Funkkonferenz diskutiert über Erweiterung des UKW-Bandes


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Ab sofort läuft die neue Weltfunkkonferenz. Heute habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen. Unter anderem soll beraten werden, den UKW-Bereich nochmal zu erweitern, und zwar auf Frequenzen unter 87,5 MHz. Das dürfte bei der gesamten deutschen Privatradioszene auf offene Ohren stoßen. Damit könnten bisherige Frequenzprobleme gelöst werden und es künftig mehr Gleichberechtigung geben. Der ein oder andere Veranstalter könnte auch einen Ableger starten. Die berechtigte Frage, die sich aber stellt ist, wenn die Menschen ohnehin neue Empfänger benötigen (nur wenige Asia-Modelle würden die Frequenzen unter 87,5 empfangen), es doch IMHO mehr Sinn machen würde die neuen Frequenzen für einen digitalen Übertragungsstandard (DRM+ oder das US-IBOC/HD Radio) zu nutzen. Immerhin ließen sich so auch die Probleme lösen, die man mit DAB hätte, vor allem die unbeliebte Bouquetstruktur.
 

Radiocat

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Das ist durchaus nicht uninteressant, in Südamerika verfolgt man ähnliche Pläne. Natürlich braucht es hier wieder neue Empfänger. Zudem müssen die BOS-Dienste dann erst einmal diesen Frequenzbereich verlassen. Inwiefern ist das denn schon spruchreif? Oder ist das bislang nur Wunschdenken der Hörfunkanbieter?
 

Radiowaves

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Unpraktikabel, da mit allen vorhandenen Radios nicht zu empfangen. Und im Kabel fliegt UKW perspektivisch recht bald raus, weil von unten was hochkommt - der Rückkanalbereich für Internet/Telefon. Bei DOCSIS 3 frisst der RK bei Vollausbau nicht nur UKW, sondern auch die unteren Sonderkanäle und Band III bis zur Oberkante DAB (240 MHz) komplett. Die Schweiz wird wohl wieder mal schneller sein bei der Umsetzung.
 
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matsche

Gesperrter Benutzer
Hm. Die 87,5 wird doch schon in ES und I genutzt. Oder um welche Frequenzen geht es genau ?
Dazu kommt doch noch die Umsetzung in den einzelnen EU-Staaten. Fakt wäre aber auch, dass man damit dem DAB-Treiben das letzte asthmatische Röcheln aus dem zerfetzten Segel nimmt.
Das Problem mit den nicht vorhandenen Radios lässt sich mit der Zeit lösen, wie schon damals mit den Radios, die nur bis 104 konnten.
Trau keinem über 100, sag ich dir.
 
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Tweety

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Das ganze wird so nicht funktionieren. So einfach ist das nicht und am Ende läuft es doch wieder darauf hinaus, dass dann statt 10 Hitdudlern, dann 15 die meiste Abwechslung bieten und dafür ein neues Radio holen? Nein, danke. 'Die Medienanstalten werden schon dafür sorgen, dass die neuen Frequenzen dann auch nur an die Platzhirsche gehen und somit kann man dann auch nicht mehr Abwechslung erwarten.
Damit wird man niemanden hinterm Ofen hervorlocken und das ganze muss ja auch finanziert werden und wenn man schon jetzt jammert, dass die 5 Millionen DAB-Emfänger nicht ausreichen um kostendeckend zu senden, dann kan man sich ausrechnen, dass sich auf Jahre mit solchen Senderablegern kein Geld verdienen lässt, weil einfach zu wenige Geräte im Markt sein werden.

Fakt wäre aber auch, dass man damit dem DAB-Treiben das letzte asthmatische Röcheln aus dem zerfetzten Segel nimmt.

Und UKW schliesst man damit nochmal an die Herz-Lungen-Maschine an um das Sterben noch ein bisschen zu verlängern. ;)

Ich frage mich, wann man bei den Veranstaltern endlich begreift, dass die Uhr für UKW tickt und da können auch solch wenig durchdachten Überlegungen nichts dran ändern.
 
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exhörer

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Ab sofort läuft die neue Weltfunkkonferenz. Heute habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen. Unter anderem soll beraten werden, den UKW-Bereich nochmal zu erweitern, und zwar auf Frequenzen unter 87,5 MHz. Das dürfte bei der gesamten deutschen Privatradioszene auf offene Ohren stoßen. Damit könnten bisherige Frequenzprobleme gelöst werden und es künftig mehr Gleichberechtigung geben.

Es gäbe schon jetzt mehr als genug Frequenzen, wenn nicht alle Frequenzen mit denselben Inhalten (sprich "Hitradio") belegt werden würden.

Eine Erweiterung würde dann bedeuten, daß man in einer Großstadt statt 5 Hitradios dann 10 Hitradios empfangen kann. Sinn? Null!
 

@nd1

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Sorry, aber zu UKW bringt mich keiner mehr zurück... nichts ist nerviger im Geschäft wie das blöde Gerausche wenn jemand die Jalousie runterlässt oder irgend ein Gerät eingeschaltet wird, dass so wunderbar ins UKW Band reinstört... DAB läuft dagegen tadellos, zwar bricht die Feldstärke ein, aber ist ja völlig uninteressant bei genügend SNR
 
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Zwerg#8

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Ab sofort läuft die neue Weltfunkkonferenz. Heute habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen. Unter anderem soll beraten werden, den UKW-Bereich nochmal zu erweitern, und zwar auf Frequenzen unter 87,5 MHz. Das dürfte bei der gesamten deutschen Privatradioszene auf offene Ohren stoßen. Damit könnten bisherige Frequenzprobleme gelöst werden und es künftig mehr Gleichberechtigung geben. Der ein oder andere Veranstalter könnte auch einen Ableger starten. Die berechtigte Frage, die sich aber stellt ist, wenn die Menschen ohnehin neue Empfänger benötigen (nur wenige Asia-Modelle würden die Frequenzen unter 87,5 empfangen), es doch IMHO mehr Sinn machen würde die neuen Frequenzen für einen digitalen Übertragungsstandard (DRM+ oder das US-IBOC/HD Radio) zu nutzen. Immerhin ließen sich so auch die Probleme lösen, die man mit DAB hätte, vor allem die unbeliebte Bouquetstruktur.

Mein Gott, GSA! Ich an deiner Stelle würde mal mein gesamtes "Schrifttum" hier im Forum checken (alte Postings lesen) und bei inhaltlichen Diskrepanzen erstmal nachdenken. Das ist ja unglaublich.

Glaubst Du ernsthaft, daß sich die Leute irgendwann ein neues UKW-Radio zulegen, nur weil das UKW-Band nach unten erweitert werden sollte? 250 Mio Radios?

Nur mal ein Beispiel aus deinem "Schrifttum" - letzter Absatz:
http://www.radioforen.de/index.php?...nti-dab-inszenierung.37845/page-7#post-662804
 

Radiokult

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Inzwischen denkt man laut über die Zeit nach DAB+ nach und hier wird was von UKW-Banderweiterung geschrieben. Sorry, aber das kann man nun wirklich nicht mehr Ernst nehmen.
http://www.satnews.de/mlesen.php?id=f1942a064d35c9e33e16603121c9c3e9

Und selbst wenn, die Frequenzen würde kein Sender freiwillig nehmen, weil sie kein Radio empfangen kann. Wenn man die teils völlig sinnfreien Überversorgungen und damit das unnötige Zumüllen von Frequenzen (sehr beliebt u.a. in NRW und im mdr-Sendegebiet) mal unterbinden würde, wären noch jede Menge UKW-Frequenzen frei.
 

freiwild

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Ist diese Debatte ernst gemeint? Eine Vergrößerung des UKW-Bereichs kombiniert genau die Nachteile des UKW-Systems mit den Nachteilen des DAB-Systems, sowie noch weiterer.

Zunächst mal bräuchte mal für UKW+ (ich nenn's mal so) neue Radiogeräte. Dann kann man aber auch gleich DAB-Radios verwenden, die stehen, anders als erstere, bereits in den Haushalten und Läden. Die Kosten im Unterhalt sind teurer als bei DAB+ (selbst wenn hier alle Programme mit 160 kbps senden würden), es gibt keine Gleichwellennetze, keine Unterprogramme oder temporären Sonderprogramme, keine flexible Belegung diverser Parameter...

Ein Witz, dass das Thema überhaupt hochkommt!
 

Lord Helmchen

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Interessant ist auch, dass hier etwas angedacht wird, für das wieder ganz neue Geräte gekauft werden müssen. Für UKW ist das also vollkommen in Ordnung, aber für DAB+ eine Sauerei, oder wie?
Das ist ja schon irgendwie schizophren.
 

Tweety

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Das ganze lohnt das Diskutieren überhaupt nicht. Das wird ein Schuss in den Ofen, wenn es denn überhaupt kommt. Ich denke eine vernünftige zerobase (Neuordnung der vorhandenen Frequenzen) würde da deutlich mehr bringen. Da traut sich aber wohl keiner ran. Stattdessen kommt man jetzt mit solchen "revolutionären" Neuerungen um die Ecke.:wall:
 
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Andreas W

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Wir sprechen hier von einer *Welt*funkkonferenz. Und wie das so ist mit der Welt, da gibt es noch ganz viel um Deutschland resp. Europa drumrum. Da gibt es viele viele Laender, die sich fuer DAB+ derzeit ueberhaupt nicht interessieren. Fuer diese Laender ist eine Erweiterung des UKW-Bands durchaus attraktiver. Im uebrigen wird ja schon in einigen Teilen der Welt der Bereich unterhalb 87,5 MHz fuer Radio genutzt, z.B. in Japan oder im alten OIRT-Band in Osteuropa. Brasilien hat das UKW-Band kuerzlich schon nach unten erweitert, um bevorstehende Mittelwellen-Abschaltungen kompensieren zu koennen. Warum sollte man das also nicht weltweit vereinheitlichen, z.B. auf 64-108MHz? Die China-DSP-Radios von Tecsun decken sowieso heute schon diesen kompletten Bereich ab, damit man sie ueberall auf der Welt einsetzen kann.
 

