Erfahrungen mit Neumann BCM 705?


#1
Hallo in die Runde,

habe mir ein Neumann BCM 705 gegönnt und heute voller Vorfreude ausgepackt und getestet.

Leider kam ganz schnell die Ernüchterung. An meinem Interface klingt das Teil im Vergleich zu meinen TLMs einfach nur total flach, dumpf und "dünn".

Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Mikrofon? Wenn ja, wie sehen diese aus?

Danke vorab.
 
#2
Da ist die Kapsel vom Sennheiser MD 431 drin, welches wiederum die vom MD 441 besitzt, nur mit Bassabsenkung. Man könnte ein wenig mit Entzerrung arbeiten, aber im direkten Vergleich zu den Kondensatormikrofonen wird es immer typisch nach dynamischem Wandler klingen.
 
#3
Das da ein Unterschied zu den Kondensatormikrofonen da ist, damit hatte ich schon gerechnet, aber dass der Unterschied so "krass" ist...

Wäre denn das SM7B möglicherweise eine "bessere" Wahl?

Bei mir ist es aktuell so, dass ich mit den beiden TLMs in meiner Kabine arbeite und ich wollte das BCM 705 an meinem Mod-Platz verwenden, da dort der Raumklang nicht optimal ist (Jugendstilvilla mit seeehr hohen Decken). Damit ich nicht den ganzen Bereich um den Schreibtisch entsprechenden dämmen muss wollte ich gerne ein Mikrofon, dass etwas mehr verzeiht als ein Großmembraner.

Hast Du vielleicht hierfür eine geeignete Empfehlung? :)
 
#6
Wäre denn das SM7B möglicherweise eine "bessere" Wahl?
Im Vergleich zu einem Neumann? Nein.

Als Lösung für akustisch ungeeignete Räume? Ja. Das Ding ist fast taub.

Ohne einen kräftigen Vorverstärker geht da aber gar nichts, es gibt ohne PreAmp nur einen mickrigen Pegel raus.
Viele Radiosender betreiben ja wunderbar gläserne Studios, die toll aussehen, aber unerträglich klingen. Zack, SM7B rein, passt.
 
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#8
Was vielleicht (!!!) bei nicht optimaler Raumakustik gehen könnte: Neumann KMS105. Eines der besten, wenn nicht das beste Solisten-Bühnenmikrofon auf Kondensator-Basis. Hat eine ausgeprägte Tiefenabsenkung im Freifeld, will also auch aus 5-10 cm besprochen werden (und reagiert dort auch deutlich auf den Abstand mit entsprechend weniger/mehr "Wumms" in der Stimme). Es hat ca. 12 dB mehr Ausgangsspannung als das SM7B und etwa 8 dB mehr als das BCM 705. Gegenüber den üblichen Großmembranern hat man den geringeren Sprechabstand und blendet damit den Raumeinfluss wenigstens etwas aus. P48 ist freilich Pflicht.

KMS105 (oder das verwandte KMS104 mit Niere statt Hyperniere) wurde (wird?) genutzt bei YouFM, Radio Hamburg, BR Puls (da sind sie wohl inzwischen raus).

Da Du nur was von "meinen TLMs" geschrieben hast: so ein TLM 170 kann man ja auch in den Tiefen absenken, wenngleich das wohl eher als Trittschallfilter gemeint ist und nicht so derbe greift wie die eingebaute Tiefenabsenkung der Nahbesprechungsmikrofone. Versuchen könnte man es aber ja mal, auf diese Weise näher ranzukönnen. Den Schirm würde ich aber dann schon der Feuchtigkeit wegen als zwingend ansehen und nicht nur wegen der Plopperei. Aber vermutlich meinst Du kleinere TLM, bei denen man nichts schalten kann?


Ansonsten: hinter Deinen Stuhl am "Mod-Platz" links und rechts je eine selbstgebaute "bepolsterte" Stellwand könnte schon ein Anfang sein. Von da hinten kommt das meiste, was Du Dir einfängst. Von vorn - also aus Deiner Blickrichtung - eintreffender Raumschall wird durch die Richtcharakteristik des Nieren- oder Hypernierenmikrofons ohnehin deutlich gedämpft. Fürs erste greif Dir den Lieblingsmensch Deines Vertrauens, reiße die Matratze aus dem Bett, stelle sie hinter Deinen Platz, lasse sie vom Lieblingsmenschen halten und prüfe, was sich verändert.
 
#12
Danke für den schönen Hinweis mit der Matratze. ;)

Ich habe das BCM 705 retourniert, da es wohl einen Defekt hat. Sobald ich P48 zuschalte rauscht das Teil wie verrückt. Mit einem FetHead dazwischen funktioniert es zwar, aber kann bei einem 500 Euro Mikrofon ja wohl nicht sein.

Teste gerade ein paar andere Großmembraner. Soll ja nur ein kleines Co-Mod Mikro werden, daher muss es nicht unbedingt eins im Bereich um die 500 Euro sein.

Arbeite aktuell mit einem TLM 103 in meiner Kabine und einem TLM 102 am Modplatz. Klingt beides recht gut.
 
#15
Schon bewusst, dass es keine zusätzliche P48 braucht; aber ich hatte am Mixer (und übrigens auch am Interface) zusätzlich ein TLM, welches P48 braucht. Sobald P48 zugeschaltet, starkes Rauschen beim BCM 705. Lag bei beidem nachweislich am Mikrofon. Neumann-Support hat das so bestätigt.

Mit FetHead davor, welcher P48 nicht zum Mikrofon durchlässt keinerlei Problem mit dem Mic.
 
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