hr2 wird zur Klassikwelle


Stimmt nicht. Bayern 1 ist das meistgehörige BR Programm laut letzter MA. Und selbst wenn es so wäre: Für die Hauptstadt spielt das keine Rolle, zumal es genügend Berliner Hitradios gibt.
Eben, was würde das für eine Rolle bei der Auswahl spielen? Der BR hat mit seiner Auswahl für Vielfalt gesorgt. Im Gegensatz zum MDR.

Vor allem da laut Parallelforum ab 1. Januar 2020 das Programm WDR 5 in Berlin starten soll.
Das ist doch mal eine gute Nachricht. Bin gespannt, welches Programm ersetzt wird. Könnte mir gut vorstellen, dass man WDR 2 austauscht, da die Zielgruppe, wegen der ursprünglich (noch zu DAB-alt-Zeiten) WDR 2 aufgeschaltet wurde, mittlerweile wohl eher bei WDR 5 zu Hause ist. Vom ehemaligen Informationsprogramm WDR 2 ist schließlich nicht mehr viel übrig. Auf jeden Fall ein Gewinn für die Berliner Luft.

Würde mich auch mal interessieren, wer die "fremden" ARD-Programme in Berlin auswählt.
Meines Wissens nach hat der RBB damals die freien Kapazitäten der ARD angeboten und jede Anstalt konnte sich beteiligen. Ich kann es nicht belegen, aber die Auswahl der Programme wird sicherlich nicht durch den RBB selbst bestimmt. Wer wie viele Plätze die Anstalten haben wird man abgestimmt haben, aber welche Programme darüber laufen, ist Sache der Anstalten selbst.

Aber: Wir schweifen ab. Eigentlich geht's hier ja um hr2.
 
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Vom ehemaligen Informationsprogramm WDR 2 ist schließlich nicht mehr viel übrig.
Das ist ja noch nett formuliert.
Ich würde sogar sagen es ist gar nichts mehr davon übrig.
Das Programm von 2009 wurde ja damals schon hier im Forum als Dudelsender bezeichnet. Und es trifft ja vielleicht auch zu vergleicht man das Programm von 2009 mit dem von sechs Jahren oder noch mehr davor.
Aber seit 2009 ist die Qualität wirklich auf unterirdisches Niveau gesunken. Wortbeiträge wurden kürzer und belangloser, und auch die Musik wurde an die Konkurrenz angepasst.
Aus WDR 2 ist letztendlich das genaue Gegenteil geworden von dem geworden was es einst war. Sicher, eigentlich ist es sehr vielen ARD-Wellen so ergangen, aber bei WDR 2 setzte der finale Verfall eben doch recht spät ein. Um manch andere Station war es da schon längst geschehen.
Ehrlich gesagt hatte ich bis zuletzt gehofft, dass das bei WDR 2 nicht passieren würde. Aber dann kam ja die Plage aus Bayern, und wer da noch geglaubt hat es würde nicht weiter bergab gehen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.
 
Frohes neues Jahr!

Frau Bierbaum hat gestern Abend an der „Rätsel-Bar“ verkündet, dass sie und ihr Kollege die Sendung nächstes Jahr nicht mehr moderieren werden.

Ob nur sie die Sendung nicht mehr moderieren werden, da beide dann eine gewisse Altersschwelle erreicht haben werden (dieses haben sie angedeutet), oder ob die Sendung auf Grund der Entliniearisierungspläne und der Digitalisierungspläne ganz abgeschafft wird, bleibt abzuwarten. Letzteres wäre sehr, sehr schade. Man hat gestern Abend mal wieder gesehen, wie hoch der Zuspruch des Publikums ist.

Leid taten mir die Anrufer aus Gütersloh, Bremen und Sachsen, die ein DAB+ Radio gewonnen haben, mit der Aussage, damit hr2 dann in Zukunft rausch- und knisterfrei empfangen zu können...
 
