Hass auf Markus Lanz – warum?


DJ Ricardo W.

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Immer wenn ich mir auf YouTube Beiträge von Markus Lanz anschaue und mich dann durch die Kommentare "wühle", merke ich immer wieder, wie die Leute gegen ihn schießen. Ich selber sehe, bis auf das er gerne mal seinen Gästen ins Wort redet, nichts, was an ihn angeblich so schmierig, unprofessionell und nervig sein soll. Ich schaue gerne Sachen von ihm an. Wie seht ihr das? Könnt ihr mir das erklären?

Kommentare von unseren bekannten Dauernörglern beachte ich hierbei nicht, da sie eben an allem etwas zu meckern haben.
 

Grasdackel

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Ich selber sehe, bis auf das er gerne mal seinen Gästen ins Wort redet, nichts, was an ihn angeblich so schmierig, unprofessionell und nervig sein soll.
Vielleicht solltest du einfach mal richtigen Journalisten bei ihrer Arbeit zusehen. Da wirst du dann erleben, dass nicht alles auf Gefühlig gemacht werden muss und was richtige Substanz, Offenheit und echtes Interesse für andere Sichtweisen in einem Gespräch ist.
 

Radiokult

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Markus Lanz hat nur ein einziges Problem, er hört sich selbst leider zu gerne reden. Wenn ich in einer Runde sitze mit Promi XY oder Experte Z, muss ich als Moderator nicht alles bis ins kleinste Detail erklären, denn in der Runde selbst weiß man zumeist was gemeint ist. Und der geneigte Zuschauer weiss es in der Regel auch, ansonsten würde er nicht zuschauen. Und wenn es dann tatsächlich was zu erklären gibt, sollte man das von den Gästen machen lassen und nicht im Gestus "Hört wie gut ich mich vorbereitet habe" selber tun. Ausserdem läßt Lanz seine Gäste selten ausreden. Er grätscht zu oft, meist völlig unnötig rein, was jeden Gesprächsfluss zu Fall bringt.
Es gibt für all das auch ein paar schöne Beispiele. Das legendäre erste Interview mit Sarah Wagenknecht zum Beispiel, wo Lanz hinterher medial regelrecht Prügel für bekommen hat, weil er augenscheinlich kein Interview führen wollte, sondern die Wagenknecht vorführen, was ihm wiederum nicht gelingen wollte. Oder man schaue sich das Interview mit Kevin Kühnert und Guido Reil an. Da merkt man Kühnert irgendwann auch an, dass er nicht so recht weiß wovon er mehr genervt sein soll, der skurillen Gesprächsführung von Lanz oder von dem Stuss den Reil von sich gibt. Lanz' Interview mit Klaus von Dohnanyi und Giovanni di Lorenzo ist auch so eine Sache, wo di Lorenzo irgendwann ungewollt die Gesichtszüge entgleiten, weil er von Lanz augenscheinlich genervt ist. Man könnte das beliebig fortsetzen. Lanz fehlt das Gespür fürs Timing, wo man Gesprächspartnern auch mal die Zeit einräumen muss, Gedankengänge zu Ende zu bringen.
Nun muss man zur Ehrenrettung von Lanz zwingend dazu sagen, dass das in den letzten Jahren schon besser geworden ist. Er macht diese Talks ja nicht erst seit gestern. Man merkt ihm aber leider trotzdem immer noch zu oft an, ob ihn ein Gast oder ein Thema wirklich interessiert oder nicht. Sich bei solchen Talks in den richtigen Momenten auch mal zurücknehmen und die Gäste einfach machen lassen, ist eine große Kunst, die allerdings nicht nur Lanz nicht beherrscht. Das von der Idee her aus meiner Sicht sehr gelungene Talkformat "Schulz & Böhmermann", was leider nicht über zwei Staffeln hinaus kam, litt unter einem ähnlichen Problem - dem furchtbaren Selbstdarstellungstrieb von Olli Schulz. Dem gehts in Sachen Talk nämlich ähnlich wie Lanz.
 
