Funkhaus historisch: Nalepastraße


Hallo allerseits,

ab und an scheint hier doch noch geschrieben zu werden. Dann sei es drum. Ich war gerade mal wieder in der Nalepastraße. Große Schutthaufen entlang Block A. Denn das erste Obergeschoss ist fast vollständig entkernt worden. Die Pendeltür zum langen Gang, von dem aus es mal zu den K-Räumen und A-, C- und P-Räumen ging, ist noch vorhanden. Dahinter sieht es aber völlig neu aus. Kleine Studios sind in diese Fläche hineingebaut worden. Überall wuseln Leute mit Laptops herum. Gesprochen wird fast nur Englisch. Und, oh Wunder, K3 und K4 sind noch weitestgehend erhalten. Ich darf daran erinnern: K4 war zeit seines Lebens Deutschlandsender, Stimme der DDR, wieder Deutschlandsender und danach Deutschlandradio. K3 war der Ausweichraum für Messtage und beherbergte 1968/1969 Radio Vltava. Die ehemaligen Sprecherräume und die dazugehörigen Regieräume werden als Ministudios mit unterschiedlichem losen Equipment genutzt. An den Wandverkleidungen und sonstigem baulichen Zustand wurde weitestgehend nichts verändert. Zustand von 1955 (!),

Ich hatte das Glück, auf den Turm von Block A und dort auf das Dach zu gelangen. In der obersten 8. Etage unter dem Dach hat man begonnen, eine Bar einzubauen. Der Tresen steht schon, ein paar Barhocker und ein Kühlschrank auch. Eine begehbare Glas-Zwischendecke ist eingezogen worden. Der Fußboden scheint noch original zu sein. Hatten hier die Russen ihren Speisesaal? In meiner Nalepastraßenzeit war der Turm nur bis zur 6. Etage zugänglich. Alles andere war streng geheim.

Ich war zusammen mit zwei interessierten Besuchern dort und hatte selbst keinen Fotoapparat dabei. Mein Freund hat aber vom Dach des Turmes ein interessantes Foto von Block E aufnehmen können und mir zur Verfügung gestellt mit der ausdrücklichen Erlaubnis, es auch veröffentlichen zu dürfen. Das Foto: beeindruckend und verstörend zugleich.

Herzliche Grüße an alle, Jürgen.

comp_IMG_20171030_135710_014.jpg
 
Welchen weißen Gebäudeteil meinst Du denn? Bei oben links vermute ich mal: das 5-stöckige Gebäude. Oder meinst Du doch eher die kleine weiße Halle in der Mitte links?
 
Oh mann, wie konnte ich die neuen Einträge übersehen?

Lindi war also mutig und ist an den Ort, der immer mehr von dem verliert, was er einst war. Allein die Bespielung von Saal 1 mit Acts für Hipster-Publikum ist Gift für das Gebäude. Irgendwann fackeln sie Block B damit ein zweites mal ab. Wären sie doch bloß im Postbahnhof oder in der Columbiahalle oder einer sonstigen akustisch wertlosen Gebäudesubstanz geblieben.

Ich bleibe dabei: das Funkhaus hätte zum Nationalen Kulturerbe erklärt und unter staatliche Finanzierung und Aufsicht gestellt werden müssen, statt es dem Kapital zum Fraß vorzuwerfen. Berlin hat weißgott genug Schuppen, in denen man abrocken kann. Da muß man nicht die weltbesten Studios dafür zweckentfremden.

Und, oh Wunder, K3 und K4 sind noch weitestgehend erhalten. Ich darf daran erinnern: K4 war zeit seines Lebens Deutschlandsender, Stimme der DDR, wieder Deutschlandsender und danach Deutschlandradio.
Du warst drin? Ich war nie hinter diesen beiden Türen, sie waren bei meinen Besuchen immer verschlossen. Letzte Station war aber nicht "Deutschlandradio", sondern DS Kultur:

Funkhaus Nalepastrasse - Block A - Tuer DS 29-1-2014.jpg

Die ehemaligen Sprecherräume und die dazugehörigen Regieräume werden als Ministudios mit unterschiedlichem losen Equipment genutzt. An den Wandverkleidungen und sonstigem baulichen Zustand wurde weitestgehend nichts verändert. Zustand von 1955 (!),
Siehe z.B. http://www.triconestudios.com/

Das müsste doch da drin sein, bloß in welchem Raum?


Akustik-Konzeption auch da: Gisela Herzog. Das war der Beginn, dann kam die Königsklasse (Block B mit den Sälen und dem Hörspiel 1 und 2) für die Frau, die eigentlich Autodidaktin auf diesem Gebiet war.

In der obersten 8. Etage unter dem Dach hat man begonnen, eine Bar einzubauen. Der Tresen steht schon, ein paar Barhocker und ein Kühlschrank auch.
Das Inventar ist laut RBB-Abendschau vom 9.7.2017 aus anderen Einrichtungen zusammengetragen: die Sessel aus dem Staatsratsgebäude, die Lampen und die Bar aus dem Palast der Republik. Da bastelt sich jemand äußerst "geschmackvoll" sein DDR-Disneyland zusammen. In einem Funkhaus.

Das Foto: beeindruckend und verstörend zugleich.
Allerdings. Besten Dank für dieses Dokument!

Der Blick geht weit. Sind das die Müggelberge links im Hintergrund? Für mich gefühlt zu weit nördlich, aber welche Erhebung wäre es sonst? In der großen Halle mittig im Hintergrund befindet sich soweit mir bekannt eine Anlage der Energieversorgung, von dort lagen wohl auch Einspeisekabel zum Funkhaus.

Auf diesem Teil des Geländes passiert auch aktuell etwas, nach vielen Jahren des Verfalls und der zumindest im Inneren Anfang 2014 akribisch durchgeführten Bereinigung sämtlicher Akustikeinbauten (Glaswolle raus):
http://nalepaland.de
https://web.facebook.com/pg/nalepaland/photos/?ref=page_internal

Vermutlich sind die doppelwandigen Mauern mit Glaswolle-Isolierung dazwischen dank des jahrelangen Herumstehens ohne Außenfenster "durch", also die Glaswolle unrettbar mit Wasser vollgesaugt. Bin sehr gespannt, wie man diese Konstruktion da oben drauf packen kann, aber sie werden sich um die Statik ja gekümmert haben. Um die Geschichte des Gebäudes haben sie sich jedenfalls löblich gekümmert, wenn auch mit kleinem Fehler - siehe hier oben: Stimme der DDR war auch ein DDR-weites Programm und kam NICHT aus E-T, sondern aus Block A.

So wie Nalepaland aussieht, könnte evtl. Block E-R (das Redaktionsgebäude) fallen, während E-T als "Grundmauer" erhalten bleibt. Da hätten viele (auch ich) das genaue Gegenteil erwartet.

Frage an die Insider vor Ort: Offensichtlich wurde der weiße Gebäudeteil oben links saniert oder gar neu gebaut; weiß jemand von Euch, was es damit auf sich hat bzw. welchen Nutzen dieser beinhaltet?
Links am Bildrand hinten vor dem Redaktionsgebäude in Lindis Foto? Das ist ein nachträglich hinzugefügter Anbau, der wohl aufgrund seiner weißen Farbe intern den Spitznamen "Casablanca" bekam. "Nachträglich" heißt hier: irgendwann zu DDR-Zeiten, also keinesfalls neu. Kai Ludwig erwähnt hier, Casablanca wäre für DT64 angebaut worden, das wäre dann Mitte der 1980er Jahre gewesen. Dem stimmt auch ein ehemaliger Schaltraum-Mitarbeiter (leitende Position) zu, den ich gerade anrief.

Die Story, die ich bislang zu Casablanca kannte war die, dass DT64 von dort senden sollte, es aber dann nur als Produktionsräume genutzt wurde, weil sich aus dem großen K6 (im Foto gleich anschließend daran Richtung Vordergrund) natürlich viel besser senden ließ. Möglicherweise (nach dem Telefonat kann ich das nicht mehr ausschließen) war aber auch geplant, in Casablanca erstmals in der DDR echte Selbstfahrplätze einzubauen, um DT64 einen direkteren und live-haftigeren Sendebetrieb zu ermöglichen, wozu es durch die Ereignisse ab Herbst 1989 nicht mehr kam, so dass es bis November 1993 (dann schon als Sputnik) beim Techniker-Betrieb aus K6 blieb. Im Casablanca befanden sich Produktionsstudios (soweit ich mich erinnere P13 und P14), in denen nach der Wende auch "Beute-Technik" von Radio 100 nach dessen Liquidation zu finden war, z.B. PR99-Maschinen.

