Hamburgs Sender setzen Zeichen gegen Fremdenhass


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Ich glaube ganz einfach, dass Leute, die an der Gleichberechtigung von Menschen interessiert sind, weniger dazu neigen, als Leute, die an dem Fortbestand einer Ungleichheit verschiedener Menschen interessiert sind und die Menschen gerne ungesehen aufgrund aeusserlicher Merkmale in verschiedene Schubladen einsortieren, denen sie mehr oder weniger "abgeneigt" gegenueberstehen.
Jetzt wird es philosophisch! :)

Zunächst einmal frage ich mich, ob das Gegenteil von Ungleichheit Gleichberechtigung ist und nicht eher Gleichheit.
Gleichberechtigt sind alle Menschen, ebenso herrscht eine Gleichheit im Hinblick auf die Personalität, woraus sich die unantastbare Würde jedes einzelnen ableitet (im Unterschied zu anderen Lebewesen, die lediglich über einen Wert, nicht jedoch über eine Würde verfügen).
Ungeachtet dessen gibt es dennoch Unterschiede im Hinblick auf das Geschlecht, Alter, Herkunft, Bildungsgrad eines Menschen, usw..
Nicht wenige Linksorientierte neigen nach meinen Beobachtungen dazu, jene Differenzen zu nivellieren (Stichwort: Gender-Mainstreaming u.a.). Infolgedessen haben sie bspw. überhaupt kein Problem damit, wenn binnen eines Jahres fast 1 Mio. Muslime zuwandern und diese bei der gegenwärtigen demographischen Entwicklung in 50 bis 100 Jahren die Bevölkerungsmehrheit bilden. Anderen dagegen bereitet genau dieser Umstand große Sorgen.
 
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Mannis Fan

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Ob die Würde eines Menschen verletzt ist, kann aber der betroffene Mensch sicher eher beurteilen, als derjenige, der sich an dessen Würde vergreift.
Es soll ja ganz Hartgesottene geben, denen kann man alles an den Kopf werfen, das kümmert sie nicht. Und dann gibt es eben sensible Menschen, bei denen ein falsches Wort eben ein Angriff auf ihre Würde ist. Mit einem Paragrafen ist das sowieso nicht einzufangen. Eher mit der Bereitschaft
 
Ob die Würde eines Menschen verletzt ist, kann aber der betroffene Mensch sicher eher beurteilen, als derjenige, der sich an dessen Würde vergreift.
Das stelle ich nicht in Abrede.

Da bin ich auch schon wieder anderer Meinung. Aber das Fass mache ich jetzt nicht auch noch auf.
Tiere sollten als Lebewesen geachtet werden. Eine Würde besitzen sie dennoch nicht, wohl jedoch einen besonderen Wert, der sie von allen Nicht-Lebewesen, ebenso wie von den Pflanzen, abhebt.
Das führt uns aber tatsächlich vom Thema dieses Threads weg.
 
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Habakukk

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Nimms mir nicht übel, aber die bist ein linksromantischer Naivling
Danke für die Blumen, aber ganz so romantisch und naiv bin ich leider doch nicht. Ganz im Gegenteil, ich mache mir sogar ziemliche Sorgen über das, was da gerade so passiert. Aber da ist das Flüchtlingsthema nur eines von vielen Themen.

Ich habe in einem "linken" Land gelebt, ich weiß, dass da Menschenrechte binnen Sekunden irrelevant werden können.
Wo auch immer du da gelebt hast (ich habe so eine Vermutung): kann man das wirklich der "linken" Ideologie anlasten, oder hat sich diese in diesem Staat nicht wieder mit irgendwelchen anderen Dingen (wie Machtstreben etc.) vermischt? Ich meine, wenn man z.B. Leute an der DDR-Grenze erschossen hat, wieviel hatte das noch mit "links" zu tun? Meiner Meinung nach gar nichts.

Falls Du aus Deiner Ideologieecke jetzt nicht rausfindest, empfehle ich Dir da Buch "Schwarzbuch des Kommunismus".
Da wo du glaubst mich verorten zu können, befinde ich mich gar nicht. Mir ist jegliche Form von Extremismus zuwider, egal aus welcher Richtung.

