FIFA - eine ehrenwerte Gesellschaft


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#1
Rund um den Fußballweltverband FIFA überschlagen sich die Ereignisse. Mitten im größten Skandal dieser ehernwerten gesellschaft will sich der 79jährige Joseph Blatter erneut zum Präsidenten wählen lassen.
Warum treten die europäischen Verbände bzw. die komplette UEFA nicht einfach aus diesem mafiösen Gebilde aus. Bei den Boxern gibt es auch mehrere Weltverbände. Man könnte doch eine Konkurrenzorganisation aufziehen.
Der Weltfußball ist ohne die europäischen Verbände und ihre Nationalmannschaften ein Nichts. Ich plädiere für einen radikalen Bruch.
 
#2
Gleichzeitig sollte man die Vergabe der WM an Katar und Russland widerrufen. Allerdings würde eine WM ohne europäische Mannschaften eh keine Sinn machen. Der sportliche Wert wäre gleich Null. Von daher wäre ein Austritt der UEFA durchaus ein gangbarer Weg um die FIFA komplett zu entwerten.
 
#4
Manni ich gebe dir erst mal recht. So lange aber mit Fußball diese riesigen Summen umgesetzt und "verdient" werden wird sich in diesem Umfeld nicht viel ändern.

Korruption ist doch in dieser Gesellschaft so was von normal geworden wenn es um Produkte mit Monopolstellung geht. Diesen Sumpf trocken zu legen kann nur gelingen wenn ihn die öffentlichen Mittel entzogen werde. Ich möchte den Aufschrei nicht hören, der durch dieses Land geht wenn verkündet wird das, dieses System nicht mehr mit Geld aus der Demokratie-Abgabe finanziert wird und der Fußball nicht mehr im Free TV stattfindet.

Ich Frage mich warum die USA gerade jetzt ein Interesse daran hat die FIFA aufzumischen, spielt doch der Fußball in den USA kaum eine Rolle. Am Ende, wenn dort jetzt ein paar Köpfe ausgetauscht werden, treiben wir doch nur den Teufel mit dem Beelzebub aus.
 
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#5
So fatalistisch sehe ich das nicht. Wenn man der Fifa den Geldhahn zudreht - und das Geld kommt nur, wenn die europäischen Verbände dabei sind (Stichwort: WM ohne England, Deutschland, Holland, Italien, England), dann ist schnell vorbei mit der Herrlichkeit.
 
#6
Ich finds auch skandalös. Aber was wäre denn, wenn z. B. alle europäischen Mannschaften die WM-Quali für 2022 boykottieren würden, sprich: die UEFA? Allerdings weiß ich nicht, ob das regeltechnisch überhaupt möglich ist. Ich werde diese WM auf jeden Fall boykottieren, das weiß ich jetzt schon, wenn sie überhaupt da stattfindet. Ist ja auch noch nicht ganz sicher.
 
#9
Um mal ein bisschen Rundfunkbezug zu schaffen: Mich regt es bis heute wahnsinnig auf, dass ARD&ZDF trotz all dem, was schon lange bekannt ist, letztes Jahr die Übertragungsrechte für die Russland und die Katar-WM gekauft haben. Da hätte man ein klares Zeichen setzen können, das Geld in sinnvoller Formate stecken können, und Fussi wäre trotzdem problemlos zu sehen gewesen, dann eben auf Sat1 oder RTL oder zur Not in der Stammkneipe um die Ecke auf Sky. Ebenso unerträglich fand ich es, wie ARD&ZDF bei ihren Übertragungen die Fifa-Imagespots (à la "FIFA: Für einen sauberen Sport!") ohne jegliche Kennzeichnung in ihrem regulären redaktionellen WM-Rahmenprogramm gesendet haben.

So machen sich ARD&ZDF selbst zu einem Teil der Cosa Blatter.
 
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#14
Der Sturm um die FIFA wird sich schon wieder legen, und mit dem Fußball geht es weiter wie bisher.
Als vor Jahren der Amoklauf in Erfurt war, wurde kurz danach heiß über die Ausstrahlung von gewalttätigen Filmen im Fernsehen, und den Verkauf von gewalttätigen Computerspielen diskutiert. Und geändert hat sich auch nichts.
 
#16
@freiwild: Diese verlangten und dann auch noch tatsächlich gezahlten Fantastillionen sind natürlich sowieso der Oberhammer. In UK z.B. ist es ja so, dass sich BBC und ITV die Übertragungsrechte dieser Großereignisse teilen und der Gebührenzahler nicht mit dem kompletten Betrag belastet wird.
Ein geschlossene Rückgabe der Übertragungsrechte der alten EBU-Sender wäre natürlich als Zeichen an die FIFA äußerst wünschenswert, wird aber wohl leider auch nicht stattfinden. Man sieht ja, wie schnell man bei der Tour de Farce eingeknickt ist und die wieder im Programm stattfinden musste.