Anfangs war der Anbau nicht vorgesehen

Funkhaus Nalepastrasse - Block E Modell.jpg

und auch nicht vorhanden:

Funkhaus Nalepastrasse - Block E.jpg
(Fotos aus einer internen Dokumentation der Studiotechnik / Deutsche Post über den Rundfunk der DDR bzw. aus RFZ-Publikationen)

2007 war alles hübsch zugewuchert, aber die Gebäudesubstanz von Block E-T und E-R noch äußerlich weitgehend intakt, wie mein damaliges Foto zeigt:

Nalepastrasse Block E 9-9-2007.jpg


Das Foto, das Kai Ludwig 2015 hier oben veröffentlichte, zeigt Casablanca beschmiert. Tatsächlich sieht es nun auf Lindis Foto wie neu aus und der einstige Schaltraum-Mann, den ich gerade anrief, bestätigte mir, dass im Sommer, als er auf dem Gelände war, Leben im Haus war, er aber nicht reinkam. Hier laufen offenbar die Vorarbeiten für das "Nalepaland". Ob man die hervorragende akustische Trennung der einzelnen Räume (jeder Raum auf eigenem Fundament, alle Außen- und Innenwände doppelt) im eigentlichen E-T in der neuen Nutzung noch gebrauchen kann, werden wir sehen.

Mein Hausnachbar, der "Ecke" von DT64, meinte gerade als ich ihm die Bilder zeigte, da sollten sie den Keller mit den "Ernstfallstudios" mit Beton füllen, dann haben sie wenigstens eine stabile Bodenplatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schon muss ich mich korrigieren. Recherche geht halt nur langsam, wenn man in GSM-Geschwindigkeit "surft". Nalepaland ist nur der ursprüngliche Ziegel-Flachbau-Komplex mit K5 bis K12.

Laut http://www.zeitreisen-nalepafunk.com/heute/zustaendigkeiten-stand-2017.html ist für Casablanca http://www.planet-earth-studios.de zuständig. Und da hat sich 2016 beachtliches getan. Das waren einst so unscheinbare "Produktionsbuden", aus meiner Erinnerung heraus recht dunkel. Und jetzt sowas... Respekt!

Das Redaktionsgebäude E-R dahinter ist wieder in anderer Hand: http://www.fortress-immobilien.de/uploads/tx_userletting/Fortress_Mietangebote_MSC_11_de_02.pdf - demnächst dann also wohl die Segnungen des Kapitalismus: Tankstelle, Fastfood-Bude, Sonnenstudio oder sonstwas, was dort niemand braucht, weil im Umkreis von 2 km ohnehin schon viel zuviel da ist.

Und je weiter ich mich durch die aktuelle Entwicklung von Block B lese (ich habe die Geschehnisse längere Zeit nicht verfolgt), umso übler wird mir. H2 ist tatsächlich nicht mehr - zumindest nicht in Hörspiel H2. Das legendäre Studio (übrigens der tatsächliche Geburtsort von DT64, die ersten Sendungen während des "Sonderstudio Deutschlandtreffen" 1964 kamen aus H2) musste offenbar aufgegeben werden, Andreas Meinetsberger firmiert wohl nun in Block A. Hörspiel ohne Hörspiel-Studios. Schaun wir mal, was demnächst in H2 kommt. Modeschauen? Die Präsentation des neuen iPhones? Ein Bionade-Ausschank (oder ist die Hipster-Plörre schon wieder out)?

Und wenn ich sowas hier sehe http://www.funkhaus-berlin.net/p/blog-page_6.html , könnte ich nur noch kotzen. Widerlich. Wirklich widerlich. Man kann sichs nicht mehr antun, was aus diesem Ort geworden ist. Aber auch für die Hipster wird einmal eine Zeit kommen, in der ihre vermeintlichen "Werte" nichts mehr wert sein werden. Vielleicht auf der anderen Seite eines Krieges, aber die Zeit wird kommen.
 