Und JA, auch rechts der CSU gibt es Demokratie, warum sollte das nicht so sein?
Das frag besser mal den Franz-Josef, oder einen seiner Nachfolger. Der sah rechts von sich nur noch Platz für die Wand. :)

Ich sag Dir was: Du lebst - ohne es zu merken - einen ganz persönlichen Rassismus aus. In dem Du nämlich ALLE rechts der Linken / Grünen als Undemokraten markierst, bei denen der Weg zu menschenfeindlichen Gedankengut sehr kurz ist.
Kann ich nicht so recht nachvollziehen. Mit Rasse im eigentlichen Sinn hat das doch recht wenig zu tun.

Infolgedessen haben sie bspw. überhaupt kein Problem damit, wenn binnen eines Jahres fast 1 Mio. Muslime zuwandern und diese bei der gegenwärtigen demographischen Entwicklung in 50 bis 100 Jahren die Bevölkerungsmehrheit bilden. Anderen dagegen bereitet genau dieser Umstand große Sorgen.
Na und? Ist doch gut so! Es gibt zu diesem Thema nun mal nicht die eine Wahrheit, oder die eine richtige Meinung. Dafür ist diese Thematik viel zu komplex. Es ist wahrscheinlich richtig, diesen Menschen zu helfen. Es ist wahrscheinlich genauso richtig, sich Sorgen zu machen. Die Welt ist nicht schwarz/weiß, links/rechts oder 0/1.

Und das war es eigentlich, was ich sagen wollte, was mir aber wohl mißlungen ist. Lasst doch die Hamburger Radiosender diese Aktion machen, lasst auch die Leute am Bahnhof stehen und die Flüchtlinge willkommen heißen. Man kann trotzdem auch noch spenden, nicht spenden, Flüchtlinge doof finden oder auch ziemlich beunruhigt sein. Aber lasst auch anderen ihre Meinung.
 
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Inselkobi

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Die CSU in Bayern ist derzeit quasi Rekordhalter was die aufopfernde Fürsorge für Flüchtlinge angeht
:eek::rolleyes::wow:
Jau! Und deshalb traf sich Stoiber auch erst mit Orban, der ein mindestens ebenso großer Menschen- und Flüchtlingsfreund (und selbstverständlich ausschließlich hilfsbereit) ist. :thumbsup:
 
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Heinzgen

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Orban hält sich beim Umgang mit Asylbewerbern zumindest an geltendes europäisches Recht. Das kann man von unserer Kanzlerette leider, und nicht nur in dieser Frage, schon seit längerem nicht mehr behaupten.

Übrigens, falls Du es nicht bemerkt haben solltest: Stoiber ist schon seit einiger Zeit nicht mehr MP von Bayern!
 
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Nomos

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Und, Chapri, was soll diese kurzgedachte Polemik? Viele Optionen hat Orban nicht. Er brauchte eine Lösung JETZT(wenn auch nur für den Moment, auf Dauer ist ein Zaun auch nicht der Ausweg) Und wir, die EU-Kernstaaten haben Ungarn, Italien, usw. hängen lassen, ihre Probleme ignoriert und eben geltendes EU-Recht nicht umgesetzt. Nirgendwo steht, dass ein Zaun undemokratisch ist. Spanien hat zu Nordafrika schon seit sehr vielen Jahren einen Zaun, aber was für einen. Dagegen ist der ungarische Zaun ein Hühnergitter. Und leider war der Zaun Ungarn wohl auch bitter nötig, wenn man mal die Reportagen der BBC beispielsweise sieht. Die Polizei ist dort mit Flaschen, Steinen, Stöcken und Stangen angegriffen worden. Das sind die Szenen, die ARD und ZDF nicht zeigen - da gibts nur weinende Kinder und Frauen. Aber wie gesagt, das führt jetzt zu weit OT. Es ging um die alberne Hamburger Radioaktion.
 

Inselkobi

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Und wir, die EU-Kernstaaten haben Ungarn, Italien, usw. hängen lassen, ihre Probleme ignoriert und eben geltendes EU-Recht nicht umgesetzt.
...obwohl wir bereits 2013 darauf hingewiesen wurden, dass bei weiter anhaltenden Unruhen in den (auch heute noch) betroffenen Gebieten, exakt die Routen und Zielgebiete gewählt würden.
Spanien hat zu Nordafrika schon seit sehr vielen Jahren einen Zaun, aber was für einen.
Die USA gegen Mexiko ebenfalls.

