Kaum noch 80er im Popradio


#1
Irgendwie überkommt mir immer mehr das Gefühl, dass die Popwellen die 80er aus dem Radio nehmen bzw. stark zurückfahren. Ich finde das sehr schade, da die Mischung aus aktuellen und älteren Hits eine gute Abwechslung geboten haben.
 
#4
Popradio sind ja heute drei Programme. Auf zweien (eineinhalb) davon haben die 80er auch nichts mehr zu suchen. Das dritte spielt die 80er rauf und runter. Ich fand es ja besser, als diese drei Programme noch EIN Programm waren... :)
 
#6
Die 90er sind inzwischen auch alt, denn wir haben 2018. Ansonsten gibt es auf den ehemaligen Schlagersendern tolle Oldies aus den 80ern.
Mittlerweile sind ja nun die 2000er die "neuen" 90er und die 90er die"neuen" 80er. Wenn man mal das ganze mal aus der 2008 Perspektive betrachtet.

Find ich eigentlich gut. Die 80er können ja mittlerweile in die Oldie Wellen abgeschoben werden, die modernen Hitradios brauchen die nicht mehr da zu alt.
 
#7
ich bin dafür, das man wieder die 20er, 30er und 40er Jahre spielt. Hört man auch kaum noch.
Seit ich "Bella ciao", ein mal eben satte 100 Jahre altes Liedchen, in den deutschen Top Ten gesichtet habe, geb' ich mich wieder der Illusion hin, mal Otto Reutter in den Top Ten vorzufinden :D

Gruß
Skywise

P. S. nach ein bißchen Drübergrübeln und Suchen:
Da gab's doch mal diesen Bericht im DLF über ein paar britische Senioren, die das Internet dazu nutzen, die Nostalgie wieder aufleben zu lassen ... zumindest scheinen die Zuhörerzahlen halbwegs stabil zu sein :)
http://www.angelradioplayer.co.uk/
 
#9
Radio MV gestern Abend zwischen 20.15 und 21.30 mit keinem Inhalt, aber einer wilden Mischung von den 60ern bis heute. Da war auch jede Menge 80er-Kram dabei. Aber WAS war an den 80ern so toll, außer das die meisten hier von uns jung waren? 99% aus dieser Zeit ist grottig und zu Recht in der Versenkung verschwunden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gefällt mir: iro
#10
Irgendwie Ich finde das sehr schade, da die Mischung aus aktuellen und älteren Hits eine gute Abwechslung geboten haben.
Grundsätzlich ja, ABER so wie es gemacht wird und wurde, leider nicht. Was bringen mir 80er für eine tolle Abwechslung, wenn dann 5x die Woche "Radio Gaga", "Take on me" oder "Time of my life" laufen. Dann doch lieber weglassen. Das braucht kein Mensch (mehr).
 
#13
Also wer sich zumindest am Samstag Abend eine gute Mischung aus aktuellen Titeln und zumTeil sehr ausgefallenen 80ern gönnen möchte, dem sei die Partyzeit auf MDR Sachsen wärmstens empfohlen.
Mit Hhomas Hehde ist hier jemand am Werk, der Radio macht, was unter die Haut geht.
Ist eigentlich schon die beste Partysendung im der ARD. Gruß
Sunshiner
 
#14
Was an den 80ern so toll war? Das war - was Popmusik angeht - gerade auch in Deutschland ein Jahrzehnt der Innovation und völlig neuer Genres, die es vorher nicht gab, weil die technischen Möglichkeiten einfach komplett neu waren, was über die 90er zu einer Art „Endzeit“ führte, weshalb ich moderne Popmusik auch größtenteils echt Scheisse finde und auch die Machart von Formatradio.

Die Rotation war früher auf jedem Dudelsender größer und auch der Anteil an alten Stücken war höher, was ein viel breiteres Spektrum an Musik und Hörern abdeckte (und auch musste, weil es nicht so viele Sender gab).

Was die Hitradios machen ist mir grundsätzlich egal. Die machen mich aggressiv mit ihrem Dummen künstlichen Gelabere und ihrer Hektik und am Allerschlimmsten ist da ja wohl die Musik.

Wer da noch von Abwechslung spricht, den kann ich nicht verstehen. Um sich das jeden Tag 8 Stunden und länger an der Arbeit zu geben - und sei es auch nur Hintergrundbeschallung - muss man eigentlich schon ganz schön hirntot sein.

Bis da (alle paar Monate) mal einzelne Titel ausgetauscht werden hat man doch Alles bis zur Kotzgrenze gehört.

Unabhängig vom Genre möchte ich kein Lied der Welt täglich mehrfach hören und wenn dann nur, wenn ich es selbst bestimme. Irgendwann nervt jeder Song und wenn zwischendurch die immer gleichen 3 80er spielt schafft das sich nicht mehr Abwechslung oder Vielfalt.

