FDP Niedersachsen will Aus für DAB+


#26
Auch die Infrastuktur, die wir heute nutzen, um ins Internet zu kommen, egal ob Mobil, Kabel, Telekom, etc.. wurde ja nicht ganz ohne staatliche Unterstützung aufgebaut.
Das war in der Tat eine Erfolgsstory.

In den 90ern Millionen Tonnen an Kupfer im Land verbuddelt, weil's mit Familie Schwarzschilling grad so gut gepasst hatte.

Zur Jahrtausendwende die UMTS Frequenzen fuer horrende Milliardenbetraege an die ueblichen Verdaechtigen versteigert, mit dem Ergebnis eines der teuersten und schlechtesten Mobilfunknetze.

Jede Regulierung oder Deregulierung des Marktes komischerweise so gestaltet, dass potenzielle Konkurrenten der Ex-Staatsbetriebe immer aufgeben muessen, wenn sie mit Projekten konkret werden.

Etc ...
 
#27
Danke für die Antwort. Bei so viel eklatanten Vorteilen wird das ja dann sicher ein Selbstläufer werden.
Angebot und Nachfrage, man kennt das Spiel. Und das es aufzugehen scheint, zeigt sich zum Beispiel in Bayern. Mit Stand Juli 2018 liegt die DAB+-Hörerzahl bei 15% mit steigender Tendenz (2017 11,4%), während UKW auf dem absteigenden Ast ist (2017 80%, 2018 75,1%). Da wo das Angebot auf DAB+ stimmt, steigt die Nutzung kontinuierlich an.
 
#30
Wenn ich das vor einiger Zeit richtig gelesen habe, so wird in der Schweiz Ende des Jahres DVB-T abgeschaltet und ersatzlos gestrichen. In 2 Jahren wird die Verbreitung über UKW eingestellt, aber DAB+ bleibt. Zumindest vorläufig, langfristig werden die Sender wohl über 5G Frequenzen übertragen. Das scheint der Trend in der Welt zu sein, der in Deutschland aber auf sich warten lassen wird. In Deutschland surfen heuer noch viele Leute auch noch mit ADSL.
 
#31
5G Ist kein Rundfunk- sondern ein Internetübertragungsstandard, und unterscheidet sich als solcher in Bezug auf Radio nicht von den bekannten Standards. Was heißt: Abhängigkeit von Technologieunternehmen und Netzbetreibern, Ausfallprobleme bei Zugriffsspitzen, und, strategisch, Konkurrenz durch individualisierte Audiodienste.

Beide Gründe, die die DAB+-Ablehnung speisen, der Versuch UKW in die Zukunft hinüberretten, und der Glaube, mit den jetzigen Programmkonzepten im Internetzeitalter anstinken zu können, führen in einen Irrweg.
 
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#34
Verwirrend ist, daß überall und immer wieder nicht klar ist, ob von 5G oder vom 5G-Broadcastmodus die Rede ist.
Stimmt, die 5G-Broadcast-Geschichte hatte ich gerade nicht auf dem Schirm. Deswegen ein paar Anmerkungen:

1. Die Sache wird derzeit getestet; ob da überhaupt dauerhaft etwas daraus wird, muss man abwarten.

2. Wenn 5G-Broadcast kommt, geht das geräteseitig freilich nur mit 5G-Broadcast-fähigen Endgeräten. Man fängt also empfängerseitig bei 0 an. (Im Gegensatz etwa zur evolutionären Entwicklung beim Webradio, das mal damit anfing, dass man manche Sender für 5 Mark pro Stunde in 32 kbps auch auf dem heimischen Rechner hören konnte, und sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelte.)

3. Ist mir der zentrale Punkt bei 5G-Broadcast nicht klar. Klar, das Argument, *ein* Standard für On Demand und Broadcast, das habe ich auch gehört, aber mir scheint, dass hier vor allem die Nachteile von On Demand und Broadcast kombiniert werden. Würde man innerhalb des LTE-Spektrums dauerhaft (deswegen "Broadcast") bestimmte Radio- und Fernsehprogramme anbieten, fehlt diese Bandbreite, und das ist eine ganze Menge, natürlich den eigentlichen On-Demand-Anwendungen, während umgekehrt bei 5G-Broadcast die ganze On-Demand-Vorteile wegfallen.

Summa summarum: 5G-Broadcast ist, wenn ich nicht grundlegend falsch liege, einfach ein weiterer Rundfunkstandard, und beinhaltet damit alle Nachteile, die Rundfunkstandards (im Ggs. zu On Demand) haben, plus die Nachteile, die neue Standards haben, plus mindestens einen weiteren spezifischen und gravierenden Nachteil. 5G damit zu begründen, dass damit Rundfunk (im technischen Sinne) überwunden werden kann, erscheint mir daher ziemlich absurd.
 
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#36
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eines dazu geben wird. Der geneigte Hörer hat sich nach Jahren des Quasi-Stillstandes endlich dazu durchgerungen, sich mit der digitalen DAB-Welt anzufreunden. Er wird sich deshalb in 3 oder 4 Jahren nicht schon wieder neue Empfangsgeräte kaufen, nur weil dann ein neuer Standard da ist. Dafür ist die Relevanz von Radio inzwischen viel zu klein geworden.
 
