Hochwasser in NRW: Sondersendungen oder der beste Superdupermix?


Dagobert Duck

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Herr Vogt kann im Fernsehen laut eigener Aussage auf dem Regenradar nicht die Intensität des Niederschlags erkennen.
Hat er das echt so gesagt? Ich kann mich mit ihm auch nicht anfreunden. Er versteht es gut, mit vielen Worten wenig Inhalt rüber zu bringen. Für Valeries Emotionsradio sicher die perfekte Besetzung. Aber wenn man sich fürs Wetter interessiert, fand ich die Berichte seiner Vorgänger Oliver Klein, Jürgen Weiß und Rebekka Krampitz um Längen besser und detaillierter. Zumindest dann, wenn man sie hat reden lassen und der/die Moderator/in ihnen nicht ständig ins Wort gefallen ist.

Beim Wetter setzt der WDR lieber auf Masse statt Klasse. Dreimal Wetter pro Stunde, bei dem aber mehr der Smalltalk als das Wetter im Vordergrund steht.
 

thorr

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Leider ist es den Behörden und Medien nicht gelungen, davor eindringlich genug zu warnen, wie die große Zahl an Toten beweist. Dazu gehören auch Handlungsempfehlungen, zum Beispiel sich nicht mehr in den Keller zu begeben, während dieser mit Wasser voll läuft. Das ist eine üble Todesfalle und dort zu sterben ist absolut unnötig, wenn man um die Gefahren weiß. Leider ist auch das wieder mehrfach passiert. Die WDR Sendung Quarks hat diese Gefahr übrigens schon mehrfach behandelt, aber die Sendung schaut auch nicht jeder.
Das ist der zentrale Punkt, was die WDR-Berichterstattung angeht, finde ich! Ob der WDR nun in der ersten Unwetternacht in Nachrichten aus dem Newsroom oder mit einer eigenen Sendung auf WDR 2 berichtet hat, finde ich zweitrangig. Leider haben solche ernsten Themen bei den Massenwellen keinen Platz mehr. Dort werden die Hörer vorsätzlich ahnungslos gelassen. Bei WDR 5 hingegen wurde sehrwohl darüber gesprochen, was dort auf uns zukommen konnte – nur, wie du schriebst, hört eben nicht jeder aktiv Programme, in denen Zeit ist, soetwas zu besprechen.
 

Radiotroll

Gesperrter Benutzer
Nicht nur WDR5 hat berichtet, WDR 2 auch. Und Vogt hat sehr wohl richtig gewarnt. Er hat nur gesagt, das die genaue Regenmenge vor Ort variieren kann, es aber überall sehr heftig bis 200l/qm werden wird. Allein, es wollte keiner glauben.
 

count down

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Er hat nur gesagt, das die genaue Regenmenge vor Ort variieren kann, es aber überall sehr heftig bis 200l/qm werden wird.
Daran schließt sich die rhetorische Frage an: Was kann geschehen, wenn die befürchtete Regenmenge bis z.B. 200l/m² über eine, zwei und sogar mehrere, etliche Stunden anhalten würde.

Hat er das in der Meldung ebenfalls gesagt und für gestaffelten Szenarien Verhaltensempfehlungen und Evakuierungsmaßnahmen angeraten?

Alarm-Systeme hin oder her, der Alarm sagt doch nicht, was vorsorglich zu tun wäre und wie sich Bürger schützen sollten. Hier ist Nachhol- und Aufklärungsbedarf von Null auf Funktionstüchtigkeit nötig.
 

Border Blaster

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Ich finde, der WDR macht inzwischen mit seinen Radioprogrammen sehr viel richtig, was die Berichterstattung über die Flutkatastrophe betrifft. Was ich aber viel wichtiger finde ist, dass dieser Thread wieder weitgehend entpolitisiert wurde, einiges an Einträgen scheint ja nicht mehr vorhanden zu sein. Ich habe mich bei vielen Beiträgen sowieso gefragt, was deren Inhalt in den Radioforen verloren hat.
 