Große Schutthaufen entlang Block A. Denn das erste Obergeschoss ist fast vollständig entkernt worden. Die Pendeltür zum langen Gang, von dem aus es mal zu den K-Räumen und A-, C- und P-Räumen ging, ist noch vorhanden. Dahinter sieht es aber völlig neu aus.
Beispielsweise so wie nach der Entkernung hier:
www.funkhaus-berlin.net/p/blog-page_9.html

Ich hatte das Glück, auf den Turm von Block A und dort auf das Dach zu gelangen. In der obersten 8. Etage unter dem Dach hat man begonnen, eine Bar einzubauen. Der Tresen steht schon, ein paar Barhocker und ein Kühlschrank auch. Eine begehbare Glas-Zwischendecke ist eingezogen worden. Der Fußboden scheint noch original zu sein.
Sie nennen es "PENTHOUSE", einige Bilder der Location hier:
www.funkhaus-berlin.net/p/music-startup-office.html
 
Vielen Dank an die Informationen einer längst vergangenen Zeit, ich hatte damals auf der IFA 1991 die Broschüre "Rundfunk im Aufbruch" erhalten und leider musste diese einige Jahre später mit vielen anderen Medien-Unterlagen wie Broschüren, Zeitschriften, Flyer usw. aus Platzmangel in meiner alten Wohnung entsorgt werden.
 
AW: Funkhaus historisch: Nalepastraße

Jetzt sehe ich da endlich richtig durch! Faszinierend, nun klar nachvollziehen zu können, wo ich vor dreizehn Jahren rumgestolpert bin, wonach es dann um mich geschehen war ...


1993 müßte das nach meiner Erinnerung so ausgesehen haben:

K13 und K1: Vorproduktion DS Kultur. K13 (ehem. RBI) hatten sie dafür zur Aufnahme von Diskussionsrunden umgebaut (runder Tisch mit rund einem halben Dutzend UM70), in K1 hingen keine Gefell (mehr), sondern etwas anderes, wahrscheinlich U87?

K2: Sendeabwicklung 177 kHz.

K3: Sendeabwicklung DS Kultur; was war mit K4?

K6: DT64.

K7: Müßte Berliner Rundfunk gewesen sein?

K9...12: Dort dürften Radio Brandenburg und Fritz gesessen haben?

Korrekturen? Und wie war das bis 1990?
Na, versuche ich mal zu korrigieren (Stand Dez.1990)
K5 - Postproduktion Block B
K6 - Sendung Jugendradio
K7 - Berliner Rundfunk
K8 - ehemals Außenpolitk-Produktionszentrale, danach Reserve für K6 / Sportredaktion
K9 - Radio DDR 1
K10 - Reserve / Sportredaktion
K11 - Radio DDR II
K12 - Reserve / Ausweich für K7

Fritz wurde nach Schließung Jugendradio weiterhin aus K6 gesendet, Antenne m. W. aus K7, kann mich aber irren!
Vorproduktionen für Fritz fanden bis Ende 1991 noch in P13/14 statt!

Muß mal bei Koll. Reichelt aquirieren, aus K10/Schaltraum E, K6; AUPO-Komplex müßten noch Videoaufnahmen vorhanden sein!
Falls Interesse, bitte eMail an: gerhard-roloff@kabelmail.de
 
Zuletzt bearbeitet:
@FeTAp61

Besten Dank für diesen Sack Informationen! Wenn ich die Programmbroschüre von 1991 anschaue, wundere ich mich auch nicht, warum ich 1991 (damals war ich 17) bis heute als mein "bestes Jahr" bezeiche. Nun lebte ich nicht am oder im Radio, aber doch aufgrund der Mediennutzung (die damals letztlich ausschließlich Radio war) in etwas, das man heute "Blase" nennen würde: ich hatte nicht das Gefühl, in einer Welt voller Vollidioten zu leben, in denen der Rundfunk auch das dazu passende Programm kredenzt. Im Gegenteil. Wenn ich mir die Programme aus der Nalepastraße anschaue: überaus wertvoll, Radio für Menschen mit Selbstachtung, aufrechtem Gang und Berührbarkeit. Ich zog daraus damals den Trugschluß, wir steuern gesünderen Zeiten entgegen. Dabei hätte mir nicht entgehen dürfen (und ging mir eigentlich auch nicht), wie die Faschisten in Hoyerswerda (und später in Rostock-Lichtenhagen) wüteten und wie die Bevölkerung es schweigend gutfand. Mir war ja auch klar, dass unser Schulclub von Nazis überfallen wurde und dass etliche Schüler im Alltag aufgrund ihres nicht rechtsradikalen Äußeren wegens ernsthafte Probleme bekamen (Nasenbein-Bruch etc). Die "Macht" des Radios, das ich damals hörte, muss wirklich beachtlich gewesen sein, dass ich trotz alledem optimistisch und nahezu kindllich-unbesorgt in die Zukunft schaute. Ich fühlte da eine große "Community" (würde man heute wohl so nennen).