Lord Helmchen

Benutzer
Im uebrigen wird ja schon in einigen Teilen der Welt der Bereich unterhalb 87,5 MHz fuer Radio genutzt, z.B. in Japan
Dafür ist oberhalb von 91.0 MHz aber nichts los.

Brasilien hat das UKW-Band kuerzlich schon nach unten erweitert, um bevorstehende Mittelwellen-Abschaltungen kompensieren zu koennen.
Ob das so klug ist? Das Land ist so riesig, dass es dazu dann noch einige UKW-SENDER extra bräuchte.
In Perú ist es ja ähnlich. Die Mittelwelle hat da viel mehr Bedeutung als hier noch vor 20 Jahren. Selbst wenn das UKW-BAND nach unten erweitert werden sollte wäre es schwierig alle AM-Stationen aus Lima dort unterzubringen.
 

Hinztriller

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Ihr könnt ja mal gerne in der VVNöml und im Frequenzbereichszuweisungsplan der BNetzA schauen, was sich alles zwischen 68 und 87,5 MHz an Diensten rumtummelt. Die alle zu Verlagern und sämtliche Lizenzen einzuziehen wird ein Akt des unmöglichen.. Die "paar" Funkmikrofritzen im 800 MHz Bereich war ja schon ein halber Aufstand. Aber "da unten". Nä.
 

Ammerlaender

Benutzer
[OT]
Ich hoffe, ihr habt heute den Frühstückstisch oder werdet die Kaffeetafel heute Nachmittag festlich decken und habt den Sonntagsstaat angelegt, denn heute "feiert" die Frequenzmodulation, also das, was das heutige UKW aus macht, seinen 80. Geburtstag. - Bremen Eins würdigt diesen Tag mit einem Beitrag in seiner Chronik "as time goes by..." unter der Überschrift "6. November 1935: Neue Radiotechnik - Heute vor 80 Jahren hörten amerikanische Ingenieure erstmals modernes UKW-Radio." mit einem Beitrag von Norbert Kuntze:

6. November 1935: Neue Radiotechnik
Heute vor 80 Jahren hörten amerikanische Ingenieure erstmals modernes UKW-Radio.

  • Autor/-in:Norbert Kuntze
  • Länge:3:01 Minuten
[/OT]
 

Pianist_Berlin

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Das alles würde in Deutschland ja sowieso erst dann funktionieren, wenn der letzte BOS-Nutzer das 4m-Band nicht mehr benötigt. Und das kann noch eine Weile dauern. Außerdem bin ich dafür, eine ausreichende Menge an BOS-Kanälen für Großschadensereignisse freizuhalten, um nicht ausschließlich auf Tetra angewiesen zu sein.

Matthias
 

Inselkobi

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Interessant ist auch, dass hier etwas angedacht wird, für das wieder ganz neue Geräte gekauft werden müssen.

Das ist ja schon irgendwie schizophren.
Hast Du ein UKW-Radio mit Digital-Anzeige?
Prima! Dann lass Dir mal die Frequenzen anzeigen. Und jetzt geh' mal ganz langsam die Frequenzscala ganz nach unten, bis es nicht mehr weiter geht: Bei welcher Frequenz kommst Du raus?

Wenn dem so wäre, wäre es schizophren. Meine Zustimmung. - So IST es aber nicht, daher IST es nicht schizophren.
 

iro

Benutzer
@Lord Helmchen
Wenn dem so wäre, wäre es schizophren. Meine Zustimmung. - So IST es aber nicht, daher IST es nicht schizophren.
Ich glaube, er meint es gehe NUR um die 87.5 MHz. Nein, es geht um einen ganzen Bereich unterhalb 87.5 MHz ...wollte Brasilien nicht sogar um den Bereich 64-87.5 MHz erweitern?

Hast Du ein UKW-Radio mit Digital-Anzeige?
Prima! Dann lass Dir mal die Frequenzen anzeigen. Und jetzt geh' mal ganz langsam die Frequenzscala ganz nach unten, bis es nicht mehr weiter geht: Bei welcher Frequenz kommst Du raus?
Ich hab eines, das geht runter bis 76,0 MHz und rauf bis 108,0 MHz. Aber nur dieses eine, alle anderen nicht.
Für den Sat700 gibt es noch einen Trick, mit dem man ebenfalls unterhalb von 87,5 MHz empfangen kann.
 
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