Nachtrag, wenn auch off-topic:

Das kann kein Tippfehler sein. MDR und Junk gehören einfach zusammen.
Es begab sich zu einer Zeit, als ich Radio über eine elektrische Heizplatte hörte, die nebenbei auch DVB, ADR und Astra analog konnte und auf den Namen Lemon Volksbox @lpha VFD hörte. Bei der konnte man die Servicenamen frei eingeben. Da ich alle Radioprogramme eingelesen hatte (auch die nicht von mir genutzten), war ich damals in der Anfangsphase des Programms (die mit dem "Eff Emm" am Ende) so frei, ...

Der Name stand offenbar auch noch 3 Jahre später so drin, als zu nächtlicher Stunde ein damaliger Bekannter seinen Fotoapparat draufhielt.

Junk SM.jpg

Zufällig gerade widergefunden, als ich eigentlich was zur UKW-Zuführung des Deutschlandradios suchte.
 
Anscheinend gibt es neue Jingles. Eben beim Kulturfrühstück wahrgenommen. Der Claim ist immer noch "Bleiben Sie neugierig!". Das neue Jingle ist aber okay, nicht aufdringlich, auch nicht zu "klassisch" (man hätte ja auch die bekannte 4-Ton-Folge aus Beethoven's Neunter nehmen können... ;) )

Nichts desto trotz finde ich es albern, dass Radiosender immer einen "Claim" benötigen... (die "Stimme Koreas" (Nord) oder Radio Peking haben auch keinen Claim ;) )

Im Übrigen gibt es den Claim "Bleiben Sie neugierig" schon, das erste Programm der belgischen RTBF claimt auch "soyez curieux" ("seien Sie neugierig"), wobei ich den Spruch bei der RTBF angemessener finde als beim hr, ist das erste Hörfunkprogramm der wallonischen Belgier von Gestaltung und Programminhalt in etwa so wie hr1 vor 30 Jahren...
 
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Als der berühmt-berüchtigte Programmdirektor Kliemann mit der Axt sämtliche Eröffnungsmusiken abschaffte (Ende der 80er), erhielt auch hr2 ein General-Signet (dezent klassisch anmutend), aber in der wellenübergreifenden, charakteristischen Tonfolge. Claims kamen erst später dazu, wie etwa "Vielfalt in Kultur". hr-Klassik bekam den schönen Beinamen "inspiriert". Insgesamt geht die Kulturwelle des hr doch recht sparsam mit Eigenmarkenwerbung um. Da gibt's Schlimmeres.
 
Die Idee, ein Generalsignet als Jingle wellentypisch einzuspielen, fand ich gar nicht so verkehrt. Das machten auch andere Anstalten, z.B. der SWF (und das bei SWF3 recht früh) sowie der BR ("Du hörst den falschen Sen-der..."), bei jenen handelte es sich um das althergebrachte und abgewandelte Pausenzeichen, beim BR tönt das heute noch, zumindest als Verkehrsdödel in B3 und traditionell bei BR Heimat.
 
Die Idee, ein Generalsignet als Jingle wellentypisch einzuspielen, fand ich gar nicht so verkehrt. Das machten auch andere Anstalten, z.B. der SWF (und das bei SWF3 recht früh) sowie der BR ("Du hörst den falschen Sen-der..."), bei jenen handelte es sich um das althergebrachte und abgewandelte Pausenzeichen, beim BR tönt das heute noch, zumindest als Verkehrsdödel in B3 und traditionell bei BR Heimat.
Beim WDR wurde das auch in den 90ern eingeführt, sogar das Fernsehen einschließend.
 
