Hunderte Tote - ein Gesundheitswesen


#1
Vielleicht regen die Umstände um den Nils-H.-Prozess ja mal generell zum Nachdenken über den Zustand des deutschen Gesundheitswesens an.
In besagtem Fall: Patienten starben zuhauf - keiner will es gemerkt haben - stattdessen wird der Täter mit einem guten Zeugnis "weggelobt" . Am neuen Arbeitsplatz setzte erseite Untaten fort, um weiterhin sein Ego zu pflegen.
Angeblich sind inzwischen verbesserte Kontrollmechanismen eingeführt worden - Zweifel aber bleiben!

Hinzu kommt allgemein:
Patienten liegen wund, weil zuwenig Pflegepersonal anwesend ist;
Subunternehmen lassen mit einem einzigen Lappen ganze Zimmer putzen
und viel Energie geht für Zwist zwischen Krankenkassen und Krankenhauslobby drauf.

Habt ihr Lösungsvorschläge?
Habt ihr eigene private Beispiele?
Geht ihr aktiv gegen Missstände vor?
 
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#2
Eigentlich ist es ganz einfach zu erklären. Da in diesem Land auch die meisten Krankenhäuser privatwirtschaftlich agieren müssen, kann es sich schlicht kein Haus leisten in größere Skandale verwickelt zu sein. Einzig aus diesem Grund werden solche schwarzen Schafe lieber still und leise weggelobt als aktiv gegen den Mißstand vorzugehen. Ersteres geht weitestgegehend geräuschlos, letzteres kostet Zeit und Aufwand.
 
#3
Schön und gut (?): Zur Kostensenkung werden Subunternehmen z. B. zur Reinigung eingesetzt, die wiederum Aushilfen einsetzen, die eigentlich nicht einmal Mindestlohn erhalten. Die Krankenhäuser haben Hygienebeauftragte, aber keine Hygiene - denn eben diese Arbeitskräfte vernachlässigen Reinigungspläne, um ihr "Pensum" zu schaffen. Diesen Misstand habe ich selbst mitansehen müssen, einen Beschwerdebrief geschieben - und NIEMALS Antwort erhalten!
 
#4
also Zustände wie bei Burger King? Schreibe denen doch auch mal. Ach ne, spar dir die Mühe. Solange die gut wirtschaften und die Leute trotzdem dort hingeben, belassen sie es sowieso bei einem Lappen für Toiletten und Tischreinigung samt Küche.

Ja, dass ist bitter. Aber die Wahrheit.
 
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#5
Solange Gesundheit, Pflege und ärztliche Versorgung als Business verstanden werden, welches sich nicht nur tragen, sondern idealerweise auch noch gute Gewinne abwerfen soll, wird sich an den Zuständen nichts ändern. Der Staat hat sich hier weitgehend aus seiner Fürsorgeverpflichtung verpinkelt und überlässt das Wohl und Wehe seiner Bürger dem Markt. Nur beim Eintreiben der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ist er noch als Puffer zwischen der Gesundheitsindustrie und den Menschen dabei.
 
#7
Auch in Oldenburg gibt es eine Klinik die zum Sana-Konzern gehört. Hätte man das Problem also mit aller Härte frühzeitig öffentlich angefaßt, hätte das die Patienten in Scharen zur Konkurrenz, und damit eben zu jener Sana-Klinik, getrieben. Aus dieser Sicht ist es zumindest ein Stück weit verständlich, dass man die Masse der Todesfälle eher totschwieg.
Zum 01.01. werden die Sana-Kliniken in Ostholstein übrigens vom Schweizer AMEOS-Konzern geschluckt...
 
#11
Üblicherweise kommt man meist kränker aus dem KH als man reingekommen ist. In der Verwandtschaft gerade erst erlebt. Routineuntersuchung mit Magenspielung, kein großen Ding, 3 Tag Aufenthalt. Danach zuhause sofort Ausbruch vermutlich Noro-Virus. Da die Patientin mit niemanden in Kontakt war, der erkrankt war, hat sie sich das vermutlich sehr wahrscheinlich im KH zugezogen.
 
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