Geht es jetzt hier um die Frage "Warum Hass auf Lanz" oder um die Qualitäten des Talkers Lanz? Oder soll das etwa die Antwort darauf sein? :oops:
 
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Skywise

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Ich selber sehe, bis auf das er gerne mal seinen Gästen ins Wort redet,
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nichts, was an ihn angeblich so schmierig, unprofessionell und nervig sein soll.
Er hört seinen Gästen nicht ordentlich zu bzw. leitet oft genug keine weiterführenden Fragen daraus ab. Er läßt so viele schöne Vorlagen einfach im Sande verlaufen, weil er gar nicht weiß, wie man sie verwandelt. Er ist sich nicht zu schade, auch Fragen zu stellen, die entweder ins Arg-Private reinspielen, inhaltlich hirnrissig sind oder eigene Wissenslücken offenbaren, sogar mitunter solche Wissenslücken, die er gar nicht haben bräuchte, wenn er bei den vorigen Antworten seines Gastes das Hirn auf Empfang geschaltet gehabt hätte.
Zu den Wissenslücken gehört auch gerne, daß er gar nicht zu wissen scheint, wen er da vor sich sitzen hat - mal extrem übertrieben gesagt hat er da den Kapitän eines Luxusliners hocken und er stellt Fragen, die ihm jeder Hobbysegler beantworten könnte, gewürzt mit dem Interesse daran, ob man als Kapitän auf so einem großen Schiff ausreichend Sex bekomme ...
Herr Lanz begibt sich nur sehr ungern aus seiner Komfortzone, und ich befürchte, daß diese sehr klein ist, denn ein gesteigertes Interesse, sich auf seine jeweiligen Gäste inhaltlich vorzubereiten, ist wenn überhaupt nur bei bestimmten Themen zu spüren. Es ist kein Problem, wenn ein Moderator ein Gespräch auf einem etwas niedrigeren Niveau anfängt, immerhin muß er ja sein im gegebenen Fall nur in Ausnahmefällen fachkundiges Publikum irgendwo abholen, aber wenn es dabei bleibt, isses peinlich oder Karl Dall oder beides - und einige Leute, darunter auch ein Jürgen von der Lippe, haben bewiesen, daß gute Gespräche, bei denen der Gast im Vordergrund steht, selbst ohne Vorbereitung möglich sind. Dazu muß man aber seinen Gästen zuhören. Siehe oben. Richtig schön können Gespräche dann laufen, wenn der Moderator vorbereitet ist UND seinen Gästen zuhört und entsprechend reagiert.
Herr Lanz positioniert sich gerne inhaltlich zu seinen Gästen, und kitzelt auch meistens durch Betonung einzelner Gesprächspunkte oder durch deutliche Widerworte einen Szenenapplaus beim Publikum aus. Ehrlich - wegen der Meinung eines Moderators zu seinen Talkgästen schalte ich die Sendung nicht ein.

Gruß
Skywise
 
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Hinhörer

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Ich kann die Worte meiner Vorredner weitestgehend unterschreiben. Ich mag die Art, wie Markus Lanz Leute befragt, auch nicht.

Ich wundere mich nur, warum jemand nicht zu mögen oder Einwände gegen seine Art zu haben gleich mit „Haß“ auf Markus Lanz bezeichnet wird. Mir wird in vielen Fällen viel zu schnell von „Haß“ gesprochen. Gehtʼs nicht auch ein paar Nummern kleiner?
 
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DJ Ricardo W.

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Also wäre dieses Interview ein deutlich besseres Beispiel dafür, wie man eine Konversation richtig führt?

@Hinhörer Denn schaue dir mal die Kommentare an, die unter Lanz-Videos zu lesen sind. Ein paar davon und du siehst, was ich meine.
 
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Radiokult

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Geht es jetzt hier um die Frage "Warum Hass auf Lanz" oder um die Qualitäten des Talkers Lanz? Oder soll das etwa die Antwort darauf sein?
Sagen wir es mal so: Selbst in der dümmsten Herabwürdigung im Netz, steckt irgendwo auch eine Haltung. Und eben jene Haltung kann man so oder so ausdrücken. Man kann das fundiert und anständig formulieren oder man kann es so machen wie es vielerorts im Netz steht. Um es klar dazu zu sagen, Mordgelüste und übelste Phantasien unterschiedlichster Art zähle ich da ausdrücklich nicht dazu. Aber die zumeist eher, ich sag mal "umgangssprachlich" formulierten Kritiken an unterschiedlichsten Leuten sind auf den Kern heruntergebrochen auch nichts anderes als was ich weiter oben über Lanz schrieb. Das im Netz aufgrund der vermeintlichen Anonymität manche ihrer Fakälsprache freien Lauf lassen, sagt unterm Strich mehr über die Leute selbst aus als über ihre Kritik.

