hr4 - Noch mehr Gedudel oder Hessen-Welle?


Danke @Südfunk 3, genau so hatte ich das gemeint. Ohne den Kontext aus meinem vorigen Posting hätte man allerdings in der Tat folgern können, dass für 2 hr-Programme in Kassel nicht ausreichend Platz ist. Aber wie gesagt, reine Gedankenspiele ...
 
In den letzten Tagen ist mir aufgefallen, dass viele Moderationen mit Instrumentals unterlegt werden. Beispielsweise gestern mit dem Baby Elephant Walk oder heute mit The Swinging Safari. Sie müssten die Instrumentals nur etwas lauter machen und länger spielen.
Ich frage mich nur, warum Instrumentals als Hintergrundmusik gehen, aber so für sich nicht laufen dürfen.
Man hatte ja sonst eher als Hintergrundmusik so Computergeklimper genommen.
Finde ich auf jeden Fall so besser.
 

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Passende Instrumentaltitel haben schon seit langem auch als Unterlegmusik für Ansagen im Radio und Fernsehen gedient, sei es bei der Hitparade, bei längeren Moderationen, Wetter, Verkehr, Erkennungsmelodien, Lückenfüller vor den Nachrichten... Das ging immer und wird m.E. auch weiterhin gut gehen. Voll ausgespielte Instrumentaltitel werden seit einigen Jahren ja bekanntlich immer weiter aus dem Programm genommen, da insbesondere die Rundfunkgestalter und deren Berater der aus meiner Sicht eher fraglichen Meinung sind, dass diese einen sofortigen "Ausschaltimpuls" herbeiführen. Geht ja gar nicht ....
Mit Unterlegmusik gefällt auch mir besser, wenn es nicht gerade Wetter und Verkehr ist. Da möchte ich lieber den Inhalt vernünftig verstehen können, aber bei belanglosen Informationen oder Unterhaltungen (z.B. Übergabe an die nächste Moderation) finde auch ich die musikalische Untermalung gut.
 
I Baby Elephant Walk oder (...) The Swinging Safari
Manche Instrumentals haben Musikgeschichte geschrieben - wie z.B. die von Terhorst genannten. Heutzutage werden diese Werke zu Unterlegen degradiert, die man beliebig abknappst und misshandelt - wenn sie überhaupt noch stattfinden. Das ist in meinen Ohren ein Sakrileg, aber nicht anders zu erwarten von "Musik"-Leuten, die noch nie was von Mason Williams gehört haben oder von Chuck Mangione.

Ich erinnere mich an Zeiten, da hat ein Werner Reinke eine komplette Mittagsdiscotheke "nur" mit Instrumentals bestückt - ein Riesenerfolg bei den Hörern. Es gab Zeiten, da lief auf SWF3 als "Signature-Titel" im normalen Programm regelmäßig Robert Miles' "Children". Sogar 88.8 flicht heutzutage noch gelegentlich in das eher traurige Gebinde seiner Musikauswahl ein Instrumental ein.
Es kann mir keiner erzählen, dass ein guter Instrumentaltitel "weniger Fleisch" hat als ein Gesangstitel. Wer das behauptet, traut seinem Pool nichts zu und hat im Radio nichts zu suchen.
 
... vielleicht gibt es ja exakt aus diesem Grund die verhassten Playlists, da die Verantwortlichen sich keine Neuerung zutrauen und in Panik verfallen, wenn die Hörerzahlen mal nicht stimmen?

Das bewährte bei der Musik-Rotation permanent zu widerholen, kann sich auch rasch ins Gegenteil verändern und einen Sender ruinieren finde ich.

Gestern lief in einem Programm (will ich jetzt nicht sagen) ein Titel, welcher kaum 30 Minuten später nach Moderatorenwechsel schon wieder lief!

Das gab es damals (1979) bei der €uropawelle nicht; am Ausgang waren die Titel der nächsten Stunden ausgehängt und Stücke der nachfolgenden Kollegen waren vorab tabu.

Auch waren Schallplatten & Bänder im Archiv nicht verfügbar, da diese von Kollegen bestellt waren.

Heute bringt man seine Playlist mit und nudelt diese zu Tode - aus Bequemlichkeit, oder auch nur aus Betriebsblindheit nach vielen Dienstjahren lasse ich mal offen.

Gleichzeitig hat man aber genug Energie, um gute Bewerber abblitzen zu lassen und man stellt so hohe Hürden auf, um sich Konkurrenten vom Halse und den Pfründen zu halten.

Klar spiele Werner Reinke damals ungeniert wunderbare Instrumentaltitel und scherte sich nicht darum, ob neue Titel ausselektiert wurden.

Nein, Werner holte aus der Mülltonne Platten raus und spielte die einfach, fertig!

Ferner müssten wir damals zur analogen Zeit jede Platte auf den EMT 930 auflegen und die Nadel kurz vor Modulationsbeginn fahren, um per Schnellstart (Reglerfernstart) die Titel ablaufen zu lassen.

