Die Radiosender und der "Whats-App"-Wahnsinn


#27
@ndrgast
Ganz einfach weil WA in der NDR2 Zielgruppen sehr häufig genutzt wird und weil Aufwand/Handling/Kosten für WA gering sind..
Wer meint er braucht kein Social Media nutzt es eben nicht. Nur in Vorteile überwiegen: schneller, einfacher und direkter kann man nicht kommunizieren. Genau deshalb haben sich die Medien OHNE STAATLICHE FÖRDERUNG durchgesetzt. DAB, obwohl es hier fast 24/7 promotet wurde, wächst dagegen im Zeitlupentempo. Das macht Erfolg von Medien aus, sie setzen sich über einen realen Nutzen durch und das sehr schnell. Deshalb nutzen Sender WA. So einfach ist das. Aber träumt gern Eure puristischen Radioträume weiter und Grundversorgung heißt nicht Sättigung mit Kantinenfraß und Programmeinerlei.
 
#28
@Dr. Fu Man Chu
Sehe ich auch so und daher haben wir ein übereinstimmendes Fazit zu dem Thema.

Print und TV würden ohne die Nutzung der über 50-Jährigen ziemlich alt aussehen. Nur der irre TV-Konsum von Rentnern macht das Medium nicht attraktiver. Gut für die Hörzu & Co., die kaufen tatsächlich noch Programmzeitschriften. Das macht kein 25-Jähriger mehr.
Frag mal, das Fernsehen scheint auf den Trichter gekommen zu sein, sich zu Tode zu diversifizieren, um die Werbeumsätze zu retten. Beim Print hingegen sieht man weitgehend weiße Flaggen. Man hatte schon keine Lösung, als komplette Rubriken ans Web wegbrachen, mittlerweile setzt man auf Plus-Inhalte und Paywalls. Aber auch hier wird noch weiter brandgerodet.

@ndrgast
Über ein solches Internetportal hinaus, ergänzt durch Seiten zur 'Programmbegleitung', braucht es keine zusätzliche Präsenz bei FB&Co.
Schwierig, mit dem Argument der Grundversorgung eine Präsenz auf den sozialen Medien abzusprechen. Mittlerweile gehören Facebook & Co. fest zum Alltag unser aller Zeitgenossen und ich meine damit nicht nur die Jungen, sondern vor allem Best Ager, die tatsächlich bei SoMe noch zulegen. Auch die Generationen dazwischen, sind stabil in den Netzwerken verankert.

Da wird um Sprachnachrichten via WA gebuhlt. ... "Was soll das?"
Was das soll? Wie der Vorredner schon ganz korrekt erwähnte, Nutzerbindung. Oder anders gesagt, mit dem Einsatz von billigsten Mitteln kann man dem Standardhörer eine Interaktivität bieten, die sonst nur mit hohem Kosten- und Personalaufwand gewährleistet wäre. Dazu mal ein brandaktuelles Beispiel, heute ist wieder der allmittwöchliche Labertag bei B3, in dem das eingesendete Problem eines Hörers diskutiert wird. Was meinst du, wie sich Jutta, Herbert und all die anderen vor den Radios freuen, wenn deren schlecht eingesprochene Sprachnachrichten zur Diskussion eingespielt werden? Wenn der Mod WA-Nachrichten oder Kommentare aus FB vorliest? Phänomenal! Radio zum mitmachen!!1!einself

..natürlich nicht, aber das Ganze gaukelt einen engen Bezug zwischen Radio und Konsument vor, genau der Eindruck, den man erwecken will.
 
#29
Es kann dem Radio (und Fernsehen) doch nichts besseres passieren, als wenn parallel zu Sendungen oder Beiträgen in Echtzeit auf den Social Media Kanälen die Diskussionen darüber losgehen. Sorgt für Aufmerksamkeit, Relevanz und Feedback. Die Medien müssen nur noch lernen, mit dem Nachrichten- und Kommentargewitter umzugehen, das da oft über sie hereinbricht. Da sind sie leider sehr schwach - weil sie es zwar für ihr Hausrecht halten, über alles und jeden in der Welt zu berichten und zu richten, sich aber in empörte Schockstarre igeln, sobald ihnen selbst das widerfährt.
 
