 aktuell immerhin ein plus von 10.000!

was hat man bei b3 und aby falsch gemacht? was wird sich wohl aufgrund dieser ergebnisse in den nächsten wochen und monaten ändern? werden köpfe rollen und wenn ja, welche? sollte man bei aby vielleicht doch mal überlegen, einen staubfänger wie wolfgang l. aus dem programm zu nehmen? oder bei b3 doch mal über ein klares konzept, das da eben nicht mehr heisst die antenne zu kopieren, nachdenken?

fragen über fragen! klar, wir können hier in diesem forum keine entscheidungen treffen, aber vielleicht können wir ja den herren in ismaning und münchen ein paar ratschläge oder tipps geben!?!?!

ich bin auf euere meinungen gespannt und freue mich mal wieder auf eine interessante, sachliche und kompetente diskussion!

bis dahin hole ich mir mal noch ein kühles *werbepingel* paulaner weissbier aus dem kühlschrank :D

euer radiobayer
 
#2
wow! soeben habe ich einen sehr interessanten kommentar von Dudelhuber in einem anderen thread gelesen! den möchte ich hier gerne zitieren:

Über Antenne kann ich nicht urteilen. Bayern 3 leidet aber daran, dass sie extrem junge Hörer verlieren. Die werden immer älter. Das Programm ist eben bei den Moderatoren zu statisch. Und es kann nicht klar formatieren, weil nach unten ein junger Sender fehlt wie im Programmbouquet des WDR mit Eins Live, wie beim RBB mit Fritz oder beim NDR mit enjoy. Deshalb hat Bayern 3 immer stärker Antenne Bayern nachgeahmt und kann so jetzt nicht von Erfolgen profitieren, die andere ö-r Sender erleben. Das Programm ist zu verwechselbar und bietet keinen Mehrwert. Wer abgelegte Moderatoren der Antenne beschäftigt (Holzmayer, Otmer, Rohrbach u.a.), dann auch noch dort ausgelaugte Comedians zu sich holt, verliert dann halt ebenso wie das Original - und noch stärker, weil das Original sich stärker erneuern kann, während die Nachmacher doppelt verlieren. Bin ja mal gespannt, wie lange die das noch weiter machen.
sehr gut dudelhuber! das nenne ich ein statement, welches der wahrheit schon sehr nahe kommt! hoffentlich lesen das auch mal die "rundfunkbeamten" von b3!
 
#3
aby ruht sich einfach zu lang auf seiner position aus. kein wunder, dass es bisher nr1 war. entweder bayrischen staatsfunk oder dieses pseudo-gedudel. man mags nich glauben, aber sooooo doof sind selbst die bayern im outback nich. was bringt antenne denn? dieses gesabbel und diese musik..... das, was in nrw, sachsen oder hh niemals funktionieren würde, das funktioniert lange auch nicht mehr in bayern. wacht auf, dort in ismaning. und holt euch eventuell auch wieder frau seitz ins boot. die war wenigstens noch normal....
 
#4
unterschied fab und ma

hallihallo,
könntet ihr mir bitte zuerst einmal den unterschied zwischen funkanalyse bayern und ma erklären. schließlich hat vor allem bayern3 bei der fab gewonnen! - wie sind diese unterschiede zu erklären? -
reizwort: 'beamtenfunk': dieser verstaubte begriff ist definitiv verstaubter als das verstaubte bayern3 (wiederholungen als stilmittel ;)). was ist denn genau 'beamtenfunk'? dann ist ja wohl aby auch 'beamtenfunk' wenn b3 aby kopiert? oder wie?
ich finde es gut, dass eine gewisse einheitlichkeit im sender festzustellen ist, wobei sich die moderatoren - da kann man dagegen sagen, was man will - doch von einander unterscheiden! -
dieses mal wird dem br vorgeworfen, nicht formiert zu sein, das nächste mal wieder anders rum!
doch nun wieder zurück zur eingangsfrage: was für auswirkungen haben fab bzw. ma?
 