Dabei konnten wir der Plattenhülle noch rasch Informationen entnehmen, sahen Bilder, konnten Mitwirkende und Instrumente identifizieren, Dinge die heute fehlen.

Dafür nehmen bis zu 6 Flachbildschirme dem Mikrofonschaffenden jede Sicht, überfrachten ihn mit Infos und aus dem Server kommt nichts mehr über Interpreten, Instrumente, Tourneen und Spielorte oder Hintergründe.

Das Moderieren vom Sprechertisch aus mit Anwinken des nächsten Titels durch die Scheibe Richtung Toni (Ton-Ing.) mit Weiß & Rotlichtsteuerung kann heute kaum noch jemand, wo man als Sprecher sich auf sein Programm und ggf. auf seine Studiogäste konzentrieren konnte.

Ferner wurde einem die Arbeit abgenommen, die Pegelüberwachung von Musik und Eigensprache.

Es sollte mal langsam ein Umdenken stattfinden zum Wohle der Hörer und & GEZ-Verpflichteten!

R.
 
Großartig, Cavemaen. Auf den Punkt präzise Situationsanalyse. Genau so sehe ich es auch. Auch wenn wir beide wohl nicht so old-fashioned sind wie das (durchaus schicke) Pult aus dem Sender (die Stühle allerdings hätte ich gerne privat. Bauhaus?)
(sehe gerade: Das ist einer der Regieräume hin zum Großen hr-Sendesaal)
 
Heute bringt man seine Playlist mit und nudelt diese zu Tode - aus Bequemlichkeit, oder auch nur aus Betriebsblindheit nach vielen Dienstjahren lasse ich mal offen.
Weder, noch. Diese Methode der Programmplanung hat zielgruppenorientierte, marketingstrategische Gründe. Das wurde hierzuforen schon endlos durchgekaut, im Moment sogar gerade wieder.

Gleichzeitig hat man aber genug Energie, um gute Bewerber abblitzen zu lassen und man stellt so hohe Hürden auf, um sich Konkurrenten vom Halse und den Pfründen zu halten.
Gute Leute sind immer willkommen. Aber wo sind die guten Leute?

Nein, Werner holte aus der Mülltonne Platten raus und spielte die einfach, fertig!
Das war niemals der Fall. Wenn bei Reinkes Schallplatten in der Mülltonne lagen, hatte das einen guten Grund.

Dabei konnten wir der Plattenhülle noch rasch Informationen entnehmen, sahen Bilder, konnten Mitwirkende und Instrumente identifizieren, Dinge die heute fehlen.

Dafür nehmen bis zu 6 Flachbildschirme dem Mikrofonschaffenden jede Sicht, überfrachten ihn mit Infos und aus dem Server kommt nichts mehr über Interpreten, Instrumente, Tourneen und Spielorte oder Hintergründe.
Dafür wäre heute auf mindestens einem dieser Bildschirme Platz für eine Anwendung wie Wikipedia oder dergleichen. Man müßte sie nur nutzen. Nein, früher war, weiß Gott, nicht alles besser.

Und in dem von Dir (und auch mir!) propagierten Regiebetrieb (mit Scheibe) kam der Moderator kaum in den Kontakt mit Plattenhüllen.


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Archivplattenhülle. Kaum Informationen.
 
... und & GEZ-Verpflichteten!
Die GEZ gibt es nicht mehr.

Wer macht das denn, wenn man "im beesten Mix" doch nur noch Liner-Laberei aufsagen darf.
Muß man eigentlich auch nicht mehr. Es gibt Sender, die nach JEDEM Titel ein Jingle laufen lassen, das dem Hörer erzählt, wie toll die Musik ausgewählt wurde. Absoluter Abschalter sowas. Ich frage mich oft, warum solche Sender überhaupt noch Moderatoren beschäftigen.
 
Herr Woelke hat heute in der hr4 Tanzparty auch viele Internationale Titel als Musikwünsche erfüllt, was sonst eigentlich in der Tanzparty nicht der Fall ist. Die dicken Backen haben wieder mal alle 4 Runden gewonnen, sogar in der letzten Runde haben die dicken Backen gegen Ramon Roselly gewonnen, was ich nicht gedacht hätte. Ansonsten jede Sendestunde mind.4-5 internationale Titel. Heute wurde auf der hr4 Facebookseite verstärkt der brandneue Titel Chill Out Time von Vincent Gross gewünscht, der gestern erst erschienen ist und der Titel wurde als Premiere in hr4 heute von Herr Woelke zum Ersten Mal in hr4 gespielt.
Meiner Meinung nach hat hr4 mit der SWR 4 Schlagerparty Samstags jetzt schon Konkurrenz. Da die SWR4 Schlagerparty meiner Meinung nach mehr zu bieten hat als die Tanzparty in hr4. Die Titelauswahl in SWR4 ist auch besser als in hr4, da in der hr4 Tanzparty meistens alle zwei Wochen die gleichen Titel und Interpreten ständig gespielt werden. Vorallendingen in der unmoderierten Tanzparty ab 21 Uhr.
Auf der hr4 Facebookseite wurde heute auch sehr viel kommentiert.