Also wäre dieses Interview ein deutlich besseres Beispiel dafür, wie man eine Konversation richtig führt?
Durchaus. Fuchsberger und Heck agieren in dem Talk da im Grunde völlig entspannt. Lenz ist dagegen oft auch ohne jede Not ziemlich hektisch. Allerdings gibt es solche Talks wie von Fuchsberger heute nicht mehr, denn solche Face to Face-Gespräche über 45 oder 60 min finden heute im deutschen Fernsehen nicht mehr statt. Es ist ja letztlich auch ein Unterschied ob du da eine Runde sitzen hast, die du immer mal wieder einbeziehen mußt oder ob du dich voll und ganz auf den einen Gast konzentrieren kannst.
 

Mannis Fan

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Qualität reduziert sich bisweilen auf die Frage: Lass ich meine Gäste glänzen, oder will ich selber glänzen? Bei Markus Lanz ist die Antwort eindeutig.
 

Skywise

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Also wäre dieses Interview ein deutlich besseres Beispiel dafür, wie man eine Konversation richtig führt?
Joah, wobei das schon wieder ein Sonderfall ist. Heck und Fuchsberger waren TV-Profis, die sich aufeinander verlassen konnten und das auch wußten, insofern kam hier eine vergleichsweise zwanglose Diskussion zustande, bei der beide so routiniert waren, daß sie das Saal-/Fernseh-Publikum niemals vergaßen. Auch wenn sie sich mitunter ins Wort fallen - es ist eine sehr entspannte Plauderei, bei der Heck seine Gedanken zu Ende führen darf und Fuchsberger niemals an seinen Karten klebt und versucht, eine Reihe von Fragen abzuhaken, sondern genau diese Fragen nutzt, um einen Diskussionsfaden in Gang zu setzen.
Bleiben wir mal bei Fuchsberger, aber nehmen wir jemanden, der nicht ganz so TV-erfahren ist und aus einem anderen Metier stammt, um das zu verdeutlichen:

Gruß
Skywise
 

Habakukk

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Bei aller Kritik an Lanz: was ich an ihm mag, ist, dass er unbequem ist und es seinen Gästen nicht leicht macht.

Ich kann mich z.B. an die Folge mit Luisa Neubauer vor paar Jahren erinnern, die in ihrem Buch sinngemäß behauptet, dass der beste Klimaschutz eigentlich der Verzicht auf Kinder wäre. Auf diese Aussage hat er sie dann aber auch festgenagelt, obwohl sie in der Sendung immer wieder ausweichen wollte, dass das ja gar nicht so streng gemeint wäre und in dem Buch noch viele andere wichtige Dinge stünden. Es war fast unangenehm, wie er das arme Mädel bearbeitet hat, aber wer sich mit solchen Aussagen in die Öffentlichkeit begibt, muss dazu dann auch stehen, finde ich. In anderen Talkshows kommen die Gäste viel zu oft mit irgendeinem Geschwurbel durch.

Ich schaue seine Sendung aber zu selten, um eine fundierte Meinung über ihn zu haben.
 
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Skywise

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Ich kann mich z.B. an die Folge mit Luisa Neubauer vor paar Jahren erinnern, die in ihrem Buch sinngemäß behauptet, dass der beste Klimaschutz eigentlich der Verzicht auf Kinder wäre. Auf diese Aussage hat er sie dann aber auch festgenagelt, obwohl sie in der Sendung immer wieder ausweichen wollte, dass das ja gar nicht so streng gemeint wäre und in dem Buch noch viele andere wichtige Dinge stünden. Es war fast unangenehm, wie er das arme Mädel bearbeitet hat, aber wer sich mit solchen Aussagen in die Öffentlichkeit begibt, muss dazu dann auch stehen, finde ich.
Wie man's nimmt ...
Also - ja, sinngemäß macht Luisa Neubauer in ihrem Buch diese Aussage, aber das Buch hat auch noch ca. 299 weitere Seiten, auf denen sie größtenteils nicht nur von den Ursachen, sondern auch von Lösungsansätzen (und - um sie nicht zu sehr in Schutz zu nehmen - "Lösungsansätzen") spricht, um eine positive Entwicklung für die Zukunft zu erreichen. Nun - wer oder was ist denn "die Zukunft"? Mit wem im Sinne soll Verantwortung übernommen werden? Dem Planeten und dem Klima selbst isses doch scheißegal, was wir mit ihnen anstellen - die werden sich anpassen, wie sie es schon in den Jahren getan haben, bevor die Menschen existierten. Also fordert Luisa Neubauer, daß wir Verantwortung für nicht nur ihre, sondern für die noch kommenden Generationen übernehmen. Gegen Kinder an sich spricht sie sich eigentlich nicht aus, sehr wohl aber gegen die Größe des ökologischen Fußabdrucks, den in bestimmten Regionen der Erde die Kinder mit ihrer Geburt automatisch ans Bein gebunden bekommen, auch wenn sie es so nicht ausdrückt.