Zumal man eigentlich meinen müsste, dass ein Sender durch mehr Hörer ja wächst und dementsprechend auch mehr Möglichkeiten hat, aber wenn’s dann mal was gibt, das ich gerne höre, ist das immer nur am Anfang, wenn es sich behaupten muss innovativ und wenn es dann in ne Richtung geht wo es groß wird, entsteht der nächste Hot-Rotation-Zombie daraus.

Ich verstehe das nicht. Ich verstehe auch die Leute, die das hören nicht, weil egal ob die Musik gut ist oder nicht, wenn sie Totgeburt ist, muss man doch irgendwann mal den Kanal voll haben. Für mich mündet das in Psychoterror und auch erschreckend finde ich, wie Menschen das plötzlich Dinge gut finden lässt, die sie eigentlich scheisse finden.

Typische Aussage meiner Mutter: „Am Anfang fand ich’s blöd, aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt.“, oder mein Vater, der ist jetzt 73 und liebt James Last und so alte Schlager, aber Beide würden nie auf die Idee kommen für sich mal eine CD einzulegen oder so. Und egal was ich denen einstelle: Am Ende läuft immer wieder FFH im Autoradio „Die Informationen und Blitzermeldungen sind da einfach besser.“. Und wenn meine Mutter total glücklich heim kommt, weil sie mal wieder „so ein schönes Lied“ im Radio gehört hat, weiß ich, dass es tot sicher The Time of My Life oder Word of Mouth war.

Keine Ahnung, so krass weg hören kann man doch - selbst wenn man gar nicht musikinteressiert ist - nicht. Ich finde das was da läuft auch absolut nicht „durchhörbar“. Das ist einfach nur ätzend nervender Rotz in Schleife, das hat für mich Alles nix schönes. Entweder es ist so seicht, dass ich vor Langeweile einschlafe, oder es ist so nervig, dass ich ins Radio treten will.

Und wie gesagt: ja, die Musik muss ich nicht mögen und sie muss mir auch nicht gefallen, weil es Geschmacksache ist, aber unabhängig davon begreife ich keinen Sender mit so einer winzigen Playlist, das nervt Alles irgendwann, selbst wenn ich jedes Lied gut finde.

Und ich frage mich auch, ob die Menschheit da irgendwie dran gewöhnt worden ist, über die Jahre. Ich erlebe das immer wieder, in Bereichen wo sich auf einen Sender geeinigt werden muss. Wenn ich dann mal was anderes Einstelle dann motzt erst mal keiner, aber selbst wenn Leute behaupten die Musik sei gut oder besser als bei FFH, irgendwann stellen genau die wieder auf FFH um... als gäbe es irgendwie so „Trigger-Songs“ die Leute, die Formatradio hören dazu zwingen umzuschalten.

Was „Schönes“ haben diese auswechselbaren wie amerikanische Synchronstimmen klingenden Moderatoren, die ätzenden Jingles und die sich immer wiederholende Musik jedenfalls schon lange nicht mehr.

Und nur durch die Masse an Sendern entsteht keine Vielfalt, wenn alle das Gleiche spielen, das ist einfach nur noch ein elendes Gruselkabinett, das in mir Wut und Verzweiflung hervorruft.

Wer da noch von „abwechslungsreicher“ durch 3 ausgelutschte Songs mehr aus den 80ern spricht, muss in seinem Leben wirklich eine sehr begrenzte Anzahl von Tonträgern besessen haben.

Traurig.
 
#15
Was an den 80ern so toll war? Das war - was Popmusik angeht - gerade auch in Deutschland ein Jahrzehnt der Innovation und völlig neuer Genres, die es vorher nicht gab, weil die technischen Möglichkeiten einfach komplett neu waren, was über die 90er zu einer Art „Endzeit“ führte, weshalb ich moderne Popmusik auch größtenteils echt Scheisse finde und auch die Machart von Formatradio.
Na gut, bei den 90ern sind wir einer Meinung, aber die 80er waren über weite Strecken auch nur das Abschöpfen der Sahne, die vorige Generationen geschlagen hatten.

Ich verstehe das nicht. Ich verstehe auch die Leute, die das hören nicht, weil egal ob die Musik gut ist oder nicht, wenn sie Totgeburt ist, muss man doch irgendwann mal den Kanal voll haben. Für mich mündet das in Psychoterror und auch erschreckend finde ich, wie Menschen das plötzlich Dinge gut finden lässt, die sie eigentlich scheisse finden.
Schon, aber oft genug läuft das Radio nur im Hintergrund zur Beplätscherung, und genau da stören eigentlich Titel, die dazu auffordern, genauer hinzuhören. Und ich schätze, "aktive" Hörer waren ohnehin schon immer eher in der Unterzahl.

Wer da noch von „abwechslungsreicher“ durch 3 ausgelutschte Songs mehr aus den 80ern spricht, muss in seinem Leben wirklich eine sehr begrenzte Anzahl von Tonträgern besessen haben.
Kommt immer drauf an, was man daraus macht *schulterzuck*
Das kann natürlich peinlich werden. Letzte Woche Donnerstag war das, als olle Jagger wider Erwarten seinen 75. Geburtstag erlebte. Keine Ahnung, welchen Sender meine Kollegin da eingestellt hatte, aber der Moderator tat sich ein bißchen schwer damit, aus dem Festplattenbestand ein würdiges Lied von Mick Jagger oder den Rolling Stones herauszupicken. Er kündigte dann ein "etwas unbekannteres Lied von den Stones" an - und es erklang "Wild Horses". Schönes Lied, ja, kennen auch sicher nur 2,6 Milliarden Menschen auf der Welt im Vergleich zu den 2,7 Milliarden, die "Start Me Up", "Brown Sugar" oder "Angie" schon beim Titel ins Ohr kriegen, irgendwie definiere ich "unbekannter" aber ein bißchen anders.
Statt dieses entschlossenen Schritts in den Fettnapf wär's doch schlauer gewesen, einfach mal beispielsweise ein bißchen was über Mick Jagger oder die Stones oder eben über dieses Lied zu erzählen, damit man es vielleicht mal mit anderen Augen bzw. Ohren wahrnimmt, über die Geschichte, den Rechtsstreit, der dazu führte, daß es schon vor dem regulären Album ("Sticky Fingers") auf "Hot Rocks" veröffentlicht wurde oder von den Flying Burrito Brothers, über den Inhalt, über die Besetzung, daß Ian Stewart ausnahmsweise nicht am Klavier dabei war, weil er Mollakkorde nicht mochte, ... einfach mal zeigen, daß man auch ein bißchen mehr von seinem Handwerkszeug versteht als nur, wie man die Titelliste und die Playtaste handhabt. Mit solchen Maßnahmen kriegst Du auch mit einem recht kleinen Bestand, selbst wenn er sich erschwerend aus den ausgelutschtesten Stücken seit Erfindung des essbaren Lollipop-Stäbchens zusammensetzt, auch noch irgendwie interessant vermittelt.

Gruß
Skywise
 
#16
Naja,

Sehe ich nicht so, es gibt genug Musik, die nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, dass man sie nicht im Hingergrund laufen lassen könnte, das muss nicht immer die selbe sein und man kann auch Moderatoren einstellen, die nicht wie Roboter reden.

Das rechtfertigt auch einfach nicht, dass die Masse der Menschen irgendwie meint, dass das ein gutes Radioprogramm sei. Da muss irgendwas anderes hinter stecken.

Lena Mengler hat mir mal erklärt, dass Dudelsender eigentlich für kurze Strecken gedacht sind, weil die meisten das zum frühstücken oder wenn die an die Arbeit fahren hören, aber nicht den ganzen Tag, sodass es dann auch nicht störend ist, wenn Titel sich häufig wiederholen, während so Best Ager Programme meistens eher über länger Strecken gehört werden und sich daher die Musik nicht so oft wiederholen darf, weil das sonst auffällt.

Trotzdem, Leute hören diese Sender an der Arbeit täglich 8 Stunden und begründen das dann mit „Ist doch nettes Hintergeundrauschen, ich höre da eh nicht hin, mir völlig egal was da läuft.“, wenn das so egal ist, warum hören sie dann nicht hr1 oder sowas? Warum ausgerechnet FFH oder Planet Radio? Ich habe zu der Zeit als hr1 die Reform hatte und eigentlich noch ziemlich gut hörbar war mal mit Jemandem zusammen gearbeitet, der darauf bestand Harmony.fm zu hören, weil sich da die Titel öfter wiederholen und das war zu einer Zeit als man bei Harmony die Uhr nach dem Song stellen konnte und im Nachtprogramm (hab damals Schicht gearbeitet) die Tagesplaylist 1:1 wiederholt wurde nur eben unmoderiert.

Der meinte jedenfalls zu mir man könne sich den Scheiss auf hr1 ja nicht anhören, da lief aber auch nur alte, radiokonforme Musik, nur war eben nicht jeder Titel ein Superhit und es gab mehr Information...

Und auch wenn ich in der Schicht damals mal auf das breit gefächerte MainFM umgeschaltet habe und teilweise Leute sogar sagten „was läuft denn heute für schöne Musik?!“ war wenig später wieder Harmony eingestellt...

