KI-Übersetzungscomputer - Das nächste ganz große Ding


#1
Wer zuletzt von "Google Translate" oder den Übersetzungstools von Facebook und Microsoft Gebrauch gemacht hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich die Qualität der maschinellen Übersetzungsroutinen in den letzten Monaten signifikant erhöht hat. Dort kommen nämlich neuerdings selbstlernende "neuronale Netze" zum Einsatz, die Milliarden von Texten aus allen Kommunikationsbereichen und Literaturgattungen durchwühlen und davon stimmige Regeln ableiten, die ständig verfeinert und in Programmalgorithmen übersetzt werden. Jede Eingabe oder Korrektur von Nutzerseite findet Eingang in die Datensätze, die wiederum miteinander in Beziehung gesetzt und semantisch über Sprachgrenzen hinweg ausgewertet werden.

Der Witz ist dass die Perfektionierung der Übersetzungsleistung vollautomatisch erfolgt, das zugrundeliegende Programm ist nämlich schon ausgereift genug um in naher Zukunft maschinelle Outputs auf dem Niveau qualifizierter menschlicher Übersetzer zu liefern, die sich flüssig und elegant lesen und kontext- und situationsadäquate Formulierungen beinhalten. Mit der Zeit sollen die daraus gewonnenen Datenbanken und Programmcodes in Desktopanwendungen münden, die das Übersetzungsbüro überflüssig machen.

Bei den wechselseitigen Sprachenpaaren Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch ist die Übersetzungsqualität schon jetzt beeindruckend. Ein echter Quantensprung im Vergleich zu den teuren, um statistische Methoden erweiterten Phrase-to-Phrase-Softwarepaketen von Linguatec, Systran und Co., die noch heute schwer verständlichen Kauderwelsch produzieren.

Die großen Internetkonzerne stecken Unsummen in die Verbesserung selbstlernender neuronaler Sprachtechnologien ("Deep-Learning-Technology"), auf dem KI-Markt (künstliche Intelligenz) tobt gerade eine Übernahmeschlacht, die vor kurzem ein deutsches Startup in den Fokus der Aufmerksamkeit innovationsgieriger IT-Fachjournalisten rückte: In einem standardbasierten Fachranking wurde dem Online-Tool der Kölner Firma "DeepL" bescheinigt, eine drei mal so hohe Übersetzungsqualität zu liefern wie die bereits jetz relativ hochentwickelten KI-Übersetzer von Google, Microsoft und Facebook. Das wird neue Begehrlichkeiten wecken, denn die Geldschatullen der Internetriesen sind prall gefüllt und der Menschheitstraum von der grenzenlosen Kommunikation ohne Sprachbarrieren ist gerade hier zu neuem Leben erwacht.

Wer sich von den Möglichkeiten überzeugen will, die automatisierte Übersetzungsroutinen schon heute bieten, sollte das DeepL-Tool mal einem kleinen Test unterziehen:

https://www.deepl.com/translator
 
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#2
Ich habe es ausprobiert. Beeindruckend. Den ersten Absatz vom
@ricochet posting habe ich mit dem translator zuerst ins Englische, dann ins Spanische, dann ins Niederländische und dann ins Polnische übersetzen lassen. Dann wieder zurück ins Deutsche. Das ist dabei herausgekommen:

"Jeder, der kürzlich Google Translate oder die Übersetzungswerkzeuge von Facebook und Microsoft verwendet hat, hat bemerkt, dass die Qualität automatischer Übersetzungen in den letzten Monaten deutlich zugenommen hat. In der Tat werden die"neuronalen Netze" der Selbsterziehung genutzt, die Milliarden von Texten aus allen Kommunikationsbereichen und literarischen Gattungen durchsuchen und kohärente Linien setzen, die ständig verfeinert und in Programmieralgorithmen übersetzt werden. Jede Eingabe oder Korrektur wird vom Benutzer in Datensätzen eingegeben, die wiederum über Sprachgrenzen hinweg miteinander verknüpft und semantisch ausgewertet werden."

Hier zum Vergleich ricochets Original:
Zitat von ricochet:
Wer zuletzt von "Google Translate" oder den Übersetzungstools von Facebook und Microsoft Gebrauch gemacht hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich die Qualität der maschinellen Übersetzungsroutinen in den letzten Monaten signifikant erhöht hat. Dort kommen nämlich neuerdings selbstlernende "neuronale Netze" zum Einsatz, die Milliarden von Texten aus allen Kommunikationsbereichen und Literaturgattungen durchwühlen und davon stimmige Regeln ableiten, die ständig verfeinert und in Programmalgorithmen übersetzt werden. Jede Eingabe oder Korrektur von Nutzerseite findet Eingang in die Datensätze, die wiederum miteinander in Beziehung gesetzt und semantisch über Sprachgrenzen hinweg ausgewertet werden.
 
