Fritz spielt Musik rechtsextremer Bands


#52
Das gilt aber NICHT pauschal für das Genre Hip-Hop oder anderem. Im übrigen waren die Stones auch nicht ganz "sauber". Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein. Es wird mir inzwischen zu politisch. Nur nochmal: wer heute Hip-Hop hört, ist weder automatisch rechts oder sonst irgendwas. In der ARD Popnacht war das vor kurzem klar zu hören. Einen friedlichen Abend noch. Ernsthaft.
 

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#53
Und zum Zehnten mal... ich habe Rapper auf die das zutrifft benannt und mehrfach gesagt, dass das keine Pauschalaussage ist. Was soll das jetzt bitte schon wieder?
 
#54
Die reflexhaften Antworten von Svennie und Co. zeigen ja nur, was spielend zu beweisen war: Dass die Gutmenschen sich eine unangreifbare Deutungshoheit darüber anmaßen, wer ein Rechter, ein Nazi oder ein sonstiger Unmensch ist ist, weil Meinungsfreiheit natürlich nur solange gilt, wie die eigene Meinung vertreten wird.
 
#55
Wir sind hier sehr viel auf der Mega-Ebene unterwegs.
Ganz so heftig ist es noch nicht. Meta-Ebene würde auch reichen.

Und ansonsten: Ich lebe ziemlich unbewusst: ich ballere mich mit Konsumartikeln zu, sehe viel fern, gehe wenig raus, esse viel Abpackfleisch und Tiefkühl essen, saufe am Wochenende, trinke gern Cola, mache keinen Sport....
Solange Du Dich nur selbst ruinierst, kannst Du tun und lassen,w as Du willst.
 
#56
Die reflexhaften Antworten von Svennie und Co. zeigen ja nur, was spielend zu beweisen war:
Und von Dir kommen keine reflexhaften Antworten? Das was Du den anderen vorwirfst, machst Du selber: Du gestehst Dir zu (oder maßt Dir an), sie einfach abzuwerten und ihre Urteilsfähigkeit pauschal infrage zustellen, nur weil ihre Meinung nicht der Deinen entspricht.
 
#57
Wirklich eine jelustre Runde, aufgeheizter Gemüter hier...

Wenns um Rechtsextremismus geht, dann müssen auch gleich wieder alle anderen Themen mit rein: Homophobie und alles was man auch nur ansatzweise in die rechte Ecke schieben könnte. Schmeißt doch bitte nicht immer alles in einen Topf!

Wann wird denn endlich auch mal der Letzte verstehen, dass es kein schwarz und weiß gibt. Nicht jede Person steht hinter einer festen radikalen politischen Meinung. Weder rechts noch links. Man kann sich auch mal in der Grauzone aufhalten, weil man z.B. ein wirklich besorgter Bürger ist oder echte persönliche Erfahrungen mit einspielen...

Grauzone = Ausnutzen der Meinungsfreiheit (?)

Wenns bei Musik wirklich offensichtlich und bekannt ist, dass es in eine menschenverachtende Richtung geht, dann bin ich auch der Meinung es hat nichts im Radio verloren. Das können sich die Sympathisanten auch wo anders besorgen und (von mir aus) den ganzen Tag rauf und runter hören. Wenns textlich nicht offensichtlich ist oder nur Vermutungen/Gerüchte im Raum stehen, dann ist es eben auch Grauzone. Muss nicht jedem gefallen und im Zweifelsfall kann man ja auch den Radiosender darauf ansprechen, vielleicht ist nicht immer jedem alles bekannt. (ich kenne die genannten Bands auch nicht)

Grundsätzlich stellt sich mir aber die Frage, ob ein Radiosender immer alle Titel, Künstler und Labels hinterfragen und kontrollieren muss? Und wenn ja, in welchen Bereichen? Neben den aktuellen Dauerbrennern "Flüchtlinge" und "Gender-Debatte" finde ich ebenso die stark sexistisch bzw. pornographisch geprägten Texte enorm bedenklich. Kontrolliert die denn jemand beim Radio? Wer übersetzt denn alles aus dem englischen und wägt ab, obs noch vertretbar ist? Und wenns mal weit unter der Gürtellinie ist, dann gelten wohl Sonderregelungen, weil der Titel halt grad ganz oben in den Charts ist? Frei nach dem Motto: "Hauptsache der Beat ist fett!" und "Hoffen wir mal, dass keiner genauer hin hört!".
 