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ndrgast

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"ALARM!"
Wir diskutieren, ob(?) und wie(?) WDR-Hörfunk: "VERSAGT!" hat. Insbesondere WDR2 - ...
In der fraglichen Nacht MI zu DO hat WDR die drohende Gefahr im Sendegebiet praktisch verschnarcht. Im Nachlauf hat WDR 'nachgebessert', ALLES - "What ever it takes!" - an den Start gebracht.
In der Rückschau von heute - 2021-07-20 - war dieses ein strukturelles Versagen der Kathastrophen-Warn-Kette, weit oberhalb der ÖR, beim BMI der Bundesregierung vor-zu-verantworten:
Focus-Artikel dazu:

https://www.focus.de/politik/deutsc...rotterklaerung-der-regierung_id_13512482.html

Videos auf Youtube:
Kurzversion:




Langversion:

 
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EMC

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Leider kam ich am Wochenende kaum (zum Lesen und erst recht nicht) zum Schreiben im Forum, daher ist nun bereits einige Tage alt (genau vom Donnerstag, den 16.07.) und vielleicht dennoch nicht uninteressant: Diese Ausgabe von "Walulis Daily", in dem es u.a. um die zu wenig warnende
WDR-Berichterstattung
im allerersten Zeitraum geht (wobei sich auch auf die hier damals früh zitierten DWDL-Kritik bezogen wird), aber nicht nur: In knapp elf der zwölf Minuten geht es außerdem um einen gruselig (g)affigen und unsensiblen "WELT"-Fernseh-Reporter, ein nahezu nonstop monothematisches "BILD"-TV, das manchmal unbeholfen, öfters geschmacklos und meist reißerisch agiert.
Schön zu sehen, wie "Walulis" sich wieder „Post von Wagner“ (den Klassiker unter den BILD-Kolumnen) hier nun zu diesem Thema geschnappt hat und dessen Originaltext nur ein ganz klein wenig anders präsentiert - mit faszinierender Wirkung...
Außerdem wird die Kritik an Politikern thematisiert, wenn solche die allgemeinen Veränderungen des Klimas in diesem Zusammenhang erwähnen.

Hier der offizielle, damals mitgelieferte Text zum Beitrag:
"Wasser überall! Große Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz leiden seit Tagen an immensem Hochwasser. Seit gestern ist auch Politik und Presse vor Ort. Politiker streiten sich mit Journalisten über den Anteil des Klimawandels an den Überschwemmungen. Wie absurd diese Debatte abläuft, seht ihr heute in unserem Video!
Sender: funk*) / SWR Thema: Walulis Daily
Titel: MEDIEN SCHEITERN AM HOCHWASSER | WALULIS DAILY
Datum: 16.07.2021 Zeit: 17:58:15 Dauer: 00:12:05 Größe [MB]: 147"

Hier der Direkt-Link zum Beitrag:

*) = dieses "funk", das keiner kennt und guckt...:cool:
 

s.matze

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Soso... 🤨

Vorhin gehört bei Radio Niedersachsen:
Wozu muss der NDR eigens einen Reporter (Marko Heuer) ins "Krisengebiet im Südwesten" schicken?
Der reist ja sicher nicht alleine darunter.
Und überhaupt: Wozu das Ganze? Noch mehr Autos, die die Zufahrtswege blockieren?
Haben die Betroffenen zur Zeit nicht wichtigere Sorgen als ständig Interviews zu geben?

Es reicht doch wohl, wenn ein Team vom SWR vor Ort ist und die Aufnahmen ARD-weit zur Verfügung stellt.

Muss da jetzt jedes Landesfunkhaus seine eigenen Leute hin "entsenden", die da rumwuseln in dem Chaos?
 

ndrgast

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"Typisch NDR!" - In den Landesprogrammen sucht jedes einzelne Landesfunkhaus wohl einen 'Aufhänger' um exklusiv aus dem Katastrophengebiet zu berichten! - "GAFFER!"
 

Radiotroll

Gesperrter Benutzer
matze, danke für Deinen Hinweis auf meinen Schreibfehler. Es muss natürlich Evakuierungen heißen. Schön, wie Ihr wieder meckern könnt. Könnte es nicht sein, das der Mitarbeiter vom SWR kommt und nur sagt, xyz für NDR2 aus...?
 
