FA Bayern: DAB+ überflügelt Internetradio


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exhörer

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Im Übrigen ist es leider so, dass es derzeit keine seriöse Marktforschung bezüglich der DAB-Marktanteile gibt, weil die UKW-Systemerhalter das Digitalradio aus Konkurrenzgründen nach wie vor größtenteils ablehnen und munter dagegen polemisieren.

Wie schon anderweitig gesagt, die wichtigste Aussage über die Akzeptanz und Relevanz DAB+ liefert der BR selber mit der Verschiebung seiner Jugendwelle von DAB+ auf UKW und der in diesem Zusammenhang ebenfalls getätigten Aussage, wie wichtig es ist, daß es auf UKW(!!!) die (jungen) Hörer zu halten, um dem gefürchteten Generationen-Abriß zu entkommen.

Diese Aussagen sagen tausendmal mehr aus, als jede hochgerechnete Statistik oder Marktforschung.
 

ricochet

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Zurzeit ist es tatsächlich so dass vor allem reifere Hörer jenseits der 30 auf DAB ausweichen, weil sie dort Radioprogramme vorfinden, die sich noch längere Zeit als "Tagesbegleiter" eignen und in Summe betrachtet eine zumindest ansatzweise Formattiefe aufweisen, die es auf der Ultrakurzwelle in der Regel überhaupt nicht mehr gibt. Das UKW-Musikradio ist heute nur noch zum gelegentlichen Reinzappen geeignet, auf die Dauer hört das niemand mehr. Ohne ernstzunehmende Formatauffächerung geht es immer weiter bergab, und das einzige mobil uneingeschränkt verfügbare Gegenmittel heißt nun mal DAB. Wer will und kann befleißigt sich natürlich des Internets, um diesbezüglichen Entgegnungen vorzubeugen.

Nun, so ist es heute. Aber wie ist die Lage in fünf Jahren? Springt die Jugend dann überhaupt noch in nennenswertem Maße auf UKW-Angebote an? Ist die Marktdurchdringung der Digitalradios vor allem in Autos dann nicht schon recht hoch? Mit welchen neuen Applikationen und Gadgets wartet der Elektronikmarkt auf?
 
Ich habe alle Zahlen nochmal studiert und komme zu folgendem Ergebnis:

Radio ist auch im Jahr 2016 fast nur UKW. Punkt und aus.

Träumereien mit Internet bleiben Träumereien, die Webradionutzung ist angesichts der Gerätepenetration in den Haushalten mit 4,4% täglicher Nutzung unter aller Sau. Mißerfolg für IP auf der ganzen Linie. Für mich gibt es hierfür zwei Veranwortliche: Die Telkos mit ihrer Drossel-Politik. Und die blöden Kunden, die das mitmachen/akzeptieren und gar nicht ahnen, welche Möglichkeiten ihnen ihr Gadget bieten würde, wenn es echte Flatrates gäbe.

Bei DAB sieht es anders aus, es wird nicht genutzt weil viele Programme noch fehlen und die Netze noch nicht so perfekt ausgebaut sind. Würden die Veranstalter es wollen, würde es sich rasch durchsetzen. Da sie es aber nicht wollen, dümpelt und dümpelt es dahin. Und wird tröpfchenweise in den kommenden 10 Jahre vielleicht mit Ach und Krach auf 15% tägliche Nutzung kommen, wenn die KEF nicht vorher schon den Geldhahn zudreht.

Heißt aber auch: Noch fahren die großen Radiomarken mir ihrer Blockade sehr gut. Damit würgt man aber auch alle Chancen auf Weiterentwicklung des Mediums ab und schafft sich weiter selbst ab. Gut ist das nur für Spotify und Konsorten, denn die FAB sagt auch aus, das diese Dienste massiv zugelegt haben und das klassische Radio bei der Webradionutzung erstmals übertrumpft haben.
 