#6
Zunächst möchte ich mal meine Freude darüber ausdrücken, dass Radiobayern hier wieder schreibt! Danke!
Mir fällt es schwer diese Zahlen zu verstehen! Ich persönlich bin eben immer noch der Meinung, dass Antenne Bayern ein sehr professionelles und sehr gutes Programm macht! Wie kommen also diese, auf den ersten Blick, doch sehr hohen Verluste zustande? Und natürlich zwingt sich mir auch mal wieder die, garnicht so unwichtige, Frage auf, ob diese Erhebungen eigentlich wirklich repräsentativ und glaubwürdig sind! Entsprechen sie wirklich der Realität? Ich lehne mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster und zweifle dies an! Fakt ist jedoch, dass die Sender in den kommenden Monaten mit diesen Zahlen arbeiten müssen und es nunmal das wichtigste Bewertungskriterium ist! Trotzdem bin ich der Meinung, dass es ein folgenschwerer Fehler ist, jetzt alles über den Haufen zu werfen und die Programme von Grund auf zu ändern! Klar! Wenn man die Tausender-Zahlen sieht, ist es ein herber Verlust. Aber ich schau mir dann doch lieber die prozentuale Veränderung an! Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass es im nächsten Jahr wieder bergauf geht! Es ist doch immer ein Auf und Ab! Ich glaube, dass man mit drastischen Veränderungen mehr kaputt macht, als man gewinnt! Die sogenannten Stammhörer werden durch tiefgreifende Reformen oft vergrault! Und letztendlich sind diese Hörer ein sehr wichtiges Potenzial!

Wir sehen (lesen) uns bei der nächsten MA! :D

Gruß in die Szene!

Markus
 
#7
@markus: bist du DER markus von aby? dann wäre mir auch alles klar. hat die gehirnwäsche also bei dir funktioniert.
ich weiss nicht, was passieren würde, wenn ein sender dieses aby-programm in einem anderen bundesland bringen würde. es wäre der reinste reinfall! und da helfen auch keine internen anfeuerungen a la " wir sind die nummer eins, arbeite auch so ".
aby hatte nen sechser im lotto. was wäre zum beispiel, wenn radio ohr auf der frequenz von aby senden würde? dann wäre radio ohr DIE nummer eins..... hochmut kommt vor dem fall.
 
#8
@ Kenzo

Nein, ich bin der Markus von 98.6 Charivari in Nürnberg! Kann man in meinem Profil auch nachlesen! Bin einer der Wenigen hier, die unter ihrem echten Namen schreiben und sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken. Habe also mit der Antenne rein garnix zu tun! Okay, ich kenne dort ein paar Leute, bin aber deshalb nicht befangen! Was ich hier geschrieben habe, ist meine persönliche Meinung!

Und wer bist Du? :D
 

RayShapes

Gesperrter Benutzer
#9
Hallo Pallek,
aus aktuellem Anlass habe ich schon mal ne Flasche Sekt (Etikett überklebt und deswegen kein *Werbepingel*) geöffnet.
Wenn man die MA hier im Forum anzweifelt, bekommt man oft zu Recht die Antwort: Es ist nun mal DIE Währung!
Okay, das stimmt ja auch, aber man wird’s ja wohl noch mal anzweifeln dürfen. Was ich viel interessanter finde ist auch die Frage des wirklichen Zuhörens. Ich denke mal (als Beispiel) ein Dudelradio mit 100.000 Hörern hat vielleicht nur 5.000 wirkliche ZU-Hörer. Eine anspruchsvollere Sendung bei einem anderen Sender hat vielleicht 50.000 Hörer, davon 40.000 ZU-Hörer. Wäre das nicht sehr interessant für Werbetreibende? Doch wer misst das? Niemand! Und bis es dazu kommt, müssen wir uns leider mit der MA begnügen.

Interessant fand ich auch die These, dass es ja offensichtlich beim Bayerischen Rundfunk kein Jugendprogramm gibt, weswegen die Hörer bei Bayern3 nun mal einfach so wegbrechen vom BR. Ich selbst war mal ziemlich schockiert, als mir Bayerische Jugendliche erzählten, dass sie ABY oder B3 für einen guten Jugendsender halten. Schade eigentlich!!!
 