Guck mal bei Spotify, da gibt es fertige Playlisten mit allen Genres des Formatfunks, die sind mehrere 100 Titel lang,
Im Prinzip könnte man damit Radio in genau diesem Hot AC Sound machen, ohne dass sich über mehrere Tage ein Titel wiederholt... für mich würde es das auch nicht besser machen, weil ich die Musik dort grundsätzlich beschissen finde, aber es würde zumindest diesen Terror mit dem ewig gleichen Gedudel stoppen. Das ist ja auch nicht mal übertrieben ausgedrückt. Ich meine, wenn man mal einen Arbeitstag so einen Sender hört, dann weiß man, dass man mindestens 2 bis 3!Titel JEDEN Tag doppelt hört und absolut JEDEN Titel, bis auf ein paar ältere, die nur ab und zu mal kommen mindestens 1 mal pro Arbeitstag.

Bei den Jugendsendern ist es noch krasser, da wiederholen sich die Strecken teilweise nach 2 bis 3 Stunden, sodass es vorkommt, dass man mehrere Songs am Tag 3 mal hört und das Alles über Monate hinweg TÄGLICH!

Und deshalb ist das ist eine ernst gemeinte Frage:

Wie kann man das als normaler Mensch, selbst wenn man das Hirn komplett abschaltet und das auch noch gern hört, ertragen?

Im Fernsehen ist es auf den Privaten ja genau das Gleiche: Wie kann man jeden Tag für mehrere Stunden am Stück diese ewig gleichen Folgen von The Big Bang Theory ertragen und das seit 10 verdammten Jahren und dann abends noch zusätzlich einschalten, wenn die neue Staffel läuft? Irgendwann muss man die Schnauze davon doch mal sowas von Dick haben, dass man ganz fürchterlich ausrastet, oder nicht? Eigentlich finde ich die Serie, wie auch einige Andere auf diesen Sendern ja ganz nett, aber doch nicht immer und immer wieder und jeden Tag für Stunden, ewig dieses künstliche amerikanische, diese Stimmen, die klingen wie aus einer Verkaufssendung und Niemand, der mal normal redet...

Manche setzen ja voraus, dass der Film amerikanisch sein muss und auf den öffentlich rechtlichen kommen ja sowieso nur Florian Silbereisen und Rote Rosen... das ist dann die Argumentation „was willst du denn sonst gucken, läuft ja nix.“, bei mir an der Arbeit die Waschweiber alle Bachelor geguckt und ich dann „glaubt ihr denn echt noch irgendwas, wenn da ein RTL Logo in der Ecke ist?“ und die so „...auf der anderen Seite... was soll man sonst gucken?“, da fällt mir nix mehr ein. Offensichtlich werden von der Masse öffentlich rechtliche Sender komplett ignoriert, weil man am Logo schon sieht, dass die Sendug da für alte Leute ist.

Dass Breaking Bad als erstes auf arte ohne Werbung lief, bevor es auf RTL II verwurschtelt wurde, weiß gar niemand. Dass Joko und Klaas mal auf zdf_neo zu sehen waren nach MTV Home interessiert Keinen, auch The Middle kam als erstes auf zdf_neo, die Simpsons zuerst im ZDF, The Ring 1 und 2 als Free TV Premiere ohne Werbung und ungekürzt im Ersten, das Online Jugendangebot hat jetzt auch für Jugendliche und junge Erwachsene richtig gute Sachen wie z.B. Wishlist rausgehauen, aber wahrgenommen wird immer nur Florian Silbereisen um irgendwie zu rechtfertigen, dass ARD und ZDF nur was für alte Leute sind und die coolen Sachen nur im Privatfernsehen laufen...

Oder bin ich irgendwie krank im Kopf und das ist Alles toll und super so wie es sich gehört?!
 
#17
https://www.radioforen.de/index.php...m-radio-wann-ist-damit-endlich-schluss.42352/


ich bin dafür, das man wieder die 20er, 30er und 40er Jahre spielt. Hört man auch kaum noch.
Grundsätzlich ja, ABER so wie es gemacht wird und wurde, leider nicht. Was bringen mir 80er für eine tolle Abwechslung, wenn dann 5x die Woche "Radio Gaga", "Take on me" oder "Time of my life" laufen. Dann doch lieber weglassen. Das braucht kein Mensch (mehr).
Mittlerweile sind ja nun die 2000er die "neuen" 90er und die 90er die"neuen" 80er. Wenn man mal das ganze mal aus der 2008 Perspektive betrachtet.

Find ich eigentlich gut. Die 80er können ja mittlerweile in die Oldie Wellen abgeschoben werden, die modernen Hitradios brauchen die nicht mehr da zu alt.
In diesem Thread wollte ich ursprünglich genau das Wiedergeben. ^^
 

radiorosi

Gesperrter Benutzer
#18
@DOSORDIE
Die Fragen, die Du aufwirfst, gehen mir genauso durch den Kopf. Im Kern: Warum ist ausgerechnet in meinem Land / Deutschland das (Unterhaltungs-) Radio so grottig? Ich habe darauf bis heute keine plausible Antwort gefunden. Vielleicht ist es einfach so: Die Italiener haben geile Radiosender, können aber keine Autos bauen. Bei uns ist es umgekehrt.

Die Hoffnung, dass sich an der tristen Lage was ändert, habe ich aufgegeben. Bevor die Privaten in Deutschland 1983 zugelassen wurden, haben die Leute Radio Luxemburg, Soldatensender, Radio Veronica oder kommerzielle Stationen, die aus Italien einstrahlten, gehört. Die ARD hat mit Ausnahme von SWF 3 an den Hörer komplett vorbeigesendet. In den 80ern begann eine interessante Übergangsphase und danach bewegte sich die Situation in die Richtung, wie wir sie heute kennen. Ich glaube nicht, dass da noch was Positives nachkommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
#19
Naja DAB+ gibt mir neue Hoffnung, auch jetzt mit Schwarzwaldradio, aber schon komisch, dass auch Digitalradio irgendwie auf Masse statt Klasse setzt. Seit dem 1.07. haben wir ein zweites Regionalmux und da kommen dann ausgerechnet FFH Rock und am Unverständlichsten: Rock Antenne rein. FFH Rock ist schonmal ein komplett überflüssiges Abspielradio, aber das Schlimmste ist, dass Rock Antenne und Radio Bob so ziemlich genau das gleiche Konzept haben und Rock Antenne nicht mal aus Hessen kommt.

Schön, dass wir mehr Sender haben, aber wo ist da die Vielfalt?! Laut letzten MA Zahlen hat Schwarzwaldradio 5000 Hörer pro Stunde, wenn das so bleibt sind die auch bald Dudelfunk oder weg.

Das zeigt mir irgendwie, dass die Masse es eben einfach nicht anders will. Noch dazu hat Schwarzwaldradio zeitweise diese 80er Jahre hr3 Seichtheit... irgendwie zu viel Easy Listening, so wie ein zweites Absolut Relax. Da versprüht R.SA z.B. Mehr gute Laune, auch wenn das Musikpogramm dort allgemein nicht so umfangreich ist.

LG Tobi
 
#20
Na gut, bei den 90ern sind wir einer Meinung, aber die 80er waren über weite Strecken auch nur das Abschöpfen der Sahne, die vorige Generationen geschlagen hatten.
Die Diskussion hatten wir ja an anderer Stelle schon. Ich persönlich bin der Meinung, dass auch die 90er-Jahre noch unheimlich innovativ waren. Und die Aussage, dass man in den 80ern/90ern nur die Sahne der großartigen 70er abgeschöpft hat, lasse ich euch nicht durchgehen, denn wenn du lange genug schaust, wirst du auch für alles, was in diesem Jahrzehnt an innovativen Dingen passiert ist,einen Einfluss aus den vorherigen Jahrzehnten finden. Alleine was die Beatles auf ihren späteren Alben bereits alles vorweg genommen haben...

Vielleicht ist es tatsächlich eher ein Altersproblem, dass man v.a. die Musik, die man in der Jugend entdeckt hat, besonders gut/innovativ findet?
 
#21
Es ist doch logisch, dass die Musik von vorher immer Einfluss auf die Aktuelle hat. Wenn nix da ist und man macht was Neues ist das sicher erst mal voll innovativ.

Ich finde die 80er halt sehr wichtig, weil das das erste Jahrzehnt ist wo Popmusik eigentlich komplett elektronisch ist und weil es vorher schlicht und ergreifend bis auf ein paar Deutsche Rock Sachen (Lindenberg, Reichel, Westernhagen, Krautrock und Polizrock) eigentlich schlicht und ergreifend keine deutsche Popmusik in diesem Sinne.

Es gab halt Stefan Waggershausen und deutsche Versionen von internationalen Hits oder Discoschlager von konventionellen Schlagersängern.

In den 60ern gabs Drafi Deutscher, der vielleicht in Richtung Beat ging oder einige Stücke von Marion Maerz, hat aber doch immer den Anstrich Schlager.

Die 80er haben dann eben so unfassbare Dinge wie die NDW und deren Folgen losgetreten und auch wenn deren Anfanf sicher in den 70ern zu suchen ist, kam der Höhepunkt aus kommerzieller Sicht erst 1982/83 wo sich meiner Ansicht das Jahrzehnt soundtechnisch erst richtig entfaltet, das sieht man auch daran, was für Songs auf den Samplern aus der Zeit sind und was in den Top 100.