Zuletzt bearbeitet:
#58
@ Konrade: Dann schreibe das aber bitte auch eindeutig. Diesen einen Rapper musst du nicht erwähnen. Ansonsten wird mir wieder vorgeworfen, ich würde die Beiträge nicht richtig lesen. Ging nicht an dich.
 
Zuletzt bearbeitet:
#60
Die reflexhaften Antworten von Svennie und Co. zeigen ja nur, was spielend zu beweisen war: Dass die Gutmenschen sich eine unangreifbare Deutungshoheit darüber anmaßen, wer ein Rechter, ein Nazi oder ein sonstiger Unmensch ist ist, ...
In Startposting stellt Svennie noch die Frage "oder sind die Vorwürfe übertrieben?" und zeigt sich offen für Perspektivenvielfalt.
Das ist jetzt unfreiwillig komisch, dass du kein einziges Mal auf die Inhalte eingehst, hier nur persönlich wirst und am Ende soll es jetzt Svennie sein, der hier eine Deutungshoheit für sich reklamiert. Du unternimmst nicht mal den Versuch, ihn inhaltlich zu stellen.

weil Meinungsfreiheit natürlich nur solange gilt, wie die eigene Meinung vertreten wird.
Bla bla bla.
Hier darf doch jeder seine Meinung schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
#62
In Startposting stellt Svennie noch die Frage "oder sind die Vorwürfe übertrieben?" und zeigt sich offen für Perspektivenvielfalt.
Das ist jetzt unfreiwillig komisch, dass du kein einziges Mal auf die Inhalte eingehst, hier nur persönlich wirst und am Ende soll es jetzt Svennie sein, der hier eine Deutungshoheit für sich reklamiert. Du übernimmst nicht mal den Versuch, ihn inhaltlich zu stellen.
Danke!
 

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#65
Naja was heißt Grauzone?

Es gibt ja auch Probleme mit Ausländern, Geflüchteten und Migranten, natürlich muss man darüber reden dürfen, ohne in eine rechte Ecke gedrängt zu werden, aber das muss dann auch auf einer Ebene sein, die nicht gleich hasserfüllt ist.

Wir haben in Kassel z.B. Viele Deutsch Türken, die seit Generationen hier leben und die wohnen zu 95% alle in den selben Gegenden und leben in einer kompletten Parallelgesellschaft, die sich immer mehr abschottet. Mittlerweile sind muslimische Kindergärten und Schulen in Planung und die Familien sprechen zuhause mehr türkisch als deutsch sodass die Kinder mit Akzent aufwachsen, eingebläut bekommen, dass sie stolze Türken zu sein haben und möglichst auch eine Türkin heiraten sollen. Sie nehmen dann später auch die türkische Staatsbürgerschaft an und ein sehr großer Teil wählt und unterstützt Erdogan.

Das ist eine Thematik, die mir Angst macht und an der man aber so nix ändern kann. Und Kinder oder allgemein Menschen, die hier geboren sind sollten eigentlich integriert sein, aber irgendwie sind sie das nicht und das Ablehnen der deutschen Kultur und das Abwerten der Menschen, die nicht Muslime oder Türken sind empfinde ich genauso als faschistisch und rechts wie die AfD.

Ich habe keine Antwort auf irgendwas. Aber natürlich: es macht mir Angst. Trotzdem sehe ich die Lösung nicht darin, mich faschistisch zu äußern oder nach rechts abzudriften und auch Gewalt ist absolut nicht der richtige Weg.

Wenn ich sowas anspreche werde ich von linken tatsäschlich oft als rechts bezeichnet. Aber ich finde nicht, dass das eine Grauzone ist. Nur das z.B. In einem Liedtext zu umschreiben, ohne dass es nationalistisch oder rechts und hasserfüllt klingt ist sehr schwierig und gefährlich. Das ist ein sehr sensibles Thema.

LG Tobi
 
Zuletzt bearbeitet:
#67
Wenns bei Musik wirklich offensichtlich und bekannt ist, dass es in eine menschenverachtende Richtung geht, dann bin ich auch der Meinung es hat nichts im Radio verloren. ...

