Jan Hofer: Ruhestand und Nachfolger


Mannis Fan

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Irgendwie schätzt man ja die "ewigen Gesichter" im Fernsehen. Sie vermitteln heimelige Verlässlichkeit, selbst wenn die Welt brennt und Corona alles lähmt - Hauptsache um 20 Uhr erscheint Jan Hofer auf dem Bildschirm und erklärt uns im immer gleichen, unbestechlichen Tonfall, wie schlimm es gewesen ist, immer noch ist oder werden wird. Und am Ende seiner Präsentation raschelt er mit seinen anachronistischen Papieren (wozu er die in Zeiten des Teleprompters wohl noch braucht?) und schiebt sie ein bisschen auf dem stylischen Sprecherpult herum (obwohl, hier könnte er von Klaus Kleber noch etwas lernen, der ist mit Abstand der raffinierteste Papierherumschieber- und Raschler). Jedenfalls darf man eine solche Institution, die den Zuschauern Halt, Vertrauen und Orientierung gibt, nicht einfach in den Ruhestand ziehen lassen, ehe nicht ein gleichwertiger Klon hergestellt wurde (so wie Hofer ja schon ein Klon von Joe Brauner und dieser ein Klon von Karlheinz Köpke war).
 

Funkminister

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Der Anachronismus wird übrigens noch durch die Farbe des Papieres auf die Spitze getrieben, oder dort behalten: es ist auch heute nicht (rein)weiss sondern gelblich und rosa.
Das kommt noch aus Zeiten, als das Fernsehen schwarz/weiss war und in Fernsehstudios mit >1000Lux beleuchtet werden musste, und das blütenweisse Papier wäre hemmungslos überstrahlt wiedergegeben worden. Weisse Hemden waren aus gleichem Grund nicht möglich, die wurden in Schwarzteeaufguss leicht bräunlich eingefärbt - wurde mir jedenfalls so überliefert von dem Ingenieur, der damals™ 1967 etwas zu früh für Willy Brandt auf den Knopf für die Farbe gedrückt hat.
 

Grasdackel

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das blütenweisse Papier wäre hemmungslos überstrahlt wiedergegeben worden
Wobei ich mir das bei der starken Studiobeleuchung auch als sehr unangenehm für die Augen des Lesenden vorstelle. Nicht ganz so helles Papier dürfte auch für ihn deutlich praktischer sein. Zeitung lesen im prallen Sonnenschein ist doch meist auch nur mit Sonnenbrille möglich.
 
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s.matze

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Atlantik-Brückenmann Claus nebenan im Zweiten macht seinem Namen jedenfalls alle Ehre und klebt (mit nunmehr 65 Jahren) bis mindestens 2021 an seinem "Ankermann"-Stuhl. Ich bin mir sicher: Keiner der in Frage kommenden Nachfolger hat das mit der Betroffenheit im Gesichtsausdruck bei sozial erwünschten Themen so gut drauf wie er! :thumbsup:
 

Funkminister

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Auch interessant ist, wer als Sprecher Jan Hofer nachfolgt. Ob sie einen komplett neuen Sprecher holen oder ob einer von tagesschau24 eingearbeitet wird. Vielleicht sprechen ja Constantin Schreiber oder Karolin Kandler demnächst um 20 Uhr
Da muss man aber ein wenig unterscheiden, die genannten sind Moderatoren und keine Sprecher, wobei zugegebenerweise bei der Tagesschau die Grenzen nicht (mehr) so exakt gezogen werden.
 

Ottoga

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Jan Hofer kenne ich noch aus den 70iger und 80iger Jahren vom Deutschlandfunk. Ich habe damals im Livesendebetrieb gearbeitet und wir hatten damals oft Spaß miteinander im Nachtdienst.
 
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EMC

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Kleiner "persönlicher Moment" im Hamburg-Journal des NDR: Ulf Ansorge (Nachrichtensprecher in dieser Ausgabe) gratuliert Jens Riewa (Moderator in dieser Ausgabe) zu seiner neuen Aufgabe...
 

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