#3
Habe gestern verschiedene Texte mit DeepL und Google von Englisch nach Deutsch übersetzen lassen. Die Ergebnisse von Google waren allerdings durchweg besser als die von DeepL, was an dieser Software jetzt so revolutionär anders sein soll, erschließt sich mir nicht. Und sie leidet auch an den üblichen Macken, dass Redewendungen und doppelte Bedeutungen nicht erkannt werden und dass innerhalb eines Absatzes fröhlich zwischen "du" und "Sie" gewechselt wird. Ein "Angriff auf die bisherigen Systeme" ist das noch lange nicht.
 
#4
Beide Systeme werden zur Zeit noch trainiert, bzw. trainieren sich selbst, weil menschliches Zutun kaum noch vonnöten ist. Dies geschieht anhand von Gebrauchstexten, Sach-, Fach-, Trivial- und schöngeistiger Literatur, von Facebook-Gesabbel über Fitzek und Konsalik bis hin zu Schopenhauer. In einem halben Jahr sollen die überaus lernfähigen Programme, die angeblich nach dem Vorbild menschlichen Spracherwerbs arbeiten, schon zertifizierten Übersetzern Konkurrenz machen können. Würde ich in der Branche arbeiten, wäre mir etwas mulmig zumute.
 
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#5
Mittlerweile hat DeepL große Sprünge gemacht und übersetzt Texte in Sekundenschnelle fast fehlerfrei und stilsicher ins Englische. Selbst durchschnittliche menschliche Übersetzer haben da oft das Nachsehen.

Neuerdings kann man sogar komplette Dokumente hochladen und zwar völlig kostenlos! Klar, die selbstlernende Maschine braucht Futter um sich allen nur erdenklichen Sprachumgebungen anzupassen und alsbald sogar die besten Profi-Übersetzer auszustechen.

Probiert es doch einfach selbst:

https://www.deepl.com/translator
 
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#6
Mir macht das ehrlich gesagt Angst. Diese ganzen KI Geschichten machen mir Angst. Der Tag ist nicht mehr fern, dann ist die KI uns so haushoch überlegen, das einem Angst und Bange werden kann. Da die Dinger sich selber alles beibringen ist der Mensch dann irgendwann auch überflüssig. Spätestens wenn die KI das auch erkennt wirds spannend.
 
#7
Der Tag ist nicht mehr fern, dann ist die KI uns so haushoch überlegen, das einem Angst und Bange werden kann. Da die Dinger sich selber alles beibringen ist der Mensch dann irgendwann auch überflüssig. Spätestens wenn die KI das auch erkennt wirds spannend.
Neulich habe ich das Zitat eines Zukunftsforschers irgendwo gelesen, der sinngemäß gesagt hat: Die Angst, dass eine Künstliche Intelligenz die Menschenheit versklavt, ist unbegründet. Sie würde stattdessen anfangen, selbst Maschinen zu bauen, die besser funktionieren als Menschen. ^^
 
#9
Naja, dieses Zukunftsszenario finde ich ja fast noch schlimmer. Wenn die Maschinen nicht mehr auf die Existenz des Menschen angewiesen sind, gibt es auch keinen Grund mehr, unsere Spezies am Leben zu erhalten. Auch die neuen Maschinen, die den Menschen dann ersetzen sollen, brauchen Platz, Resourcen und Energie. Schon jetzt platzt die Erde doch aus allen Nähten.

Warum sollte eine künstliche Intelligenz also, wenn es ihr nützlich erscheint, mit den Menschen recht viel anders umspringen als der Mensch das mit Natur, Pflanzen, Tieren usw. tut? Kein Platz da? Dann planiert man eine menschliche Siedlung halt nieder, das macht der Mensch im Regenwald etc. gegenüber Pflanzen/Tieren, ja sogar gegenüber seinen Artgenossen ja auch nicht anders.

Man kann den Maschinen natürlich eine Art moralischen Kompass mitgeben, so etwas wie "Ethik". Aber womöglich kommt die künstliche Intelligenz dann sogar zum Schluss, dass es für den Planeten Erde besser wäre, die Spezies Mensch, die eh nur Schaden anrichtet, komplett auszulöschen, damit sich die Erde erholen kann und Tiere, Pflanzen und Maschinen wieder mehr Platz haben. Das wäre aus Sicht der Maschinen noch nicht mal ein moralisch verwerfliches Ziel. So wie sich ja auch nur wenige drüber aufregen, wenn ein Waldstück vom Borkenkäfer gesäubert wird. Aus Sicht der Maschinen könnte der Mensch irgendwann nicht mehr wert sein als ein lästiger Borkenkäfer.
 
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#10
Es reicht ja schon wenn die intelligenten, selbstlernenden und sich selbst kontrollierenden Rechnersysteme den Menschen im tiefsten Winter aus ökonomischen Gründen ein paar Tage lang den Strom abdrehen (das stromfressende Netzwerk hat ja Vorrang) und jeden verzweifelten Interventionsversuch um Schadensbegrenzung bemühter menschlicher Programmierer als vermeintlichen Hackerangriff abwehren...

Dann verselbstständigt sich das autonome, automatisierte Computernetz, stellt seine eigenen Regeln auf und tyrannisiert mit einfachsten Schikanen die Bevölkerung. Und dann wird's ganz schwierig das Gesamtsystem abzuschalten, ohne die komplette Infrastruktur lahmzulegen.
 
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