Grundsätzlich stellt sich mir aber die Frage, ob ein Radiosender immer alle Titel, Künstler und Labels hinterfragen und kontrollieren muss? ... Und wenns mal weit unter der Gürtellinie ist, dann gelten wohl Sonderregelungen, weil der Titel halt grad ganz oben in den Charts ist? Frei nach dem Motto: "Hauptsache der Beat ist fett!" und "Hoffen wir mal, dass keiner genauer hin hört!".
Das finde ich einen guten Gedanken, aber abgesehen von der Frage, ob ein Sender kontrollieren "muss": Es ist doch aus der Perspektive der Konsumenten offenbar eher als früher ein relevantes Merkmal des Senders, ob da jemand Inhalte hinterfragen "will", oder? Insofern gehört das dann auch zur Marke, sich selbst zu positionieren.
 
#68
Vielleicht sollten wir mal anfangen ein paar Dinge zu sortieren.
Erstmal zu der vermeintlichen Exkrement-Aussage. Die ist in erster Linie rassistisch. Und eben jenen Rassismus gibt es sowohl rechts als auch links von der Mitte. Insofern halte ich die pauschale Aussage, dass das rechts wäre, für ebenso problematisch wie die Aussage selbst. Der einzige Unterschied ist, dass der Rassismus von links nicht so plump daher kommt wie der von rechts. Wer das nicht glaubt, braucht nur nach Linke und Israel zu googlen. Viel Freude beim Vermehren der dann gewonnenen Erkenntnisse.

Und dann mal zum eigentlichen Thema. Fritz hat mitten in der Nacht in einer speziellen Zielgruppensendung mit überschaubarer Hörerzahl von zwei Bands jeweils einen Titel gespielt, welche mutmaßlich einem wie auch immer gearteten rechten Lager zugerechnet werden könnten. Zugegeben, von dem Moderator war es nicht sonderlich klug das unkommentiert zu tun. Aber vom Grundsatz her hat er erstmal nichts falsch gemacht, denn meines Wissens nach steht kein einziges Werk der beiden Bands auf irgendeiner NoGo-Liste, geschweige denn das es irgendwo als jugendgefährdend eingestuft wird. Punkt.
Deus Mortem hat sich im Zuge des Wirbels um die Band mittlerweile zu einem öffentlichen Statement genötigt gefühlt, in dem sie mehr oder weniger verkünden, dass sie mit ihrer Musik keinerlei politische Ambitionen verfolgen. Verbreitet wurde das unter anderem über deren Facebook-Seite.





Zugegeben, bisschen dünn die Erklärung, deshalb wäre es sinnvoll da mal nachzuhaken, denn ein Mitglied von Deus Mortem soll außerdem sowohl in der Band "Honor", als auch in der Band "Infernal war" aktives Mitglied sein. Beide Bands sind eindeutig dem polnischen Nazirock zuzuordnen. Und da haben wir dann das erste Problem, denn was hier aus guten Gründen verboten ist, muss im benachbarten Polen noch lange nicht verboten sein. Das ist tragisch, aber das ist das Dilemma vor dem man erstmal steht.
Bei MGLA ist der Fall ein wenig anders. Es gibt weder in den Texten, in Sachen Outfit, noch in Interviews etc. irgendwelche Hinweise auf rechte Tendenzen. Das gilt auch für das Vorgängerprojekt der beiden Hauptakteure der Band namens "Kriegsmaschine". Allerdings war einer der beiden früher unter anderem an der Produktion von "Infernal war"-Alben beteiligt. Und der andere hatte, wie schon erwähnt, ein früheres Musikprojekt mit sehr eindeutigen Titeln. Wir haben hier aber genau dasselbe Problem: Was hier als unsagbar, weil strafrechtlich relevant gilt, muss in Polen noch lange keine strafbare Aussage sein. Das ist bitter, aber so ist es nun mal. Wenn wir die Demokratie ernst nehmen wollen, was mir heute dringender nötig scheint als noch vor ein paar Jahren, muss man auch im Auge haben was hier evtl. strafbar ist und dort eben nicht. Moral allein hilft da leider nicht weiter.
Irgendeine Reaktion von MGLA auf die aktuellen Vorwürfe gibt es nicht. Allerdings gibt die Band ohnehin nur sehr wenige Interviews, was auch zum Konzept der gesamten Band gehört. Der Bandphilosophie zufolge soll die Musik vor den Musikern im Vordergrund stehen.
Ankreiden kann man MGLA lediglich, dass sie nach wie vor in Finnland bei Northern Haritage Records unter Vertrag sind, was ein eindeutiges rechtes Label ist und was der Band auch schon früher immer wieder reichlich Kritik einbrachte.