#10
Moin,

@radiobayern: Welcome back und "Sag niemals (mehr) nie!":D

@thread:
Offensichtlich wird die MA mal wieder überbewertet. Wenn ich mir die Zahlen mal genauer ansehe, soweit das ohne direkten Einblick möglich ist und mir das Kaffesatzgelese für die bazahlten Jobs aufhebe, denke ich dass folgendes Phänomen auftritt.
Hörerverlust in der Zielgruppe bereits in Welle I. Teilweise kompensiert, bzw. nicht ersichtlich durch evtl. länger andauernde Verweildauer der verbliebenen Hörer also eine bessere Hörerbindung(dazu braucht es jetz die genauen Zahlen).

Ist nur so ein Gedanke!

Dies aber dann mit schlechtem Programm in den letzten Monaten in Verbindung zu bringen, halte ich für übertrieben. Ich gehe davon aus, dass man bei beiden Sendern schon auf dem richtigen Weg ist - ein Ausruhen, wie hier vorgebracht sehe ich nicht. Zumindest nicht als Auswirkung in dieser Welle der MA.
Interessant dürften die Prognosen sein, ob es beiden Sendern gelingt, in ihrer Kernzielgruppe den WHK stabil zu halten. Die wird sich dann erst massiv in der nächsten Welle zeigen.

Und nun mal Butter an die Fische:
Positiv verkauft sehe ich netto 14-19 bei B3 9,1% Zuwachs, während ABY 6,7% zulegt.
In 20-39 liegt die Crux - verliert doch B3 16tsd und ABY 25tsd Hörer ... wohin?
Denn und das finde ich sehr bemerkenswert ... legt man mal diese Zahlen zugrunde ... haben beide Sender wenig Probleme unten herum - vielmehr doch in der Kenzielgruppe.
Brechen wir das runter steht der BR mit -50tsd (1,9% in 20-39) gut gegenüber den Privaten da, die insgesamt 3,6% (153tsd 20-39 verlieren).

Und ob sich das stabilisiert ... und man seinem "Sendeauftrag" und somit seiner Werbekohle (kalkuliert aus iesen Zahlen) im weiteren nachkommt ... finde ich sehr spannend.



Ich komme wie gerne mal bei nährer Betrachtung am zu frühen Morgen dazu, dass die MA wirklich a) eine Auslegungsache, b) eine nette Geschichte ist.
Zwar ist sie bekanntlich das Instrumentarium um ganze Heerscharen von Analytikern am Leben zu erhalten, die Preise zu verändern und letztlich über die Köpfe aller Beteiligten zu entscheiden. Aber dem gegenüber steht immer die Art der Auslegung.

Auch einen Verlust eines soft AC Formates (20-39) in der Kernzielgruppe von 18% kann man schönreden ... geht schon und wird gut bezahlt.

Zurück in die Anstalten ...

PotA.

P.S. Hat jemand Zugriffszahlen von gestern zwischen 9:25 und 10:30 auf rms.de? Die wären viel interessanter;)
 
#11
fab vs. ma

ich versuchs nochmal:
bitte, bitte, erklärt mir doch mal GENAU den unterschied und die auswirkungen von fab und ma!
oder weiß das sonst auch keiner?
bin schon gespannt!
 
#12
Ich muss den oben gemachten Aussagen zum Teil zustimmen. Aby und B3 sind Einheitsbrei par excellence!
Wie soll ein Durchschnittshörer da Unterschiede ausmachen? Wo ist das Gesicht der Sender? Mal abgesehen von den Moderatoren...
Im Lokalen verliert B3 schon lange gegen alles was da so kommt...
Und die Idee, dass Aby mal in einem anderen Bundesland senden sollte, finde ich Klasse. Selbst wenn man mal die ganzen bayerntypischen "Witze" rauslässt, fährt die Antenne an die Wand.
 
#13
@ all

Die Diskusion ist schon nach jeder MA die gleiche.
Aber worauf kommt es denn letztendlich an?
Auf die Hörerzahl die "da" steht und nicht unbedingt auf das, wie sie zusatande kommt.

Ok, die Sender ( auch die Radiomacher) hören das nie gerne. Vor allem nicht die, die gewonnen haben, aber liegt es immer am Programm? Welchen Part spielt da das Marketing? Ich denke, dass darf man nicht unterschätzen.

Es gibt da einen Satz, über den ich mich , als ich ihn das erstemal hörte, sehr geärgert habe.

"der Konsument muss uns nicht hören, nein - er muss, wenn er gefragt wir nur sagen, dass er uns hört...."