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Radiokult

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Gegenstromanlage schrieb:
NATÜRLICH werden die Kritiker nun wieder die 97% UKW Ausstattung mit den nun fast 17% DAB Ausstattung vergleichen, aber man kann konstatieren: Der Versuch DAB in D zu verhindern ist grandios gescheitert.
Und die letzte Aussage belegst du genau womit? DAB ist seit über 20 Jahren im Regelbetrieb und du phantasierst was von "verhindern". Albern!
Gegenstromanlage schrieb:
Die Technik setzt sich immer mehr durch. Überproportionales Wachstum, und großer Erfolg nach nur 5 Jahren.
Es hat was von schwer belustigend, wenn "DAB-Freaks" den "UKWlern" vorwerfen, dass sie sich alles nur zurechtbiegen. Die DABler tun es genauso, wie man sieht.
Gegenstromanlage schrieb:
Und daran gibt es nun nichts mehr zu rütteln, vor allem nachdem DAB in der Tagesnutzung Internetradio übertrumpft hat. Noch mal ein schöner Vergleich: Das alte DAB kam nach 15 Jahren auf einen Marktanteil von 0,1%. Jeder Blinde mit Krückstock kann zwischen 0,1 und 17% unterscheiden
Zum "alten DAB": Du machst dich gerade grotesk lächerlich. Was bot denn das "alte" DAB inhaltlich und was das "neue"? Na dämmerts?
Meine andernorts mehrfach geäußerte These zum Thema DAB findet durch die neuen Zahlen in Bayern übrigens eine klare Bestätigung. Die DAB-Infrastruktur in Bayern ist durchaus akzeptabel. Und es gibt auch wesentlich mehr per DAB zu empfangen als in weiten Teilen der restlichen Bundesrepublik. Ergo ist DAB dort in gewisser Weise auch interessant. Mehr isses nunmal nicht. In anderen Teilen der Republik wird man aber auch weiterhin keinen Blumentopf mit DAB gewinnen können, wenn erstens die Empfangbarkeit einer mittleren Katastrophe gleicht und zweitens nicht mal die örtlich gängigen UKW-Programme auf DAB abgebildet werden.
Aber mit dir darüber zu diskutieren ist ziemlich müßig, denn du gehst so oder so auf keinerlei Argumente und Anmerkungen ein. Etwas zu Hinterfragen scheint dir ohnehin ein Graus zu sein, erst Recht wenns um DAB geht. Anders läßt sich deine völlig alberne Anmerkung
Gegenstromanlage schrieb:
außer den Menschen, die den Erfolg nicht sehen wollen, weil er aus ideologischen Gründen nicht sein darf...
nicht erklären. Die wird nämlich auch durch mehrfaches Wiederholen nicht richtiger.
Ich gehöre übrigens keinesfalls zu den DAB-Gegnern, zu den Kritikern allerdings schon. Und das auch aus andernsorts inzwischen mehrfach erwähnten Gründen. Zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit DAB bist du aber entweder nicht fähig oder nicht gewillt. Insofern ist es sinnlos, sich hier oder in einem der zahllosen anderen DAB-Threads weiter zu äußern.
Bayern ist nicht ganz Deutschland. Und das gilt in vielerlei Hinsicht. DAB spielt so gut wie keine Rolle. Das ist der bundesweite Ist-Zustand seit über 20 Jahren, ob es dir gefällt oder nicht.

Nachtrag:
Gegenstromanlage schrieb:
Bei DAB sieht es anders aus, es wird nicht genutzt weil viele Programme noch fehlen und die Netze noch nicht so perfekt ausgebaut sind. Würden die Veranstalter es wollen, würde es sich rasch durchsetzen. Da sie es aber nicht wollen, dümpelt und dümpelt es dahin.
Schau an, ein Hauch von Selbsterkenntnis. Ich bin schwer begeistert! Und das ist nicht ironisch gemeint.

Gegenstromanlage schrieb:
Noch fahren die großen Radiomarken mir ihrer Blockade sehr gut.
Welche Blockade denn? Wenn ich als RUndfunkmacher auf DAB wechseln soll, sollte es doch nachvollziehbar sein, dass ich mindestens genau die gleiche Reichweite haben will wie per UKW. Und das ist nunmal nur in den seltensten Fällen gegeben. Insofern ist das Schwadronieren von Blockade ziemlich einseitiges Gerede.
 
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2Stain

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Danke für die Mühe @Gegenstromanlage , allerdings war Dein Ergebnis auch so in etwa zu erwarten.
Interessant wäre nun aber, wenn bei den Platzhirschen in Bayern ein Trend erkennbar wäre.
Gut, ABY hat laut FAB verloren, der BR ist mit dem ersten und mit dem dritten Programm wieder auf der Matte. Friede, Freude, Eierkuchen, Peter Bartsch hat es sogar auf die Homepage bei radioszene.de geschafft, Radio Arabella feiert sich selbst, usw....

