Hörsturz bei der ARD


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#2
Hallo Wolf,

der Artikel ist großartig geschrieben und auf jeden Fall lesenswert.

Kleiner formaler Hinweis von mir: Wenn, wie in diesem Fall, ein Artikel schon 2 Tage alt ist, dann darf man Vertrauen in die Radioforen und ihre Teilnehmer haben, dass er bereits gepostet wurde, versichert die Jasemine. :)

PS: Über die Suchfunktion erfährt man vorher, ob ein Thema schon diskutiert wird.
 
#3
„Das Wort darf nicht zum Hinhören zwingen.“

Diesen Satz muss man mal auf der Zunge zergehen lassen. Sind wir noch die Nation, die Wort-Genies wie Goethe und Schiller hervorgebracht hat? Und wenn ja, was sollte das Anliegen der Wortschiene eines Kulturprogramms sein?
 
#4
Original geschrieben von Grenzwelle Sind wir noch die Nation, die Wort-Genies wie Goethe und Schiller hervorgebracht hat?
Nein, wir sind jetzt die Nation, die Bohlen nebst Küblböck hervorbringt.
Das Wort darf nicht zum Hinhören zwingen.
Sollte dieser Satz jemals die Zustimmung der Landesmedienanstalten finden, dann haben wir das Radio endgültig in einen mp3-Player umgewandelt.

Fazit: Das Radio hat seinen Bildungsanspruch praktisch aufgegeben - und im Fall des öffentlich-rechtlichen Radios ist das besonders bitter, weil es eigentlich genau dafür bezahlt wird.
Was bleibt, ist der Selbsterhaltungstrieb, der aber in diesem Fall die Erhaltungsgründe aus dem Blickfeld verliert.
 
#5
Gerade heute erst hab ich erfahren, daß NDR Kultur den Polit-Satire-Klassiker "Reißwolf" zum Jahresende einstellt. Eine Einschaltsendung, die schon vor Jahren bei NDR 2 entsorgt wurde (man stelle sich die mal heute dort vor), verschwindet nun auch noch vom Abstellgleis. Dazu paßt die Formulierung
Viele Sendungen werden nassforsch verschrottet
aus dem zitierten ZEIT-Artikel. Der Grund für die plötzliche Verabschiedung ist mir als Hörer noch nicht näher gebracht worden, geschweige denn eine Beantwortung der Frage, was denn nach "Reißwolf" kommt. Schließlich schredderte der nur alle zwei Wochen. Äußerst bedauerlich das Ganze. Da hat man gerade eine Sendung wiederentdeckt, die einen zuletzt in den noch privatradiofreien 80ern erfreut hat - und dann ist einfach Schluß. - Sorry das Geheule, mußte ich einfach mal loswerden.:mad:
 
#6
Nicht der Sender "verschrottet" den Reißwolf, sondern sein Macher, der ehemalige Wellenchef Wolfgang Knauer, der mit der geplanten Verlegung der Sendung auf einen anderen Sendeplatz nicht einverstanden war. Insofern ist das eher ein Fall persönlicher (verletzter) Eitelkeit, als kultureller Flachmacherei durch den Sender.

Als Nachfolger wird, jedenfalls habe ich das irgendwo gelesen, Peter Zudeick, der seine Gemeinheiten bereits bei Radio EINS verteilt ("Es geschah in Berlin" - freitags in der "Schönen Woche"), auch auf NDR Kultur tätig werden.
 
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