Wenn man sich näher damit beschäftigt, dann hat dieser Satz seine Berechtigung. Werde ich per "Cati" befragt und bin evtl. kurz vorher an einem Plakat von ABY vorbeigefahren..... !?
Ihr versteht was ich meine.

Sicher ist Programm wichtig, sehr wichtig sogar, aber um "neue" Hörer zu gewinnen braucht es mehr als ein gutes Programm! Weil die angestrebten zukünftigen "Hörer" hören ja nicht wie gut man ist...
Da ist PR und Marketing gefragt! Und in Zeiten "schlechter Konjunktur" hat man wohl auch bei uns in Bayern in diesem Bereich gespart. Jetzt zeigt sich, dass es falsch war ! ?;) ;) ;) ;)
 
#14
@Finchen
Da kann ich dir ja mal total zustimmen! Zumal Marketing und PR gerade in Bayern eh nciht unbedingt auf dem höchsten Niveau sind. Weder was die Qualität noch die Quantität angeht.
"Es gibt so viel Lutscher, da muss ja nicht alles veröffentlicht werden..."
Was soll man sagen? Es ist hier eben alles etwas anders...
 
#16
Einige Erklärungen:

Die FAB gibt es einmal im Jahr, die MA zwei mal. Die FAB hat eine viel höhere Fallzahl in Bayern, deshalb ermittelt sie aussagekräftige Daten für Lokalradiomärkte auch in Regionen, in denen die bundesweite MA nur wenige Menschen befragt (also kleine Fallzahlen hat).

Die Methode ist bei beiden seit einigen Jahren die selbe, nämlich CATI (Computer Aided Telephon Interview), die Auswahl der Fälle wird nach einem Random System gesteuert (Zufallsauswahl aus den Telefonbüchern nach einem gesteuerten System).

Die unterschiedlichen Tendenzen in dieser FAB und MA sind sehr schwer zu erklären. Wie schon in einem anderen Thread erläutert, kann es sein, dass die FAB diesmal mehr Aussagekraft hat, weil ihre Befragung nicht so alt ist wie die MA, deren erste Welle ja im Herbst letzten Jahres erhoben wurde. Das heißt: Sender, die auf Verluste in der letzten MA schnell und tatkräfitg reagiert haben, haben eine bessere FAB und vieleicht auch eine bessere zweite Welle in dieser MA.

Zum Wert der MA: Mann kann über diese Methodik streiten bis zum Umfallen. Fakt ist: Sie ist noch die mehtodisch beste Art, Radio zu machen. Und sie ist die Währung, mit der Radio in Deutschland vorerst leben muss.

Vieleicht sind in ein paar Jahren andere Methoden ausgereift, die nicht einen Tag später erinnertes Radionutzungsverhalten abfragen, sondern tatsächliches Radiohören messen (über Messgeräte, die ein Personenpanel mit sich trägt).

Erfahrene Radiomacher werden mir beipflichten: Erfolgreiches Programming geschieht auf zwei Ebenen:

1.Ebene: Aktionen und Marketing, um während der MA-Phasen Bekanntheit zu erzeugen, die sich bei Befragungen in für den Sender günstiges Antworten der Befragten umsetzt.

2.Ebene Kontinuierliche Programmpflege, Umsetzung eigener Marktforschung und Off-Air Marketing und Events, um Stammhörer zu pfelgen und Neuhörer zu gewinnen. Damit nicht nur während der MA richtig geantwortet wird, sondern damit es tatsächlich viele Hörer mit hoher Hörverweildauer gibt, die in Befragungen dann einfach das angeben, was sie auch wirklich tun.

Insofern ist Radiomachen nicht ein mieses abgekartes Marketinggeholze, sondern ein klug abgestimmtes Agieren auf verschiedenen Ebenen. Und am Ende kommt es eben doch darauf an, Hörer vom eigenen Programm zu überzeugen. Ich denke, diese MA hat in einigen Häusern, gerade bei den arg gerupften Jugendprogrammen, die Macher ans Überlegen gebracht: Muss ich nicht mehr für Ebene 2, ein gutes Programm tun. Ist es vieleicht zu wenig, nur die Ebene 1, das MA-Marketing, zu bedienen.
 
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