Und wenn ich mir die Diskussion und auch Deine Argumentationen durchlese denke ich, wir hätten die Mauer vor rund 25 Jahren ebenfalls besser stehen lassen sollen. Damals kamen massenhaft Wirtschaftsflüchtlinge, die uns unsere Jobs, unsere Wohnungen wegnahmen und sich auch heute noch auf unserem Altersruhepolster ausruhen. Wir hätten sie eigentlich genauso "freundlich" begrüßen sollen, oder? Aber nein, damals gab es sogar noch "Begrüßungsgeld" zusätzlich und die Ersparnisse der ganzen zu uns strömenden Wirtschaftsflüchtlinge (erste Grenzöffnungen fanden über Ungarn! statt) wurden, obwohl deren Währung so gut wie nichts Wert war, 1 zu 1 getauscht.

Auch wenn ich heute noch ab und zu höre oder lese "Wir hatten zwar nicht viel Geld, aber wenigstens eine funktionierende Wirtschaft", frage ich mich, mit welchen Medikamenten man Menschen, die solche Aussagen treffen, vollgestopft hat, oder ob sie einfach zu viel frische Luft aus Halle geschnuppert haben. Was bitte hat in eurer Planwirtschaft, außer zu improvisieren, funktioniert? Wenn doch alles so toll war: Weshalb kamen die Unkenrufe gegen das eigene Land und ihr wolltet dort raus?

Schon mal drüber nachgedacht?
 
Was habt ihr eigentlich alle gegen Orban? - Einen besseren Optimod gibt es doch gar nicht!

Damals kamen massenhaft Wirtschaftsflüchtlinge, die uns unsere Jobs, unsere Wohnungen wegnahmen und sich auch heute noch auf unserem Altersruhepolster ausruhen. Wir hätten sie eigentlich genauso "freundlich" begrüßen sollen, oder? Aber nein, damals gab es sogar noch "Begrüßungsgeld" zusätzlich und die Ersparnisse der ganzen zu uns strömenden Wirtschaftsflüchtlinge (erste Grenzöffnungen fanden über Ungarn! statt) wurden, obwohl deren Währung so gut wie nichts Wert war, 1 zu 1 getauscht.
Das waren halt unsere Landsleute.
 

Inselkobi

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Deiner Logik nach zu urteilen müssten Österreicher und Schweizer ebenfalls "unsere Landsleute" sein. Immerhin war die DDR auch ein eigenständiges Land, bzw. ein eigenstäändiger Staat.
 
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Habakukk

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Und wenn ich mir die Diskussion und auch Deine Argumentationen durchlese denke ich, wir hätten die Mauer vor rund 25 Jahren ebenfalls besser stehen lassen sollen. Damals kamen massenhaft Wirtschaftsflüchtlinge, die uns unsere Jobs, unsere Wohnungen wegnahmen und sich auch heute noch auf unserem Altersruhepolster ausruhen. Wir hätten sie eigentlich genauso "freundlich" begrüßen sollen, oder? Aber nein, damals gab es sogar noch "Begrüßungsgeld" zusätzlich und die Ersparnisse der ganzen zu uns strömenden Wirtschaftsflüchtlinge (erste Grenzöffnungen fanden über Ungarn! statt) wurden, obwohl deren Währung so gut wie nichts Wert war, 1 zu 1 getauscht.
Zumindest dieses Problem erledigt sich ja bald von selbst:

Gebiet der ehemaligen DDR zu sicherem Herkunftsland erklärt: Millionen droht Abschiebung
http://www.der-postillon.com/2015/08/gebiet-der-ehemaligen-ddr-zu-sicherem.html
 