Punktum: Aus rein moralischer Sicht würde ich beide Bands nicht mehr spielen. Aus rein musikalischer Sicht spricht aber nicht unbedingt etwas dagegen. Wer behauptet das irgendwelche Bands Nazis sind, muss denen das auch nachweisen! Und das kann man im Fall der beiden Bands nun mal aktuell nicht, denn es gibt weder musikalisch noch sonst irgendwie in Zusammenhang mit beiden Bands irgendwelche Hinweise auf derartiges. Auf Punkte aus der Vergangenheit kann und muss man hinweisen, keine Frage. Aber die haben mit den aktuellen musikalischen Aktivitäten der beiden Bands nun mal nicht viel zu tun. Und nur weil man bei einem rechten Label veröffentlicht... Sorry, aber das ist mir zu dünn. Wenn ich mir anschaue was beispielsweise in früheren Zeiten diverse Politiker (aller Coleur) gerade in Bezug auf die Nazizeit so von sich gegeben haben, und trotzdem werden sie heute landauf landab als große Demokraten geehrt und geschätzt, da möchte man beinahe Gaulands Fliegenschiss in Bezug auf die hier diskutierten Bands bemühen. Davon abgesehen bekommen beide Bands mit dieser Diskussion eine Aufmerksamkeit, die sie sonst nie bekommen hätten. Da sollte man auch mal länger drüber nachdenken.

Wenn mir der offensichtliche Rechtsdrall dieser Republik in den vergangenen Monaten irgendwas beigebracht hat, dann das man endlich aufhören sollte über jedes Stöckchen zu springen was einem hingehalten wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#69
Stimmt schon,

Als Kind hab ich in der Bücherei immer Cassetten geliehen. Da gabs hervorragende Hörspielproduktionen vom links(radikalen) Label Pläne, das direkt in Kontakt mit der DKP in der DDR gestanden haben soll.

Die Sachen haben mich nachhaltig so beeinflusst, dass ich mir einige Sachen sogar wieder beschafft habe.

Da sind auch viele Sachen vom Grips Theater produziert. Ich will also nicht weiter über die Gesinnung der Leute, die dahinter stecken nach denken.

Dazu sei nur gesagt: Es waren andere Zeiten. Und auch die Stones haben ihre größten Hits zu anderen Zeiten gehabt. Ein Lied wie „Die kleinen Mädchen“ von Tino oder „Young Girl“ von Union Gap oder auch „Take good care of my Baby“ wäre aus heutiger Sicht nicht mehr vertretbar... das macht es sicher Alles nicht besser, aber es brauchte eben erst den Lauf der Dinge, dass Alles so ist wie es ist. Deshalb macht es für mich einen Unterschied wann der Song entstanden ist und auch mit welchem Hintergrund, sonst müssten wir die ganzen Popkultur in Frage stellen und dann dürften einige Songs nicht mehr im Radio laufen.

Die kleinen Mädchen habe ich übrigens neulich bei SW Radio gespielt und im Vorfeld längere Diskussionen mit Freunden darüber gehabt. Die meisten waren dagegen es zu spielen, weil es inhaltlich aus jetziger Sicht doch irgendwie weird ist. Würde heute Jemand sowas singen würde seine Einstellung zu jungen Mädchen und Pädophilie sicherlich mehrfach geprüft.

Ebenso die Michael Jackson Sache... die Musik ist mehr ein kommerzielles Produkt und deshalb leichter vom Künstler trennbar.

Jetzt ist aber eine Zeit, wo wieder Asylantenheime brennen und da sollte man vielleicht 2 mal hin schauen, ob es eine gute Idee ist, Songs von rechts angehauchten Bands bei einer öffentlich rechtlichen Anstalt zu spielen, egal ob der Text direkt solche Aussagen vertritt... finde ich. Einfach aus Gründen der Angst, bin ich da sehr dünnhäutig geworden.

LG Tobi
 
#70
Es ist aber, gerade was Songtexte im Hiphop oder härteren Rock (Black Metal, Death Metal) angeht, auch immer ein schmaler Grat, auf dem man da wandelt. Was davon ist Kunst und was davon ist ernst gemeint? Was führt in Folge auch dazu, dass sich Hörer dieser Bands mit irgendeiner kruden Ideologie identifizieren?

Wenn es um Mord, Selbstmord, Satan, Vergewaltigung etc geht (also unpolitische Themen), werden schon ganz schön krude Sachen in den Texten unwidersprochen hingenommen, das gehört ja auch irgendwie dazu. Was wäre ein Marilyn Manson auch, wenn er nur von Blumenwiesen, Liebe und den schönen Bergen singen würde! Da passt es besser, wenn er Kinder frisst und auf die Rückkehr Satans wartet! Und man kann da seltsamerweise die Kunstfigur Marilyn Manson vom eigentlichen Menschen dahinter (Brian Warner) ganz gut trennen.

