Fälscherskandal beim SPIEGEL


#26
Sein Renommee hat der "Spiegel" schon längst verloren. Bereits im letzten Jahrhundert galt in der Redaktion das Unausgesprochene: Fakten stören nur den Fluß der Geschichte. Also wurden die Fakten so gruppiert, dekoriert, höher und tiefer gehängt - oder auch mal überseh`n - daß die Story ungestört dahinfließen konnte.

Lügen mit Fakten, das war der alte Nachrichtenmagazin-Journalismus. Der neue: Lügen ohne Fakten.
Daß es einen Claas Relotius geben soll, erfährt man erst, als es ihn nicht mehr gibt.
 
#28
Ich habe mich sowieso schon immer gewundert, wieso wir so viele Widerstandskämpfer hatten - und wie ihre Zahl mit dem zeitlichen Abstand vom Geschehen immer weiter wuchs.
Nunmehr wächst also auch noch die Zahl der Verfolgten und knapp Überlebenden.
In gleichem Maße schrumpft die Zahl der Täter, bis man eines Tages keinen einzigen mehr ausfindig machen kann.
Aber wisst ihr, was auch wächst? Es ist die Zahl der Dummen, die all das glaubt.
 
#29
Da kommt sogleich der nächste Fake um die Ecke. Betroffene Medien: Die Zeit, DLF, FAZ etc.
Aufgedeckt haben den Skandal erneut nicht investigative Journalisten sondern Historiker & Stadtarchivare.
Wieso erneut? Beim SPIEGEL hat der Kollege von Relotius, Moreno, die maßgebliche Rolle gespielt.

Lügen mit Fakten, das war der alte Nachrichtenmagazin-Journalismus. Der neue: Lügen ohne Fakten.
Daß es einen Claas Relotius geben soll, erfährt man erst, als es ihn nicht mehr gibt.
Ich finde es unangebracht, so zu tun, als ob das pure Erfinden von Protagonisten, Erlebnissen und Interviews redaktionell erwünscht gewesen wäre. Warum hätte der SPIEGEL den peinlichen Vorgang dann öffentlich machen sollen?

Relotius hat das mit krimineller Energie verfolgt, und darüber gibt einen Konsens im Journalismus, dass diese Art von Arbeit nicht geht. Was er getan hat, ist nun mal etwas anderes als Fehler, die passieren können, oder Themen durch Weglassen/Auswahl einen Spin zu geben.
 
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#30
Klingt schon fast wie "Aus der Welt der Wahren".

Wenn sich ein Blatt unabhängig nennt, dann frag ich mich wovon? Von Anzeigen?
Nur als Beispiel, der "Stern" hat 2018 etwa 100 Millionen für Anzeigen eingenommen. Dabei fällt mir sogleich ein Wort eines der Gründungsherausgeber der FAZ ein: "Die Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten." Die öffentlich-rechtlich Kostümierten, ergo: Staatsfunk, haben nicht einen Intendanten, Chef- oder Programmdirektor, der nicht auf dem Ticket einer dieser "200" reist.

Der Bundesnachrichtendienst gibt jährlich Millionen für Abonnements & Anzeigen aus, allein für "Spiegel" & "Süddeutsche". Dadurch wird gewährleistet, welcher Korrespondent welche Stelle im feindlichen Ausland zu besetzen hat.

Achso, und wenn 90% des Gedruckten einfach nur Schund, Abfall, Dreck sind, wie die Hersteller auch freimütig zugeben, ihr Produkt trotzdem als "Qualitätsmedium" anpreisen, dann nur um es von der "Welt", dem "Focus" oder gleich der "Bild" abzuheben.

P.S.: 2017 ist der Umsatz von Waren der Presse- und Meinungsfreiheit um 5,3% gesunken, 2018 nocheinmal um 5,2%. Gutes oder schlechtes Zeichen?
 
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