Der Sturz 1992 auf das rein kommerzielle MDR-Programm und die danach folgenden Privattröten und ihr "wir finden unser gesellschaftliches Siechtum toll"-Programm konnte nicht tiefer sein. Im März 1992 begannen bei mir schwere psychosomatische Störungen, die mir letztlich meine komplette Twen-Zeit ruinierten und die erst nach einer 9-wöchigen stationären Therapie 2003 weitgehend weggingen. 11 Jahre meines Lebens saß ich psychisch im "Loch". Ich habe diese Zeit irgendwie mit Studium und Promotion über die Runden gebracht, aber letztlich nicht gelebt.

Inzwischen bin ich bzgl. der deutschen Gesellschaft (spezieller: vor allem bzgl. der überaus primitiven und verrohten ostdeutschen Gesellschaft) weitgehend "innerlich gekündigt". Der Preis dafür, Fremder im eigenen Land zu sein: ich bin Single. In der Zeit, in der man eigentlich Partner kennenlernt und Familien gründet, saß ich im Dunklen. Und die Frauen, die ich heute im "fortgeschrittenen Alter" kennenlerne, sind mir fast immer nicht nur absolut fremd, sondern lösen ob ihrer ekelhaften Selbstüberzeugung, absoluten Empfindungslosigkeit gegenüber unserem Heimatplaneten, ihrer billigen, prolligen Art, ihrer Kälte und ihres künstlichen "Lifestyles" oft nur Ekel bei mir aus, während ich für sie mangels Vorhandensein der heute geforderten Eigenschaften und Fassade je nach Mentalität uninteressant bin oder allein durch nonverbale Anwesenheit zu massiven Hass- und Gewaltausbrüchen bei ihnen führe. Letztlich ist mir eine Achtung durch Frauen fast ausschließlich bei Seniorinnen gegeben, bis hin zu über 90-jährigen. Ich passe nicht in diese "moderne Zeit" und mag ihre Gesellschaftsspielchen nicht mehr mitspielen. Glücklicherweise habe ich einen Ort gefunden, an dem sich immer Menschen treffen, die ebenso Fremdkörper in unserer Gesellschaft (oder der anderer sogenannter "entwickelter Staaten") sind. Dort fühle ich mich meist sehr wohl, allerdings ist mir der Aufenthalt dort immer nur wenige Wochen im Jahr möglich, der Ort liegt im Ausland.


@Rolli-GR: auch Dir besten Dank!
Fritz wurde nach Schließung Jugendradio weiterhin aus K6 gesendet
Kann nicht sein, denn DT64 wurde aus dem K6 bis November 1993 vom MDR weitergeführt, dann schon als Sputnik. Fritz und der Vorläufer Rockradio B müssen ab 1992 einen anderen K-Raum gehabt haben. Dunkel glaube ich mich zu erinnern, sie hätten die Telefonnummer von Radio Aktuell übernommen (5778?), ggf. wäre das dann auch aus dessen K-Raum (K9?) gekommen?

Antenne m. W. aus K7, kann mich aber irren!
Antenne kam doch aus Potsdam. https://www.radioeins.de/programm/s...dio_news/beitraege/2015/funkhaus_potsdam.html -> Fotos ganz unten.