#30
Da sind sie leider sehr schwach - weil sie es zwar für ihr Hausrecht halten, über alles und jeden in der Welt zu berichten und zu richten, sich aber in empörte Schockstarre igeln, sobald ihnen selbst das widerfährt.
Bekanntlich sind die größten Kritiker der Elche, früher selber welchen gewesen. Journalismus und Selbstkritik ist ein vermintes Gelände. Sieht man auch gern in den Leserbriefspalten. Schreiber, die auf Fehler hinweisen oder den Autor sachlich kritisieren, werden schnell geblockt. Zumal die Forderungen die Journalisten stellen, also meist Rücktritt oder strafrechtliche Konsequenzen, bei sich selbst bei Fehlern und Versäumnissen nicht so gefordert werden. Ich sage mal nur mach mir den Relotius & Co. Aber, das ist ein anderes Thema.

Radio der Jetzzeit erfordert einen kontinuierlichen Austausch mit den Hörern über Social Media, sowie offene und ehrliche Kommunikation. Das können schon ein paar Sender, aber viele eben auch gar nicht. Die versuchen immer noch Radio der der 2000er zu machen. Wie gesagt, eigentlich ist es ganz einfach, aber nur eigentlich...
 
#32
Zuhause vielleicht nicht aber in vielen Firmen, wie zum Beispiel bei uns, wird Fax noch sehr oft genutzt.
Das ist richtig, es wird immer noch in Deutschland sehr viel Fax benutzt, besonders in Arztpraxen. Keine Ahnung warum man gerade dort so sehr daran festhält. Whatsapp als Hotline in das Sendestudio hat sich schon etabliert auf der ganzen Welt. Früher war es die 07221 2011 und heuer ist es eben Whatsapp. Kostenlos und zeitgemäß für eine smarte Gesellschaft.
 
#33
@radiobino: wir haben das FAX noch in unserem Büro stehen aber bis auf die - meist fragwürdige Werbung von „billigen“ angeboten größerer Mengen Druckerpapier und -patronen kommt hier nichts mehr an :) die schnelle und Wichtigste Kommunikation läuft tatsächlich über e-Mail, WA oder Telefon

@Dr. Fu Man Chu:
Um den offenen und ehrlichen Austausch mit den Hörern zu „pflegen“ bedarf es auch einer entsprechend ausgestattetem Redaktion die sich - nicht nur „nebenberuflich“ um diese Sachen kümmern will und nicht so wie es leider noch in den meisten Redaktionen stattfindet nebenbei schnell mal einen Satz über ein Thema als WA in die Gruppe wirft.

Leider ist die finanzielle Situation in den meisten Redaktionen aber so desolat, das für die Kommunikation mit den Hörern die Sekretärin zuständig ist. Sie hat dazu selten Zeit und keine entsprechende (journalistische / online-Redakteurs) Ausbildung.
Entsprechend fällt dann auch die Beantwortung der Hörerfragen aus. Selbstkritik oder die Beantwortung kritischer Fragen oder Anregungen bleiben leider meist auf der Strecke.
 
#34
@Audiofrosch
Das gerade die Privaten häufig ihre Redaktionen bis auf Skelett verkleinert haben, ist nun wirklich nichts neues. Ein Vielzahl von Sender schafft gerade noch Wetter & Verkehr und macht Musikmoderation. Das ist zwar gut für die Rendite, macht das Angebot immer austauschbarer. Ganz ehrlich Selbstkritik bei einigen Sendern/Redaktionen? Entweder sind sie so verstrahlt, das alles Blasphemie wäre oder da sitzen nur ein Langzeitpraktis rum.
 
#36
Interessant wie einige Sender das auf die Spitze treiben. Radio Bremen Eins spielt allen Ernstes in ihrer Gruß/Musik-Sendung solche Sprachnachrichten ein, in denen Leute ihrem Hund zum Geburtstag gratulieren und sich ein Lied wünschen - klanglich natürlich unter aller Sau und mit diversen Nebengeräuschen im Hintergrund.

