Ich schäme mich für die ARD


Die ARD und ihre Online-Aktivitäten...
Da produziert man eine Hörspielserie zur Fernsehserie "Babylon Berlin", um den ganzen Hype auch aufs Radio zu übertragen, schafft es dann aber nur, 7 der 8 Teile online zu stellen. Der Schluss wird wohl noch länger ein Geheimnis bleiben.
Gesendet wird die Radioserie auch erst noch einmal Wochen nach der ohnehin schon viel zu lange hinausgezögerten TV-Ausstrahlung.
 
Gesendet wird die Radioserie auch erst noch einmal Wochen nach der ohnehin schon viel zu lange hinausgezögerten TV-Ausstrahlung.
Wieso? Die Erstausstrahlung fand vor ziemlich genau einem Jahr auf Sky statt und die erste Staffel ist per ARD-Mediathek komplett abrufbar.
Wenn man sich auf Co-Produktionen mit Sky einläßt, wobei den größeren Teil der Kosten wohl die ARD getragen hat, muss man halt damit leben, das die FreeTV-Ausstrahlung auf sich warten läßt.
 
Wobei die Frage ist, ob die ARD wirklich den Großteil der Kosten getragen hat. Das wäre nämlich auch schon wieder grenzwertig, ob man für so eine oppulente Serien da einfach so freizügig die Gebührenmillionen raushauen sollte. Vielleicht ist sowas im Pay-TV einfach besser aufgehoben.
 
Das Budget wurde zuerst auf 25 Millionen Euro für eine Staffel à acht Folgen beziffert. Gleichzeitig mit Bekanntmachung der Hauptdarsteller im Februar 2016 wurde die Planung von zwei Staffeln mit einem Budget von 40 Millionen Euro, bzw. 2,5 Millionen Euro pro Folge genannt. Für die erste Planung einer Staffel sollte der Hauptteil der Finanzierung von X Filme Creative Pool eingebracht werden, der Anteil der ARD wurde mit neun Millionen Euro beziffert, der von Sky Deutschland mit vier Millionen Euro.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Babylon_Berlin
 
9 Millionen ist ne Menge Kohle und dafür dass die Serie zur werbefreien Zeit läuft schon ganz schön happig und es sollen ja noch weitere Staffeln folgen. Somit dürfte der Kostenanteil noch deutlichst steigen. Da darf man sich schon die Frage stellen, ob es in Zeiten von klammen Kassen und Einsparungen im Hörfunk- und TV Bereich zu verantworten ist, soviel Geld für eine Serie auszugeben. Die Quote lass ich jetzt mal weg, das ist nicht das Kriterium, wenn es um Qualität geht, aber da wird man schon sehr gute Argumente finden müssen, warum man da die Millionen so großzügig raushaut, die an anderer Stelle wieder eingespart werden müssen.
 
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Wenn die ARD auf Verschleiß produzieren lässt, damit es nicht zu teuer wird, gibt's Kritik.
Wenn man in ein einzelnes Projekt dann etwas mehr investiert, um Qualität zu produzieren, gibt's Kritik.

Ein durchschnittlicher Tatort kostet auch schon eine gute Million. Nur mal so als Vergleich. Von den dreistelligen Millionenbeiträgen, die die ARD&ZDF gerne mal für ein zwei- bis vierwöchiges Sportturnier lockermachen, man ganz zu schweigen. Von daher halte ich die Kritik an den neun Millionen für dieses Projekt für nicht gerechtfertigt,
 
Vielleicht ist sowas im Pay-TV einfach besser aufgehoben.
Klar. Fernsehpreiswürdige Produktionen ab ins Pay-TV und im Free-TV wegen Kostendruck mehr Billig-Schrott. Sicher können Pflaume, Pilawa, Kerner und andere noch die eine oder andere Quizshow mehr machen. Oder vielleicht könnte man noch eine weitere Küche ins Studio bauen. Moderierende Köche gibt es doch genug.
 
