Gigantische Medienkampagne "Vogelzählung"


s.matze

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Es ist mal wieder soweit, die jährliche Vogelzählaktion, die größte kollektive Datensammlung der Republik steht an.
Ich finde es jedes Jahr beachtlich, was das für einen kleinen Verein wie den NABU für eine gewaltige PR-Maschinerie ist, die da immer in Gang gesetzt wird: Seit Wochen ist die "Stunde der Wintervögel" in allen Zeitungen, auf jedem Sender. In diesem Jahr ist die Penetration mit dem Thema (gefühlt) besonders hoch, wahrscheinlich weil das gut zu den anderen Lieblingsthemen der Ökos, Klimwandel und Waldbrände passt.

Für den NABU weitaus wertvoller als die gesammelten Erkenntnisse darüber, welche Arten gefährdet sind (so wurde auch gestern wieder die Meldung verbreitet, die Population vom Haussperling sei "stark rückläufig" obwohl das längst (ausgerechnet durch die letzten Zählungen) widerlegt ist und auch aus eigener Erfahrung überhaupt nicht der Fall ist, sind natürlich die Daten von Millionen freiwilliger Helfer und potenzieller künftiger Spender. Aber die Medien sind dankbar für jede kostenlose Füllermeldung und übernehmen diese natürlich, ohne zu prüfen, ob die (pauschalisierten) Zahlen überhaupt für das eigene Verbreitungsgebiet zutreffend sind.

Auf keine andere Art und Weise kommt man einfacher legal an die Kontaktadresse und Wohnanschrift von vielen Hundertausend Deutschen, die hier bereitwillig ihre Daten eingeben.

Meine eigene Erfahrung ist nämlich die: Vor Jahren einmal mitgemacht und dabei alle Haken aus dem Webformular entfernt, wurde ich trotzdem hinterher mit Spam (Post und Mail) bombadiert und hatte große Mühe, die hartnäckige Werbung wieder los zu werden - trotz schriftlichem Widerspruch. Bei denen piept's wohl?!?!

Der Nutzen dieser elektronischen Datenerhebung für die heimische Tierwelt ist ohnehin gleich Null!

Zumindest so lange in Städten und Gemeinden immer wieder aufs neue, etliche Bäume für Neubaumaßnahmen gefällt werden. Wer seinen gefiederten Freunden im Garten etwas gutes tun will, sorgt für einen naturnahen Lebensraum mit viel Totholz und einer ausgewogenen Nahrungsgrundlage mit breit gefächertem Angebot an Sträuchern und Bäumen.

Und zwar das ganze Jahr über und nicht nur für ein Wochenende!

Da kann ich nur aus persönlicher Erfahrung von abraten da mitzumachen, es sei denn man möchte gern ein Jahresabo auf unerwünschte Werbung und Blanko-Überweisungsträger.

Ich habe doch keinen Vogel!
 
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count down

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Kann mir jemand die Methodik erläutern? Unabhängig voneinander zählen x Leute zur selben Zeit im selben Gebiet in etwa gleich viel Vögel. Werden dann die Zählsummen addiert und durch x geteilt? Oder wie? Muss doch ein Regulativ geben, sonst gibt es womöglich hundert mal mehr Vögel, weil hundert Leute gezählt haben.

Und woher will man bei der Zählerei wissen, dass man nicht fünfmal denselben Piepmatz zählt, nur weil er fünfmal vorbeifliegt?

Ist mir alles ziemlich unklar.
 

prinz

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Zu Frage 2:
Man soll 1 Stunde zählen und nur die höchste Zahl der in dieser
Stunde gleichzeitig gesehenen Vogelart melden.

Zitat aus den Teilnahmebedingungen:

Die Aktion findet im Siedlungsraum statt: Garten, Balkon, Fenster oder Stadtpark. Suchen Sie sich einen Platz, von wo aus Sie gut beobachten können. Beobachten Sie eine Stunde lang und notieren Sie dabei von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die in diesem Zeitraum gleichzeitig zu sehen war. Das vermeidet Doppelzählungen.
 
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s.matze

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Es wird vom Nabu explizit gesagt, man soll alles zählen, was einem in diesen 60 Minuten vor die Augen kommt, also auch nach "oben". So kommen dann völlig utopische Ergebnisse vom unerklärlichen Anstieg mancher Arten zustande, weil Leute 80 Graugänse oder 47 Kraniche "loggen", die über ihren Garten dahinfliegen. Im nächsten Jahr ist der Winter dann härter und es sind 230 Graugänse und 93 Kraniche, und dazu noch 8 Höcker-, 25 Singschwäne und 13 Mantelmöwen.

Hin und wieder liest man Kritik an dieser Zählmethode, aber der NABU will es so. Und durch den zeitllichen Zusammenhang von Vogelzählung und Vogelzug gibt es jedes Jahr sprunghafte Veränderungen bei den Arten, die in Deutschland nur Durchreisegast oder Teilzieher sind, z.B. Stare und Wacholderdrosseln - im Süden bereits Brüter, im Norden nur Wintergast.
Dazu kommt dass Menschen die Arten nicht richtig kennen und - oder - auseinanderhalten können. Es gibt Leute, die Star und Amsel verwechseln, wie sollen die nun entscheiden, ob das eine Dohle oder eine Saatkrähe ist, ein Haus- oder ein Feldsperling oder Bergsperling, bzw. eine Straßentaube oder eine Ringeltaube, eine Nil- oder eine Kanadagans???

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, bei meinen 40 Haussperlingen, ob da nicht einer doppelt dabei ist am Ende. Sicher kann man nur sein wenn man die Tiere beringt. Ich habe nachweislich mindestens acht (!) verschiedene Individuen von Spechten. Wenn ich die alle eintrage, bringt das die Statistik ganz schön durcheinander.
 
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Mein Gott, wenn ich keine Ahnung von Vogelarten habe, dann nehme ich daran nicht teil. Oder wurdest du dazu gezwungen? Ich fahre auch kein Auto, wenn ich den Führerschein nicht besitze.

Danke für den Screenshot. Persönliche Daten müssen also nicht angegeben werden. Hauptsache wieder irgendwas behauptet.
 
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Radiokult

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Wissen ist Macht und nichts wissen macht ... sowas hier...
Meine eigene Erfahrung ist nämlich die: Vor Jahren einmal mitgemacht und dabei alle Haken aus dem Webformular entfernt, wurde ich trotzdem hinterher mit Spam (Post und Mail) bombadiert und hatte große Mühe, die hartnäckige Werbung wieder los zu werden - trotz schriftlichem Widerspruch. Bei denen piept's wohl?!?!
Warum so kompliziert? Briefpost: "Empfänger unbekannt verzogen" draufschreiben und ungeöffnet wieder in den Briefkasten werfen, unfrankiert. Das machste ein zwei Mal und die nehmen dich von alleine aus ihrer Liste, denn den Rückflug der Werbung muss das Unternehmen zahlen. Werbemails: Am Ende dieser Spammails muss sich ein "unsubscribe"-Hinweis finden, weil das so gesetzlich vorgeschrieben ist. Da klickste einfach drauf und schon biste bei denen aus der Verteilerliste ausgetragen.
 
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