"Gedüdel" am Anfang der UKW-Skala


Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Guess who I am

Moderator
Mitarbeiter
#1
Hallo zusammen,

was hatte es eigentlich damals mit diesem Gedüdel auf sich, das am Anfang der UKW-Skala zu hören war? Heute gibt es das ja nicht mehr. Wo kam das her, und was sollte das überhaupt? Hatte es schon fast vergessen, aber die Frage fiel mir jetzt irgendwie wieder ein.

Danke für Eure Antworten!

GUESS
 
#2
Das Gedudel war das

Eurosignal



Europäischer, von CEPT standardisierter Funkrufdienst zur einseitigen analogen Übertragung von Nur-Tonsignalen (Rufklasse 0) an mobile Empfänger (Eurosignalempfänger). Dem Eurosignaldienst sind international vier Kanäle zugewiesen: Kanal A auf 87,340 MHz, Kanal B auf 87,365 MHz, Kanal C auf 87,390 MHz und Kanal D auf 87,415 MHz. In Deutschland werden die Kanäle A und B für die Übertragung benutzt, moduliert wird fast ausschließlich in Amplitudenmodulation, in Ausnahmefällen auch in Frequenzmodulation. Da bei den Funkrufdiensten der sendende Teilnehmer keine Bestätigung erhält, werden an die Übertragungsverfahren besonders hohe Anforderungen gestellt. Darüber hinaus ist eine große Codekapazität für mehrere hunderttausend Rufnummern erforderlich.
Die bei Eurosignal verwendete Codierung ist in der CEPT-Empfehlung T/R6 festgelegt und basiert auf dem Prinzip der Selektivrufsysteme. Hierbei besteht das zu übertragende Codesignal aus mehreren, in zeitlicher Abfolge gesendeten Frequenzen. Da Eurosignal weder Schrift noch Sprache überträgt, sondern nur eine Tonfolge von vier Tönen, muss der Teilnehmer anhand der Tonfolge eine eigene Bedeutung des Rufsignals festlegen. Neben dem Einzelruf besteht auch die Möglichkeit des Gruppenrufs, bei dem einer Teilnehmergruppe dieselbe Rufnummer zugeordnet ist.
Die Rufaktivierung erfolgt von Anschlüssen des Telefonnetzes, des ISDN und der Mobiltelefonnetze, C-Netz und D-Netz. In Deutschland besteht eine flächendeckende Versorgung durch DeTeMobil in drei Funkrufbereichen. Weitere Länder: Schweiz, Frankreich, Belgien und Holland.

Quelle: siemens.de


In Deutschland war das System früher unter den Telefonvorwahlen 0509xxx, 0279xxx
bzw. 0709xxx sowie über Vermittlungsdienste und per Funkrelais erreichbar.

Mit 31.März 1998 ist der letzte Eurosignal-Carrier ausser Betrieb gegangen.


Hoffe damit geholfen zu haben...

Larry
 

Guess who I am

Moderator
Mitarbeiter
#3
Hey, danke für die schnelle und ausführliche AW.

Sorry, falls ich ein Brett vorm Kopp habe; aber wer hat den nun diesen Dienst für welche Zwecke genutzt?
 
#4
Genutzt wurde Eurosignal von denen, die in den vor-Mobiltelefon-Zeiten unterwegs erreichbar sein wollten/mußten. Vermutlich vor allem letzteres. Man konnte so wenigstens in Erfahrung bringen, daß man von jemandem aus einem (kleinen) Personenkreis erreicht werden wollte und dann im Festnetz zurückrufen.
 
#5
Das war die Deutsche Post AG - Bereich Kommunikation soweit ich weiß.

Das Eurosignal war der Vorgänger vom SCALL / TELLMI / usw.,
sprich der Pionier der Pagerdienste um kurze Zahlenreihen (z.B. Telefonnummern) an den Empfänger per Pager zu übermitteln.


Larry
 
#7
Wie war das mit Beitrag max 1:30 :D

Ne, im Ernst: Ich habe mir die volle Dröhnung mit 7:55 gegeben. Wirklich interessant der Beitrag. Lob an den Autor.

Ich dachte wirklich immer- wie im Beitrag erwähnt - dieses Gedüdel wäre einfach nur 'ne Markierung, dass ab hier das UKW Band losgeht.

Außerdem war es wirklich sehr nostalgisch, dieses Gedüdel nochmal zu hören. Als ich es das letzte Mal gehört habe, war ich glaube ich 7!?
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben