Kai Gniffke baut den SWR um


#1
Morgen Dienstag will Intendant Kai Gniffke, seit September im Amt, zunächst intern, seine Pläne für die zukünftige Organisation vorstellen. Und wie man hört, soll es nicht bei kosmetischen Änderungen bleiben. Jene gab es ja schon in der Schlussphase Boudgoust, weswegen Fernseh- und Hörfunkdirektion seit 2017, dem aktuellen ARD-Trend entsprechend, Kultur- und Informationsdirektion heißen.
Was Gniffke plant, soll deutlich darüber hinaus gehen.
 
#3
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Die Gniffke-Intendanten-Wahl war eine Hinterzimmer-Kungelei. Grüße aus dem NDR-Sendegebiet nach BW!
Nach 13 Jahren hier beim NDR, zuletzt Chefredakteur ARD-aktuell, wirkte Gniffke hier nicht als besonders helles Licht: Eher Sesselwärmer, trainiert im Verteidigen von Fehlern, und ansonsten linientreu zur ÖR-NDR-Ober-Intendanz. Ob er jetzt noch beim SWR mit 60+ vor der Rente noch eine eigene Denke entwickeln kann?
 
#7
Meine Wünsche:
1: zusammenlegen (Zentralprogramm wie bisher 2, 3, Ding; Gottschalk, Zeuss/Wirbitzky dann hier, "Leute" für beide Bundesländer, BW schluckt RP, das ist ja wohl klar!)
3: verjüngen (keine 80er mehr, nur wenige 90er, dank zusammengelegter 1 muss man 3 nicht mehr veralten)
4: Regionale Sendezeit ausweiten (aus S bzw. MZ von 5 (ja, wie früher!) bis 24 Uhr, keine gemeinsamen Abendstrecken mehr, alle Landessender-Sachen künftig hier
Ding: Weniger Mainstream, mehr Indie (Puls, hr-XXL, FM4, radioeins, Fritz), der moderne Mainstream läuft dann ja beim jüngeren 3
Aktuell: Endlich zum richtigen Inforadio ausbauen, in meiner Welt findet der Sender gefühlt garnicht statt.
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Wird definitiv nicht passieren, da im Staatsvertrag steht, dass 1 und 4 für beide Länder getrennt verantstaltet werden muss.
Man könnte höchstens mal hinterfragen, in wie weit 1 überhaupt das "Informationsprogramm" ist, das es laut Staatsvertrag sein soll, und die beiden Oldie-Dudler anschließend tatsächlich durch SWR Aktuell ersetzen. Damit könnte man auch 2 von einigen Aufgaben entlasten. Da wird in letzter Zeit das Geld auch hörbar knapper.
 
#9
Dass dafür das Gesetz geändert werden muss, ist mir klar, aber angeblich soll der SWR ja umgebaut werden. Damit dürfte das klargehen, denke ich mir. Das Gesetz ist 23 Jahre alt, dann wird es heißen, zwei Landesprogramme seien nicht mehr zeitgemäß, man wolle die Regionalität und Lokalität in einem Programm bündeln und schon ist das durch. Mit Umbau assoziiere ich solche großen Pläne, nicht einfach nur ein bißchen Wischi-Waschi.
 
#11
Wäre ja noch schöner, wenn der Insendant mal eben nach Gusto den Runfunkstaatsvertrag ändern könnte.

Ansonsten wäre mir kein Fall bekannt, bei dem eine große Reform das Ziel hatte, Anspruch, Qualität und Vielfalt der Angebote signifikant zu erhöhen (wie in den Beiträgen oberhalb gewünscht). Wenn ich hingegen nach (zum Beispiel) Köln oder Frankfurt schaue, können wir schon froh sein, wenn der Status quo weitgehend erhalten bleibt beim SWR-Hörfunk. Ob Aktuell endlich zum 20-Minuten-Newsdudler ausgebaut wird oder nicht, ist doch auch schon fast egal. Etwas mit Bayern 2 oder WDR 5 Vergleichbares wird, so viel sollte sicher sein, nicht entstehen.
 
#12
DWDL: Details zu Gniffkes Plan für den SWR

Auszug:
"Für den Bereich Audio ist die Zusammenlegung der Hörfunknachrichten, bislang auch in Stuttgart und Mainz angesiedelt, im "Audiokompetenzzentrum" Baden-Baden geplant. Regionale Nachrichten würden aber auch künftig an allen Standorten produziert. Trotzdem habe dies sicherlich Auswirkungen auf Standorte Mainz und Stuttgart. Betroffene Mitarbeiter sollen nach Baden-Baden wechseln können oder aber neue Aufgaben an den bisherigen Einsatzorten bekommen.
... Beim Radioprogramm SWR aktuell, nur via DAB+, Livestream und einer UKW-Frequenz in Stuttgart empfangbar, soll durch Zusammenarbeit mit anderen Infowellen der ARD eingespart werden
"
 
#13
"Für den Bereich Audio ist die Zusammenlegung der Hörfunknachrichten, bislang auch in Stuttgart und Mainz angesiedelt, im "Audiokompetenzzentrum" Baden-Baden geplant. Regionale Nachrichten würden aber auch künftig an allen Standorten produziert. Trotzdem habe dies sicherlich Auswirkungen auf Standorte Mainz und Stuttgart.
Vor allem wird das Auswirkungen auf den regionalen Bezug der Nachrichten haben. Oder will das "Audiokompetenzzentrum" (was für ein fantastischer Name :wall: ) a la RPR auch die regionalen Meldungen produzieren und dann getrennt für RP und BW an die Zentralnachrichten dranhängen? Diesen Plan halte ich jedenfalls für eine Schnapsidee.
 
#15
4: Regionale Sendezeit ausweiten (aus S bzw. MZ von 5 (ja, wie früher!) bis 24 Uhr, keine gemeinsamen Abendstrecken mehr, alle Landessender-Sachen künftig hier
Den Programmbeginn um fünf gab es seinerzeit nur in Rheinland-Pfalz (schon zu Zeiten von SWF4); aber das nur nebenbei angemerkt.

Im Sinne einer stärker "draußen" im Sendegebiet verankerten Berichterstattung täte auch ein Ausbau des Eigenanteils der Regionalstudios dringend not. Unterhaltungs- und Musikprogramm - ob begleitender oder spezieller Natur - darf tags wie nachts gerne zentral ausgestrahlt werden.

Fokussierung der Hörfunk-Nachrichten in Baden-Baden ... klingt nach weiteren Einsparungen in der Substanz. Denn gerade Info-Kompetenzen lassen sich ohne inhaltliche Einschränkungen nicht so einfach zentralisieren.
 
#16
DWDL schreibt:
Beim Radioprogramm SWR aktuell ... soll durch Zusammenarbeit mit anderen Infowellen der ARD eingespart werden
SWR akutell übernimmt doch die ARD Infonacht jetzt schon länger als die Infonacht dauert, sprich der ARD Infonacht Geber MDR aktuell wird gerne auch außerhalb der gemeinschaftlichen Nachtzeit übernommen. Das selbst produzierte Programm strotzt doch jetzt schon vor Wiederholungen des eigenen Kanals und anderer SWR Wellen. Zum normalen Bussiness gehören natürlich die Berichte aus dem ARD (Korrespondenten)Pool. Was soll denn da noch eingespart werden??? Ich könnte mir höchstens noch die Komplettübernahme einer anderen ARD Infowelle, mit Einsprengseln von SWR Regionalnachrichten, vorstellen.
 
#18
Gniffke bringt die NDR-Denke in den Süden! - Sieht nicht gut aus für 'seinen' SWR-Hörfunk

Ich kenne die Hörfunklandschaft im Süden nicht. HIER im Norden bejubelt der NDR-Hörfunk sich mit: "Das Beste am Norden!" ... NDR 1 NDS profiliert sich damit, das regionale Hörerinteresse abzudecken. Da wird groß getönt, man schalte mehrmals täglich zu den berühmten: "Nachrichten aus IHRER Region!" zu den einzelnen Landesstudio auseinander. Das stimmt - eh ... - auf dem Papier! - Tagüber zu hören sind dann aber nur 2-Min-Takes, teils in 1:1 Wiederholung.
SWR-Hörern empfehle ich keine zu hohen Erwartungen an die Gniffke-Pläne zu knüpfen. Nach so langer NDR-Gehirnwäsche in der HH-NDR-Echokammer ... "Droht jetzt auch im Süden Niveau-Limbo?"
 
Zuletzt bearbeitet:
#19
SWR akutell übernimmt doch die ARD Infonacht jetzt schon länger als die Infonacht dauert. Das selbst produzierte Programm strotzt doch jetzt schon vor Wiederholungen des eigenen Kanals und anderer SWR Wellen.
Eben. Was will man bei einem Programm, das gefühlt garnicht existiert, denn noch alles einsparen?

Ich finde eine anstaltsübergreifende Welle aus SWR Aktuell und SR Antenne Saar mit regionalen Auseinanderschaltungen sinnvoll. Aus zwei quasi nicht existenten Programmen ein richtiges machen.
 
#21
Gniffke als neuer Intendant beim SWR ...
Schau'n und hör'n mer mal, wie Kai in den nächsten Jahren den SWR 'umbaut'! - Der Vertrag läuft 5 Jahre, für so 300.000 Jahresgehalt kann er sich wirklich Gedanken machen.
 
#22
Hoffentlich macht er kein negativen Veränderungen, klar, heutzutage muss jeder sparen, aber wir, die Gebührenzahler, finanzieren das ganze Gestell. Dafür wollen wir auch was geboten bekommen, egal ob Fernsehen oder Hörfunk. Bei einer guten Öffentlich-rechtlichen Welle gehört einfach die Regionaltät dazu, wie morgens der Kaffee zum Wachwerden und um in den Tag zu starten.
Schade eigentlich, dass wir „Gehaltszahler“ nicht einmal gefragt werden, was wir gerne hätten.
Ich bin kein Verfechter des Rundfunkbeitrags, aber bei sowas platzt mir echt die Hutschnur.

Mein Arbeitgeber erwartet gewisse Dinge von mir und dafür werde ich bezahlt. Mein Chef zahlt mir sicherlich nicht jeden Monat mein Gehalt, weil ich in der Firma tun kann was ich will.
 
#23
Leider ist der Arbeitgeber der ARD keine einzelne Person wie bei den meisten Firmen, sondern setzt sich aus über 80 Millionen "Arbeitgebern" zusammen. Da eine einheitliche Linie hinzubekommen, die allen "Arbeitgebern" gefällt, ist sehr schwierig.
 
#24
Mein Arbeitgeber erwartet gewisse Dinge von mir und dafür werde ich bezahlt. Mein Chef zahlt mir sicherlich nicht jeden Monat mein Gehalt, weil ich in der Firma tun kann was ich will.
Nur: das ist ja gerade das Argument von Gniffke: Er will ja erklärtermaßen diejenigen erreichen, die vom SWR bislang nicht (mehr) erreicht werden. Insbesondere die Jungen (d.h. U60). Insbesondere im Internet.
 
#25
Viel Spaß! Er sollte in seiner Dienstzeit mindestens alles dafür tun, seine Zuschauer und Zuhörer mindestens zu behalten statt Konzeptionen auszubrüten, Zuschauer und Zuhörer (zurück-)gewinnen zu wollen, die vom SWR bislang nicht oder nicht mehr erreicht werden.
 
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