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Die unheimliche Macht

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 12. Oktober 2017 um 10:59 Uhr.

  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Unter dem Titel "Die unheimliche Macht" beschäftigt sich die neueste Ausgabe des Spiegel ausführlich mit Rolle, Funktion und Zustand der öffentlich-rechtlichen Anstalten ZDF und ARD:

    http://www.spiegel.de/spiegel//index-12969.html

    Dabei wird ein düsteres Bild gezeichnet: Strippenziehereien, Meinungsmache unter dem Deckmantel der Neutralität, Kostenmonster, Kundenferne ...

    Hats außer mir noch jemand gelesen?
     
  2. iro

    iro Benutzer

  3. Raumschiff

    Raumschiff Benutzer

    "Wuff, wuff!" entfuhr es dem getroffenen Hund.
     
    Maschi gefällt das.
  4. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Blöd nur das der "getroffene Hund" größtenteils Recht hat. Das Spiegel-Pamphlet ist schlecht recherchiert und scheint eher in die Kategorie "beleidigt" zu gehören, weil die ARD halt mit der Süddeutschen kungelt und nicht mit dem Spiegel.
    Die vielfache Verschwendung bei den ÖR wird nur am Rande angesprochen, die sehr fragwürdige Kooperation mit Youtube ist auch kein wirkliches Thema etc. Stattdessen blubbert der Spiegel über angeblich fehlende Einschaltquoten, was aber relativ problemlos widerlegt werden kann. Das eigentlich "unheimliche" scheint mir eher, dass der Spiegel immer mehr zum Focus wird...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2017 um 12:48 Uhr
    Funker, Skywise, HeavyRotation25 und 3 anderen gefällt das.
  5. Hab mir das Heft extra wegen der Titelgeschichte gekauft (bin deswegen extra am Sonntag von zuhause losgegangen).
    Ich finde die Grafiken ganz interessant, zum Beispiel der Anstieg der Einnahmen über die Gebühren oder wie viel Geld für Sport ausgegeben wird.

    Ich meine, RTL macht das mit dem Fußball ja auch nicht schlecht, und nur weil Sportrechte teurer werden muss der Rundfunk da ja nicht mitmachen.
     
  6. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Nun ja, RTL ist in einem nicht unerhebliche Maße mit dafür verantwortlich, dass sich Summen für Sportrechte in den letzten 30 Jahren geradezu vervielfacht haben, ebenso wie Rechteinhaber, die den Hals nicht voll genug bekommen. Das gehört auch zur Wahrheit. Wieviele der 82 Mio. Deutschen sind eigentlich in einem Sportverein organisiert? Schon allein deshalb ist es geradezu grotesk, dem ÖR die Sportberichterstattung abzusprechen. Sport ist wenn man so will ein Allgemeingut. Und als Gebührenzahler ist es mein gutes Recht, auch erwarten zu können, dass das eine oder andere Live übertragen wird. Und das RTL das besser oder zumindest genauso gut kann.... nun ja, das ist auch schon etwas länger her.

    Nachtrag:
    Fleischauer hat nochmal nachgelegt. Allerdings genauso albern wie vieles in dem Spiegel-Pamphlet selbst.
    http://www.spiegel.de/politik/deuts...k-kolumne-von-jan-fleischhauer-a-1172597.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2017 um 20:38 Uhr
  7. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Wenn ich nicht irre, ist nach den Vorrundenspiele der Fußball WM 2018 eh Schluss mit Länderspielen bei RTL, die künftigen Übertragungsrechte gehen dann wieder zu ARD/ZDF und Sky. Auch am RTL-Experten Lehmann lassen die Leute kein gutes Haar: lustlos, witzlos, fachlich auch nicht immer auf der Höhe. Egal, das ist bald Geschichte.

    Man muss den ÖR auch zugestehen, dass sie nicht um jeden Preis bis ins Unendliche mitbieten, wenn es um die Fußballrechte geht. Denn nicht nur bei den Spielern sind die Summen in die Höhe geschossen, auch die Übertragungsrechte werden immer teurer.

    Man munkelt, dass RTL sich ab 2018 nicht mehr um die Formel 1-Rechte bewirbt und dass dann die ARD interessiert wäre, die Rennen zu übertragen, ebenso die zukunftsfähige Formel E. RTL würde im Gegenzug dann die DTM Rennen exklusiv bekommen. Noch ist das nicht Fakt, könnte aber so kommen.

    Sonst gibt es nicht mehr viel zu holen, was den Sport betrifft: Handball evtl. noch, Basketball bringt keine Quoten, Eishockey läuft nur auf Spartensender und beim Tennis spielen die Deutschen auch keine allzu große Rolle mehr, Angelique Kerber befindet sich in der Rangliste im freien Fall. Ohne die Klitschkos werden die Boxkämpfe weit unter den Zuschauerschnitt fallen.