Wenn aber auch nur ansatzweise eine Tendenz nach rechts zu erahnen ist, wird ein Riesenfaß aufgemacht.

Da muss man nur mal die Band Rammstein betrachten, der ich es 100%ig abnehme, dass die nie auch nur ansatzweise rechts waren, die aber bewusst provokant mit Nazi-Symbolik spielen. Sämtliche Skandale beschäftigen sich nur mit der Nazi-Symbolik, aber nie mit den eigentlich ja teils schon sehr grenzwertigen Texten.

Und bei Deus Mortem: gut, die haben sich nun also davon distanziert, rechts zu sein! Die haben nur mit Satanismus was am Hut! Prima, dann ist ja alles gut! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
#71
Mann sollte nix verbieten. Das mit den Stones war etwas überspitzt. Die gehören sehr gerne weiter in das Programm. Sicherlich nicht mehr bei RS2, sondern in einer älteren Station. Und Bands, die nur beleidigen, in welcher Form auch immer, werden aussortiert. So einfach. Ob Michael Jackson dazu gehört, muss der Musikchef entscheiden. Ich glaube es nach wie vor nicht. Und Hip-Hop wird gerne gehört. Auch von Ausländern. Solange er friedlich ist. Wenn jemand brüllt, "Scheiß Ausländer", so wird diese angesprochene Person bestimmt nicht mit ihrem Kopfhörer lächelnd spazieren gehen und sich diesen Song bis zum Ende mit Freude anhören. Das will niemand! Aber hört auf, ein Pauschalurteil zu fällen. Ob das jetzt bei Fritz richtig war, kein Plan. Dazu habe ich sie zu selten gehört, gelesen etc...
 
Zuletzt bearbeitet:

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#72
Moment. Hier fehlt mir die Reflektiertheit.

Bei Rammstein und Marylin Manson ist klar getrennt wo die Kunst beginnt und wo die Person aufhört.

Auch wenn Jemand wie Jan Böhmermann als Adolf Hitler auf die Straße geht oder KIZ ne Single raus hauen die „Ich bin Adolf Hitler“ heißt oder auch die Toten Hosen mit „Sascha - ein aufrechter Deutscher“ provozieren ist da immer ein klares Statement dahinter und Ironie.

Wenn jetzt aber Jemand wie Kollegah anfängt irgendwelche Alphamann Seminare zu veranstalten wo die Karte 2000 Euro kostet ist da keine Ironie mehr hinter. Das ist purer Ernst und damit fällt die Distanz zur Kunstfigur - dem Rapper Kollegah weg, das ist dann Beides ein und das selbe.

Und genau so ist es bei Bands, die bei einem rechten Label unter Vertrag sind. Da gibt’s für mich keinen doppelten Boden, weil wenn ich weiß, dass mein Label rechte Künstler unterstützt und ich das weiß, dann unterschreibe ich - wenn ich nicht selbst rechts bin - da keinen Vertrag wenn ich einigermaßen gesunden Menschenverstand habe. Da gibt’s für mich keine Akzeptanz und keinen doppelten Boden.

Und das mit den Ausländern die friedlich sind verstehe ich jetzt irgendwie gar nicht... was hat das damit zu tun, dass sie gerne Hip Hop hören und was spielt das hier für ne Rolle, dass „...auch Ausländer gerne Hip Hop hören...“, warum sollten sie deshalb gewalttätig sein?
 
#73
Du hast doch vollkommen recht. Du nennst mir jetzt Künstler, die für das Radio nicht infrage kommen. Und es gibt aber auch Hip-Hop, mit denen, mit wem auch immer, sich friedlich unterhalten werden kann. Das gilt auch für andere Genres. Über Sido regt sich keiner auf. Ob nun mit oder ohne Maske...Weil Sido nie jemanden beleidigt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#74
Naja so Leute wie Capital Bra laufen aber im Radio. Und Sido lief auch zu seinen heftigen Zeiten zumindest auf den Musiksendern, aber Sido war halt immer ein Stück weit auch ne Kunstfigur mit ner gewissen Distanz weshalb auch „Arschf***song“ noch ok geht. Jetzt sind seine Texte aber so clean, dass das gar kein Problem ist das auch auf FFH und im Dudelfunk zu spielen.