Ja in den 90ern ist für mich das letzte richtig innovative Jahrzehnt, weil sich Techno durch Eurodance und Rave einer breiten Masse zugänglich macht und am Ende ist dann noch Deutsch Rap und das große Aufkommen von R‘n‘B, Rock findet sich ein paar mal neu, anfangs durch Grunge und Crossover, später durch NuRock und Fun Punk obwohl es da schon anfängt, dass Alles nur der X-te Aufguss von etwas war, was es schon gab.

Anfang 2000 hörts dann auf, ich finde so ein paar Sachen noch bemerkenswert, z.B. Genie in a Bottle, weil die Bassdrum da so ganz eigenrartig schnell gesetzt ist, das ist ziemlich irre, klingt aber trotzdem nach TR 909, solche Beats waren auch so ein End 90er/Frühe 00er Ding.

Aber die 80er waren doch vor Allem so innovativ wegen der Technik, die es vorher nicht gab. Es geht einfach darum, dass nicht nur ständig neue Genres entstanden, sondern ab 82/83 jedes Album einer Band ein völlig Neues Sounddesign hatte und die krassen Unterschiede im Sound zwischen 1980 und 1990 sind so frappierend wie in keinem anderen Jahrzehnt davor oder danach. Und das hängt ganz klar mit der Digitaltechnik, Computern, Samplern, FM Synthese zusammen.

LG Tobi
 

radiorosi

Gesperrter Benutzer
#22
Lieber Tobi, Du sprichst indirekt einen sehr wichtigen Punkt an: Die Entwicklung der Musikgeschichte. Ich finde, die öffentlich-rechtlichen Sender stehen in der verdammten Pflicht, alles seit es Aufzeichnungsmöglichkeiten gibt zu spielen und zeitlich wie inhaltlich einzuordnen. Es sollte jeder die Möglichkeit haben, mal den Swing der 20er und 30er Jahre gehört zu haben, darüber vielleicht Zugang zum Jazz der Kriegs- und Nachkriegsjahre zu finden, darüber hinaus den sich seit mehr als hundert Jahre parallel entwickelten Blues präsentiert zu bekommen. Dann gäbe es noch Folk/Country, Reggae, spanische bzw. lateinamerikanische und sprachlich wohlklingende europäische Musik (aus Italien, Spanien und mit Abstrichen Frankreich). Stattdessen dieser Tunnelblick auf ein paar besttestende Hits. Was hat dieser Tunnelblick mit dem kulturellen Auftrag der ARD zu tun?
 
Zuletzt bearbeitet:
#23
Ich finde die 80er halt sehr wichtig, weil das das erste Jahrzehnt ist wo Popmusik eigentlich komplett elektronisch ist und weil es vorher schlicht und ergreifend bis auf ein paar Deutsche Rock Sachen (Lindenberg, Reichel, Westernhagen, Krautrock und Polizrock) eigentlich schlicht und ergreifend keine deutsche Popmusik in diesem Sinne.
Och na ja ... was ist "deutsche Popmusik"... die Imitationen vor allem in GB und USA angesagter Stilrichtungen gab's ja seit Ende des Zweiten Weltkriegs eigentlich immer, im Grunde genommen auch schon davor durch angeswingte Sachen, die man natürlich nicht "Swing" nennen durfte, da "Negermusik" etc. Und als dann Bill Haley durch den Äther rockaroundtheclockte, kamen ja mit Freddy ("So geht das jede Nacht"), Conny Froboess und Peter Kraus sofort die passenden Antworten darauf, teils auch mit ausländischer Unterstützung der Original-Interpreten, eigenständiger wurd's dann zunehmend mit den Burg-Waldeck-Festivals '64 bis '69 und dem internationalen Austausch von Folk/Folklore/Singer-Songwritern sowie bei den Essener Songtagen '68. Der Krautrock zog durch die Lande, teilweise mit deutschen Texten, dann gab's da auch noch solche Entwicklungen wie Ihre Kinder, die just zu Beginn der 70er Jahre deutsch sangen, Witthüser (Ruhe in Frieden) und Westrupp waren von Anfang an ebenso durchgeknallt wie deutsch, Ougenweide folgten traditionell mit Mittelalter-Rock nach, irgendwo da in der Ecke stöpselte dann auch der Maffay die E-Gitarre ein, um langsam das "Du" in der Schublade verschwinden zu lassen ("Samstag abend in unserer Straße"), der Osten war ohnehin auf einem völlig eigenen Deutschrock-Trip, da englische Texte ja bekanntlich wegen Klassenfeindallergie nicht gern gehört wurden, und im Süden taten sich durch den aufkeimenden Austro-Pop ebenfalls einige neue Möglichkeiten auf (Schmetterlinge, Ambros, Danzer), ...
Also - ja, vieles duftete noch mehr oder weniger nach Schlager, aber es gab da halt auch schon ganz ordentliche Versuche, sich davon zu lösen und zu erkunden, welche Möglichkeiten es da noch so gab. Hey, wenn Cindy & Bert anno '70 ein Lied von Black Sabbath covern, ...