Radiocat, klar, da kann man trefflich drüber philosophieren. Mir persönlich (und so manchem Hörer) hat man mit dem Wegfall der individuellen Openings die Seele der Programme geraubt. Hatte ich mich einst beim Hören einer Erkennungsmelodie (z.B. hr-Zeitfunk mit "Drums a gogo" oder Atzes Mittagsdiscotheke mit "Eye level" oder Reinkes "Come and join us") innerlich auf die Sendung einstellen können, sozusagen mein Rezeptionsmuster für die nächste Sendestunde gefunden, wurde ich plötzlich von heute auf morgen mit anonymen, austauschbaren, kalten, technokratischen Signets konfrontiert. Das hat mir halt nicht gefallen...
 
Und die Mutter blickte stumm
auf dem ganzen Tisch herum.
Tja Mutter, was soll man sagen... Onkel Krupp und Onkel Sommer wollten es ja so...

Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob sich die "jüngeren Hörer", die man im Visier hatte, verstärkt dem neuen Programm zuwenden, wenn dort zwischen 06:00 und 18:00 Uhr Mozart und Beethoven in Dauerrotation laufen werden.

Ich persönlich finde das musikalische Mischkonzept, wie es die letzten Jahre Bestand hatte, weitaus ansprechender - und werde mich wahrscheinlich jetzt verstärkt DLF Kultur zuwenden, wenn auf hr2 tagsüber zu viel gefiedelt wird.

Aber interessant zu lesen, dass es eine Stundenuhr gab - hatte mich immer gewundert, ob es Zufall war oder Absicht, dass im "Kulturfrühstück" und "Kultur-Café" die Beiträge immer um viertel nach, halb und viertel vor gesendet wurden. Das war also die Stundenuhr! Wenn das etwas "aufgeweicht" werden würde, fände ich das sogar von Vorteil - es besteht allerdings die Gefahr, dass (im Laufe der Zeit) inhaltlich eine Ausdünnung stattfinden könnte.

Wenn DAB+ jetzt immer mehr Zuspruch findet und damit die Empfangbarkeit von DLF Kultur verbessert wird, welches ja besonders in Frankfurt am Main nur durch die schwache Funzel in Sachsenhausen sehr unzureichend ausgeleuchtet wird, könnte ich mir vorstellen, dass dieses Programm von den Umbauplänen bei hr2 Kultur durchaus profitieren wird. Also hoffentlich geht der Schuss nicht nach hinten los, lieber Herr Krupp...

Wann wird denn bei hr2 die Umstellung sein? 1. April 2020?

Die "medienübergreifenden Kulturunit" müsste doch jetzt zum 31.12.2019 etabliert worden sein, das waren zumindest die Pläne. Wo ist sie denn? Kann man sie sehen? Gibt es dort jetzt verstärkt Kultur-Podcasts zum Download?
 
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Ich bleibe dabei, Berechtigung hätte beides: Ein modernes vielschichtiges Kulturprogramm UND eine Klassikwelle. Der BR oder der MDR schaffen das. Solch ein Klassikdudler über DAB+ würde kaum Geld kosten. Den Multiplex muss der hr so oder so bezahlen, hier wäre noch viel Platz. Alte UKW-Stützfrequenzen wie Frankfurt 87,9 oder Wiesbaden 93,1 sind noch im Bestand, sie könnten wieder umgewidmet werden. Die Tonaufnahmen schlummern im Archiv, was werden das für Schätze sein. Also: Bitte, lieber hr, lass hr-Klassik wieder auferstehen. Und lasse hr2 das, was es im Moment ist: eine wundervolle und unberechenbare Wunderkiste. Optimierungen und Modernisierungen: Ja. Wandel zum Klassikdudler aber: Nein!
 
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Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob sich die "jüngeren Hörer", die man im Visier hatte, verstärkt dem neuen Programm zuwenden, wenn dort zwischen 06:00 und 18:00 Uhr Mozart und Beethoven in Dauerrotation laufen werden.
Ich bezweifle das, kann damit aber auch völlig falsch liegen.

Oder hegt man im hr die absurde Hoffnung, hr2-Hörer, die sich nicht mit Klassik nonstop bespielen lassen wollen, zu den werbetreibenden Pop-Wellen treiben zu können? Vergiss es, lieber hr. hr2 wird nicht "versehentlich" gehört.

