Ich schäme mich für die ARD


s.matze

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Das mit dem Blut und der Gewalt ist mir schon sehr, sehr oft bei Eigenproduktionen (gerade auch im Fiktionalbereich, z.B. im ZDF bei den Sokos ab 19:25 Uhr) im Ersten und Zweiten unangenehm aufgefallen.
Insbesondere bei Tatorten um 20:15 Uhr, wo sich die Regisseure darin überbieten, wer den schnellsten Mord (40, 30 oder 10 Sekunden nach Beginn) abliefert.
So schnell können Eltern gar nicht ausschalten oder ihre kleinen Kinder nach draußen beordern.
Da sieht man auch schon mal Kopfschüsse in Nahansicht oder regelrechte Hinrichtungen.
Scheint die FSK nicht zu stören. Auf anderen Sendern müssen vergleichbare Szenen weit nach 22 Uhr gesendet werden.
Aktenzeichen XY um 20:15 ist auch ein Musterbeispiel dafür, wie man es mit der "realitätsgetreuen Darstellung" übertreiben kann. Folterszenen durch Einbrecher mit einem heißen Bügeleisen oder mit einem Kissen, teilweise minutenlang mit durch Mark und Bein dringendem Geschrei.
Und die Kamera hält immer schön drauf, voyeuristisch und brutal.

Ich bin wirklich kein Spießer, aber diese Doppelmoral verwundert mich sehr. Andererseits sind sogar Filme "ab 18" noch auf Bluray ohne Ende geschnitten (aus Gründen des "Jugendschutzes" - bei einer FSK 18 !!!) und müssen aufwendig aus dem Ausland bezogen werden.
In all den Jahren wurde nur ein Tatort in die Nacht verschoben und das war das Kammerspiel "Franziska" und erfolgte damals aus rein marketingtechnischen Gründen um die Quote zu puschen. Ein harmloses und stinklangweiliges Arthouse-Filmchen, mit einer Tessa Mittelstaedt, die damals groß ihren Tatort-Abschied bekanntgab weil sie keine Lust mehr auf "Krimikost" hatte, nur um z.B. 2018 (Schlangengrube) und 2020 (Funkstille) erneut in diesem Format aufzutauchen, sowie zwischendurch in diversen Sokos, bei den Rosenheimcops, Stubbe, Hafenkante, Der letzte Bulle, Morden im Norden usw.

Die Öffis haben bei der FSK ein Stein im Brett, oder das zählt als Bildung.
Es gab früher ein offizielles ZDF-Zuschauerforum, wo die Verrohung von Sprache und Kameraeinstellungen in den Vorabendserien und den Filmen ab 20:15 mehrfach kritisiert wurde. Geändert hat sich nichts. Das ZDF ist da besonders scheinheilig: Bei den Eigenproduktionen am Abend fließt das Kunstblut in Strömen, Fremdproduktion werden sogar nachts häufig noch geschnitten, selbst bei einer FSK 16-Freigabe.
 
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Tweety

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@s.matze

Vollste Zustimmung. Was Netflix & Co.machen ist nochmal ne andere Sache, aber in der ARD um 20.15 Uhr stoßen mir solche Gewaltexzesse sehr sauer auf und ich will sowas auch nicht sehen. Sowas MUSS einfach nicht sein. Wird dadurch eine Serie oder ein Film besser? Mit Sicherheit nicht. Die ARD kann es doch. Mit "Babylon Berlin " und "Charite" hat man hervorragende Serien geschaffen, die auch international gefeiert werden, ohne das alle fünf Minuten das Blut spritzt oder einer bestialisch um die Ecke gebracht wird. Bei "Oktoberfest 1900" kann ich mir einen Erfolg überhaupt nicht vorstellen. Das ist Trivial-TV der untersten Schublade. Schade um die Gebühren. "Blood and Beer". Treffender kann man diese Peinlichkeit wirklich nicht beschreiben, damit ist der Inhalt zu 100% beschrieben. Die absolute Frechheit ist aber, dass die Serie auf "wahren Begebenheiten" beruhen soll. DAs ist wohl die Fantasie mit dem Autor etwas zu sehr durchgegangen.

Ich habe die Serie nicht gesehen,

Kannst du ja nachholen,wenn du ganz viel Langeweile hast.
Mediathek machts möglich.

https://www.ardmediathek.de/daserst...DovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL29rdG9iZXJmZXN0LTE5MDA/1/
 
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