Aber Radio Brandenburg kam aus der Nalepastraße. Und zwar aus einem K-Raum mit großer runder Uhr statt der von DT64 / K6 bekannten Tisch-Uhr im grauen Kasten. Vgl.
https://images.booklooker.de/isbn/9783861530770/Bertram+Huhu-liebes-Radiovolk.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Ich habe gerade einen Raum im Turm des Funkhauses angemietet und möchte hier ein Tonstudio einrichten.
Mich interessiert, wie es hier früher einmal ausgesehen hat, leider finde ich dazu nichts im Netz.
Ich möchte mich bei der Einrichtung schon etwas an der Historie des Raums orientieren. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen? LG
 
AW: Funkhaus historisch: Nalepastraße

Sehr schönes Video von der Ferienwelle - ich hab da (ca. 1982/83) eine Zeitlang gejobt und in dem Film einiges wiedererkannt., auch ein paar ehemalige Kollegen.
Der Tontechniker bei 0:40 - 0:50 dürfte Uwe Lenschow gewesen sein, wie heisst denn der Moderator bei 1:50 ? Er kommt mir auch bekannt vor.
Lang ist's her, Nostalgie... ;)
Richtig erkannt! Den Moderator kenne ich auch nicht, aber der Tontechniker ist nach wie vor im Dienst bei uns und ein direkter Kollege von mir.
Ebenso die Redakteurin Birgit Müller, die aber seit vielen Jahren Fernsehen und nicht mehr Hörfunk macht.

Die Ferienwelle (ihr wisst das wahrscheinlich schon) war ja saisonal befristet nur in der Ferienzeit zu hören, parallel zum Programm RMV, was beides aus dem Studio in Rostock gesendet wurde, mit einzelnen Programmteilen aus Schwerin.
Das Studiogebäude in Rostock existiert nach Umbau noch als Regionalstudio mit Fernsehen und Hörfunk, mit dem Bau des Landesfunkhauses in Schwerin ist zunächst der Hörfunk und später das Fernsehen hierher umgezogen.
Ende des kleinen MV-Exkurses...
 
AW: Funkhaus historisch: Nalepastraße

Es lief da kurz nach der Wende erwartungsgemäß auch mit RFZ-Pult, man hatte aber schon eine Pegelanzeige aus Jüngers früher Schaffensphase (als Delta Systems), man hatte die großen Geithains und offenbar Neumänner. Interessant ist für mich, wie groß das lokale Musikarchiv war - es handelte sich also zu DDR-Zeiten schon um weit mehr als nur eine kleine Außenstelle der Nalepastraße.
Jawoll, U87 hatten sie da. Die schon erwähnten MD421 waren also nicht der einzige Import aus W.-Germany.
Wir haben drei an der Zahl noch aus Altbestand im Schrank (übrigens funktionsfähig und klanlich i.O.), die Seriennummern haben mir verraten dass die Exemplare von ca. 1972-1975 stammen.
Und ebenfalls neu war mir, daß es die Nordlichter in der Zeit zwischen DDR und NDR auf 2 Programme gebracht hatten. Die Sachsen hatten derer ja bekanntlich sogar drei...
Siehe meine vorherige Antwort - die Ferienwelle sendete halt nicht ganzjährig, hatte aber eigene Frequenzen. Die nutzt NDR 1 MV als Nachfolger von RMV bis heute, es gibt im Sommer sogar noch etwas das Ferienwelle heisst - aber nur den Namen mit dem Ursprung gemein hat, handelt es sich doch um die fast dreimonatige Sommerpause der abendlichen Themensendungen...
Auf einer der weit zurückliegenden Seiten ist ein PDF angehangen/verlinkt das eine Programmübersicht aus dem August 1991 zum Inhalt hat. Da taucht die Ferienwelle mit umfangreichem Tagesprogramm auf.
 
Ich entschuldige mich schonmal für den Hattrick den ich hiermit hinlege, aber ein ehemals Rostocker Kollege konnte weiteres zu dem RMV-Bericht beitragen:
Der Moderator bei 1'50 heisst Andreas Dietz.
Und bei 4'25 ist Gerhild Wolf zu sehen, mittlerweile auch schon im Ruhestand.
 
Ich habe mir letzte Nacht diesen kompletten Thread durchgelesen. Sehr interessant, auch wenn ich die Zeit damals nicht persönlich mit erlebt habe.

Insbesondere die Beschreibung und Fotos der späteren Besuche des Funkhauses Nalepastr., die den Niedergang der damaligen Produktion-, Sende- und Redaktionsräume dokumentieren, sind sehr bewegend (Posts rund um 2005).

Ich frage mich, wie es aktuell aussieht, gibt es Fotos oder Infos zum aktuellen Stand der Bauarbeiten und Nutzung des Gebäudes in der Nalepastr.?
 
Oben