Wenn die ARD auf Verschleiß produzieren lässt, damit es nicht zu teuer wird, gibt's Kritik.
Wenn man in ein einzelnes Projekt dann etwas mehr investiert, um Qualität zu produzieren, gibt's Kritik.
Die Betonung liegt auf EINZELNEM Projekt. Wenn man das Geld breitgefächert investieren würde, wäre das noch was anderes, aber für ein paar Sonntagabende ist mir das einfach zu viel. Ich kann aber verstehen, dass man dazu geteilter Meinung sein kann. Ich finde das zu viel Geld, akzeptiere aber wenn jemand sagt, das ist mir die Gebühren wert. Ich habe mir die erste Folge jetzt auch mal angeguckt und fands ganz nett, aber jetzt auch nicht so überragend, dass ich mich nicht davon lösen könnte und schon den nächsten Folgen entgegenfiebere. Der Stoff ist allerdings auch etwas sperrig. Vermutlich für viele Zuschauer zu intellektuell. Die Bezüge zur heutigen Realität sind sicher zu erkennen, aber ich möchte stark bezweifeln, dass der geneigte Pilawa oder Markus Lanz Fan diese überhaupt wahrnimmt, geschweige denn kapiert.
 
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Jugendformat hin oder her, das sowas mit Gebührengeldern produziert wird, macht einen dann doch schon etwas sprachlos... Da helfen auch die Beschwichtigungen der Macher wenig. Das ist Clickbaiting in Reinkultur, weiter nichts.

 
Und wieder einmal macht sich die ARD erfolgreich zum Klops. Lauthals postulierte man schon vorm Fest, dass auch die beiden letzten TV-Kanäle ab Januar in HD angeboten werden. Am Montag Vormittag soll es dann soweit sein...
Schaut man allerdings aufs "Kleingedruckte" muss man lesen, dass beide Programme nur hochkonvertiert werden. Bei Alpha wird sogar auf die HD-Kennzeichnung verzichtet bis tatsächlich im nativen HD gesendet wird. Was hat die ARD eigentlich daran gehindert mit dem HD-Start der beiden Sender auch tatsächlich in HD zu senden? Sowas wird ja schließlich Monate im Vorraus geplant bei den ÖRs. Aus technischer Sicht könnte man das durchaus als Zuschauer-Nepp betiteln.

https://www.presseportal.de/pm/29876/4155945
 
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Wirklich ein Armutszeugnis, dass man im Jahr 2019 (!!!) nicht in der Lage ist endlich in nativem HD zu senden. Mittlerweile gibt es schon 8 K und bei ARD und ZDF arbeitet man noch mit hochskalieren auf HD. Da fällt einem wirklich nicht mehr viel zu ein. HD gibt es seit inzwischen 10 Jahren und da bekommt man es jetzt immer noch nicht hin. Arme ARD kann man da nur sagen. Immerhin schön, dass man schon in Farbe sendet. Schlaft schön weiter.
 
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Markige Worte, @Tweety.
Wieviel Inhalte gibt's denn in 8k bisher, wieviel in 4k? Kann überhaupt in 4k Programm verbreitet werden?
Kann Dein Fernseher 8k?
Mal ein bischen ruhiger mit den wilden Pferden...

ARD und ZDF skalieren nicht generell auf HD hoch, abgesehen von Archivmaterial und den Sendern die zur Zeit der Einführung von HD gerade ihre SD-Technik erneuert hatten. Mal kurz der Ist-Zustand:
Es wird in HD 1080i/25 gedreht und aufgezeichnet und durchgehend so produziert, wer DVB-T2 empfängt bekommt auch 1080 auf den Bildschirm.
Die Verbreitung per Kabel und Satellit ist herunterskaliert auf 720p/25.

Ganz so einfach wie Du Dir das vorstellst ist es nicht. Hast Du Einblick in die Fernsehproduktion? Da kann nicht jeder wie eine Insel sein Ding machen, erst recht wenn es die Programmverbreitung betrifft.
(Denn dann muss die Empfangsseite auch wieder aufrüsten, und der Zuschauer motzt dass er wieder ein neues Gerät anschaffen muss...)
Produktion in 4k bedeutet 4fache Bildgröße verglichen mit HD 1080 und demzufolge ein vielfaches an Speicherbedarf des jetzigen Videostandards. Braucht andere Speichermedien, neue Kameraoptiken... Das zieht einen Rattenschwanz an technischen Notwendigkeiten nach sich, der vor allem eins ist - teuer.