Die 80er haben dann eben so unfassbare Dinge wie die NDW und deren Folgen losgetreten und auch wenn deren Anfanf sicher in den 70ern zu suchen ist, kam der Höhepunkt aus kommerzieller Sicht erst 1982/83 wo sich meiner Ansicht das Jahrzehnt soundtechnisch erst richtig entfaltet, das sieht man auch daran, was für Songs auf den Samplern aus der Zeit sind und was in den Top 100.
Hm. "Soundtechnisch" ... eigentlich wiege ich da etwas nachdenklich den Kopf ... Die soundtechnisch besten Aufnahmen verorte ich in den 50ern und 60ern, dort garantiert im Klassik-Sektor (EMI) und zunehmend im Jazz-Bereich. Mit den 80ern verbinde ich vor allem den flächendeckenden Einzug der Digitaltechnik und damit leider einhergehend die zunehmende Schlampigkeit der Tontechniker, weil man ja plötzlich Möglichkeiten zur Korrektur hatte, die es vorher nicht in dieser Form gab.
Ich gestehe, daß ich die Sampler der 80er Jahre eher nicht mochte, obwohl alterstechnisch das eigentlich "mein" Jahrzehnt wäre. Das hängt vor allem damit zusammen, daß man eigentlich schon ab Ende der 70er versucht hat, möglichst Zielgruppen mit der Musik zu beglücken. Auf früheren Samplern, die ja meistens noch von Menschen zusammengestellt wurden und nicht von Verkaufscharts, fanden sich immer wieder überraschende Überleitungen zu einzelnen Titeln oder Sachen aus der zweiten Reihe, die man bei der Gelegenheit auch entdecken konnte. Die Zusammenstellung war bunter (Jürgen Drews neben ABBA? Kein Ding) und meistens harmonischer. Auf den 80er Samplern mußte Hit auf Hit folgen - oder Sachen, die man dringend noch zu Hits machen wollte, stilistische Brüche nahm man da oft gern in Kauf.

Ja in den 90ern ist für mich das letzte richtig innovative Jahrzehnt, weil sich Techno durch Eurodance und Rave einer breiten Masse zugänglich macht und am Ende ist dann noch Deutsch Rap und das große Aufkommen von R‘n‘B, Rock findet sich ein paar mal neu, anfangs durch Grunge und Crossover, später durch NuRock und Fun Punk obwohl es da schon anfängt, dass Alles nur der X-te Aufguss von etwas war, was es schon gab.
Okay, Neuorientierung von R&B - einverstanden, wobei ich das so ähnlich empfinde wie NuRock oder Grunge - letzten Endes werden hier die bestehenden Grenzen zwischen bestehenden Genres bewußt verwischt. Ist ja in Ordnung, kann man auch machen. Aber bei manchen Entwicklungen kam ich schon in den 90ern aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, beispielsweise im Heavy-Metal-Sektor, als auf einmal mehr oder weniger jeder Band ein eigenes Genre zugedacht wurde. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, mir die Frage zu stellen, wie eine Symphonic Melodic Viking Pirate Hardcore Meth Folk Grindcore Death Neoclassical Post-Power Gothic Black Funeral Doom Christian National Socialist Funk Dark Metal-Band klingt. Das klingt nach mehr Innovation als letzten Endes drin ist. Schubladenbezeichnungen werden überbewertet.

Aber die 80er waren doch vor Allem so innovativ wegen der Technik, die es vorher nicht gab. Es geht einfach darum, dass nicht nur ständig neue Genres entstanden, sondern ab 82/83 jedes Album einer Band ein völlig Neues Sounddesign hatte und die krassen Unterschiede im Sound zwischen 1980 und 1990 sind so frappierend wie in keinem anderen Jahrzehnt davor oder danach. Und das hängt ganz klar mit der Digitaltechnik, Computern, Samplern, FM Synthese zusammen.
Klar. Wie oben angedeutet: lachendes und weinendes Auge. Die Digitaltechnik hat Dinge ermöglicht, von denen früher die Leute mit den guten Ohren geträumt haben, aber die Leute, die heute mit diesen Träumen arbeiten dürfen, haben oft nicht mehr die guten Ohren. Die moderne Technik hat vieles ermöglicht, das gilt für die Tontechnik ebenso wie für die Vertriebswege - kriegen heute auch pfiffige Laien hin. Und das, wofür man 1970 noch ein Nebenzimmer reservieren mußte, bekam man ab 1980 in der Sporttasche unter, ab 1990 in der Gürteltasche. Muß nicht nur von Vorteil sein ;)
Wobei - man soll ja fair bleiben: ich habe das Gefühl, daß in jüngerer Zeit wieder mehr Leute auf die analoge Technik zurückgreifen und sich damit quasi automatisch wieder die Frage stellen müssen, wie man schon bei der Aufnahme so tricksen kann, daß sich das Ergebnis hören lassen kann. Keine falsche Entwicklung.