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s.matze

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Wen möchtest du hier für dumm verkaufen, wenn der Moderator ankündigt, dass der NDR-Reporter "in das Katastrophengebiet im Südwesten" gereist ist? Wäre er vom SWR, dann wäre er weder NDR-Reporter, noch müsste er "in das Katastrophengebiet im Südwesten" reisen, weil er bereits vor Ort wäre.

 
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Fan Gab Radio

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"In China ist ein Sack Reis umgefallen. Lage bedrohlich", @s.matze wann merkst du eigentlich mal, dass du dich an solchen Oberflächlichkeiten nur unnötig aufhängst?

Es geht doch nicht darum WER von wo aus dem Krisengebiet berichtet, sondern DASS berichtet wird und was der Reporter zu erzählen hat. Da ist es doch nun wirklich egal ob der nun vom NDR angereist ist, oder vom SWR. Das ist nun wirklich das geringste Problem im Moment.
 
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Radiotroll

Gesperrter Benutzer
Da er ja für ARD Aktuell arbeitet, wird er schon mit Begründung gereist sein. Und der rbb, der WDR und auch andere Anstalten entsenden eigene Teams und Technik, weil eine Anstalt gar nicht so viele Ressourcen hat, wie benötigt werden. Denk mal drüber nach und zähle bis zehn und dann ganz laut OMM rufen. Soll beruhigen.
 
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s.matze

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gar nicht so viele Ressourcen hat, wie benötigt werden
Meinst du nicht, dass derzeit andere Dinge höhere Priorität haben und andere Ressourcen mehr benötigt werden?

Unser THW rechnet vorsichtig mit vier Wochen (!) Einsatz vor Ort, Tendenz eher länger.
Da gibt es sicherlich andere Bedarfe als immer die selben Fragen nur von anderen Reportern jeden Tag aufs Neue zu beantworten, bei allem Respekt.

Die Menschen in der Gegend, egal ob Betroffene oder Helfer, haben anderes im Kopf und besseres zu tun!
Es gibt immer noch Dutzende Familien, die ihre Angehörigen vermissen und seit Tagen in Unwissenheit bangen.
 
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ndrgast

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Moment, @Radiotroll:
Da er ja für ARD Aktuell arbeitet, wird er schon mit Begründung gereist sein.
Ja, NDR 'verzapft' verantwortlich ARD Aktuell.
Auf Ebene der Landes-Rundfunk-Anstalten ist aber zu kritisieren, wie aus den Landesstudios Gaffer-Teams in Katastrophengebiet geschickt werden.
Beispielhaft die berühmte Brücke, wo von der einen Seite auf der Straße die Bergungsarbeiten abgefilmt wurden. ... Und dann, für noch schönere Bilder: "Moment, wir müssen über die Straße, zum anderen Brückengeländer ..!" um dort die weiter noch tief im Wasser stehenden Fahrzeuge zu zeigen! - DAS Set haben viele Reporter-(?)- bzw. Gaffer-(?)-Teams vieler TV-Sender ausgekostet; widerlich!

Gerade auch NDR-Fernsehen aus Niedersachsen hat Gaffer-TV aus dem Krisengebiet gesendet. OKAY: Wenn Einheiten von Feuerwehr und DLRG aus anderen Bundesländern zur Hilfe in die Krisengebiete in NRW und RP eilen, darf/sollte man dazu berichten. HIER im NDR-NDS-Lokalfernsehen fand ich einige 'Recourcen' verschwendet. Ein Beispiel war, wie NDR-NDS-Hallo Niedersachsen nur aus dem Aufstellungsraum Hamburger Hilfe-Einheiten berichteten. Peinlich, ins Dunkel zu deuten: "Da, da hinten ... sind auch niedersächsiche Helfer im Einsatz!" ...

@Radiotroll , deiner Ansicht
, weil eine Anstalt gar nicht so viele Ressourcen hat, wie benötigt werden. ... OMM ...
folge ich nicht so ganz 1:1.
 
