Hamburg: UKW-Frequenzen neu vergeben


#51
"Nicht nur für rund 800.000 Hörer, für die Energy seit fast 25 Jahren ein fester und beliebter Bestandteil des Hamburger Radiomarktes ist " Was haben die denn eingeworfen....?:eek: In MA 2019 audio I waren das gerade mal 93000 Hörer - und selbst das sind wahrscheinlich zuviele...
Die 800.000 Hörer sind schon korrekt und beziehen sich auf den weitesten Hörerkreis.
 
#52
Es ist ein heiteres Rätselraten warum flux den Vorzug vor energy bekommen hat.

Was mich eigentlich viel mehr interessiert:

Eröffnet Flux ein Studio mit Redaktion in Hamburg?

Das ist der Interessanteste Punkt. Ebenfalls ist der Ausschreibungstext wichtig. Wieviel Hamburg Bezug muss der Sender erfüllen?
 
Zuletzt bearbeitet:
#55
@Wanderdüne : interessante Argumentation. Wenn man ihr folgt, kommt man zum Schluss, das da beim Gremium es trotzdem nicht mit rechten Dingen zugehen konnte.
Das habe ich so nicht gesagt. Kann sein, muss aber nicht. Würde ich an der Stelle auch nicht unterstellen. Auch die Gremlins haben ein Eigenleben. Und sind auch oft nicht so nah dran. Das Problem ist, dass eine Entscheidung für einen bzw. gegen einen Antragsteller nicht willkürlich erfolgen kann und darf. Es gibt klare Kriterien des Beurteilungsspielraumes, der eine Entscheidung zulässt. Grundlage sind die eingereichten Anträge. Entsprechend arbeitet die Verwaltung der Anstalt dies ab und erarbeitet eine Vorlage. Kriterium sind primär Vielfaltsaspekte. Die Entscheidung, wer hier vorzuziehen ist basiert auf der Erwartungshaltung (da die Programme in der Regel noch nicht in der Luft sind). Schwierig wird es, wenn die Gremien eine andere Meinung haben. Standortpolitisch oder auf Grund einer Nähe zu ortsansässigen Unternehmen. Nicht das es das nicht gibt, hier müssen die Bescheide dann so "ausgestaltet" werden, dass es gerichtsfest ist. Wie das funktioniert, konnte man in der Vergangenheit an deutschen Verwaltungsgerichten auffallend häufig bestaunen. Was Deine Vermutung möglicherweise stützen würde ;).

@Dr.FuManChu: Sehe ich ähnlich. NJR ist von Beginn an eine völlig verkorkste Geschichte gewesen. Nach außen immer auf dicke Hose machen und innen regierte stets der Schmalhans. Billiger ging immer. Bis heute. Aber es war auch der Underdog im vom Deutschen Radiobusiness, welches vom Verlegertum dominiert war. Ja, war. Da war die junge, dynamische Truppe mit dem lustigen Akzent erhellend und passte den Medienanstalten ganz gut ins Konzept. Da konnte man den Platzhirschen hintenrum doch noch eins auswischen. Es tat nicht zu weh, zugleich war es immer eine Warnung. Da gibt es noch einen anderen Anbieter, der in dem Geflecht der Verleger nicht involviert war. Und so manche Provinz-Medienanstalt konnte sich mit einem internationalen Unternehmen schmücken. Und das Feigenblatt der Vielfalt. Problem für NJR: Auch hier bröckelt seit Jahrzehnten der Putz erheblich. Und es kamen neue Anbieter auf den Markt, die die Funktion von NRJ glaubwürdiger übernahmen. Und noch weniger wehtaten. Hinzu kam, dass durch die Personaldrehtür immer merkwürdigere Leute kamen.

