Ich schäme mich für die ARD


Man setze sich vor einen 8k Bildschirm mit zeitgemässer Bilddiagonale 55" und dazu passendem Betrachtungsabstand von etwa 4m.
Und dann vergleiche man 8k mit anderen Auflösungen bis herunter zu HD in 720p.
Ich behaupte mal ganz kühn, oberhalb von 4k werden die meisten Zuschauer keine Verbesserung mehr sehen.
Im Kino liegt die Sache natürlich ganz anders.

Genausogut könnte jemand fordern, den Ton ab jetzt unkomprimiert in 32Bit/192 kHz zu übertragen.
Den Nutzen würde ich stark hinterfragen.

Abgesehen davon gibt es derzeit keine Audio-/Videocodecs mit denen man 8k über die bestehende Verbreitungsinfrastruktur ausstrahlen kann.
In einen Satellitentransponder mit 40MBit/s werden aktuell vier Programme gequetscht.
Ein 8k Video mit H.265/HEVC codiert benötigt bei 30Bildern/s schon 60MBit/s.
 
Ach, da finden sich mit Sicherheit genug Tricksereien, um das lauffähig zu bekommen. Bei der Handvoll 4K-Sendern die es über Astra gibt, wird auch nur die kleinstmögliche 4K-Auflösung mit entsprechend kleiner Datenrate verwendet und es geht erstmal. Da funktioniert ja sogar die Umsetzung ins Kabel problemlos.
Youtube bietet mittlweile auch 8K-Videos an, obwohl gefühlte 90% aller verwendeten PC-Monitore überhaupt kein 8K darstellen können. Gesehen werden kann es trotzdem. Ein Schelm wer böses dabei denkt....
 
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Natürlich, neue Tricksereien Videocodecs werden stets und ständig entwickelt, man arbeitet schon an H.266 (siehe hier).
Irgendwann muss da aber wieder Zuschauerseitig investiert werden, weil neue Empfangsgeräte notwendig werden.
Bloß weil bei Youtube 8k draufsteht, bedeutet das ja nicht dass das auch drin ist. Das kann ich zu Hause nachspielen, habe natürlich keinen 8k Monitor, und der Videostream passt eh garnicht durch meine 16.000 kBit/s - Postleitung ;)

Irgendwann werden die Satellitenbetreiber auch neue Kisten in den Orbit schubsen, die mehr Transponder bereitstellen können, sofern sich das im Frequenzspektrum unterbringen lässt - da ist dann irgendwann wirklich Ende der technisch verlängerbaren Fahnenstange.
Das ist halt eine längere Kette mit vielen Beteiligten, und braucht seine Zeit.
 
Ich behaupte mal ganz kühn, oberhalb von 4k werden die meisten Zuschauer keine Verbesserung mehr sehen.
Möglich, das käme auf einen Vergleich an, den es bisher ja noch nicht gibt. Könnte mir aber vorstellen, dass zumindest Bilder (Fotos) dann noch besser aussehen könnten.
Unstreitig ist aber, dass es besser aussehen wird als ARD-Alpha mit hochskaliertem SD Material und selbst mit nativem HD Material. Aber beides ist ja Zukunftsmusik. Immerhin besteht bei ARD Alpha ja eine gute Chance, dass man im Laufe des Jahres die HD-Ausstrahlung hinbekommt. Bei 8 K wird es vermutlich noch etwas länger dauern, wobei ich mir schon vorstellen könnte, dass es noch 2019 natives 8K zu sehen gibt. Die Technik schreitet ja heutzutage sehr schnell voran.
 
@Tweety da gehe ich mit, Video in 8k nativ aufzuzeichnen und wiederzugeben ist garnicht das Problem.
Interessant wird es halt da, wo das Material gespeichert, bearbeitet, archiviert und ein Endprodukt verteilt werden soll.
Die Kette von der Kameralinse bis zum Endgerät ist alles andere als trivial - das hat sich bei allem technischen Fortschritt seit den ersten Fernsehversuchen erstaunlicherweise nicht erheblich geändert ;)

Es gibt ja noch mehr Parameter als die geometrische Bildauflösung. Ordentlich Verbesserungspotential steckt in der Farb- und Helligkeitsabtastung. Ein gängiges Produktionsformat wie Sony XDCam HD 422 löst mit 8 Bit auf, bei Farbunterabtastung 4:2:2 (Farbdifferenzkanäle werden mit halber Auflösung des Helligkeitskanals abgetastet).
Mehr Bittiefe lässt feiner Helligkeitsabstufungen zu, ausserdem könnte man den gesamten Dynamikbereich des Bildes "aufbohren" - ähnlich wie 4k HDR das es bereits im Handel auf Blu-ray gibt, Displays die das nativ wiedergeben gibt es auch schon länger, und in die HDMI-Schnittstelle lässt sich das ganze auch problemfrei stopfen.
 