Aber wie wir ja wissen, stehen die Ermittlungen jetzt noch am Anfang. Wenn im Verlauf der Woche noch weitere Anschuldigungen ans Licht kommen, werden es sich die bisherigen Sponsoren nach den bereits erfolgten ersten Ankündigungen sehr schnell überlegen, ob sie mit der Fifa weiterhin in Verbindung gebracht werden möchten. Wenn dann die einträglichen Verträge schnellstmöglich gekündigt werden und der Geldsegen verschwindet, ist der Herr Blatter ganz schnell in der Zwickmühle.
 
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#17
Wunschdenken - leider. Für aussteigende Sponsoren finden sich dank des Publikumslieblings "Fußball" gaaanz schnell nachfolger, denn wo das Geld regiert, sind Skrupel Mangelware. Bleibt nur zu hoffen, dass dank des Drucks der Blatter-Kritiker ein Umdenken in der Führungsriege stattfindet - mit rigoroser "Nachhilfe" der Strafverfolgungsbehörden!!!
 
#18
@chapri: Wo sollen denn diese Nachfolger bitte herkommen? Außer vielleicht noch Gazprom wird doch wohl niemand, dem sein guter Ruf wichtig ist, mit diesem korrupten Skandalverein in Verbindung bringen lassen wollen.

Außerdem: Wenn du meinen Beitrag als Unfug bezeichnest, weiß ich, dass ich genau richtig liege. :p
Woher soll denn dieses plötzliche Umdenken von innen heraus kommen, wenn es bisher nicht stattgefunden hat? Der Druck muss ganz eindeutig von Außen kommen.
 
#20
@chapri: Wo sollen denn diese Nachfolger bitte herkommen? Außer vielleicht noch Gazprom wird doch wohl niemand, dem sein guter Ruf wichtig ist, mit diesem korrupten Skandalverein in Verbindung bringen lassen wollen.
Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert, so scheint man zumindest hier in Deutschland zu denken, wie die Meldungen beim WDR ab gestern Mittag gestern ständig widerspiegelten:

Der britische UEFA-Vertreter David Gill blieb der Sitzung des FIFA-Exekutiv-Komitees heute fern, DFB-Präsident Niersbach nahm teil. Er sagte, die europäischen Verbände würden konstruktiv mit Blatter zusammenarbeiten, auch wenn man sich einen Neuanfang gewünscht habe.
Den DFB zumindest scheint es nicht zu stören, mit diesem "korrupten Skandalverein", wie Du die FIFA nennst, weiterhin die Verträge zu halten.
Und sollte doch aus Europa gegen ihn "geschossen" werden, gibt's ja noch andere hilfreiche Mittel:

ARD-Reporter Tim Brockmeier: Sepp Blatter nimmt das, was da in den letzten Tagen aus Europa gegen ihn geschossen wurde nicht einfach so hin, sondern er versucht jetzt sich natürlich zu revanchieren aus einer starken wiedergewählten Position. Und das versucht er, in dem er angekündigt hat, das Fifa-Exekutivkomitee, also diese Weltregierung des Fußballs, da wo die ganz wichtigen Entscheidungen getroffen werden am Ende, zu erweitern. Das würde klar zu Lasten der Stimmverteilung der Europäer gehen. Der Einfluss der Europäer würde deutlich sich verringern und damit hat Blatter den ersten Pfeil abgeschossen in Richtung seiner Opposition.
(WDR gestern Vormittag)
 
#21
Der DFB ist zu feige - aber das heisst nicht, das kein Druck stattfindet. Und steter Tropfen höhlt den Stein.
@dramamacher Für Adidas kommt Puma, für Visa kommt die UBS, für CocaCola kommt Pepsi, für Hinz kommt Kunz - das geht ganz schnell.
Ich habe #16 nicht als Unfug bezeichnet, aber mit #18 gibts Du Dir redlich Mühe, UNFUG zu verbreiten :p
 
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#24
Nun musste ja gestern Abend Günter Jauch auch noch sein Schärflein zum Thema beitragen. Was in dieser Runde Claudia Roth sollte, wissen die Redakteure des NDR sicher ganz allein. Es wurden durch sie, ihre allgemein bekannten Thesen wiedergekäut. Früher hatten ihre Auftritte im TV noch einen gewissen Show Wert aber diese Zeiten sind lange vorbei. Als Florian Bauer von WDR darauf hingewiesen wurde, das auch deutsche Firmen in Katar mit bauen und die Zustände auf ihren Baustellen nicht besser sind, wurde schnell das Thema gewechselt. Jetzt müssen wir nur noch Frank Plasberg überstehen und dann hoffe ich das sich unsere qualitäts Medien wieder um die Themen kümmern die die Bevölkerung direkt betreffen.
 
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