Ich schäme mich für die ARD


Warum unterscheidet man zwichen Tagesthemen und Tagesschau? Wäre es nicht besser eine Marke zu haben? Ich fände Tagesthemen besser für alle Nachrichten in der ARD, aber ohne diese Jingle Fanfare am Anfang. Die klingt altbacken. Doch vermutlich haben sich die alten Zuschauer daran gewöhnt und möchten keine Veränderung haben, schon gar nicht bei den Nachrichten. Sie sind in Deutschland auch in der Mehrheit. Doch eigentlich sind Nachrichtenvideos mit Off-Sprecher viel zeitgemäßer, so wie es z. B. Euronews schon seit Jahren macht.
 
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Warum unterscheidet man zwichen Tagesthemen und Tagesschau? Wäre es nicht besser eine Marke zu haben?
Die „Marke“ heißt Tagesschau. Die Unterscheidung ist aber nötig, denn es sind grundverschiedene Sendungen.

Tagesschau:
Wenn man Sport und Wetter abzieht, bleiben höchstens 8 Minuten für Nachrichten, oft weniger. Diese werden meist nur als Überschrift vorgelesen, für Inhalt und Hintergründe fehlt die Zeit. Der ständige Verweis auf die Website nervt. Und weil man wie in der Aktuellen Kamera berichten möchte, welcher Minister grad wo ist und wessen Hände geschüttelt hat, geht noch mehr Zeit verloren. Der Informationsgehalt der Tagesschau ist gering. Kein Wunder, dass der MDR völlig auf die Ausstrahlung verzichtet.

Tagesthemen und Nachtmagazin:
Magazine mit Themenschwerpunkten und genug Zeit, auch mal Hintergründe zu beleuchten. Außerdem moderiert und nicht nur verlesen. Auch ausreichend Zeit für Einspieler und Interviews. Das sollten die Hauptnachrichtensendungen sein!

Bericht aus Berlin und Weltspiegel:
Wie zuvor, jedoch mit Schwerpunkt auf Innenpolitik bzw. Auslandsthemen. Auch gut.

Wenn ich mir was wünschen könnte, würde man die Tagesschau und die noch schlimmere Tagesschau in 100 Sekunden komplett streichen. Völlig unnütz, gefühle Information mit Verlautbarungscharakter. Gesellschaftspolitisch schädlich! Statt dessen sollte Tagesschau24 ein echter Nachrichtenkanal werden mit halbstündlichen vollwertigen Nachrichtensendungen und genug Ausstattung, um schnell und kompetent über aktuelle Ereignisse berichten zu können. Jetzt ist es ein Wiederholungssender mit zwischendrin untauglich kurzem Verlesen von Überschriften. Bei Breaking News regelmäßig zu langsam und zu inkompetent.

Die ARD sollte sich lieber konzentrieren. Auf die vielen Inforadios könnte ich gut verzichten. Eins mit lokalen Zeitfenstern wäre sinnvoller. Dafür das Geld und das Personal in einen kompetenten Nachrichten-Kanal (Tagesschau24) stecken!
 
In den Tagesthemen wird auf ein bestimmtes "Thema" näher eingegangen, die Tagesschau ist in dieser Sendung ein kurzer Überblick über sonstige Meldungen. Warum sollte man das ändern? Die Fanfare ist zeitlos. Und auf jeden Fall besser als die Dramaturgie vor dem Heute-Journal, wo man jederzeit mit dem 3. Weltkrieg rechnen muss. Ansonsten muss ich meinem Vorredner leider zustimmen. In der 20 Uhr Tagesschau-Ausgabe sind Verweise auf Tagesthemen und Tagesschau.de inzwischen sehr wichtig. Mehr Werbung - weniger Nachrichten.
 
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auf YouTube gibt es viele Zusammenschnitte von Intros verschiedener Nachrichtensendungen. Das aktuelle der Tagesschau hebt sich wohltuend von dem nervösen Geflimmer und Geflacker der anderen ab. Und mit Verlaub, die wären bekloppt, die Musik zu ändern.
 
Das, was die MDR-Mitarbeiterin als Moderatorin der ARD-Wahlsendung im Ersten heute abliefert, ist eigentlich nicht verwunderlich, aber trotzdem auf ganzer Linie mehr als beschämend.
Hoffentlich werden die ARD-Chefredakteure daraus für künftige Sendungen Konsequenzen ziehen.
 
Eine Koalition von CDU und AFD ist rein rechnerisch und auch programmatisch gar nicht abwegig und damit ist es auch die Frage danach nicht. Journalisten machen seit Jahrzehnten stundenlang nichts anderes an Wahlabenden - Politiker nach allen sinnigen und unsinnigen Koalitionsoptionen zu befragen. SPON schwingt sich hier zum Zensor auf und will Maulkoerbe an Journalisten verteilen ueber Fragen, die man gar nicht erst zu fragen hat. *Das* ist fuer mich der Skandal, nicht das Interview. Aber für Zensur und Maulkoerbe haben die Leute im Osten vielleicht noch ein gutes Gespür, daher ist die AFD jetzt weit über 20% und wenn es die Stegners, Kippings, Kramp Karrenbauers und Baerbocks nur weiter geschickt genug anstellen, das nächste Mal bei 30.
 
@Grenzwelle: Natürlich kann man noch einmal die Frage nach einer möglichen Koaltion stellen, sie wurde ja noch nicht oft genug gestellt (Ironie!) und ebenso oft verneint worden, die MDR-Moderatorin bezeichnete diese mögliche Koalition jedoch als "bürgerlich" und das ist bei einer rechtsextremen Partei mehr als verharmlosend.
Zumal sie dem AfD-Mann später auch noch zugestand, dass die Medien auch "Positives" über die AfD berichtet hätten.
 