Bei dem Titel Kopf aus Herz an von Eloy de Jong hat hr4 heute oft in dem Titel Herz an hr4 an gespielt.
 
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Genau. Oder "Adrenalin" von Allessa, von dem es eine spezielle Radio B2-Version gibt, die dann auch nur bei Radio B2 läuft.

Ich kann mir aber vorstellen, was @count down meint: "Herz" ist eine Silbe, "hr4" sind drei Silben. Wie singt man das? (ohne jetzt den Song zu kennen) Es muss doch phonetisch stimmen! Bei "Hessen" stimmt es wieder.
 
Er macht es auf diese Weise. Aber ich kann das schlecht verstehen, ich höre da "Herr 4 an"...
Da gibt es andere, bessere spezielle Senderversionen. z.B. von Markus "Atemlos, bedingungslos", da steht er voll auf WDR 4, SWR 4, hr4 usw.
Oder von Mona und den falschen Fuffzigern, da ist einer bei "Rock'n Roll im Lift mit dir" DJ bei WDR 4...

Bei der "Tanzparty" ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass sich sehr viele junge Leute (stimmlich Teenager oder in den 20ern) bierselig oftmals von (denselben) Partys (mit Wahrung des Sicherheitsabstands?) die dicken Backen wünschen.
Scheint also so zu sein, dass diese Art von Musik bei alten Leuten und bei jungen Leuten zu greifen scheint, nur bei dem Mittelalter in der Regel auf Abneigung stößt...
 

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Das hat der Künstler selbst gesungen. Das ist quasi wie bei dem Titel "Hallo, guten Morgen, Deutschland" von Tom Astor, wo er exklusiv für hr4 "Hallo, guten Morgen, Hessen" daraus gemacht hat...
Davon gibts auch eine Version für Bayern, damals zum Sendestart bei der Antenne gelaufen, vielleicht sogar für noch mehr Bundesländer?

Bei hr3 gibt es bei "Herz über Kopf" (textlich ja sehr nah dran) die Stelle wo Joris dann "Dreh mal die Mucke auf, hier ist hr3" singt.

Sowas oder wenn der Moderator sich selbst am Titel versucht (Frank Seidel von hr3 kann das gut) ist ja okay, besser als wenn die Station Voices Claims über das Intro gelegt singen würden, davor scheint hr4 anders als z.b. Bayern 1 ja noch zurückzuschrecken.
 
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Guess who I am

Moderator
Mitarbeiter
Davon gibts auch eine Version für Bayern, damals zum Sendestart bei der Antenne gelaufen, vielleicht sogar für noch mehr Bundesländer?
Ja, es gibt u.a. eine Rheinland- und auch sogar eine Deutschlandfunk-Wunschnacht-Version:
 

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zu #2758:

Bin zu Zeiten der DM persönlich bei Herrn Reinke im Studio gewesen und ihn nach einem damals aus dem üblichen Schema gefalenen Aufnahme gefragt und die Antwort erhalten, dass diese (wieder mal) aus dem Müll gerettet wurde.

Zu der abgebildeten kartonierten Hülle kann ich nur sagen, dass ich zu meiner aktiven Zeit bemustert wurde, jede Menge Informationen auf der Hülle zu finden war, teilweise sogar die deutsche Übersetzung ( Godon Lightfoot / The Wreck of the Edmund Fitzgerald) um hier mal eine zu nennen!

Um aber mal an hr4 dranzubleiben, war ich heute früh überascht; neue angenehme Titel dabei, präzise Moderation mit Inhalt - bitte weiter so!

Schade nur, dass Moderatoren täglich mehrere Stunden füllen müssen, fünf Tage die Woche und 3-4 Stunden am Stück.
Da bleibt keine Zeit zum Relaxen und neue Ideen verwirklichen, man ist am Freitag leer, alle, nada.

Am Beispiel (Phänomen) Reinke merke ich, dass wenn man eine Woche Vorbereitungszeit hat, hat man neue frische Ideen, man kann sich informieren, recherchieren (Danke Lidia Antonini) und ausgeruht auf Sendung gehen.

Entgegen irgendwelcher Marktforscher (was haben die früher gemacht?) und Umsatz-Strategen incl. Weltverbesserer in Maßanzügen waren es die alten Hasen und Pioniere, welche die Leute von der Straße holten und den (damals noch geschätzten) Hörer an sich und ihren Sender banden.

Warum sitzt denn niemand der Herren Besserwisser selbst am Mikrofon, wenn er doch glaubt zu wissen wie man ein Programm füllt und was der Hörer zu hören hat????

Sorry für meine primitive Ausdrucksweise, aber es brodelt in mir....

€uch einen schönen Feierabend!

R.
 
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