    Man kann den ÖR vieles vorwerfen, aber deren Inhalte überzeugen und bringen gute Quoten, die Privaten haben meist das Nachsehen, selbst mit ähnlichen Konzepten wie bei der ÖR-Konkurrenz. Da gibt es 2 markante Beispiele:

    - als die erste Staffel von "der Club der roten Bänder" auf VOX anlief, rotierten die Medien vor Begeisterung und die RTL-Gruppe vor Selbstbeweihräucherung. Die Quoten hingegen waren durchgehend mies, nahe eines Flops. Erklären konnte sich das keiner.

    - anders herum die Politikangebote der ÖR: die werden vom Zuschauer gut angenommen, man kann behaupten, die Leute nehmen die ÖR-Politsendungen und Diskussionen als Leitbild. Das war beim Kanzlerduell Merkel/Schulz ganz deutlich zu erkennen: obwohl ARD, ZDF, RTL und Sat1 dieses Duell zeitgleich übertrugen, schauten bei der ARD mehr Leute zu, als bei den anderen zusammen. Für mich sind die Privatsender völlig uninteressant geworden, was Politik betrifft. Zum einen haben die Privaten Politthemen jahrelang den ÖR überlassen und wirken heute dahingehend unglaubwürdig. Zum anderen haben sich die Privatsender mühsam ihr Schmuddelimage erarbeitet, was sie jetzt nicht mehr loswerden. Demnächst können sich wieder grenzdebile Landwirte bei "Bauer sucht Frau" öffentlich blamieren, danke RTL...

    Und was der Spiegel betrifft, werde ich da auch immer skeptischer: in den Wahlkampfwochen verging kaum ein Tag, an dem SPON nicht irgendeine brisante Überschrift zum Thema Flüchtlinge auf Facebook postete. Die explosiven Kommentare und Anfeindungen von linken und rechten Schreibern waren so sicher wie das Amen in der Kirche, ohne Aussicht auf Einigung. Immer die gleiche Leier und der SPON-Redaktion ging es da weniger um den Diskurs, sondern eher um das reine Klickbaiting, also die virale Aufmerksamkeit. Da hat mich der Spiegel doch sehr enttäuscht und es stimmt, das nimmt Ausmaße wie beim "Focus" an. Daher muss der Spiegel eher in den eigenen Reihen schauen und soll doch das ÖR-Bashing besser der "Bild"-Zeitung überlassen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2017 um 23:21 Uhr
    Jessie und Skywise gefällt das.
  8. chapri

    chapri Benutzer

    ARD heute: 3 (drei!!!) PM hintereinander zum "Deutschlandtrend", obwohl sich Umfragen inzwischen hin und wieder als zweifelhaft erwiesen haben... :wall:
     
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Was daran albern sein soll, erschließt sich mir nicht. Ohne mit allen Antworten einverstanden zu sein, stelle ich fest, dass die richtigen Fragen gestellt werden. Man tut den Öffentlich-Rechtlichen keinen Gefallen (sie selbst sich übrigens auch nicht), wenn man sämtliche Angriffe und Kritik als albernes Zeugs abtut. Erstens hält das von der Selbstreflexion ab und verhindert im Zweifel auch eine Korrektur von Fehlentwicklungen, zweitens ist die interessierte Öffentlichkeit (trotz häufigen Privatfernsehkonsums) noch lange nicht so blöd, dass sie nicht merkt, wo ihr Nebel ins Blickfeld gepustet wird. Und drittens provoziert eine solche Haltung ein permanentes Anwachsen aggressiver Gegnerschaft, die sich eines Tages eben auch mal in radikalen Reaktionen entladen könnten. Zur staatspolitischen Verantwortung der Öffentlich-Rechtlichen Repräsentanten gehört es eben auch, den eigenen Daseinszweck so plausibel zu formulieren und vorzuleben, dass sich all die Kritik erübrigt. Leider sind die Reaktionen und Verhaltensweisen seit geraumer Zeit aber so, dass sie die Kritik befeuern und häufig auch inhaltlich bestätigen.
     
  10. studix

    studix Benutzer

  11. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    @Mannis Fan
    Zugegeben, "albern" ist vielleicht der falsche Begriff. Es gibt eine Menge, was man an den ÖRs kritisieren kann und auch muss. Vieles von dem was im Spiegel drinsteht, ist aber leider nur sehr oberflächlich betrachtet. Und das finde ich irgendwo sehr schade. Da hätte man mehr draus machen können.
     

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