Aber es gibt ja auch Leute wie Fatoni, die Leute von Antilopen Gang, Juse Ju oder Romano, Orsons und OK Kid, die auf solchen Sendern wie Dlf Nova und alternativ angehauchten Sendern gespielt werden und die eher oder eindeutig links sind, da ist auch der textliche Inhalt nicht so auf Kraftausdrücke ausgerichtet, dazu dann noch die Sachen von Früher (Four Music, Kolchose Stuttgart, Eimsbusch, Rödelheim usw.), das sind Alles Dinge, die mich geprägt haben und die ich sehr gerne mag.

Sido ist musikalisch halt so an der Grenze, weil die Beats teilweise doch sehr einfältig sind. Das ist bei 90s Rap wo viel mit Samples gearbeitet wird und diesen ganzen neuen „Linksrappern“ doch Alles deutlich auf nem höheren Niveau und auch die Lines sind ausgeklügelter, das schätze ich bei KKS übrigens auch sehr, gerade die Demos sind auch textlich sehr gut, LMS ist natürlich ein absoluter Klassiker oder „Du schaffst es“, da geht’s meiner Ansicht nach Richtung Optik schon abwärts, obwohl das auch noch Alles wirklich gut ist. Aber das sind auch Alles Leute, die du aufm Battle hinstellen kannst und dann können die auch Freestylen, da stört mich an dieser ganzen Kollegah-Kay One-Bonez MC-Riege und wie die Alle heißen so. Die können nämlich nicht wirklich was. Beim Freestylen kannst du die alle vergessen und so Lines schreiben, wie die das machen find ich - wenn man die Zeit hat - nicht besonders schwierig. Da steckt für mich keine Kunst mehr da hinter.

Und früher gabs Ansagen und Fights und Disstracks, die teilweise 10 Min und länger gingen, aber jetzt streiten die sich wie kleine Kinder über Instagram und drohen dem Anderen Schläge an oder machen wie gesagt verdammt schlechte Platten mit Dieter Bohlen. Das hat für mich nix mehr mit Hip Hop zu tun, das ist armselige Kommerz Scheisse und ein richtig guter Rapper würde sich auf sowas nicht herab lassen....

Fettes Brot haben mal n Track mit James Last gemacht, aber der konnte auch was und hat geliebt was er gemacht hat.

Und böse Texte gabs auch schon in den 90s. In Kassel gabs ne richtig asoziale underground Rap Truppe, die hießen die Rächer, hör dir mal sei Schlau mach blau an. Das ist von 94 oder 95, gegen das was diese ganzen Wannabes da heute präsentieren ist das richtig gut.

Und wenn was zu hart war gabs auch früher schon Radio Clean Versions, bei den Amerikanern fing das schon viel früher an (NWA, Eazy-E etc.).

Aber das Herz geht mir meistens dann doch bei den alten Sachen auf, Sammy, Torch, Ferris, Afrob, Blumentopf, Freundeskreis usw... oder MC René, war zwar immer mehr der Spassrapper, war aber einer der besten Freestyler überhaupt und der hat auch mal hier in Kassel gewohnt.

Wenn du jetzt richtig gelesen hast, dann habe ich ein spezielles Klientel angesprochen und nicht ALLE Rapper.

Ich habe aber trotzdem das Gefühl, dass du dich da irgendwie total persönlich verletzt fühlst, wenn über diverse Scheiss Rapper zurecht diskutiert wird. Ich habe da auch so ne Reportage von der ARD zu gesehen und fand Haftbefehl und PA Sports noch am Nettesten, aber so richtig gut bzw. Sympathisch sind die Alle nicht. Da finde ich Leute wie Sido oder Eko Fresh viel netter und reflektierter.

LG Tobi
 
#75
Da finde ich Leute wie Sido oder Eko Fresh viel netter und reflektierter.

LG Tobi
Ich finde es gerade interessant ob wohl Gangsterrapper es toll finden wenn die Leute sie nett und reflektiert finden. Ich dachte bisher eigentlich immer die wollen genau das GEgenteil erreichen.

Wobei es wirklich "nette" Rapper gibt wie Will Smith, Cro, Dendemann, Samy Deluxe oder Curse die bewusst auf Schmäh-Reime und Schimpfworte (soweit möglich) verzichten. Aber "nett" bei einem Rapper, wo der dargebotene Text nicht zwingend die Einstellung der Person darstellen muss ist ohnehin zweitrangig und äußerst spekulativ!
 
Oben