Ich gestehe, daß ich das Buch nicht wirklich genau gelesen habe, viele Seiten habe ich ab einem bestimmten Punkt einfach nur quergelesen bis überflogen, aber selbst das hat gereicht, um zu sagen: ja, Luisa Neubauer hat mit ihrer Aussage bei Lanz, daß da noch andere wichtige (ich würde sogar sagen: bedeutend wichtigere) Dinge stehen, völlig wahr gesprochen. Markus Lanz hätte ohne Probleme noch viele weitere und bedeutend bessere Punkte in dem Buch finden können, die eine kritische Nachfrage wert gewesen wären.

Gruß
Skywise
 

Habakukk

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@Skywise/chapri:
Mir hat das Mädel auch fast leid getan, wie sie da von Lanz bearbeitet wurde. Er hat es ja selbst nach dem dritten Versuch nicht auf sich beruhen lassen!

Andererseits: wenn man sich als Kopf einer Bewegung hinstellt, und Bücher mit durchaus diskussionswürdigen Aussagen verkaufen will, dann ist man auch kein armes Mädel mehr. Niemand zwingt jemanden, sich zu ihm in die Show zu setzen. Da ist mein Mitleid dann doch wieder begrenzt. Zumal sie einfach nur zu ihrer im Buch getätigten Aussage hätte stehen müssen, anstatt alles wieder zu relativieren. Dann wäre wahrscheinlich auch mehr über die anderen Inhalte des Buches gesprochen worden.

Man muss seinen Stil nicht mögen und ich finde vieles an der hier geäußerten Kritik absolut berechtigt, aber ich finde es gut, wenn es mit seiner Talkshow auch eine andere Art der Gesprächsführung gibt, wo Leute auch mal auf recht unangenehme Art mit eigenen Aussagen konfrontiert werden. In manch anderen Talkshows habe ich eher das Gefühl, der Talkmaster ist nur eine Art Stichwortgeber für seine Gäste.
 
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Skywise

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Andererseits: wenn man sich als Kopf einer Bewegung hinstellt, und Bücher mit durchaus diskussionswürdigen Aussagen verkaufen will, dann ist man auch kein armes Mädel mehr. Niemand zwingt jemanden, sich zu ihm in die Show zu setzen. Da ist mein Mitleid dann doch wieder begrenzt. Zumal sie einfach nur zu ihrer im Buch getätigten Aussage hätte stehen müssen, anstatt alles wieder zu relativieren. Dann wäre wahrscheinlich auch mehr über die anderen Inhalte des Buches gesprochen worden.
Das Problem ist aber, daß sie diese Aussage so klar nicht getroffen hat, jedenfalls nicht in ihrem Buch. Sie hat eine Frage gestellt ("Ist das Kinderkriegen unseren Mitmenschen gegenüber verantwortungsvoll, da statistisch gesehen nichts einen größeren CO2-Fußabdruck hinterlässt als ein Kind?“), um dann diesen Punkt weiter auszuführen, um die Komplexität der Einschätzung vor Augen zu führen. Die Frage ist natürlich ziemlich schroff formuliert, aber beantwortet wird sie im Buch nicht konkret, und schon mal gar nicht mit "Ja". Wenn Markus Lanz sie allerdings auf diese Passage festnagelt, tut er so, als hätte sie ganz klar "Ja" gesagt.