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chapri

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Gaffer-TV ist mir auch aufgefallen: Der Kampf um den besten Standort zwischen RTL und ZDF endete bei BEIDEN vor einem roten Transporter mit Bochumer Kennzeichen. Die Gefahr, dass die TechnikerInnenscharen trotzdem im Weg gestanden haben könnten, ist nicht von der Hand zu weisen...
 

ndrgast

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Nachtrag zu meinem Post #246
Gerade auch NDR-Fernsehen aus Niedersachsen hat Gaffer-TV aus dem Krisengebiet gesendet.
PS
Aktuell läuft im NDR-NDS-Regionalfernsehen "Hallo Niedersachsen"
Ein guter Bericht zu Feuerwehreinheiten, die aus den Krisengebieten jetzt heim kamen.
Danach wieder ein IMHO "GAFFER-TV"-Bericht mit Marco Heuer.

Okay, Marco Heuer entwickelt sich zum Star-Reporter für NDR:

Beim NDR berichtet er hauptsächlich für die Sendungen „Hallo Niedersachsen“, „NDR Info 21:45“ sowie das Doku-Format „Nord-Reportage“.

'Bauchgrummeln' kommt mir aber: Die NDR-Personalentwicklung schickt MH als NDR-Lokal-Reporter ins 'Feuer': Hat NDR Resourcen über??? - Wie groß ist der Tross, der MH begleitet? - Diese 2021-Flutkrise scheint mir nicht die richtige Gelegenheit MH so zu pushen.

Mediathek-Tipp: NDR-NDS-Hallo Niedersachsen 2021-07-20
 

Border Blaster

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Kurze Info: Nachstehend ein paar Gedanken von mir zu DAB+, ich möchte diese aber bewußt hier im Thread Hochwasser in NRW kundtun, weil es auch hier recht gut dazu passt.

Heute zum Beispiel funktionierte bei mir (im Süden Österreichs) in der Früh DAB+ zumindest während meiner 30-minütigen Autofahrt überhaupt nicht. Kann natürlich passieren.

Aber es zeigt, dass DAB+ auch im Ernstfall, wo es darum geht, die Bevölkerung via Radio rechtzeitig zu warnen, eventuell nicht funktioniert. Das selbe gillt natürlich auch für den designierten Nachfolger von DAB+, nämlich 5G Broadcast. Letzteres ist von einem funktionierenden 5G-Übertragungsnetz abhängig, und die Flutkatastrophe in NRW und RP hat gezeigt, dass die Mobilfunknetze mit die ersten infrastrukturellen Einrichtungen waren, welche nicht mehr funktionierten und es teilweise heute, 1 Woche nach der Flutkatastrophe, noch immer nicht tun.

Soll heißen, die verläßlichste Form, Radio zu empfangen, wird auch in Zukunft via UKW sein und nicht via DAB+ und auch nicht via 5G Broadcast. Deshalb sollte man - wie ich glaube - ganz sicher nicht den norwegischen Weg gehen, wo nationale und regionale UKW-Sender bereits abgeschaltet wurden und auch nicht den Schweizer Weg einschlagen, wo UKW bis 2023 abgeschaltet werden soll. Schweden geht dafür den entgegengesetzten Weg - siehe u.a. Link - und baut sein UKW-Netz massiv aus. Und der legendäre Roger Schawinsiki gibt in der Schweiz den UKW-Rebellen - siehe u.a. Link - und kämpft gegen die Abschaltung von UKW, auch wenn dies bei ihm einzig unternehmerische Gründe hat.

Aber egal: Mein Fazit lautet, dass man auch in Zukunft nicht auf UKW verzichten darf. DAB+ und 5G Broadcast hin oder her.


 
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_Stefano

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Ich weiß nicht, ob es hier schon thematisiert worden ist. Nun las ich etwas von Drittsenderechte, die Landesregierungen im Katastrophenfall in den öffentlich-rechtlichen Wellen hätten. Also für amtliche Durchsagen, Warnungen usw
NRW und RP hätten in diesem Fall nicht Gebrauch gemacht.
 
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