In Hamburg hatte man erst kein Glück, jetzt kam noch Pech dazu. Und wahrscheinlich auch noch Dummheit. Der Antrag von Flux muss offensichtlich deutlich besser gewesen sein (unter juristisch nachprüfbaren Aspekten). Da war man offenbar nicht fleißig genug. Oder hat an der begleitenden Kanzlei gespart - sofern überhaupt eine dabei war. Kann alles passieren, darf aber nicht. Und ich stimme zu, dass Hopp nicht nach Hamburg passt und die Präsenz zu gering war. Durch die Verkleinerung des Standortes in Hamburg (Vermarktung) vor einigen Jahren hat man sicher auch keinen Gefallen getan. Unternehmerisch aus Kostengründen vielleicht sinnvoll, medienpolitisch vielleicht einer der Gründe, dass man in Hamburg halt NRJ nur noch als Außenstudio wahrnimmt.

Ob Hopp bleibt, weiß ich nicht. Er wahrscheinlich auch nicht. Die Franzosen sind manchmal in Sachen Unternehmensführung seltsam (was nicht heißt, dass es in Deutschland nicht auch häufig seltsam zugeht ;)). Mir ist noch eine Situation von den Radiodays Europe 2013 in Erinnerung. Da hielt Hopp einen Vortrag auf der Bühne einer NRJ-Veranstaltung. Dem CEO dauerte das wohl zu lang, passte nicht in seine Linie oder wollte selber reden. Er unterbrach rüde nach fünf Minuten Hopp, indem er einfach auf die Bühne ging und Hopp bestimmt und nicht sonderlich freundlich von der Bühne bat. Er referierte dann einfach frei seinen eigenen Vortrag bzw. das, was er erzählen wollte. Ich war nicht der einzige erstaunte Zuhörer im Raum, der keinen Zweifel daran hatte, dass die Tage von Hopp gezählt sind. Das war, wie gesagt, 2013. Die Frage ist nur, was personell dann kommen würde. Ich stimme voll und ganz zu, dass NRJ ein Restrukturierungsprojekt ist. Nur fällt mir kein Kandidat ein, der dafür wirklich geeignet wäre, auch noch wollte ("Wollen" würden viele und "Zeit" hätten auch viele Interessenten; aber ich sprach von GEEIGNET; geeignete dürften freundlich abwinken, da NRJ nun nicht den feinsten Ruf hat) und der Kandidat sollte auch noch gut die französische Sprache beherrschen. Für Unternehmen in Frankreich ein wichtiges, manchmal das wichtigste, Kriterium. Natürlich würde nach Hopp was kommen, aber ich habe Zweifel, dass es für NRJ besser würde...

Die Alternative: Weg mit Zeug wie in der Schweiz (mehrheitlich heute Ringier, zumindest die deutschsprachigen Stationen) oder in Bremen und Sachsen. Nachdem Ringier den Laden übernahm lief es dort rund mit Reichweiten und Gewinnen. Oder kompletter Rückzug aus dem Markt. Macht NRJ ja auch schon mal gerne, dass man aus Lust und Laune heraus sich aus Märkten einfach verabschiedet.
 
Zuletzt bearbeitet:
#56
Die 800.000 Hörer sind schon korrekt und beziehen sich auf den weitesten Hörerkreis.
Ja mag sein aber diese "800.000 Hörer, für die Energy seit fast 25 Jahren ein fester Bestandteil" usw. hören nicht seit 25 Jahren Energy! Der Satz ist schlichtweg Blödsinn!

Welcher NRJ Hörer Stand Herbst 2019 hört dieses Programm bitte seit 25 Jahren? Abgesehen davon dass das auf Dauer (das heutige NRJ) kein Mensch aushält (ich bräuchte nach 3 Jahren einen Psychiater) und man die Lieder Wort für Wort mitsingen könnte, sind die Leute doch längst der Zielgruppe entwachsen. Also ist die Aussage "Seit 25 Jahren hören 800.000 Leute NRJ" schlichtweg Humbug!

(Und das NRJ der 90er war tatsächlich noch frisch!)
 
#58
HH-UKW-Frequenzen: "Eins, zwei, drei, viele!" => Ganz kleines Karo
Das ist schon eine Experten-Diskussion. Mein UKW-Horizont von hier aus Hannover reicht nicht bis Hamburg. HIER in H senden für mich schon einige Sender 'unter dem Radar'. - Bei der erweiterten Viel- und Einfalt in HH glaube ich bei den Unter-Frequenz-Entscheidungen spontan an: "Würfeln im Kasino!"
 