Fernsehproduktionsstudios haben üblicherweise eine geplante Betriebsdauer von 15 Jahren, das sind die Zeiträume über die auch die Finanzierung bzw. Abschreibung gerechnet werden muss. Dazu kommt die Planungsphase die auch ihre Zeit braucht.
Beispiel aus der Praxis: 2007 hatte Radio Bremen gerade ein neues Funkhaus gebaut, neue Produktions- und Sendetechnik für Hörfunk und Fernsehen installiert. Letzteres natürlich in SD, denn das war der Standard als das Projekt geplant wurde.

Meinst Du dass es sinnvoll bzw. überhaupt möglich ist, jedem gerade in die Welt entlassenen technischen Trend nachzulaufen?
Es gab Ende der 80er ein analoges HDTV das entwickelt, aber nicht eingeführt wurde.
Vor einiger Zeit war 3D total angesagt, ist auch nix draus geworden.
Klar, es ist seit Einführung des Farbfernsehens praktisch 40 Jahre nichts verändert worden am Fernsehstandard, bis auf den Stereo/2-Kanalton und Videotext.
Dann wurde immerhin das 16:9 Bildformat eingeführt.
Die Zeiten, dass der Rundfunk die technischen Pionierleistungen erbringt und Standards selbst festlegt, sind schon länger vorbei.

Ich finde es übrigens arm, dass die Privatsender für dasselbe Programm in HD einen Aufpreis kassieren wollen.
 
Sie wollen nicht, sie tun es. Allerdings senden die alle in 1080i und nicht in 720p wie ARD und ZDF. Zugegeben, beides hat Vor- und Nachteile. Insbesondere bei schnellen Szenen (Fußball, Actionfilme etc.) ist das 720p klar im Vorteil.
 
Markige Worte, @Tweety.
Wieviel Inhalte gibt's denn in 8k bisher, wieviel in 4k? Kann überhaupt in 4k Programm verbreitet werden?
Kann Dein Fernseher 8k?
Bisher noch gar nichts in 8 K, wird aber kommen. Darum geht es aber auch gar nicht. Ich wolle damit nur sagen, dass der technische Fortschritt immer weiter voranschreitet und HD gibt es seit mittlerweile 10 (!!!) Jahren und 2019 sieht sich die ARD nicht n der Lage Alpha in nativem HD auszustrahlen? Kein Wunder, dass Deutschland in Sachen Technik längst den Anschluss verloren hat. Das wird woanders nur noch mitleidig belächelt. Willkomen im Mittelalter.;)
 
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Ich würde mal vorsichtig prophezeihen wollen, dass 8K ähnlich im Sande verlaufen wird wie 3D fürs heimische Wohnzimmer. Zum einen hat diese Tiefenschärfe nichts mehr mit dem natürlichen Sehempfinden zu tun, für den heimischen Fernsehen braucht man das zudem nicht wirklich und ausserdem sind die Leute nicht gewillt sich alle paar Jahre neue Geräte zuzulegen. Auf jeden Fall wird 8K wesentlich langsamer Einzug halten wie HD.
Alpha muss man ausserdem zugute halten, dass der allergrößte Teil des Programms ohnehin nicht aus Material besteht, welches in HD produziert wurde. Somit ist das meiste dann so oder so nur hochskaliert.

und HD gibt es seit mittlerweile 10 (!!!) Jahre
Nö, das gibt es seit 1893, weil das 35 mm-Kinofilmformat ziemlich genau der HD-Auflösung entspricht. Unter anderem auch deshalb sehen zum Beispiel die Bluerays von alten Winnetou-Filmen so brillant aus, weil diese in genau diesem Format gedreht wurden.
 
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