ITU-WRC: Erweiterung der DAB-Frequenzen im Band III


#1
Bei der aktuell tagenden World Radio Conference der ITU im ägyptischen Sharm-el-Sheik geht es auch um eine Erweiterung des für DAB vorgesehenen Frequenzbereichs im Band III um die Kanäle 14 bis 17. Auch die Nutzung des Kanals 13, auf den die NATO in West- und Mitteleuropa bisher den Daumen hält, soll freigegeben werden.

Ein Antrag Frankreichs, dem Amateurfunkdienst seine Zuweisung im 2-m-Band (144-146 MHz) zu entziehen und diese Frequenzen dem Rundfunkdienst zuzuweisen, ist bereits abgelehnt worden.

Quelle: https://radiovisie.eu/krijgt-dab-binnenkort-extra-frequentieruimte/
 
#2
Wenn das durchkommt haben wir wieder partiell inkompatible Empfänger. Das ist dann diesmal aber wie die UKW-Band-Erweiterung auf 104 und später auf 108 MHz und im Unterschied zu damals eventuell sogar durch Software-Updates in den Griff zu bekommen.
 
#3
Freigabe des Kanal 13 macht Sinn, da den bereits alle gängigen Geräte empfangen können. K14 bis K17 sehe ich kritisch. Manche Geräte wird man sicherlich softwareseitig updaten können, gibt aber auch genügend Geräte, bei denen sowas gar nicht geht bzw. nicht vorgesehen ist (z.B. fehlende Schnittstellen).

Nachteil dürfte auch sein, dass die meisten Verstärker nur auf K5-K12/K13 ausgelegt sind. Ab K14 dürfte der Empfangspegel dann recht stark abfallen. Ähnlich wie bei den alten UKW-Antennen, die nur bis 104 MHz ausgelegt sind.
 
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#4
Manche Geräte wird man sicherlich softwareseitig updaten können, gibt aber auch genügend Geräte, bei denen sowas gar nicht geht bzw. nicht vorgesehen ist (z.B. fehlende Schnittstellen).
Ich suche auch immer noch nach einer Möglichkeit, meinen Grundig 4035/3D im Esszimmer upzudaten. Und falls noch jemand ein Fernsehtonmodul dafür übrig hat, für den Einbau vorbereitet ist er.

Ähnlich wie bei den alten UKW-Antennen, die nur bis 104 MHz ausgelegt sind.
Aha? Und wie hoch ist der Signalabfall dieser Antennen bei 108 MHz Deiner Meinung nach?
 
#6
"Haben" ist gut: ich kann auf Links zu dem Thema verweisen, die auch jeder andere finden könnte. Die verrücktesten Ergebnisse, die ich fand, stammen von den riesigen 14-Element-Antennen, die es in den 1980er Jahren gab. Damals, als in Elektronik-Fachzeitschriften "Stolle"-Antennen mit Rotor im Anzeigenteil angepriesen wurden.

Stolle US14 war eine davon. Ankaro und Kompass (HSU14) hatten ähnliche (identische?) Konstruktionen. Auch aus dem Antennenwerk Bad Blankenburg in der DDR gab es eine sehr ähnliche Konstruktion, die sich wohl aber in Details unterschied. Wer weiß, vielleicht sind auch manche unter West-Label vertriebene Konstruktionen in Bad Blankenburg gefertigt worden. Irgendwer vertrieb sie wohl unter dem Namen "Wellenjäger", woraus kurioserweise im Ausland dann "Jägerwelle" wurde (Jägerschnitzel wäre mir lieber).

So sehen diese Dinger prinzipiell aus - ein Exemplar in Hamburg (neu war sie nur nicht so verbogen...):

14-Element UKW-Antenne mit schraeg gestelltem Dipol.jpg

Und die sind richtig groß. Knapp 3 Meter lang, maximal ca. 1,75 breit.

Stolle schrieb im Datenblatt oben "108 MHz" hin, das Diagramm endet aber bei 104 MHz:



Offenbar aus gutem Grund, wie diese Webseite aus Tschechien zeigt: http://www.dxradio.cz/jidxc/antenne_de.htm - dort auch weitere Fotos.

Da dreht sich oberhalb 104 MHz das Richtdiagramm komplett um, die Antenne empfängt dann rückwärtig besser als von vorne:





Die Simulation hat Peter Körner gemacht, der "Antennenpapst" aus Lund / Schweden. Ob er eine Originalantenne zum Vergleich besaß, entzieht sich meiner Kenntnis.