Nomos

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Ach Inselkobi,Du hast einen kleinen Ossihass?... das erklärt vieles. Jetzt fang Dich mal wieder und versuche es mit Fakten. Die DDR-Leute waren IMMER Deutsche, das stand im Grundgesetz seit 1949. Deswegen musste KEIN DDRler Asyl o.ä. beantragen,er war in der BRD auch kein Flüchtling ,niemals, man war bereits Bürger der BRD, schon immer. Und, wieviele DDRler sind denn nun wirklich in die BRD gekommen? 16 Mio??? Quark. Und zudem haben wir ein ganzes Land mitgebracht. Die Ersparnisse wurden nur zu einem kleinen Teil 1: 1 umgetauscht, der größte Teil wurde 1:2 umgetauscht. Dieser Kurs war politisch gewollt, er entsprach nicht dem Wert des DDR-Geldes, das ist jetzt nicht neu. Der reale Kurs lag zwischen 1:5 bis 1:7 Die Wiedervereinigung war trotzdem das beste Konjunkturprogramm, welches die Bundesrepublik je erlebt hat. Wer nur ein bischen in VWL bewandert ist, der weiß das. So,das Begrüßungsgeld stört Dich heute noch, 100 Mark oder 50 Euro. Unabhängig davon, dass ich persönlich dieses Geld nie abgeholt habe, war das eine lächerliche Summe. Eine Einmalzahlung, die SOFORT im westdeutschen Handel ausgegeben worden ist. Etwas über 140 Euro bekommt heute jeder Asylbewerber sofort als Taschengeld monatlich, plus Rundumversorgung und Krankenversicherung.
Nun, da Du bei mir einen DDR-Nostalgiker verortest. Mir ging es in diesem Land nicht allzu gut, ich drücke es da mal dezent aus. Auf jeden Fall habe ich mich sehr stark dafür eingesetzt, dass es diese DDR nicht mehr gibt. Dies zu einer Zeit, als es noch wirklich Mut erforderte. Nicht für mehr Bananen, Westautos oder Marlboro, sondern weil ich aus einer Gegend komme, wo die DDR-Grenze unmittelbar vorder Haustür lag und der Zaun buchstäblich durch die Familie ging. Ich bin eindeutig ein Wendegewinner. Das, was ich heute beruflich mache, die Freiheiten, die ich habe - davon hätte ich in der DDR nicht einen Bruchteil gehabt.Und da ich mittlerweile auch etwas in der Welt herumgekommen bin, schätze ich die durchaus geordneten Verhältnisse in Deutschland inzwischen sehr. Dass man unseren Standard hier - der das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit ist - für ideologiegetriebene soziale und gesellschaftliche Einwanderungsexperimente aufs Spiel setzt, das finde ich erschreckend.
 

Inselkobi

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Ach Inselkobi,Du hast einen kleinen Ossihass?... das erklärt vieles.
Du täuscht Dich gleich. Ich habe keinen "Ossihass". Ich hatte mit meinem Beitrag lediglich vor, zum Nachdenken anzuregen. Offensichtlich habe ich Dir aber, ebenso wie noch jemandem aus der ehemaligen Grenzregion, auf die Füße getreten. - Perfekt!

Die DDR-Leute waren IMMER Deutsche, das stand im Grundgesetz seit 1949. Deswegen musste KEIN DDRler Asyl o.ä. beantragen,er war in der BRD auch kein Flüchtling ,niemals, man war bereits Bürger der BRD, schon immer.
Nein, so ganz stimmt das nicht. Zumindest nicht, sollte man unter anderem Wikipedia Glauben schenken dürfen. Aber auch weitere Seiten (auch Lexika) belegen die Info, die Wikipedia an dieser Stelle hergibt:
In Artikel 1 Abs. 1 der Verfassung der DDR von 1949 stand:

„Deutschland ist eine unteilbare Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.“
Die DDR baute also auf deutschen Landen auf, was allerdings nichts davon sagt, dass sie kein eigenständiger Staat, mit eigener Staatsform, war. Und ohne jeden Zweifel: Das war sie!

Und, wieviele DDRler sind denn nun wirklich in die BRD gekommen? 16 Mio??? Quark. Und zudem haben wir ein ganzes Land mitgebracht.
Die genaue Zahl kann ich Dir nicht nennen und habe ich derzeit auch nicht recherchiert. Daher nehmen wir einfach mal die von Dir genannten 16 Mio. an, wobei ich mit etwas weniger rechne. Vermutlich werden es wohl "nur" rund 10 Mio. gewesen sein.
Dazu eine Frage: Wie viele Flüchtlinge sind bisher (aktuell) nach Deutschland gekommen?

