Helmut Kohl gestorben


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#51
@Grenzwelle
mit unterschiedlichen Wahrnehmungsfiltern kommen sehr unterschiedliche Bewertungen und Bildnisse der Wirklichkeit zustande. Unsere beiden könnten da bezüglich 1989 nicht gegensätzlicher sein.
Erschwerend kommt eine mangelnde Bereitschaft, differenziert zu urteilen und auf einem Auge scheinbar blind zu sein... Die wirtschaftpolitischen Ansichten jenes Saarländers mögen Dir vielleicht nicht gefallen, aber die kannst Du nicht einfach als Krawallopposition abtun...

Zu "DDR 2.0" (IMHO eher 4.0) und dem Kabinett stimmen wir dann betreffs einer Person überein, aber das betrifft eben nicht nur den einen Minister, sondern Minister beider Parteien dieser GroKo und jene Parteien insgesamt.
Für die anderen ein Lesetip, der sehr gut in mein Wahrnehmungsfilter passt:
Daniela Dahn im Freitag bringt vieles auf den Punkt.
Eine Mehrheit in Ost und West wollte die Einheit mit mehr Zeit – und im europäischen Rahmen. Doch so hatte der große Europäer nicht gewettet
...
Kohl war nicht der Kanzler der Einheit, sondern der Kanzler dieser Einheit. Der Legende von den mangelnden Alternativen sollte daher auch im Respekt vor seinen tatsächlichen Leistungen ein kritisches Erinnern entgegengesetzt werden
 
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#53
@Tweety:
Nichts Ungewöhnliches.
Laufen schon Wetten, wer es als erstes schafft, sich auf eine Helmut-Kohl-Straße, eine Helmut-Kohl-Allee, eine Helmut-Kohl-Brücke, eine Helmut-Kohl-Promenade oder einen Helmut-Kohl-Platz (was in meinen Augen einen unschönen Imperativ darstellt) zu verständigen. Die Favoriten sind natürlich Ludwigshafen, Mainz, Bonn und Berlin.
In Mainz gab's in einem Leserbrief auch schon den Vorschlag, auf die Alternativbezeichnung "Ex-Bundeskanzler-Bimbes-Allee" zurückzugreifen.
Meine Idee war ja ein Feldweg hinter dem Messegelände Mainz in Erwägung zu ziehen. Größtenteils unbebauter Landstrich mit ein paar Windrädern, wenn man die Strecke abläuft, landet man beim ZDF. Ich finde, so ein Weg mit viel Ellenbogenfreiheit, an dem viel warme Luft umgewälzt wird, mit größerer Distanz zu den öffentlich-rechtlichen Medienhäusern und mit der Chance, bei Verantsaltungen auch mit Saumagen in Kontakt zu kommen, wäre ideal ... ich bezweifle aber, daß meine Idee Zukunft hat.

Gruß
Skywise
 
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#55
Ich würde lieber auf der Road to hell wohnen als auf einer Helmut-Kohl-Str. Das der Mann seine Verdienste hatte ist keine Frage, aber er hat ebben auch seine Schattenseiten und davon nicht wenige. Von daher sehe ich etwaige Vorschläge sehr kritisch und hoffe das man davon Abstand nimmt. Von mir aus sollen die einen Platz in Oggersheim oder Ludwigshafen nach ihm benennen. Dann ist aber auch gut.
 
#57
Gab es aber nicht einmal ein, wenn wohl auch ungeschriebenes, Gesetz, dass vor solchen Benennungen das "Trauerjahr" verflossen sein sollte?
Jo, aber bei Willy Brandt und Helmut Schmidt hat das meiner Erinnerung nach auch keinen Menschen interessiert. Oder wenn, dann nur Menschen, die keinen Kalender lesen können.

Allerdings würde es mich schon interessieren, welche Straßen dafür herhalten müssen.
Oder, wie Franz Josef Degenhardt selig dereinst meinte:
"Eine Straße heißt in einer Stadt in nicht mal einem Jahrhundert nacheinander 'Sedanstraße', 'Kaiser-Wilhelm-Straße', 'Rathausstraße', 'Adolf-Hitler-Straße', 'Hauptstraße', 'Straße des 17. Juni', 'John-F.-Kennedy-Straße".
Was für eine Geschichte!
Was für ein Land!"
F. J. Degenhardt: "Eine Straße", Ansage zu "Unser Land", Album "Live - Aus diesem Land sind meine Lieder", 1989

Gruß
Skywise
 
#58
Das der Mann seine Verdienste hatte ist keine Frage, aber er hat ebben auch seine Schattenseiten und davon nicht wenige.
Wenn man diese Argumentation zugrundelegt dürften Bismarck, Adenauer oder Schmidt nach heutigen Kriterien erst recht nicht als Namenspaten herhalten. Sie alle waren streitbare Männer mit Ecken und Kanten und natürlich auch mit gelegentlichen autoritären Anwandlungen. In schwierigen Zeiten braucht man zupackende und entschlossene Charaktere, die Harmonie- und Schmusepolitik der Merkel-Ära ist hingegen ein reines Wohlstandssymptom.
 
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#61
[OT]
@Mannis Fan:
Von wegen, ein Saumagen verträgt alles. Du hast bestimmt noch nie ein Schwein gefüttert. Beim Frassen ist es sehr sensibeles Tier, sowohl bei der Zusammensetzung als auch bei der Temperatur des Futters. - Ich schreibe aus eigener Erfahrung; zu Hause gab es früher oft Ärger, wenn das Tier dann einige Tage Nahrung verweigerte oder Düpnnpfiff hatte. Schließlich sollte es ja das "böse" (aber gut schmeckende) Fett ansetzen.
[/OT]
 
#62
Wenn man diese Argumentation zugrundelegt dürften Bismarck, Adenauer oder Schmidt nach heutigen Kriterien erst recht nicht als Namenspaten herhalten. Sie alle waren streitbare Männer mit Ecken und Kanten und natürlich auch mit gelegentlichen autoritären Anwandlungen.
Das ist was anderes. Kohl hat aber wissentlich gegen Gesetze verstossen und wäre vermutlich eigentlich vorbestraft und was da privat bei den Kohls ablief, lässt sich mit "gelegentlichen autoritären Anwandlungen" wohl kaum zutreffend beschreiben. Da dürfte wohl eher das Wort Patriarch mit Hang zum tyrannischen zutreffend sein.
 
#64
[OT]
@Mannis Fan:
Das war in meiner Jugend, als ich noch in Thüringen wohnte, und das Hausschwein vom Frühjahr bis zum Anfang des Winters quasi zur Familie, jedoch mit eigenem Appartement quer über den Hof namens Koben, gehörte, auch noch Essensreste verspeiste und Auslauf bekam.
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