Man sieht, dass die Antenne um 96 MHz ihr Gewinn-Optimum hat und danach zunehmend abfällt. Irgendwo jenseits der 105 MHz wird sie von vorn sogar schlechter als ein simpler Dipol. Das Vor/Rück-Verhältnis kracht oberhalb von 104 MHz in negative Werte.

Real gemessen hatte ich mal an einem DDR-Exemplar (von dem mir aber nicht bekannt ist, ob sie noch die Originalmaße hat, da wurde offenbar mehrfach innerhalb von 35 Jahren "Windbruch" wieder geflickt) einen Gewinnrückgang bei 106,9 MHz von 12 dB verglichen zum Bereich 88 bis 104 MHz. Das ist schon erstaunlich, dass sie bis 104 MHz noch so gut kam. Danach ging es aber derbe in den Keller. 12 dB runter binnen 2 MHz.

Die Antenne lässt sich durch gezieltes Einkürzen der Elemente weitgehend linearisieren, hat dann ihr Gewinn-Maximum bei ca. 103 MHz und läuft nach oben viel sanfter aus. Die Elemente sind stufenweise gekürzt, was mich ein wenig an die Elemente einer Log-Per-Antenne erinnert. Offenbar ist die Wirkung dann auch vergleichbar: es wird unabhängiger von der Empfangsfrequenz.

Sie geht dann bis knapp 108 MHz nicht unter 10 dB (i? d?) Gewinn. Das Vor/Rück-Verhältnis bleibt stabil "positiv" bei mindestens 15 dB. Zumindest kommt das bei der Simulation heraus.

Da jede andere UKW-Antenne anders performt, gibt es keine pauschale Aussage, wie sich Antennen, die bis 104 MHz "konstruiert" wurden, bei 108 MHz verhalten.

Wer mal sehen will, was heute dank Simulationsrechnungen geht - und das auch deutlich kompakter - schaue sich bitte die von Peter Körner selbst entwickelte, gerechnete und am realen Objekt optimierte Körner 9.2 an http://ham-radio.com/k6sti/korn92.htm . Eine Rückdämpfung, die nie unter 25 dB (!!!) fällt, dazu ein Gewinn zwischen 6,2 und 7,4 dBd, also aalglatt. Kann man auch fertig kaufen, wenn man den Selbstbau scheut: https://www.antennenland.net/3H-FM-9M19

Wer da in der Bucht Liebhaberpreise für 80er-Jahre-Antennen zahlt, ist selbst schuld.

Für DAB-Radios mit Teleskopantenne trifft das doch alles nicht zu. Den Stab kann man einschieben, also "kürzen". Prinzipiell kann man natürlich auch Band-III-Antennen modifizieren, wenn man weiß, was man tut. Das, was heute so als kleine klassische Yagi-DAB-Antenne verkauft wird, geht schon bei K12 im Gewinn zurück: https://www.antennenland.net/3H-DAB-4

Wie weit man die Log-Per-Antennen nach oben treiben kann, bevor sie im Gewinn wegbrechen - keine Ahnung: https://www.antennenland.net/3H-VHF-VF-16LOG

Der Vergleich mit Verstärkern hinkt. In Verstärkern hat man die Chance, weitaus steilflankigere Bandfilter vorzufinden als es die "natürliche" Filterung einer nicht optimal berechneten Antenne bietet. Es könnte dort noch sehr viel schneller Schluss sein, wenn es konstruktiv so gewollt ist. Muss man halt messen.
 
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#7
Wie lange dauert es denn erfahrungsgemäß, bevor ein neu freigegebenes Frequenzband auch genutzt wird? Wenn das ein paar Jahre dauert, dann werden neue Generationen von DAB+ Radios sicher standardmäßig diese Kanäle empfangen können. Insofern sehe ich das Ganze nicht allzu tragisch.

Ansonsten hat mein "Technisat 215" vor einiger Zeit dies hier angezeigt. Das ist wohl der Startbildschirm für das Firmwareupdate bei Silicon-Frontier-Chips. "Getriggert" wurde diese Anzeige vermutlich durch eine Spannungsspitze auf der Stromleitung des 12V/230V Inverters beim Starten des Autos. Ich habe das bisher auch nicht reproduzieren können.
 

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