Auf der Aufnahmeseite hast du aber das Problem, dass du dann auch um die Aufnahme herum erheblich höheren Aufwand treiben mußt. Je höher die Auflösung, um so mehr Licht braucht man zum Beispiel etc.. Gerade bei Studioaufnahmen ist man da schnell bei jenseits von gut und böse.
Auf der letzten IFA gabs bereits 8K-Modelle zu sehen und von Samsung ist ja wohl auch schon ein 8K-TV für einen stattlichen Preis im normalen Handel erhältlich. Natürlich sieht das Bild auf diesen Geräten absolut brilliant aus, gar keine Frage. Aber braucht es das wirklich im heimischen Wohnzimmer, zumal diese enorme Tiefenschärfe ohnehin erst bei einem vergleichsweise großen Bildschirm so richtig zur Geltung kommt. Fürs Kino oder Beamer jenseits des Heimgebrauchs ist das sicher von Vorteil. Aber alles andere?
 
Ich bin der Meinung, für den Heimgebrauch braucht man es nicht.
Man braucht es auch nicht für Nachrichtensendungen, Regionalprogramm, Sportübertragungen - man braucht es für "normales" Fernsehprogramm nicht.

Auf der Aufnahmeseite steigt der Aufwand mit höherer Bildauflösung definitiv, das fängt bei so leicht übersehenen Details wie der Maskenbildnerei an. Schon für HD benötigt man anderes Make-Up, was zu SD-Zeiten benutzt wurde, sähe in HD aus als hätte man zum Pudern Mehl Type 405 verwendet.
Genauso verhält es sich mit Kulissenbau und Dekoration, alles muss viel hochwertiger bis ins kleinste Detail gebaut werden.
Hochwertige Kameraoptiken von EB- und Studiokameras mit praxistauglichen Zoomfaktoren sind schon für HD sehr aufwändige Konstruktionen und schweineteuer, und liegen trotzdem qualitativ weit hinter Festbrennweiten. Letztere sind für übliche Fernsehproduktion aber unpraktikabel.
 
Aber braucht es das wirklich im heimischen Wohnzimmer, zumal diese enorme Tiefenschärfe ohnehin erst bei einem vergleichsweise großen Bildschirm so richtig zur Geltung kommt. Fürs Kino oder Beamer jenseits des Heimgebrauchs ist das sicher von Vorteil. Aber alles andere?
Das ist eben eine sehr schwierig zu beantwortende Frage. Was "braucht" man schon. Wenn es danach ginge würden wir TV immer noch in Mono in 4:3 Glotzen gucken. "Brauch" ich ein Handy für 1000 EUR oder tuts nicht das für 200 auch genauso? Brauch ich ein Auto mit Müdigkeitserkennung, Abstandswarner und Head-UP Display oder kann man nicht auch ohne genauso gut fahren? Das sind alles Fragen die sich nur individuell beantworten lassen. Der technische Fortschritt ist nunmal so und geht halt immer weiter. Ich würde jetzt keinen verurteilen der sich einen 8 K TV kauft. WEnn ich das Geld hätte würde ich es vielleicht sogar auch machen, weil das Bild einfach Referenz ist. Das Argument mit dem Make UP und Kulissenbau ist sicherlich nachvollziehbar, aber auch daran wird man sich gewöhnen. und wenn es dann eben etwas teurer ist, ja mei, dann ist das eben so. Hierbei sollte man aber auch nicht vergessen, dass vieles ja auch ins Ausland verkauft wird und da sollte ein gewisser Qualitätsanspruch schon sein. Von daher muss man da eh schon sorgfältig arbeiten. Allerdings sind die Kulissen für Serien und Filme ja auch wiederverwendbar. Somit handelt es sich nicht um ständige Kosten.
 
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Kein Widerspruch. Aber wie auch Funkminister schon sagte, bei einem normalen Durchschnittsfernseher (sagen wir mal bis zu 120 cm Bildschirmdiagonale) bezweifle auch ich, dass da tatsächlich ein Unterschied zwischen 4K und 8K vom normalen Durchschnittszuschauer wahrnehmbar ist.
Die Einführung von stereo hatte einen hörbaren Nutzen, die Umstellung von 4:3 auf 16:9 brachte sichtbare Vorteile. Ob es ein 1000-Euro-Handy sein muss oder eins für 200 ist abhängig davon, wofür ich es nutzen will. Mit einem TV kann ich aber nunmal, platt gesagt, immer nur in die Röhre glotzen. Das menschliche Auge kann übrigens genau genommen ohnehin nur ungefähr 7 Megapixel wahrnehmen. Wir haben nunmal keine Adleraugen. ;)

 
Auch die Einführung von Mehrkanalton beim Fernsehen halte ich für sehr nutzbringend, nicht nur aus gestalterischen bzw. ästhetischen Gründen. Es lässt sich damit eine "Clean Audio" Tonspur realisieren, also Sprache (Dialog, Kommentar) ohne Geräusche und Musik, von der Zuschauer mit Höreinschränkungen sehr profitieren. IRT und Fraunhofer Institut arbeiten an solchen Themen, auch objektbasierter Ton ist ein Thema - der Zuschauer bekommt dann die Möglichkeit, auszuwählen was er hören möchte, und die Mischungsverhältnisse (in Grenzen) zu verändern.
Das Thema halte ich für wichtiger als eine bis zur letzten Rille ausgereizte Bildauflösung.

Ab einem gewissen Punkt wird das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen ungünstig, ein Knick in der Kennlinie sozusagen. Den würde ich persönlich irgendwo bei 4K sehen. Denn der hauptsächliche Nutzen einer höheren Bildauflösung hängt ganz hart mit dem Faktor Betrachtungsabstand zusammen, der letztendlich durch bauliche Gegebenheiten begrenzt wird. Einfach mal das Wohnzimmer vergößern wird nur den wenigsten gelingen...
 
der Zuschauer bekommt dann die Möglichkeit, auszuwählen was er hören möchte, und die Mischungsverhältnisse (in Grenzen) zu verändern.
Das Thema halte ich für wichtiger als eine bis zur letzten Rille ausgereizte Bildauflösung.
Die Frage ist ja, ob den / die Zuschauer das interessiert. Die meisten sind ja schon überfordert eine Soundbar mit dem TV richtig zu verbinden, wenn sie denn überhaupt eine haben und ihnen nicht der Blechbüchsenton des TV reicht.
 
Vor allem bei den Sendern die zu Sky gehören, wird auf Tonspur 1 die dt. Synchronisation gesendet und auf Tonspur 2 das zumeist englischsprachige Original. Bei den Sky-Fußballübertragungen ist es seit Jahren üblich, das auf der Tonspur 2 die reine Stadionathmo ohne Kommentar läuft und bei den WM-Übertragungen der Öffis gibt es schon seit gefühlten Ewigkeiten auf der 2.Tonspur eine Audiodiskription für Blinde und Sehschwache. Öffensichtlich wird das alles trotz der eher marginalen Werbung dafür sehr rege genutzt, sonst würde man es nicht machen. Den Zweikanalton deutsch/englisch gibt es übrigens sogar bei Nickeleodeon.
 
Letztendlich kann man es nur anbieten und im Programm bewerben, so wie die Live-Untertitelung die es seit einiger Zeit gibt.

Wenn man es mal ganz unbedarft angeht, ist es auch nicht leicht nachzuvollziehen dass herstellerseitig auf der bildtechnischen Seite immer mehr aufgerüstet wird, die Tonwiedergabe aber immer mieser wird je neuer und flacher der Fernseher ist, am besten noch verwurstet von irgendwelchen Klangverbesserungsschaltungen die ab Werk erstmal alle eingeschaltet sind - bis hin zu künstlichem Raumklang mit herzhafter Phasenschweinere, die die Sprachverständlichkeit komplett über den Jordan jagt.
UHD oder 4k auf der Mattscheibe, aber ein Klang wie aus dem Telefon, und dafür habe ich dann einen mittleren 4stelligen Betrag abgedrückt - na herzlichen Dank.
Die Beschwerdebriefe über den schlechten Klang landen dann aber zuerst bei den Sendern, und nicht bei den Geräteherstellern...
 
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