Die Ersparnisse wurden nur zu einem kleinen Teil 1: 1 umgetauscht, der größte Teil wurde 1:2 umgetauscht. Dieser Kurs war politisch gewollt, er entsprach nicht dem Wert des DDR-Geldes, das ist jetzt nicht neu. Der reale Kurs lag zwischen 1:5 bis 1:7
Auch das ist nicht ganz richtig, wenn man entsprechenden Seiten Glauben schenken darf, denn
Aus der internen Kompromisssuche von Bundesregierung und Bundesbank sowie den anschließenden Verhandlungen zwischen beiden Regierungsspitzen ergab sich am 2. Mai 1990 die letztgültige Regelung: Laufende Einkommen und Rentenzahlungen wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt; Sparguthaben und Verbindlichkeiten (so auch die Unternehmensschulden) generell 2:1. Davon ausgenommen und wiederum 1:1 umgestellt wurden private Sparguthaben in bestimmter, nach Alter differenzierter Höhe: 2000 Mark pro Kind im Alter bis zu 14 Jahren; 4000 Mark für Personen bis 59 Jahren und 6000 Mark für die noch Älteren.
Und auch zum Kurs steht hier noch etwas geschrieben:
Am 29. März 1990 kam es zu einer Entschließung des Zentralbankrats, wonach die Umstellung hauptsächlich im Verhältnis 2 Ost-Mark zu 1 DM durchzuführen sei. (Als marktgerechter Kurs konnte sogar die Relation von 4,3 zu 1 gelten.)
Sprich: Du scheinst das etwas fehlerhaft im Kopf zu haben.

Die Wiedervereinigung war trotzdem das beste Konjunkturprogramm, welches die Bundesrepublik je erlebt hat. Wer nur ein bischen in VWL bewandert ist, der weiß das.
Und selbst das stimmt nur bedingt, denn sicherlich hat es einige Firmen gegeben, die sich an der Wiedervereinigung absolut reichgestoßen haben. Aber wenn Du genauer hingeschaut hast, gab es auch gegen einige dieser Firmen und (vor allem) Gesellschaften Klagen.

So,das Begrüßungsgeld stört Dich heute noch, 100 Mark oder 50 Euro. Unabhängig davon, dass ich persönlich dieses Geld nie abgeholt habe, war das eine lächerliche Summe. Eine Einmalzahlung, die SOFORT im westdeutschen Handel ausgegeben worden ist. Etwas über 140 Euro bekommt heute jeder Asylbewerber sofort als Taschengeld monatlich, plus Rundumversorgung und Krankenversicherung.
Auch Du machst noch heute den Fehler und rechnest 1:2 DM in Euro um. Warum? Das hat noch nie funktioniert und ist auch jetzt rechnerisch falsch.
Davon abgesehen "störe" ich mich nicht an den 100 DM, die es damals gab, ich wies lediglich darauf hin. Übrigens gab es damals von einigen Bundesländern zusätzlich zu den 100 DM noch Zuschläge:
Einige Bundesländer, wie Bayern, das eine Erhöhung von 40 DM je Person gewährte, und Kommunen, wie München, zahlten noch Zuschläge zum Begrüßungsgeld, was das Reiseverhalten der DDR-Bürger vermutlich beeinflusste.

Nun, da Du bei mir einen DDR-Nostalgiker verortest. Mir ging es in diesem Land nicht allzu gut, ich drücke es da mal dezent aus. Auf jeden Fall habe ich mich sehr stark dafür eingesetzt, dass es diese DDR nicht mehr gibt. Dies zu einer Zeit, als es noch wirklich Mut erforderte. Nicht für mehr Bananen, Westautos oder Marlboro, sondern weil ich aus einer Gegend komme, wo die DDR-Grenze unmittelbar vorder Haustür lag und der Zaun buchstäblich durch die Familie ging. Ich bin eindeutig ein Wendegewinner. Das, was ich heute beruflich mache, die Freiheiten, die ich habe - davon hätte ich in der DDR nicht einen Bruchteil gehabt.Und da ich mittlerweile auch etwas in der Welt herumgekommen bin, schätze ich die durchaus geordneten Verhältnisse in Deutschland inzwischen sehr. Dass man unseren Standard hier - der das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit ist - für ideologiegetriebene soziale und gesellschaftliche Einwanderungsexperimente aufs Spiel setzt, das finde ich erschreckend.
Wie gehabt, dann habe ich mit meiner Vermutung genau den Richtigen angesprochen. Ausgerechnet DU damit solltest eigentlich verstehen, wie es den aktuellen Flüchtlingen geht und weshalb sie hier in Deutschland Schutz suchen. DU solltest einer derjenigen sein, die sich daran erinnern wie DIR vor 25 Jahren geholfen wurde, dass es Dir HEUTE besser geht.
Die Flüchtlinge tragen nicht die Schuld daran, dass deren Familien auseinandergerissen wurden, teilweise Familienmitglieder getötet wurden, deren Einnahmequellen durch reichere Länder wie die USA, Deutschland (stellvertretend für Europa) und auch China, deren Meere leerfischt, Böden ausbeutet und damit Einahmequellen vernichtet. SO schlecht ging es DIR in der DDR nämlich nicht.