Also - nein, niemand wird gezwungen, sich in den Stuhlkreis Lanz zu begeben. Aber ich glaube nicht, daß jemand davon ausgeht, bei Lanz die Formulierung einer Frage zu diskutieren, als wäre das die Kernthese des Buches.

Gruß
Skywise
 

count down

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Gelegentlich missfällt mir auch seine leicht schulmeisterische Art. Für mich ist der Anteil an seinen eigenen "Referaten" tatsächlich zu hoch. Dennoch halte ich ein überlegtes und gerechtfertigtes "Ins-Wort-Fallen" in solchen Talk-Runden für erlaubt – im Gegensatz zu Parlamentsdebatten, in denen solches nicht gestattet ist und oftmals gerügt wird.

Inkompetenz in vielen Fachfragen kann man ihm nicht nachsagen. Ich vermute stark, dass seine Redaktion einen sehr guten Job und gutes Briefing macht.
 

Radiokult

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Man muss seinen Stil nicht mögen und ich finde vieles an der hier geäußerten Kritik absolut berechtigt, aber ich finde es gut, wenn es mit seiner Talkshow auch eine andere Art der Gesprächsführung gibt, wo Leute auch mal auf recht unangenehme Art mit eigenen Aussagen konfrontiert werden.
Ja, stimmt. Aber da gibt bzw. gab es bessere. Michel Friedmann wäre so ein Beispiel. An ihm scheiden sich zwar auch die Geister, weil man auch bei ihm hier und da an der Art der Gesprächsführung herumkritisieren könnte. Bei dem hat man aber immer den Eindruck, dass er weiß wovon er redet. Seine "Auf ein Wort"-Talks bei der Deutschen Welle heute oder die regelmäßigen Talks vor seiner Koks-Affäre in der ARD ("Vorsicht Friedman" bzw. "Friedman") wären da gute Beispiele. Vor allem von den frühen Sachen findet sich allerdings kaum was im Netz. Lediglich eine alte Sendung mit Reich-Ranitzki als Gast und eine mit Oskar Lafontaine kann man auf die Schnelle bei Youtube entdecken.
Auch der leider viel zu früh verstorbene Roger Willemsen konnte sehr charmant, aber dennoch sehr bestimmt auf den Punkt bohren. Seine Interviews mit dem damaligen Focus-Chef Helmut Markwort oder das mit Consul Weyer sind geradezu legendär. Lanz würde das in der Form nie hinbekommen, weil er viel zu sehr auf sich selbst fokusiert ist. Im übrigen wäre Lanz im Nachgang auch nie so selbstkritisch, wie es Willemsen oft war, siehe Link.

 

Neuling64

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Wird heutzutage sowieso nicht über jede/-n im Netz hergezogen ? Da kann man sich doch der geneigte User so schön anonym austoben.....

Was mich an Herrn Lanz am meisten stört ist, dass er sehr oft mit einer vorgefassten Meinung auf seine Gäste trifft und diese dann während seiner Befragung auch so bestätigt sehen möchte.
Wenn dann die Antworten anders ausfallen als von ihm gewünscht, bohrt er eben ( manchmal bis zur Penetranz ) nach. Das er den Gästen immer wieder ins das Wort fallen soll (so wie etwa Frau Maischberger) ist mir so noch nicht aufgefallen. Aber auch er hat eben ein vorgegebenes Sendekonzept und nicht unbegrenzte Sendezeit ( kann halt nicht jeder Kuhlenkampf heißen ;) ).

Ob ich mir Herrn Lanz um die meistens mitternächterliche Sendezeit noch im TV antue entscheidet sich i. d. R. anhand der Gästeliste für den jeweiligen Abend. Auf deren Auswahl wird er wohl den geringsten Einfluss haben. Meistens wiederholen sich dabei sowieso nur ZDF- konforme Köpfe.....

Also aus welchem Grund sollte man Herrn Lanz für seine journalistische Tätigkeit eigentlich hassen ?
 

count down

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Wir wissen, wessen politischem Lager Lanz eher zugeneigt ist. Daher erklärt sich auch seine Gesprächszuneigung. Dennoch: bei allem halte ich Lanz für nicht unfair.

Auf deren Auswahl wird er wohl den geringsten Einfluss haben.
Geringsten? Weist Du's? Oder anders gefragt: weshalb vermutest Du?
 
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