#59
Laut MA 2019 I hat NRJ HH 862 Tsd. Hörer im WHK, Hamburg2 481 Tsd. die Rockantenne HH 982 Tsd. , RHH 2.286 Tsd. Genau, die MA ist Fake, denn Radioszene-Foristen haben den Durchblick. Sorry, es nervt.

@Wanderdüne
Tja, Leichtmatrosen + Schönwetterkapitäne stehen Schlange, nur die wuppen es nicht. Aus eigenen Reihen? Noch schwerer. Strategisch neu aufstellen? Macht Sinn. Nur NRJ als Gruppe kaufen, das kostet plus Restrukturierungskosten. Da muss jemand schon ziemlich das Risiko lieben. Zumal, der ganze Plumpaquatsch dann auch von x-Medienanstalten mit entsprechenden Störfeuer abgesegnet werden muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
#60
Naja in Hannover hat man den Markt doch schon sehr erfolgreich bereinigt: Flora weg, LeineHertz weg, BFBS weg, Radio Hannover nicht mal im Stadtgebiet vernünftig hörbar, einstiges NDR Messejournal seit Jahrzehnten nicht mehr vorhanden, NRJ verhindert usw. Die großen (FFN und Antenne und natürlich den NDR) freut es. Die dudeln um die Wette auf der Suche nach mehr (FFN, Njoy, NDR2) oder weniger jungen Hörern (NDR 1, Ant.)

Wenn der Gesetzgeber irgendwann per Zwang DAB einführt sind auch WDR, MDR, HR, R.Bremen dort weg!
 
Zuletzt bearbeitet:
#61
Flux FM, sofern es in HH tatsächlich startet: Ohne eine Regionalisierung oder ein Umkrempeln des Programms insgesamt dürfte es unmöglich werden, in HH Fuß zu fassen. Der ganze Berlin-Kram würde den Hanseaten zumindest ziemlich weit am "Mors" vorbeigehen, während sich in Berlin kaum jemand für Hamburg interessiert. Schwierig wird es ohnehin. Professionelles Radio für Musikinteressierte gibt es in Norddeutschland schon lange nicht mehr. ... Ach nee, es gibt ja XFM :D Hört das eigentlich irgendwer? Wird das in Hamburg wahrgenommen?
 
#62
@stereo : Bin deiner Meinung. Das Programm von Flux FM ist zu Berlin lastig. Das wird in HH niemand hören. Der Sender hat ja schon in Berlin nur wenige Hörer (ich meine knapp über 20.000 in der Durchschnittsstunde).
Man kann sich nur an den Kopf fassen, was diese Entscheidung der MA HSH angeht.
Hat sich das Gremium denn überhaupt mal die Historie von Flux FM angeschaut?
Der Sender hat in Meck-Pomm und Bremen seine UKW-Frequenzem zurück gegeben. In Stuttgart wurden sie nicht wieder lizenziert.
Es entsteht der Eindruck, dass in diesem Entscheidungsgremium der MA HSH nicht gerade Fachleute des Mediums Hörfunk sitzen...
 
Zuletzt bearbeitet:
#65
Das war damals das Argument mit die 104,0. Der analoge Polizeifunk auf dem Polizeihochhaus hat schon den Träger gedrückt. Heute ist das Quatsch, da meines Wissens nach digitalisiert ist. Wenn nicht, Asche über mein Haupt.
Genau genommen ging es immer darum Frequenzen zu blockieren. Aber so gut wie Regiocast waren die Hamburger darin nie. Deswegen haben die Lübecker auch so eine Funzel.
 