@Grasdackel Ich will hier nicht in die Rolle des AFD-Verteidigers kommen, aber das Wort rechtsextrem wird doch etwas leichtfertig benutzt, von Politikern aus Kalkül, aber auch Journalisten. Extreme politische Einstellungen befürworten meines Wissens Gewalt zur Durchsetzung der Ziele und wollen den gegebenen politischen Rahmen (Demokratie, Rechtsstaat) verlassen. Die Programmatik der AFD gibt das absolut nicht her, es reicht nicht mal zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Die Positionen sind vielmehr tief konservativ-bürgerlich, viel davon fand man noch vor wenigen Jahren in allen CDU-Programmen.

Ich finde diese ständigen Nazi-Rufe einer demokratischen Auseinandersetzung unwürdig und inzwischen auch ermüdend. Vor allem scheinen sie überhaupt nicht den gewünschten Effekt zu erzielen.
 
Aber für Zensur und Maulkoerbe haben die Leute im Osten vielleicht noch ein gutes Gespür, daher ist die AFD jetzt weit über 20% und wenn es die Stegners, Kippings, Kramp Karrenbauers und Baerbocks nur weiter geschickt genug anstellen, das nächste Mal bei 30.
Ich denke, dieses Zitat ist ein guter Aufhänger für einen neuen Thread, den ich leider aufmachen muß! Ihr solltet euch anstatt Zensur und Maulkörbe (beide Begriffe sind vielleicht etwas zu hart), besser die bewußte Verwendung von Euphemismen vorstellen.

Ich zitiere aus Wikipedia:
"Mit einem Euphemismus wird etwas, was eine möglicherweise anstößige oder unangenehm wirkende Bezeichnung hat, beschönigt, verhüllt oder sprachlich gemildert."

Behaltet dieses Zitat aber einfach mal im Hinterkopf.
 
Nicht verfassungskonform bzw. verfassungswidrig war wohl das Wort, dass du eigentlich verwenden wolltest. Verfassungsfeindliich ist was anderes.

Wir haben allein in jüngerer Zeit Gesetzesvorhaben unserer Regierungsparteien, die wahrscheinlich nicht verfassungskonform sind, wie etwa der Berliner Mietendeckel oder die Soli-Teilabschaffung. Ich finde es schon richtig, dass man die Parteien da in die Schranken weist, aber dann bitte gleiches Recht fuer alle. Und es ist schon noch ein Unterschied, was eine Oppositionspartei in ihr Programm schreibt oder was von Regierungsparteien real in die Parlamente gebracht wird.
 
Ich muss da noch was nachschieben zu Jurist Dr. Nagel. Er verdreht absichtlich Formulierungen. Die AFD fordert etwa die Abschaffung der geräteabhängigen Rundfunkgebühr. Das ist etwas gänzlich anderes als die Abschaffung des verfassungsmäßig garantierten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks zu fordern. Wie der konkret ausgestaltet und finanziert ist, steht nicht in der Verfassung. Ebenso nicht, wie der Freistaat Sachsen die Angelegenheit handhabt. Rundfunk ist bekanntermaßen Ländersache, also kann Sachsen hier durchaus Regierungskompetenz.

So geht das mit anderen Themen in der Publikation weiter, die Verfassungswidrigkeiten sind grösstenteils an den Haaren herbeigezogen oder müssten ohnehin noch bei der konkreten Gestaltung der Gesetze diskutiert werden.
 
Ich will hier nicht in die Rolle des AFD-Verteidigers kommen, aber das Wort rechtsextrem wird doch etwas leichtfertig benutzt, von Politikern aus Kalkül, aber auch Journalisten. Extreme politische Einstellungen befürworten meines Wissens Gewalt zur Durchsetzung der Ziele und wollen den gegebenen politischen Rahmen (Demokratie, Rechtsstaat) verlassen.
Ja, der Verfassungsschutz macht auch den Unterschied zwischen rechtsextrem und rechtsradikal, mit dem Hinweis, dass in einer Demokratie auch radikale Positionen noch unter Meinungsfreiheit fallen.

Die Positionen sind vielmehr tief konservativ-bürgerlich, viel davon fand man noch vor wenigen Jahren in allen CDU-Programmen.
konservativ-bürgerlich finde ich zu kurz gegriffen. Was die AfD von dem unterscheidet, was man sonst so als konservativ-bürgerlich präsentiert bekommt, ist, dass viele Positionen "völkisch-autoritär" sind (hab ich neulich von einem Politikwissenschaftler als Vorschlag für eine präzisere Bezeichnung gelesen und kann ich auch nachvollziehen.
 
dass viele Positionen "völkisch-autoritär" sind (hab ich neulich von einem Politikwissenschaftler als Vorschlag für eine präzisere Bezeichnung gelesen und kann ich auch nachvollziehen.
Das kann ich auch nachvollziehen und, nur fuers Protokoll, ich kann mit solchen Positionen wenig anfangen. Wobei ich es schon sehr befremdlich finde, dass bei oeffentlichen Veranstaltungen, Kundgebungen, in Fussballstadien, etc. das Zeigen der Nationalflagge offenbar nicht mehr opportun ist. Die Schluesselszene am Wahlabend 2013, als Merkel ihrem Generalsekretaer die Fahne aus der Hand nahm, ist vielen vielleicht noch im Gedaechtnis. Wenn es schon voelkisch ist, stolz auf sein Land zu sein und dessen Fahne zu schwenken, was in fast allen Laendern der Welt normal ist, wundere ich mich erneut nicht ueber Erfolge der AFD.
 
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