Ich schäme mich für die ARD


Der WDR hat bei ihr keine Fake-Doku eingekauft/beauftragt
Stimmt, wer würde das schon behaupten. "Dokus" aber mit TV-Hopper zu besetzen in der Hoffnung, Zuschauer und Netz würden das nicht merken, um sich dann schließlich scheibchenweise mit "Man nehme die Einwände sehr ernst" oder "Dies entspricht nicht den journalistischen und redaktionellen Standards im WDR" reinwaschen zu wollen, halte ich für ebenso billig wie peinlich. Und für das Ansehen von seriösem ör-Jounalismus für äußerst schädlich.
 
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Wie schwer ist das eigentlich?
...deine Meinung als einzig wahre "Wahrheit" zu akzeptieren? Wolltest Du das andeuten/ sagen? Dünnes Eis...

Hast Du ein Problem mit der schwindenden "Deutungshoheit", dem wegbrechenden "Meinungsmonopol" der alteingesessenen "Journalisten" in den ÖR-Redaktionsstuben?

Man könnte bald den Eindruck gewinnen, Du bist persönlich betroffen.

Die "Besetzung" fand nicht mit Wissen oder Billigung des WDR statt.
Legst Du das jetzt einfach fest, oder weißt Du das mit Bestimmtheit?

Soweit ich das beurteilen kann, "präzisiert" die Redaktion der Sendereihe „Menschen hautnah“ gerade "ihre Kriterien für die Protagonistensuche". Umkehrschluß: Es gab bisher nur weniger präzise formulierte Kriterien für die Protagonistensuche. Man hat also billigend in Kauf genommen, daß es bei der Auswahl der "Schauspieler" zu Problemen kommen könnte.

Damit ihr nicht erst rumklicken müßt - der entsprechende Absatz aus dem WDR-Statement:

Der WDR wird zudem seine Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die Sendereihe „Menschen hautnah“ weiter ausbauen. So weitet die Redaktion das Vieraugen-Prinzip und die Gegenrecherche aus und präzisiert ihre Kriterien für die Protagonistensuche.
 
Es war nicht seine Meinung, sondern ein Fakt zur BESETZUNG.
Die öRAs haben immer noch Probleme bei der Qualitätssicherung für "People-Sendungen"
(die Anführungsstriche bezeichnen ein Zitat Nina Ruges mir gegenüber).
Das Fazit ist also: Es gab eine Fehlbesetzung nach der Fehlentscheidung, ausgerechnet DIESE Autorin
zu beauftragen. Das ist jetzt Anlass für den Ausbau eben jener Qualiätssicherung im WDR, bei der es
zuvor noch Lücken gab.
Das ist ebenfalls keine MEINUNG, sondern FAKT.
 
Ganz offensichtlich nicht.
Und das ist der Teil, den ich auch garnicht mehr verstehe. Ich kenne eine eher unentspannte Haltung seitens der öR. wenn es darum geht dass ein (freier) journalistischer Mitarbeiter parallel auch für das Privatfernsehen arbeiten möchte.

Es erforderte offenbar keine investigative Rechercheleistung, die Referenzen der Autorin zu überprüfen - aber auch daran scheint sich wohl niemand gestört zu haben.
Selbst bei Vergabe eines Auftrags an eine frei-freie Filmautorin ist es ja nicht so, dass am Ende einfach nur ne Videokassette in der Redaktion landet, die dann zur Ausstrahlung kommt. Vom ersten Angebot einer Filmidee bis zum fertigen (mehr oder weniger) Drehbuch betreut normalerweise ein Redakteur das Projekt und arbeitet mit der Autorin zusammen. Der fertige Film darf eigentlich - für die Redaktion - keine inhaltlichen Überraschungen enthalten. Schon garnicht solche Bolzen.
Mein Mitleid mit dem WDR hält sich in Grenzen...
 
Ich stimme dir zu. Die Berichterstattung der TAZ ist ziemlich einseitig. Auch wenn das Urteil grundsätzlich nicht falsch sein muss. Aber das Urteil sollte dann beim Bürger bleiben...?
 
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@U87 : Die Harmlosigkeit des Gesprächs ist doch gerade der Punkt. Dass Bergers Blog Leitmedium der Neurechten ist, das in deren Duktus geschrieben ist und kaum andere Themen kennt als Messermigranten, Umvolkung, bevorstehenden Bürgerkrieg, Völksverräterin Merkel und die Lügenpresse, lässt sich in dem Interview gerade mal erahnen und wird auch nicht hinterfragt. Es kleidet sich dann in so harmlose Fragen wie „Brauchen Sie die Rolle des Außenseiters, um sich selber zu spüren?“ (siehe auch hier den Kommentar vom Deutschlandfunk)

@Berlinerradio : Auch meiner Meinung hat das Interview solche journalistisch Schwächen, die es dem Bürger ohne Vorkenntnisse gerade nicht erlauben, sich ein Urteil zu bilden. Der Hörer erfährt ja wesentliche Teile gar nicht, woran sich die Kritik an der Person entzündet.
 