#66
Genau das war doch damals das Argument, warum RHH die 104.0 bekommen hatte, der angeblich gestörte Empfang der 103.6 in der Innenstadt. Plus ein Cityfenster auf der 104.0, welches dann komischerweise nicht die Hauptfrequenz gestört hat...
Ach nee, es gibt ja XFM :D Hört das eigentlich irgendwer?
Ja ich, jedesmal bei der Vorbeifahrt an Hamburg. Also: selten. Jedoch immer die erste Wahl auf der Radioskala. Davon wird der Sender aber wohl nicht leben können.
Hat sich das Gremium denn überhaupt mal die Historie von Flux FM angeschaut?
Das Gremium hat doch die Historie sogar mit geschrieben, schließlich ist Flux FM in Hamburg entstanden, und die damals für das Hamburger Programm verantwortliche Monika Rübsamen ist heute Geschäftsführerin des Motor FM (mit Tim Renner) Nachfolgers Flux FM (Berlin, ohne Tim Renner). Also wenn Flux FM eine Stadt neben Berlin "kann", dann Hamburg. Nicht Bremen und Stuttgart auch nicht.

Noch'n alter Link: https://www.radioszene.de/17627/flux-fm-–-ein-alternatives-radioprogramm-fur-das-kreative-hamburg.html
 
Zuletzt bearbeitet:
#68
Das Gremium hat doch die Historie sogar mit geschrieben, schließlich ist Flux FM in Hamburg entstanden, und die damals für das Hamburger Programm verantwortliche Monika Rübsamen ist heute Geschäftsführerin des Motor FM (mit Tim Renner) Nachfolgers Flux FM (Berlin, ohne Tim Renner). Also wenn Flux FM eine Stadt neben Berlin "kann", dann Hamburg. Nicht Bremen und Stuttgart auch nicht.

Noch'n alter Link: https://www.radioszene.de/17627/flux-fm-–-ein-alternatives-radioprogramm-fur-das-kreative-hamburg.html
Naja, nur weil das Vorgängerformat in Hamburg entstanden ist, muss es ja nicht heißen, dass der Sender hier auch unbedingt Anspruch auf eine UKW-Frequenz hat. Meinetwegen hätte man Flux FM für die Kette von 91,7 XFM auswählen können (ging aber wohl nicht, da Flux FM sich nur für die 97,1 beworben hat- und deshalb ist ja dieses Auswahlverfahren der MA HSH so dubios und merkwürdig). Da hätte es als Alternative zum jetzigen (und gar nicht so schlechten XFM) seinen Platz gehabt.
Aber anstatt dessen dann einen Privatsender, der in der Woche 800000 Hörer hat, aus dem Frequenzband zu schmeißen, also NRJ HH, ist doch nicht normal. Dann hätte man dieses Format (CHR) auch durch ein ähnliches Format ersetzen sollen. OK, da gab es eigentlich keine Bewerber. Am ehesten hätte man noch ego FM als Ersatz für NRJ lizenzieren sollen. So wird einfach ein Angebot (für junge Hörer) herausgeschnitten und durch etwas komplett anderes ersetzt, das - und da wir sind wir uns doch einig- kaum Hörer haben wird.
 
#70
Prognostizierte Hörerzahlen sind ja kein Auswahlkriterium. Zumindest nicht direkt. Finanzierbar sollte das Programm schon sein... Nun wissen wir nicht, was Flux und NRJ in den Anhörungen programmlich so alles versprochen haben. Aber, hey, schriftlich zu begründen, warum zehn Hits am Stück einen größeren Beitrag zur Angebotsvielfalt leisten als Flux FM - das dürfte nicht ganz einfach sein :D

Also Radio Hamburg übernimmt mit etwas Glück ein paar Hörer von Energy, hat zukünftig niedrigere Verbreitungskosten und jammert aber vorsichtshalber trotzdem. Der "Jugendsender" Energy beklagt mangelnde Investitionssicherheit, als habe man gar nicht gewusst, dass die Lizenz einer zeitlichen Begrenzung unterliege, und beschreibt sich geradezu als Informations- und Kulturwelle. Bin gespannt, welche vergnüglichen Pressemitteilungen noch folgen.
 
#71
Ach guck mal. Patrick Bernstein lebt noch und ist aufgewacht. Mir kommen die Tränen, die Existenz des renditestärksten Radiosenders in Deutschland ist gefährdet! Bislang bestand die Haupttätigkeit bei RHH ja darin, dass man das Geld mit der Schubkarre zu den Gesellschaftern karren musste... Frequenzverteidigungskampf ist ja mal Neuland für den Sender :D:D:D
 
Oben