Die Sprachlotterei treibt neue Blüten


Theo Koll ist auch so eine Figur, bei der man sich fragt, wie sie wohl in ihre herausgehobene Stellung im deutschen Journalismus gelangen konnte. An der Qualifikation jedenfalls kann es nicht liegen.
 
Stop, Halt und mit Bedauern zurück. Der Satz hieß wörtlich: "Das Auswärtige Amt warnt dringend, Reisende sollten das Zentrum von Barcelona weiträumig meiden". Es tut mir aufrichtig leid, unrichtig zitiert zu haben. Wie der Satz bei mir hängen blieb, ist nicht zu entschuldigen. Nochmals sorry.
 
Wie der Satz bei mir hängen blieb, ist nicht zu entschuldigen. Nochmals sorry.
Wieso, Dein Gedankengang ist durchaus nachvollziehbar. Das ist das Problem von Zitaten im Radio, besonders, wenn das Subjekt des zitierten Satzes im Plural steht.

So wie Du den Satz geschrieben hast, wäre das Zitat von Koll falsch gewesen. Vielmehr hat er aber wohl gemeint: Das Auswärtige Amt warnt dringend: "Reisende sollten das Zentrum von Barcelona weiträumig meiden". Er hat also direkt zitiert. Indirekt läßt sich der Satz schwierig zitieren. Wenn das direkte Zitat "sollten" ist, dann lautet der Konjunktiv Präsens für indirekte Zitate dummerweise eben auch "sollten".

Hätte die wörtliche Aussage "Der Reisende sollte das Zentrum von Barcelona weiträumig meiden" dann wäre das indirekte Zitat einfacher gewesen, nämlich "... warnt dringend, der Reisende solle das Zentrum von Barcelona weiträumig meiden", wobei "solle" eigentlich der Konjunktiv I von "soll" ist.
 
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@hilde, hab Dank für Deine Relativierung. Dennoch war ich dämlich genug, aus "..warnt dringend, Reisende sollten das Zentrum ... weiträumig meiden" das ähnlich klingende, aber den genau umgekehrten Sinn aussagende "..warnt, ... das Zentrum ... weiträumig zu meiden" zu posten.
 
Durchgehend hat der hr gestern in den Abendnachrichten mit der Schlagzeile "Bayern München kehrt an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga zurück" aufhorchen lassen, das hätte man zwar erwarten können bei einem Spiel gegen den HSV ;), letztlich sind sie aber immer noch Zweiter und das ist nicht "die Spitze". Wäre OnkelOtto bestimmt nicht passiert.
 
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Noch so eine Sprachlotterei, die um sich greift: Wenn in Aufsagern oder auch in Nachrichten von Millionensummen oder einer Millionenanzahl die Rede ist, dann wird der Plural "eine Million" ganz oft ignoriert und stattdessen von "einer Millionen" gesprochen. Erst dieser Tage wieder beim SWR gehört: "Wiederaufforstungsprogram mit einer Millionen Bäume ..."
 
Mir sind vor einigen Wochen in Radio-Nachrichten vier verschiedene Aussprachen des Sturms "Xavier" aufgefallen - und gleich drei verschiedene davon in den Nachrichten des Inforadio:
deutsch ("Xávier"), englisch ("Xäivier"), französich ("Xaviée"), Spanisch ("Xaviérr")
 
Mag sein. Nur: Wer iniziiert solche Lotterei? Woher stammt diese Verwendung, die dann auf den bekannten Wegen die Runde und damit den Gebrauch macht? Ist "von dem her" cooler als "daher"?

Ich wage es kaum, zu vermuten: Sollte der Sprachschatz intellektuell Benachteiligter so klein sein, dass "daher" und "deshalb" nicht deren Sprachschatz zugehörig ist und durch "von", "dem" und "her" ersetzt wird?
 
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