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Mit einer solch umstrittenen Person führt man entweder ein scharfes, kritisches Gespräch, oder aber keines. Im Format "Tischgespräch" beim WDR sind aber keine kritischen Gespräche vorgesehen, sondern nur harmloses Promotions-Geplauder. Für ein solches Geplauder wiederum ist der Gesprächspartner definitiv viel zu umstritten. Ergo: Schlampiger Journalismus (oder eher gar keiner), stattdessen unreflektierte Präsentierbühne geboten.
 
Naja...

Wird hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Ein linker Theologe und ein ähnlich "harmloses" Gespräch wären der TAZ sicherlich keine drei Zeilen wert gewesen.
Ein linker Theologe interessiert doch keinen Menschen. Es sind die Rechten, die sich penetrant in die Schlagzeilen drängeln oder gar niederschlagen lassen. An deren menschenverachtenden Ausgasungen erfreuen sich nun mal allzuviele, also wird es quotenrelevant, auch für Printmedien.

Andererseits frage ich mich bei solchen gafferbedienenden Sendungsformaten wie "Menschen hautnah" jedesmal, was mir an unbekannten und unbedeutenden Menschen "hautnah" zeitinvestigativ sein sollte?
 
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Dabei schließen sich (gute) ZUhörerquote und qualitativ hochwertige Inhalte nichtmal gegenseitig aus.
Musik und Anmutung der Moderation sind sicherlich Geschmackssache.
Und wenn die Inhalte interessant genug sind verzeiht ein Zuhörer dazwischen auch Musiktitel, die nicht in seine persönliche Top 10 fallen.
Soweit meine fuffzich Pfennich.
 
Etwas schwache Argumentation der ARD. Immerhin leistet man sich mit tagesschau24 einen Nachrichtenkanal und mit Phoenix einen "Ereigniskanal", der auch an Wochenenden oftmals lange Livestrecken produziert. Das macht bzw.. hat das ZDF nicht. Bei der ARD könnte man also jederzeit zumindest auf tagesschau24 verweisen. Stattdessen argumentiert man solchen Quark über Sendeplätze. Manchmal fragt man sich wirklich, was da eigentlich für Pfeifen in den PR-Abteilungen der ARD sitzen.
 
Freitags nur halbe Tagesthemen und gar kein Nachtmagazin - der Freitag scheint für die Intendanten (die das ja so beschlossen haben) schon reines Wochenende zu sein.

Der Witz ist ja, dass die ARD, als sie 2006 für Tagesthemen von 22:30 Uhr auf 22:15 Uhr vorverlegte, damit ausdrücklich das Versprechen verband, diesen Sendeplatz dann auch tatsächlich einzuhalten. In den 80ern und 90ern war das nie ein Problem gewesen, die 22:30 galten von Sonntag bis Freitag, nur der Samstag war wegen Shows und Spielfilmen schwierig. In der ersten Hälfte der 2000er hatte sich die ARD aber diesen Sendeplatz nur quotenfixierte Programmierungen immer weiter zerschossen. Aber nach der Vorverlegung würde es nicht besser, sondern schlimmer, und zwischenzeitlich galt der "feste" Sendetermin von 22:15 sogar im Regelschema nur noch an drei von sieben Tagen in der Woche, inzwischen sind es wieder vier. Der Sonntag ist weg, seit nach den Tatort kein Kulturmagazin, sondern der Talk lauft, und am Freitag sollte die Tatortwiederholung, die dort die Reportage und der Bericht aus Bonn ersetzte, nur eine Zwischenlösung sein, ist nun aber Dauerzustand, und sorgt dafür, dass es nun nach 20:15 nur noch eine Viertelstunde, und nach 22 Uhr gar keine Nachrichten mehr gibt - bis 1 Uhr nachts.

Überhaupt die Nachrichtensendeplätze im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: zwischen 20:15 und 21:45 Uhr gibt es keine Nachrichten mehr, zwischen 21:45 und 22:45 drängt sich dann alles im Ersten, Zweiten und den Dritten, und danach ist dann wieder Sense. Früher hatten die Dritten (als Südwest 3, Bayern, und ich meine der WDR) ihre Nachrichten bewusst komplementär zum Ersten und Zweiten auf 21 Uhr und 23 Uhr gelegt, aber heute gibt's zu diesen Zeiten keine öffentlich-rechtlichen Nachrichten mehr. OK, tagesschau24 wiederholt die Tagesthemen um 23 Uhr, aber auch nur, wenn diese zuvor regulär im Ersten stattgefunden haben.

Ich verstehe nicht, wieso die öffentlich-rechtlichen tagsüber gefühlt jede Stunde Nachrichten senden, gerne Gegeneinander im Ersten und in Zweiten und dann noch zusätzlich auf tagesschau24 - zu einer Zeit, wo die meisten Leute ihre Nachrichten inzwischen online konsumieren oder Radio hören dürften - aber abends, wenn das Smartphone zur Seite gelegt wird und die Leute jeglichen Alters tatsächlich vor der Glotze sitzen, sind Nachrichten für die öffentlich-rechtlichen und vor allem für die ARD nur noch lästige Verschiebemasse.
 
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