Gerüchteküche: Gibt RTL nach 23 Jahren die Formel-1-Rechte ab?


#1
Die Gerüchteküche brodelt und oft sind an Gerüchten auch was Wahres dran.

Wie die "Sportbild" berichtet, denkt man bei RTL darüber nach weniger Geld für die Übertragungsrechte der F1 im kommenden Jahr auszugeben. Das alles sei in Verhandlung. Ob die Rechte aber tatsächlich für weniger Geld an RTL gehen oder gar an einen anderen TV-Partner, wird dann ausgehandelt. Interessanterweise wird die ARD als möglichen Ersatz der TV-Übertragung genannt:

http://www.quotenmeter.de/n/74871/formel-1-sportbild-schuert-spekulationen-ueber-senderwechsel


RTL wiederum dementiert:

http://www.quotenmeter.de/n/74886/schlicht-falsch-rtl-aergert-sich-ueber-formel-1-spekulationen

Fakt ist: RTL hat für die Qualispiele der Fußball EM/WM bis 2018 100 Millionen Euro hingelegt, die irgendwo wieder reinkommen müssen. Und ausgerechnet dann, in diesem Jahr, gehen schlagartig die Zuschauerzahlen zurück und somit die Werbeeinnahmen. Sei es bei den ehemaligen Zugpferden DSDS, Supertalent, Wer wird Millionär, Bauer sucht Frau, etc. Auch die Quoten der Formel 1 Rennen haben sich, verglichen mit den Hoch-Zeiten Schumachers und Vettel, fast halbiert. Neue hoffnungsvolle Shows floppten richtig, sodass sie teilweise nicht über alle Folgen gesendet und vorzeitig abgebrochen bzw. verkürzt wurden.

Einzig die Fußball Quali-Spiele und 2 bis 3 Klitschko-Kämpfe bringen Werte um die 10 Millionen. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass es bis heute keinen echten Klitschko-Gegner gibt, sondern nur Kanonenfutter, was in der 3. Runde umfällt...

Spinnen wir den Gedanken mal weiter, dass die ARD sich die F1 Rechte sichert: dann hätte der Bezahl-Sender SKY ein echtes Problem. Die haben zwar noch Fußball und Kinofilme, aber schon mit dem kostenpflichtigen F1-Angebot hat der Sender keine guten Qouten.

Es dürfte für alle Privatsender gelten, sie müssen sich neu orientieren. Viel Trash und TV-Müll unterhalb der Gürtellinie haben zwar kurzfristig für Qouten gesorgt, aber heute wenden sich die Zuschauer meist von diesen Formaten ab. Stattdessen Mega-Quoten bei ARD und ZDF: Tagesschau,Tatort, Carmen Nebel, Silbereisen, Fußball und sogar das totgeredete Wetten dass..? bringen die Jahres-Topwerte.

Mal sehen, wie sich die TV-Landschaft in Zukunft verändert.
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
An die ARD glaube ich dabei nicht so recht, hat sie sich doch erst dieses Jahr aus Kostengründen aus den Hörfunkreportagen von der Formel 1 zurückgezogen. Einzig der Wegfall der Werbepausen dürfte aus Sicht der zunehmend weniger werdenden Motorsport-Fans für die ARD sprechen, aber die Zuschauer bestimmen maximal die Quote, nicht das Programm oder den Rechteerwerb.
 
#7
RTL wäre schön blöd. So eine Alleinstellung kriegen sie nie weider.
Die Formel 1 interessiert doch kein Sau mehr. Mit den ständigen Regeländerungen und dem fehlen von charismatischen Fahrer sind doch die Zuschauerzahlen komplett eingebrochen. Dazu kommt, dass man die Rennen über die ganze Welt verteilt hat und ständig neue Startzetien zu berücksichtigen sind. Dazu diese komische Punkteregel wo Siege plötzlich doppelt zählen usw. Da blickt doch keiner mehr durch.

Selbst als Live-Event zieht das nicht meh, wie man an den Ticketverkäufen sehen kann. Von daher könnte ich die Entscheidung von RTL absolut nachvollziehen. Das ist ähnlich wie mit dem Tennis. Zu Zeiten von Becker und Graf wurde alles übertragen und selbst jedes Popelsspielt hatte gute Quoten. So war es auch zu Zeiten von Schuhmacher in der Formel1. Der Boom ist aber vorbei. Die Kuh gibt keine Milch mehr und von daher wäre RTL gut beraten sich zurückzuziehen.
 
#9
@Lord Helmchen: die RTL-Sendungen im Bereich Sport sind alle sehr "verlustbringend", sowohl qualitativ, als auch sonst so... Denn: die DFB-EM-Qualifikationsspiele sind von RTL wie Einschlaftablettenfernsehen konzipiert. Da ist der ORF mit der Berichterstattung über die ÖFB-Auswahl besser!
Formel 1 wird deshalb immer uninteressanter, weil es sich hier eigentlich um großmannsüchtige Selbstdarstellung einiger Weniger handelt. Ökonomisch schon längst ein Fiasko, ökologisch ebenso. Der Kosten-Nutzen-Faktor hängt schief. Und bei sowas zieht halt RTL die Reißleine. Folgerichtig müssten die sich neu erfinden, weil andere Sendungen eigentlich kaum Nutzen bringen, aber hohe Kosten verursachen und große Volksverdummung darstellen! Ich denke da an Bauer sucht Frau, etc. pp. RTL ist mittlerweile bei mir abgekürzt mit: "Richtig Tolles Lügenfernsehen".
 
#15
Majo, aber beim ORF seine Nachrichten in der ZIB schlafe ich fast ein....
Naja, de Newsrooms von ARD und ZDF sind halt pseudoamerikanisch eingerichtet.
Legasthenix, ggf. ja, mein Gedankenkonstrukt aus #13 kann man vielleicht süffisant als kleine Watsche für alle News des deutschen tVs zu sehn.
 
#24
Das Grundproblem der F1 sind nicht nur die ständigen Regeländerungen, die den Zuschauer verwirren. Auch geben mittlerweile einige Fahrer offen zu, dass das Cockpit eines heutigen F1-Wagens eher einer Playstation-Konsole gleicht, mit 20 Knöpfen am Lenkrad.
Die Rennwagen sind auch dermaßen mit elektronischen Hilfsmitteln und Überwachungssystemen überladen, dass das fahrerische Können immer weiter in den Hintergrund drängt und die Fahrer mehr und mehr als Ecclestones Marionetten gesehen werden. Man munkelt auch, durch die intensive Elektronik sei es möglich, die Wagen während eines Rennens nicht nur positiv beeinflussen zu können und somit künstliche Spannung durch plötzliche Ausfälle aufzubauen.

Selbst der Vettel-Wechsel zu Ferrari wird keine Zuschauer anlocken, charismatische Fahrer sind nicht vorhanden. Ecclestones Geldpolitik wird die F1 auch weiterhin schädigen, die großen Teams arbeiten in einer Saison mit so viel Geld, dass kleine Teams es sich nicht mehr leisten können, zu den letzten Rennen zu fliegen, weil sie die Frachtkosten nicht mehr aufbringen können.

Vielleicht wird alles besser, wenn Ecclestone abtritt. Aber noch hat er die Fäden fest in der Hand und meiner Meinung nach auch völlig den Boden verloren. Die Glanzzeiten der F1 sind leider vorbei.
 
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