Wie ist es denn nun mit der "jungen Generation", mit der potentiellen Zielgruppe 18-39?
Sind das UKW-Hörer oder sind das überhaupt noch Radiohörer?

Na ja, nach dieser FAB ist vor der nächsten MA - es darf gefeiert werden.

2Stain
 
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Peppi

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DAB+ kommt zwanzig Jahre zu spät. Hätte man früher aus dem alten DAB was Vernünftiges gemacht, sprich gescheite und vielfältige Programme und vor allem bezahlbare Geräte, wäre es mit Sicherheit was geworden, siehe über den Teich nach GB.
Heute hat man die große Auswahl dank Internet und somit Spotify und Co.
Die junge Generation interessiert sich für DAB+ einen Dreck, weil die schon längst vom Radio zu Spotify und Co. abgewandert ist, sowohl zuhause als auch mobil auf dem Smartphone.
Man schaue sich doch einfachmal mal um : die Jugend hat Stöpsel im Ohr, aber mit Sicherheit nicht, um darüber DAB+ zu hören, da ändert auch das neue Stylus 2 von LG nichts dran.
 
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ricochet

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Meine andernorts mehrfach geäußerte These zum Thema DAB findet durch die neuen Zahlen in Bayern übrigens eine klare Bestätigung. Die DAB-Infrastruktur in Bayern ist durchaus akzeptabel. Und es gibt auch wesentlich mehr per DAB zu empfangen als in weiten Teilen der restlichen Bundesrepublik.

"Bayern Plus", "BR Heimat" und das "Schlagerparadies" machen zusammen den Löwenanteil der DAB-Nutzung aus, aber diese drei Programme werden von der FA Bayern schlicht und ergreifend ignoriert. Ich frage euch: Was ist eine Marktanalyse wert, die nur einen Teil des Anbieterspektrums abbildet aber dennoch einen Allgemeingültigkeitsanspruch erhebt? Richtig, sie ist parteiisch und unseriös.

Was für ein Glück dass diese Pseudo-Erhebungen kein Mensch mehr ernst nimmt. Die Werbetreibenden lachen darüber und die breite Masse nimmt sie gar nicht erst zur Kenntnis, kauft aber trotz fehender Werbekampagne sehr wohl DAB-Radios, wie sich am Geräteabsatz unschwer ablesen lässt. Die nackten Verkaufszahlen sind das einzige Indiz, das auf den tatsächlichen Umfang der DAB-Nutzung schließen lässt.

Nur ein paar Radioleute und -foristen tanzen ehrfurchstvoll um die goldenen Kälber MA und FA, weil sie ihnen mit ihren Schmeichelergebnissen um den Bart gehen. Sollen sie doch! MA und FA sind in erster Linie PR-Instrumente der UKW-Radiobetreiber, erst in zweiter Linie entscheiden sie über die interne Verteilung der Werbeerträge. Wenn Radioleute gegen DAB anstänkern tun sie es in der Regel nur weil sie sich wirtschaftlich von der Digitalisierung bedroht fühlen.

Es wäre übrigens bald mal Zeit für eine gemeinsame Plakataktion der kommerziellen DAB-Only-Sender.
 
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WilliWinzich

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Nur ein kleiner Hinweis: es geht um die Funanalyse Bayern und nicht Brandenburg oder Niedersachsen oder MeckPom oder Österreich, wo bislang mangels regionaler Angebote sich als (potentieller) Hörer bislang auch niemand für DAB+ interessieren dürfte. Insofern dürften die Zahlen realistisch sein, aber auch zeigen, dass es weiterhin das zähe Tauziehen um DAB+ ja/nein geben wird. Bei der halbherzigen Strategie in HH und Berlin werden die Fehler von DAB-alt wiederholt...
Wenn die Blockierer (speziell die gut ausgestatteten UKW-Platzhirsche) weiterhin DAB+ jeden nur erdenklichen Stein in den Weg werfen, wird es in 5-10 Jahren so gut wie keinen terrestrischen Hörfunk mehr geben...
 
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Andreas W

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Natürlich kann man von einer gewissen Blockadehaltung der etablierten UKW-Privatsender sprechen. Mit einem Engagement in DAB+ ist eigentlich derzeit nichts verdient, dafür würde man ein System fördern, das einen mittelfristig aus der eigenen Komfortzone rausbefördert, weil man sich zusätzliche Konkurrenz ins Haus holt. Die Haltung der UKW-Privaten ist für mich 100%ig nachvollziehbar. Das sind Wirtschaftsunternehmen, die nichts herzuschenken haben.

Die kürzlich veröffentlichte Studie der RTR aus Österreich zum Thema DAB-Einführung dröselt das ja recht plausibel auf, und ich glaube, dass es der Kronehit-Chef war, der das auch ganz offen zugab, dass er doch nicht so blöd ist und sich mit einem DAB-Engagement aus der komfortablen Situation, die der Sender gerade auf UKW hat, wieder rausmanövriert.

Ich bin auch der Meinung, dass man niemanden zu irgend etwas zwingen sollte. In Bayern scheint man ja in der glücklichen Lage zu sein, dass es Unternehmen gibt, die über DAB+ etwas Neues auf die Beine stellen wollen, wenn es auch sehr wenige sind. Ob das dann nur Abschreibungsprojekte sind, oder ob diese sich wirklich erhoffen, den nötigen langen Atem zu haben und irgendwann in ferner Zukunft zu den Großen zu gehören, kann ich nicht beurteilen.

Ansonsten muss man halt mit den veröffentlichten Zahlen arbeiten. Man sollte das alles m.E. auch nicht so drastisch sehen. Ich verstehe gar nicht, wie jemand wie die Gegenstromanlage hier innerhalb kürzester Zeit so sehr zwischen 2 extremen Aussagen schwanken kann. Ich halte diese Zahlen für weder sonderlich supertoll, noch für total schlecht. Es ist halt eine kontinuierliche Entwicklung auf relativ niedrigem Niveau. Da muss man mal schauen, wie sich das die nächsten Jahre weiter entwickelt, da es ja nicht abzusehen ist, ob sich die Gerätebasis jetzt jährlich weiter verdoppelt, oder ob es nicht doch einfach nur ein relativ fixer jährlicher Zuwachs an paar 100000 Geräten ist.

Es müssen ja nicht gleich 100% sein, ab wann sich vielleicht für jemand Neues ein möglicherweise funktionierendes Geschäftsmodell abzeichnen könnte. Und wenn die Etablierten nicht wollen, sollen sie es eben bleiben lassen.

Das einzige, was bei diesem gemächlichen Tempo vielleicht kritisch wird, ist der gebührenfinanzierte Parallelbetrieb DAB/UKW der Öffentlich-rechtlichen. Der darf ja nicht allzu lange dauern. Das wird dann schon noch spannend, wohin hier die Reise in einigen Jahren geht.
 

ricochet

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Schlimm ist nur dass der Staat diese Blockadehaltung duldet und die BLM, die heute zu großen Teilen eine Förderanstalt der UKW-Magnaten ist, sich wie eine Lobby- und Vorfeldorganisation der Zeitungsverleger gebärdet.

Nichts ist übler als diese ekelhaften Mauscheleien. Die etablierten Radioveranstalter wollen die empfindlichen Gewinneinbußen abmildern, da ist logischerweise jedes Mittel recht - und Marktbehinderungen sind in der deutschen Radiopolitik ohnehin seit langem Usus.
 
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exhörer

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Die nackten Verkaufszahlen sind das einzige Indiz, das auf den tatsächlichen Umfang der DAB-Nutzung schließen lässt.

Wie oben bereits angeführt, der BR gibt selber indirekt zu, daß er bis auf weiteres UKW als den einzig relevanten Verbreitungsweg sieht. Das sagt tausendmal mehr als, als irgendwelche Verkaufszahlen von UKW+DAB-Empfängern, aus denen man nichtmal annähernd eine tatsächliche Nutzung orakeln kann.

(Ansonsten müßte man mir analog mit 5 oder mehr UKW-Empfängern im Haushalt eine grandiose UKW-Nutzung unterstellen, wo genau das Gegenteil, nämlich 0 Minuten UKW-Nutzung im Monat der Fall ist)
 

Radiokult

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Wenn die Blockierer (speziell die gut ausgestatteten UKW-Platzhirsche) weiterhin DAB+ jeden nur erdenklichen Stein in den Weg werfen, wird es in 5-10 Jahren so gut wie keinen terrestrischen Hörfunk mehr geben...
Und als man das Fernsehen erfand, sagte man den Tod des Kinos vorraus und als die CD kam, prophezeite man das Ende der Schallplatte. Komisch nur, dass sich Kino und Schallplatte noch immer großer Beliebtheit erfreuen. Nur die CD-Verkäufe sind irgendwie extrem rückläufig.
Ach so ja, und die Erde ist übrigens eine Scheibe, getragen von einem Elefanten der auf einer Schildkröte sitzt, die sich von einem DAB-Radio berieseln läßt....
 