#39
DAB ist eine feine Sache, technisch UKW um Welten überlegen und perfekt für mobilen Empfang. Nur hat die Politik die letzten 10 Jahre total versagt, um aus DAB eine Erfolgsstory zu machen. Und eins ist klar, wenn die Privaten keine andere Wahl haben, dann können (müssen) sie sich damit arrangieren oder halt in die Röhre schauen.
Und noch was: 5G kann und wird niemals (!) Radio ersetzen können, höchstens in den Städten. Rundfunk ist broadcasting und das heißt: Radioschalter auf Ein und hören, ohne Funknetz bzw. Funkloch, ohne Bandbreitenbegrenzung oder Volumenbegrenzung, ohne die Mobilfunknetze noch mehr an den Rand ihrer Kapazität zu bringen usw.
 
#40
5G Broadcast ist gerade im entstehen. Ich will die Gefahren dabei auf keinen Fall verharmlosen, wie Datenschutz, kostenpflichtiger Zugang, etc.

Im Idealfall wird das aber halt in 5G Broadcast alles richtig gemacht. Die Kritik Funkloch und Kapazität stimmen aber bereits heute nicht, denn sie widersprechen dem Grundprinzip von 5G Broadcast oder Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service (FeMBMS), oder wie auch immer das Kind heißen wird.
 
#43
Im Idealfall wird das aber halt in 5G Broadcast alles richtig gemacht. Die Kritik Funkloch und Kapazität stimmen aber bereits heute nicht, denn sie widersprechen dem Grundprinzip von 5G Broadcast oder Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service (FeMBMS), oder wie auch immer das Kind heißen wird.
Sorry, musste gerade laut lachen. Du meinst das ironisch, gell?! Oder glaubst du im Ernst, wir werden eine auch nur annähernd vollständige Versorgung mit 5G kriegen, auch auf dem Land??? Nein, das glaubst du selbst nicht....

Wir haben nicht mal eine bei 2G oder 3G, von 4G reden wir erst mal gar nicht. Und 5G ist in einem Frequenzbereich, wo wir froh sein werden, wenn auch nur 10% der Fläche versorgt sein werden. Wie willst du da Radio übertragen?
 
#44
#45
Aber selbst 5G Broadcast wird - sofern es wie geplant im oberen UHF-Bereich (Band V, oberhalb 500 MHz) statt finden soll - nicht so einfach auf eine flächendeckende Versorgung kommen, und kann damit allenfalls DVB-Tx im Fernsehbereich ersetzen. Man merkt ja schon bei DAB+ im Band III (200MHz), dass die Ausbreitungsbedingungen dort nicht mehr so sind wie im von FM/UKW genutzten Band II (100 MHz) und dass man für brauchbaren Indoorempfang gerade im hügeligen Mittelgebirgsland füllsendermäßig ein bisserl nachlegen muss.

Die Physik lässt sich auch durch 5G und 5G Broadcast nicht bescheißen!
 
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#46
und kann damit allenfalls DVB-Tx im Fernsehbereich ersetzen.
Ich glaube auch nicht daran, daß 5G broadcast jemals terrestrisches Radio ersetzen wird. Nur Fernsehen.
5G Broadcast Radio wäre ja nichts anderes, als eine weitere digitale terrestrische Rundfunkübertragungsart ohne irgendwelche Vorteile (der Sender wird an den Netzbetreiber für die Übertragung zahlen müssen, es gibt jedoch null Hörer und null Empfänger). Da kann man gleich bei DAB+ bleiben, das kostet ebenfalls, ist auch digital, jedoch bereits etabliert, es gibt 10 Mio. Empfänger und potentielle Hörer.
Und wenn beim SIM-karten-freien 5G Broadcast auch der so heißgeliebte Rückkanal fehlt, ist es eigentlich wie DAB, nur in einem ungünstigeren Frequenzbereich und komplett ohne Empfängerbasis. Warum sollte das jemand machen...?
 
#48
5G oder 6G oder sonstwas-G - niemals kann Mobilfunk Broadcasting ersetzen! Einmal aus physikalischen Gründen nicht und außerdem will der Hörer sein Radio anschalten und hören, ohne dass er dazu ein Smartphone samt ausreichendem Datentarif benötigt. Und er will auch nicht extra dafür bezahlen oder ins nächste Funkloch fahren, er will einfach eine gute Versorgung mit einer ausreichenden Anzahl an Programmen und das möglichst auch im Auto. Und da ist DAB+ der ideale Standard, optimiert für Mobilempfang ohne Extrakosten oder sonstwelche Probleme...
 
#49
Hat denn das lineare Radio überhaupt verstanden, dass es sich in keinster Weise, schon gar nicht finanziell in Konkurrenz zu den Streaming-Diensten begeben kann und darf? Das Alleinstellungsmerkmal von Radio ist die Ansprache. Nur allein darüber hat es eine Überlebenschance.

Auch hier im Forum sind diejenigen auf dem falschen Dampfer, die einem "unmoderierten Radio" (was sich per Difinition m.E. grundsätzlich widerspreicht) das Wort reden.
 
#50
Ja, im Grunde genommen kann man das als solchen bezeichnen. Zum Empfang ist weder ein smartphone noch ein Vertrag noch eine SIM-Karte notwendig. Theoretisch...
Praktisch aber wollen zumindest Mobilfunker und Privatsender dabei auch Geld verdienen. Und die Privatsender hätten ja auch noch gerne die Adressierbarkeit einzelner Hörer. Wenn überhaupt jemand per 5G broadcast Radio senden wird, dann nur Ö.R.
Und die könnten auch das 5G broadcast Sendenetz gleich selber betreiben, dafür braucht man nicht unbedingt einen Mobilfunkprovider.
 
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