Hass auf Markus Lanz – warum?


Radiokult

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Aus dem Artikel: >>Grundsätzlich ist der Produzent folgender Auffassung: „Ein Name ist noch kein Gast.“ Es würde stets zunächst ein Thema bestimmt werden, im Anschluss werden die passenden Gäste ausgewählt. Auf Selbstdarsteller hätten Markus Lanz und Markus Heidemanns nämlich keine Lust.<<
Über letzteres könnte man sich ja jetzt vortrefflich streiten. :D
 
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chapri

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Ist doch klar, dass Selbstdarsteller keine Selbstdarsteller neben sich dulden. Ich wäre ja fast gebeigt, den alten Chirurgen-Witz umzudichten: Was ist der Unterschied zwischen einem Chirurgen und Gott? Gott hält sich nicht für einen Chirurgen!
 

Topfgucker-SFX

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Auch der leider viel zu früh verstorbene Roger Willemsen konnte sehr charmant, aber dennoch sehr bestimmt auf den Punkt bohren.
Roger Willemsen antwortet spontan auf eine Frage. Imprimatur!

Für die Interview-Sendung mit Karl Lagerfeld allerdings hätte ich mir keinen besseren Moderator vorstellen können als Markus Lanz. Vermutlich seine bestgelungene Sendung überhaupt bisher.

@Mannis Fan Wolfgang Heim ist mir von der noch aktiven alten Garde ebenfalls der Liebste. Höre ihn ja auch schon seit den 80er Jahren. Genieße jede einzelne "Leute"-Sendung, die von ihm moderiert wird, solange dies noch möglich ist.

Was mir an ihm nicht gefällt, ist diese scheinkritische Innenschau, wenn er einen ebenfalls linksliberalen Journalisten zu Gast hat. Überspitzt: Linker Journalist fragt linken Journalisten: "Sind wir zu links?" Linker Journalist antwortet: "Auf keinen Fall! Alle anderen sind zu rechts!" Fall erledigt. Und Kritik von außen perlt entsprechend als "Medienschelte" von ihm ab. Ich wüsste interessantere Talkgäste, denen er diese Frage stellen könnte. Aber denen will er vermutlich kein Podium bieten. Wie praktisch.

Nicole Köster hingegen (die das allerdings so moderiert, wie ich es moderieren würde, angestrengt fröhlich nämlich, um Selbstunsicherheit zu verbergen - und ein bisschen nach Schema F) muss man immerhin zugute halten, dass sie sich zum großen Teil auch als Anwalt der Zuhörer zu verstehen scheint, insbesondere auch der Zuhörer, die vermutlich ganz anderer Meinung sind als sie selber. Anwalt eben. Ihre Fragen an ihre Gäste spiegeln dies wider. Finde ich gut.
 
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Mannis Fan

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Nicole Köster macht das inzwischen ganz gut, sehe ich auch so. Diese Journalistenlastigkeit unter den Gästen ist in der Tat ein Malus, zumal, wenn sie aus dem eigenen Stall (ÖR) kommen. Aber dass sie dann ihr eigenes Linkssein thematisieren, ist mir noch nie aufgefallen.
 

Topfgucker-SFX

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Das passiert immer deutlich im letzten Drittel der Sendung, zeitlich ungefähr auf Höhe des obligatorischen AfD Bashings. - Vielleicht ist es mir auch so deutlich aufgefallen, weil ich mir gerade Sendungen mit Journalisten-Gästen und Wissenschaftlern aller Art mit Vorliebe als Podcast herunterlade, während Tatort-Kommissare, ARD-Dreiteiler-Regisseure, Mütter Beimer usw. in der Regel ausgesiebt werden - weil für alle Sendungen eben doch die Zeit fehlt.

Die wo Alice Weidel von der AfD interviewt hatte, war ... Nicole Köster! Sogar noch ziemlich zu Anfang ihrer "Leute"-Karriere. Mutig, mutig. Jedenfalls schon länger her. - Wolfgang Heim interviewt Gottfried Curio, das wärs mal! Warum? Weil dem argumentativ äußerst schwer beizukommen ist, weswegen wir ihn wohl auch nicht so sehr als gefragten TV-Talkgast oder Vorführ-Bösewicht kennen. Jedenfalls nicht so gut wie Robert Habeck oder Gregor Gesine Schwan.

Sie könnten das "Leute"-Gespräch ja vorher aufzeichnen und notfalls nicht senden, weil die Aufzeichnung technisch nicht mehr zu gebrauchen ist. Ein Volontär hat aus Versehen sein Parkhausticket mit dem Magnetstreifen nach unten auf der Plastikkassette mit der betreffenden MAZ abgelegt. Nur noch Rauschen und Sprachfetzen. Einem Ewiggestrigen mag dies ggf. plausibel erscheinen.

Ohne Gebühren gäbs eh nur noch "SWR1 Kameraden - mit Wolf Heiminsreich"

Werde müde. Die ÖR-Propaganda verfängt. Gute Nacht.
 
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ricochet

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Herr Lanz wäre gern ein harter Hund, ein investigativer, hartnäckiger Politjournalist, der herumlavierende Gäste gekonnt in die Zange nimmt und vor einem "Millionenpublikum" (Zitat: Markus Lanz) genüsslich grillt.

Aber leider hat Herr Lanz ein viel zu nettes und viel zu freundliches Naturell. weshalb sein penetrantes Nachbohren und seine Unart Fragen mitunter fünf mal zu wiederholen eher unbeholfen und bemitleidenswert wirken. Man muss Politiker schon überlisten, aufs Glatteis führen oder mit falschem Charme einlullen um sie aus der Reserve zu locken.

Doch Herr Lanz ist ein geradliniger und harmloser Typ, seine Inquisitorennummer wirkt einfach nur peinlich.
 
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