Radio als Medium wird weiterexistieren. Allein schon, weil sich nicht jeder die Mühe macht, vor dem Arbeitsweg seine individuelle Musik zusammenzustellen.

Ich würde auch nicht sagen, dass die Jugend großartig abgewandert ist. Vor zwanzig Jahren war es schon so, dass primär andere Medien als das Radio konsumiert wurden (damals wurden die Jugendwellen erst als zweite Popwelle installiert, siehe N-Joy, Fritz usw.). Vorzugsweise hörte man Cassette oder später CD. Der einzige Unterschied ist die Verfügbarkeit von Songs, die mit Spotify schier endlos ist. Nur - inwieweit wird die Vielfalt ausgenutzt? Oder zu welchem Teil werden doch bekannte Songs bevorzugt?

Und bis wann hat man genügend Zeit, sich um Musik zu kümmern? Wenn man nicht gerade ein Fable dafür hat, wird sich dies spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben ändern. Und wenn sich die Prioritäten verschoben haben, kommt es gelegen, wenn jemand einem "die Arbeit abnimmt". Gerade einige Twens landen dann doch wieder beim Radio. Es spielt vielleicht nicht hundertprozentig ihre Musik, informiert und begleitet dafür aber auch. Den Preis zahlt der Hörer - mal mehr, mal weniger zähneknirschend. Ich denke mal, dass hier künftig zwei parallele Systeme existieren werden. Das Radio als Begleiter mit Wort und die Streamingdienste als Nonstopstationen - je nachdem, wieviel Wort einem passt und/oder auf was man sich im Büro/auf der Baustelle oder sonstwo einigt.
 

megaK

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Ich empfinde aktuell das Angebot an Geäten als eines der größten Hemmer bei DAB+. Die hier im Handel (HH)verfügbaren Geräte sind maximal kleine Radios, die man vielleicht im Bad einsetzen würde, aber mangels anständigen Klang niemals den ganzen Tag ertragen könnte. Anständige Radios in Kombination mit CD, BT USB Anschluss und vor allem ordentlichen Klang finde ich bisher nicht. Ein gut klingendes UKW Radio mit o.g. Ausstattung bekommt man für für 50 EUR. Ich hab mir aus Neugier tatsächlich ein kleines Preiswertes DAB Gerät gekauft, welches aber eben mangels guten Klanges so gut wie nie genutzt wird, sondern das 15 Jahre alte UKW-CD-MC-Recorder- Gerät.
Ein Radio, dass wie eine Blechdose klingt braucht kein Mensch.
 

legasthenix

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Ein Radio, dass wie eine Blechdose klingt braucht kein Mensch.

Doch! Die nachwachsenden Generationen sind mit Brüllwürfeln und schrebbelnden Smartphones sozialisiert und würden einen ordentlichen Klang als "befremdlich" empfinden. Es ist also lediglich eine Frage der Zeit, bis sich das auf natürliche Weise ausgewachsen hat.

Das verhält sich ähnlich wie beim Fast Food: Wie natürliches Obst & Gemüse schmeckt, weiß kaum noch jemand.
 

megaK

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Das ist aber sauch schon wieder überholt. Die Jugendlichen, die ich regelmäig sehe, tragen dann solch BT-Bassrollen durch die Gegend. Was da rauskommt, klingt schon nett!
 

wilde sau

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Gerade habe ich vorab die Zahlen der Funkanalyse Bayern bekommen. Interessant ist hier, daß sich der Gerätebestand mit DAB Radios binnen eines Jahres angeblich verdoppelt hat, auf nun über 1 Millionen (Zuwachs um 98%). Hinzu kommen auch Zuwächse bei Autoradios. Bei der täglichen Nutzung hat DAB+ mit 4,6% nun Internetradio mit 4,4% überflügelt, obwohl auch IP Radio gewachsen ist, wenn auch prozentual weit weniger. Für UKW gabs ein Minus von knapp 5%, es liegt aber mit 85% Nutzung immer noch klar an erster Stelle.