*Zitate stammen vorrangig aus Wikipedia
 
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Dr. Fu Man Chu

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Sagt mal, was haben eure Diskussionen noch mit Radio zu tun???

Die genannten historischen Vergleiche hinken. Genauso wie das "schlechte Gewissen" was wir in Europa haben müssen. Ursachen und Wirkungen werden munter vermischt und dann wird aus einem Menschen, aus welchen Gründen er auch immer hier auftaucht, ein edler Wilder. So einfach ist das nicht.

Was wir haben ist dichotomische Öffentlichkeit. Auf der einen Seite stehen die Medien, die politische Klasse samt aller Parteien, Verbände, NGOs und die klassischen Medien. Hier hat sich eine Meanstream-Diskussionskultur entwickelt, die keine abweichenden Meinungen mehr toleriert und andere Meinungen ausgrenzt. Daraus ist eine öffentliche Schweigespirale geworden. Journalisten, als angeblich 4. Gewalt, machen mittlerweile ziemlich kräftig Politik und Meinungen ohne jemals dafür belangt zu werden. Eine Partei die Mist baut, verliert wenigstens Wahlen.

Die Folge der Ausgrenzungen ist eine radikalisierte Gegenöffentlichkeit im Web, die auch keinerlei Diskussionskultur mehr hat, Stichwort PEGIDA, schräge Typen wie KEN FM etc. pp. Demokratie lebt vom Austausch und vom Kompromiss, ist schwierig, mühsam und die reine Lehre gibt es nicht. Unsere gesamtgesellschaftliche Diskussionskultur verfällt und öffentliche Denkverbote beseitigen leider keine objektiven Probleme. Das ist die Ursache warum jede Diktatur früher oder später an ihren eigenen Grundwidersprüchen scheitert. Obwohl es lange dauern kann.

Jüngste Umfragen zeigen, klassische Medien verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit. Das ist ein Alarmzeichen und Kindergartenaktionen wie in Hamburg sind nicht geeignet die Glaubwürdigkeit wieder zu steigern. Die Aufgabe von Musiksendern wie NRJ und Hamburg2 ist gute Unterhaltung. Es wäre schon viel gewonnen, wenn das die Redaktionen schaffen würden. Sender wie die Hamburg Welle, NDR info, DLF/DR haben die Aufgabe zu informieren und die Plattform für einen öffentlichen Diskurs zu sein. Genau das sind sie aber nicht, sie emotionalisieren und grenzen durch einseitige Berichterstattung, teilweise schon Propaganda, aus. Das ist mein Vorwurf.

Um es noch einmal ganz klar zusagen: Wer sagt: "jeder" kann dieses Land betreten, wird aufgenommen, kann frei seinen Wohnsitz in Deutschland wählen und keiner wird abgeschoben. Das ist okay, nur sollte er dann auch die Entwicklung zu Ende denken und nicht mit so lauen Sprüchen kommen: jeder Mensch ist ein Gewinn und unsere Gesellschaft wächst daran. Verantwortung, gar haften, will keiner dafür übernehmen. Viel Spaß bei den Konflikten der Zukunft mit Menschen die aus ganz anderen Ländern mit ganzen anderen Konfliktlösungskulturen kommen. Aber das ist eine Aussage gegen den Meanstream. Nur was ist wenn es einmal ganz andere Mehrheiten in diesem unserem Lande gibt? Aber keine Angst die ersten Konflikte darf das untere Einkommensdrittel unserer Gesellschaft ausbaden.
 
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