Gruß
Skywise
 
#25
Mit Sampler meine ich keine Compilations auf Schallplatte oder CD sondern Samplekeyboards, Geräte womit man irgendeine kurze WAV Sequenz speichern und das dann in allen Tonhöhen per Keyboardtastendruck als Sound spielen konnte, dadurch ist neue Musik und neues Sounddesign entstanden, was es vorher nicht gab.

Und mit Digitaltechnik meine ich auch eher das, was auf Studioseite stand. Ich finde es sehr einseitig zu sagen, dass das den Tontechnikern die Fehler verziehen hätte. Wenn mich mir vor Allem Maxis und Remixe aus der Zeit anhöre, dann wird mir bewusst, was für ein Aufwand das gewesen sein muss...

Es gab noch kein Hard Disk Recording und man konnte nur mit analogen Bändern schneiden, klar könnte man digital Mastern aber durch die Drehkopftechnik mit ADAT und DAT könnte man nur ein laufendes Signal komplett aufzeichnen und keine Schnitte darin machen, wie es analog ging.

Das ging erst, als der Atari Falcon kam und diverse Hard Disk Recorder und später dann mit dem PC.

Ja aber eben das ist es doch - deutsche Musik ist - bis auf Schlager bis Anfang der 80er so schwer... Kraut Rock ist einfach nur Prog Rock aus Deutschland und diese ganzen Politrocker sind mir viel zu steif und eben auch zu politisch.

Klar, Jürgen Drews rockt auch, ich finde seine deutschen Interpretationen größtenteils besser als die Originale, aber das ist halt immernoch kein richtiger Pop.

Ich finde es tatsächlich erstaunlich wie gut die Aufnahmen der 50er und 60er teilweise sind, aber gerade auf Rock‘n‘Roll und Beat trifft das nur selten zu. Da haben die Aufnahmen der 80er eine ganz andere Qualität.

Und ja klar gabs alles schon vorher in den USA oder GB oder sonstwo, aber Deutsch Rap kann man auch als Kopie vom Original aus den USA sehen, meiner Ansicht nach ist das trotzdem ein ganz anderer Sound.

Ich habe übrigens eine ziemlich große Plattensammlung mit eigenem AMIGA Abteil, einige Raritäten, ja das ist immer was Anderes, die Sprache wurde anders benutzt und der Sound ist meistens aus der Not heraus mehrere Jahre von dem vom Westen entfernt, was der Musik aber eine ganz eigene Note gegeben hat, trotzdem haben die Bands immer versucht dem Westen nahe zu kommen.

Während die 70er noch Konzeptalben boten wurden in den 80ern die alten Sänger der bekannten durch junge Schönlinge wie IC Falkenberg ausgetauscht und anstatt Konzeptrock Zeitgemäße Tanzmusik und Glamballaden gespielt...

Sounddesigntechnisch gibts ein paar Ausnahmen, die auf Westniveau H&N haben das immer gut hinbekommen und die großen Rockbands, Silly, Pankow, Rockhaus, natürlich auch Puhdys und Karat oder Ines Paulke...

Ich bin übrigens auch der Meinung, dass jede Art von Musik im Radio Platz haben sollte, allerdings sind die Sender eben ihren Genres zugeteilt und ich denke nicht, dass es die Aufgabe eines Hitradios ist Musik der 10er und 20er des letzten Jahrhunderts zu spielen, das gehört auf andere Sender, finde es aber ebenso traurig, dass auch das Hitradio eben immer nur die selben Hits spielt. Es gibt genug Top 40 Hits aus den letzten 30 Jahren, die ins Konzept passen.

Tatsächlich finde ich es aber etwas merkwürdig, dass die Öffis es nicht für möglich halten mal ein Jazzprogramm zu machen, Jazz geht in einzelnen einstündigen Formaten in Kulturradios nach 22 Uhr total unter, während sogut wie alle anderen Genres ein eigenes Programm haben, das ist schon echt schade.

Black2white, ich gebe dir recht, aber selbst Fancy nervt nicht so wie der Wendler.

LG Tobi
 
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