Wenn DAB+ jetzt immer mehr Zuspruch findet und damit die Empfangbarkeit von DLF Kultur verbessert wird, welches ja besonders in Frankfurt am Main nur durch die schwache Funzel in Sachsenhausen sehr unzureichend ausgeleuchtet wird, könnte ich mir vorstellen, dass dieses Programm von den Umbauplänen bei hr2 Kultur durchaus profitieren wird.
Eben zum Beispiel so etwas. "Der kleine Dreh zum DLF" war beispielsweise bei einigen meiner Rhein-Mainer im Bekanntenkreis vor Jahren schon eingeführt worden, wenn es um Nachrichten ging. Also in dem Moment, ab dem der hr keine klassischen gelesenen Nachrichten mehr anbot.

Solch ein Klassikdudler über DAB+ würde kaum Geld kosten.
Was der MDR eindrucksvoll beweist: https://www.mdr.de/unternehmen/info...rundfunkbeitrag-download-100-downloadFile.pdf - MDR Kultur 34 Cent je Beitragszahler, MDR Klassik 3 Cent je Beitragszahler, allerdings jeweils zzgl. technische Verbreitungskosten. Doch die wären im Falle einer DAB-Welle im eigenen Mux ohnehin neutral. Im Falle des hr müsste dafür aber bei anderen Programmen die vorbildliche Qualität reduziert werden, und zwar mit heftigen Konsequenzen.

Den Multiplex muss der hr so oder so bezahlen, hier wäre noch viel Platz.
"Viel Platz" ist da nur, wenn man die technische Qualität, die der hr aktuell via DAB+ verbreitet, als unangemessen hoch betrachtet. Also: wenn man den üblichen technischen Schund, den die anderen so anbieten, als normal betrachtet. Derzeit sind nur 6 CU frei. Und um Platz für ein Klassikprogramm zu schaffen, müsste man alle hr-Wellen qualitativ ruinieren, u.U. sogar HE-AAC anwenden. Ich hätte an dieser Stelle massive Bauchschmerzen.

Möglich wären z.B. je 136 kbps für hr2 und ein neues hr Klassik, 120 kbps für alle anderen Musikwellen, 64 kbps mono für hr Info. Kommt mit den vorhandenen Zusatzdiensten auf 864 CU im EEP 3-A. Aber 120 kbps LC-AAC machen schon grausige Artefakte auf nicht LC-tauglichen Geräten. Eine Umstellung auf HE-AAC wäre unausweichlich - dagegen hat sich der hr zurecht immer gewehrt. Mit HE-AAC ist klanglich dann alles kaputt.

Und lasse hr2 das, was es im Moment ist: eine wundervolle und unberechenbare Wunderkiste.
Das unterschreibe ich natürlich sofort - auch trotz des Wissens, was da schon alles vor Jahren verlorengegangen ist. Man ist ja flexibel in seinen Erwartungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk...
 
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Auch wenn es nur ein Nebenaspekt ist: im hr-Mux senden alle drei hr4-Versionen mit 136 kbps. Wenn Bandbreite für ein weiteres Programm gebraucht würde, könnte man bei zwei der drei Varianten Bandbreite einsparen. Die Regionalisierungen betreffen nur wenige Minuten am Tag, und dann Wort. Das habe ich an anderer Stelle ja auch schon vorgeschlagen. (Die Alternative, wie es eigentlich gedacht war, dynamisch Bandbreite zu nutzen so wie es einst bei 90elf im Bundesmux geschah, ist ja offensichtlich nicht erwünscht).
 
Denkt aber auch daran, dass eine Klassikwelle immense Personalkosten verursacht. Egal ob Funzel in Sachsenhausen oder Brummer auf dem Großen Feldberg. Leider wird ein zweites hr-klassik wie weiland von 1998 bis 2005 nicht kommen, auch deswegen... Schade...
 
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