Auch schön 89,0RTL verschickt jetzt MorningShow News per WhatsApp und hat dafür Promos laufen: "Die Nummer findet ihr auf 890rtl.de" Also erst mal Notebook aufklappen, Browser öffnen, online gehen, Page eingeben, durch die gesamte HP klicken, Nummer suchen... Ernsthaft??? Es hat nicht jeder immer überall mobiles Internet verfügbar! Wenn man schon die Nummer im Promo nicht ansagen will, lasst es besser gleich ganz bleiben. Der Inhalt ist den Aufwand gar nicht wert.
 
#37
Das machen doch alle Radiosender so. Wer die News haben will, findet die Nummer samt Erklärung meist an prominenter Stelle auf der Webseite. Wo ist das Problem?
 
Zuletzt bearbeitet:
#41
Keine Angst, darauf bilde ich mir nix ein. Finde es dennoch mal gut, im Konsens zu sein. Diskussionswürdig gehört ja auch hierher, ist ja ein Diskussionsforum mit verschiedenen Meinungen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
#42
In Zeiten von Brief und Postkarte hat sich vermutlich niemand darüber aufgeregt, wenn ein Sender seine Hörer aufgefordert hat: "Schreiben Sie uns eine Karte …"
Wieso sollte es also heute ein Aufreger sein, wenn aufgerufen wird: "Schreibt uns über Whats App …"
Interessanter an dem Vorgang ist m. E. die Tatsache, dass die Social Media Kanäle und die Art ihres Funktionierens Sender geradezu dazu zwingen, Kontakt- und Dialogwege anzubieten (wozu sie früher bisweilen nur unter vorgehaltener Pistole freiwillig bereit waren). Und damit eröffnet sich auch eine Chance von Kritik und kritischem Feedback, die - da öffentlich sichtbar - nicht mehr so leicht zu ignorieren sind, wie einst die lästigen Briefeschreiber.
 
Zuletzt bearbeitet:
#44
Erinnert mich an die leicht verschnupfte Rundmail von unserem Verlagsleiter an alle Redakteure, der nichts mehr von Postkarten im Zusammenhang zu Gewinnspielen lesen wollte, weil das total antiquiert sei. Das war übrigens 2008. ;)
 
#47
In Zeiten von Brief und Postkarte hat sich vermutlich niemand darüber aufgeregt, wenn ein Sender seine Hörer aufgefordert hat: "Schreiben Sie uns eine Karte …"
Wieso sollte es also heute ein Aufreger sein, wenn aufgerufen wird: "Schreibt uns über Whats App …"
Interessanter an dem Vorgang ist m. E. die Tatsache, dass die Social Media Kanäle und die Art ihres Funktionierens Sender geradezu dazu zwingen, Kontakt- und Dialogwege anzubieten (wozu sie früher bisweilen nur unter vorgehaltener Pistole freiwillig bereit waren). Und damit eröffnet sich auch eine Chance von Kritik und kritischem Feedback, die - da öffentlich sichtbar - nicht mehr so leicht zu ignorieren sind, wie einst die lästigen Briefeschreiber.
darum geht es doch nicht! Es gibt aber auch Hörer, die WhatsApp nicht verwenden. Mit dem Alter hat das nichts zutun. Daher an dieser Stelle Grüße am Chinesen!
 
Zuletzt bearbeitet:
#49
Interessanter an dem Vorgang ist m. E. die Tatsache, dass die Social Media Kanäle und die Art ihres Funktionierens Sender geradezu dazu zwingen, Kontakt- und Dialogwege anzubieten (wozu sie früher bisweilen nur unter vorgehaltener Pistole freiwillig bereit waren). Und damit eröffnet sich auch eine Chance von Kritik und kritischem Feedback, die - da öffentlich sichtbar - nicht mehr so leicht zu ignorieren sind, wie einst die lästigen Briefeschreiber.
Um das Briefeschreiben etwas einzudämmen, hat man in den 70ern möglichst voluminöse Anschriften runtergerattert, die angeblich exakt so unbedingt erforderlich waren:

„Schreiben Sie an den Westdeutschen Rundfunk, zweites Programm, Redaktion Tanzmusik, Stichwort Popmeeting, Postfach, 5000 Köln 100.“
 
Oben