So richtig neue Erkenntnisse bringen diese Zahlen aber nicht: Radio ist weiter vorwiegend UKW. Internetradio wird ohne echte Mobil Flatrates nicht der Weg der Zukunft. DAB könnte es werden, wenn man UKW abschaltet. Aber das wird man nicht. Resultat: Ohne Markteingriff fährt man mit UKW noch mindestens 10 Jahre gut, man verliert aber zunehmend an Digital Sender. Selbst handeln mit Zweitmarken wäre mal eine Maßnahme, aber dafür geben die Gesellschafter bekanntlich kein Geld.

Zudem sagt der Kollege in Hamburg: "Kommt aus Bayern, ist daher alles gefälscht weil man DAB pushen will". Das kommentiere ich jetzt mal nicht :)

Lädst du dir Yourmuze.fm auf dein Handy kannst du auch gedrosselt deine Sender hören, so lange du kein Drillisch Kunde bist :)
 

Radiokult

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Ach, wenns nur das wäre. Es soll mitten in Berlin Leute geben, die nur wenige Kilometer vom Fernsehturm entfernt, schon Probleme mit dem DAB-Empfang haben. Klar, die sind bedingt durch die Örtlichkeiten, denn Berlin ist nunmal kein Kurort, sondern ziemlich umfangreich bebaut. Aber darauf haben die DAB-Fetischisten ja auch keine Antwort, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und so kommt dann halt eins zum anderen.
 

pfennigfuchser

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Ach, wenns nur das wäre. Es soll mitten in Berlin Leute geben, die nur wenige Kilometer vom Fernsehturm entfernt, schon Probleme mit dem DAB-Empfang haben. Klar, die sind bedingt durch die Örtlichkeiten, denn Berlin ist nunmal kein Kurort, sondern ziemlich umfangreich bebaut. Aber darauf haben die DAB-Fetischisten ja auch keine Antwort, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und so kommt dann halt eins zum anderen.

Das ist ein guter Punkt, weswegen DAB sich schon immer nicht durchsetzte. Die geringen Sendeleistungen, auch bei 10 kW, sind eben das Problem. Das Argument, man könnte nicht mit mehr als 10 kW senden, ist Quatsch. Man nehme beispielsweise Münster, Langenberg, Bon und Bielefeld mit 100 kW und schaut dann mal, wo noch Bedarf besteht. Jetzt mit 10 kW hat man in ca. 30 km jeweils einen neuen Sender. Nimmt man zum Beispiel Wuppertal sieht man ganz deutlich, dass weder Düsseldorf, Langenberg, Köln oder Dortmund ausreicht, um eine vernünftige Versorgung hinzubekommen. Auf UKW reicht hier Langenberg. Oder man nimmt Köln und Bonn. Reicht auf UKW für Köln und Bonn auf UKW ein UKW-Sender muss es auf DAB schon mindestens 2 sein. Hinzu kommen die Mehrfachbelegungen der Kanäle (nicht nachvollziehbar), die Programme unhörbar machen, wo es auf UKW noch funktioniert.

Solange man hierfür keine Lösung hat bzw. Lösungen gebe es, aber man setzt es nicht um, wird es ein Ersatz nie geben und die Enscheidung geben müssen, ob der jeweilige Sender auf DAB oder oder UKW senden will.
 

Tweety

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Ach, wenns nur das wäre. Es soll mitten in Berlin Leute geben, die nur wenige Kilometer vom Fernsehturm entfernt, schon Probleme mit dem DAB-Empfang haben.

Ja und? Was soll uns das jetzt sagen? Vermutlich DAB ist schlecht und kann in und um Berlin nur schlecht empfangen werden. Komischerweise habe ich in und um Berlin noch nie Probleme gehabt. Weder Outdoor noch im Hotelzimmer. Da es vielleicht in irdgenwelchen Hinterhöfen mal zu Problemen kommen kann, keine Frage. Die Frage ist aber, ob die auch alle UKW-Sender ohne Probleme empfangen können. Da darf dann auch bezweifelt werden. Dann sollen Sie eben Internetradio hören. Geht doch auch.

Es soll auch im Speckgürtel von Berlin Leute geben die Probleme mit dem UKW Empfang haben, aber DAB ausgezeichnet funktioniert.
 
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